Helena Costa arbeitet als Scout für die SGE. (Foto: IMAGO / GlobalImagens)

Als sich vor einigen Tagen die Scouting-Abteilung der Frankfurter Eintracht in Frankfurt traf, entstand ein Gruppenfoto. Darauf zu sehen viele Männer, etwa der neue Direktor Profifußball Ben Manga. Und eine Frau. Ihr Name: Helena Costa. Seit 2017 ist sie als Scout für die Eintracht aktiv. Schon allein durch diese Tatsache war die SGE Vorreiter. Denn weibliche Scouts finden sich kaum im Männer-Profifußball. Es spricht also für die 43-jährige Portugiesin, was die vergangene Woche aus Portugal die Runde machte. Laut des portugiesischen Portals „Maisfutebol“ soll die einstige Spielerin ab sofort den Titel „Koordinatorin Internationales Scouting“ bei der Eintracht tragen und damit wohl die Verantwortung für das internationale Scouting-Netzwerk der SGE übernehmen.

Helena Costa soll in Frankfurt das internationale Scouting koordinieren

Doch wer ist die Frau, die fortan neben Sebastian Frank, der laut Medienberichten „Koordinator Scouting“ wird, weltweit Talente für die Eintracht finden soll? Ein genauerer Blick lohnt sich. Denn Helena Margarida dos Santos e Costa, wie die 43-Jährige mit vollem Namen heißt, hat eine bewegte Laufbahn hinter sich und ist eine Pionierin im Männerfußball. 2017 gewann Kaderplaner Ben Manga Costa als Scout für die SGE. Zuvor hatte die Ex-Spielerin, die verletzungsbedingt mit 21 Jahren ihre Karriere beenden musste, bereits für Celtic Glasgow gescoutet. Täglich schaut Costa Fußballspiele für die SGE, arbeitet nebenher auch als TV-Expertin im portugiesischen Fernsehen. „Ich sehe den Fußball nicht mehr als Zuschauer. Als Trainerin betrachte ich gerne die strategische und taktische Seite, aber die Analyse der Spieler beschäftigt mich am meisten“, erklärte sie einmal in einem Interview.

Weltweit bekannt wurde die Portugiesin im Mai 2014. Da verkündete der französische Zweitligist Clermont Foot die Verpflichtung Costas als neue Trainerin der Herrenmannschaft. Sie sollte damit erst die dritte Frau werden, die ein Männer-Profiteam trainiert. Doch das Engagement endete bevor es richtig anfing. Frustriert über die Klubbosse kündigte sie ihren Vertrag noch vor Arbeitsbeginn auf. In einem Statement warf Costa den Beteiligten vor, ohne ihr Wissen Spieler verpflichtet und Freundschaftsspiele ausgemacht zu haben. „Es gab eine Serie von Ereignissen, die kein Trainer toleriert hätte und ein Mangel an Respekt sowie amateurhaftes Verhalten“, kritisierte Costa. Es war das Ende ihrer bisherigen Trainerkarriere, die sie zuvor schon nach Katar und in den Iran geführt hatte. In den asiatischen Ländern brachte sie als Nationaltrainerin den Frauen-Fußball maßgeblich voran. Begonnen hatte die A-Trainerlizenzinhaberin einst bei Benfica Lissabon, wo sie die jüngsten Jugendmannschaften trainierte und dabei zwei heutige Stars geformt hat. Bernardo Silva (70 Mio. Euro Marktwert) spielt heute bei Manchester City, Goncalo Guedes (25 Mio. Euro) bei Valencia. Beide lernten das Kicken unter Costa.

Zwei portugiesische Talente wechseln zur SGE

Auch für die Eintracht hat Costa, die vor allem für den portugiesischen Markt zuständig ist, einen guten Riecher bewiesen. Ihre Expertise soll maßgeblich bei den den Transfers von Luka Jovic, André Silva oder Goncalo Paciencia gewesen sein. Seit Costa bei der SGE tätig ist, hat die Eintracht ihre Bemühungen in Portugal intensiviert. Neben Luka Jovic (Benfica Lissabon) und Gonçalo Paciência (Porto) kamen auch Bas Dost sowie Chico Geraldes (beide Sporting). Zuletzt wechselten mit Rodrigo Cunha (15 Jahre) von Académica Coimbra und João Bernardo Costa (16) von Anadia FC zwei junge Talente aus Portugal in das Nachwuchsleistungszentrum der Eintracht. „Ein Verein mit der Organisation und Strahlkraft der Eintracht ist für jeden jungen portugiesischen Profi ein Anreiz. Der Klub hat eine sehr gute und nachhaltige Entwicklung genommen“, sagte deren Berater Diogo Henriques kürzlich gegenüber SGE4EVER.de. Nicht auszuschließen, dass auch dank Helena Costa und ihrem Netzwerk noch das ein oder andere weitere Talent den Weg nach Frankfurt findet.

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12 Kommentare

  1. Etwas andere Preisklasse, aber auch aus aktuellem Anlass ( Glückwunsch an die Jungs zum EM-Titel): In der U21 kicken auch richtig gute Jungs bei uns. Der Dorsch wäre wirklich ein top Spieler für unser DM und vielleicht hat Krösche ja auch noch einen guten Draht nach Salzburg, der Adeyemi wird auch mal eine richtige Granate. Aber bei beiden hätte man bestimmt schon früher anklopfen müssen, die werden bald unbezahlbar werden. Ich glaube aber für gute Talente muss man leider auch ein bisschen was bezahlen. N‘ Dicka beispielsweise war damals auch kein Schnäppchen, aber jeder Euro hat sich im Prinzip gelohnt. Bin etwas skeptisch ob die beiden jungen Portugiesen es bei uns packen, die kommen mir von ihrer Vita jetzt nicht unbedingt so vor , als wenn sie die Supertalente bei ihren Clubs waren. Und Geraldes, Paciencia und Dost waren jetzt eher nicht so die mega Granaten, also finde es immer schön wenn man in bestimmte Länder Connections hat, aber ob jetzt alles Gute stets aus Portugal kommt glaube ich jetzt nicht.

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  2. Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Es ist schön, auch mal etwas über die Leute zu erfahren, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

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  3. Dann mach nen guten Job! Laut Kicker hat Krösche für Spielerkäufe keine 10 Mio. zur Verfügung, es sei denn Spieler werden verkauft. Ist doch allen klar, oder?

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  4. @Drei: das mit dem Budget glaube ich nicht. Da kommen immer wieder Zahlen vor der Saison kommen denen selten sind für ihn gestimmt haben. Damit will man einfach zeigen, dass man das Geld nicht rauswerfen wird. Das drückt die Preise wenn man einkaufen will.

    @Eins: den Dorsch und Adeyemi würde ich sofort nehmen. Die werden aber beide relativ teuer sein

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  5. Dass sich Frau Costa in der Männerdomäne Fußball so durchsetzt verdient Anerkennung! Dazu ist sie zweifelsohne hochkompetent. Spannender Hintergrund. Da blickt man optimistisch in die Zukunft!

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  6. Adeyemi war schon vor 2 Jahren unerreichbar. Da war Barcelona bereits dran und hat 10 mio geboten.
    Ich bin gespannt wie viel wir ausgeben. Durch Bobic und Hütter müssen ja knapp 8 mio über sein- 2 mio für Glasner abgezogen.

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  7. Dorsch für Kamada, schon haben wir mehr mittelfeldpräsenz. Gerne als Tauschgeschäft, wie auch immer.

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  8. Natürlich spielt Dorsch eine andere Position und ist günstiger als Kamada. Für die Ablöse von Kamada Dorsch holen und mit dem restlichen Geld ggf. ein Talent neben Younes (der ja auch noch 2-3 Mio Ablöse kostet) aufbauen.

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  9. Von denen, die da gestern Abend herumgehüpft sind, werden wir in den nächsten zwei Jahren keinen kaufen. Keinen!

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  10. Vielen Dank für den Artikel.

    Es gibt wahrscheinlich einige Einkaufsszenarien. Letztendlich wird aber durch Abgänge entschieden, wer kommt. Für eine andere Reihenfolge ist die Kasse zu knapp. Ich glaube nicht, dass Dorsch zu uns kommt, weil
    1) er dafür zu auffällig gestern und in den vorherigen Spielen performt hat.
    2) unsere ertragreichsten Verkäufe nicht sofort über die Bühne gehen werden. Bis bei uns Einnahmen generiert werden, wird irgendein FC Newrich zugeschlagen haben, weil (siehe 1)
    3) weil er noch ganz andere Alternativen geboten bekommt, weil (siehe 1 und 2)
    Aber ich hätte ihn auch gerne bei uns 🙂

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  11. Man kann durchaus als EL-Teilnehmer schon selbstbewusst sein, aus dem Regal U21-Nationalspieler zu fischen. Warum soll die SGE einen U21 Nationalspieler wie Dorsch nicht in die Bundesliga bringen: Die jungen Spieler brauchen auch für die A-Nationalmannschaft Spielpraxis, das kann unsere SGE durchaus bieten.

    Zu Hütter wäre ich als junger Spieler nicht gewechselt, aber zu Glasner…warum nicht?

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