Publikumsliebling und Legende Sebastian Rode beendet nach der Saison seine Karriere (Foto: IMAGO / Schüler)

Er war nicht nur ein Kapitän der Eintracht. Er war Kapitän der Eintracht, die 2022 den Europapokal zurück nach Frankfurt holte: Sebastian Rode. Mit seinen 33 Jahren und vielen Verletzungen, beendet ein Spieler die Karriere im Sommer, der all das verkörperte, wofür die SGE steht: Einsatz, Wille, Kampfgeist und stolz darauf zu sein, den Adler der Diva vom Main auf der Brust tragen zu dürfen. Sinnbildlich dafür, dass er die Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen aus der Nordwestkurve, die Stehtribüne der Eintracht-Fans, mitverfolgte. Insgesamt 277 mal lief Rode im Eintracht-Dress auf und führte seine Mannschaft vergangene Saison bis ins Achtelfinale der UEFA Champions League. Nun endet eine Ära, in der eine lebende Legende den Verein als Spieler verlässt und eine große sportliche Lücke hinterlässt. Am letzten Bundesliga-Spieltag im heimischen Deutsche Bank Park will er nochmal auf dem Platz stehen.

„Das wird mir fehlen und geht mir schon durch den Kopf“

Bereits seit längerem wird seitens der SGE kommuniziert, dass Rode, nach einer erneuten Knieverletzung, gegen RB Leipzig noch ein letztes mal auf dem Feld stehen soll, sei es nur für ein paar Minuten. „Ich bekomme jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke. Viele Fans haben mir schon gesagt, dass sie mich abfeiern wollen, selbst wenn ich nur drei Minuten auf dem Feld stehen sollte“, verriet Rode im Interview mit dem Kicker. Seine Zeit bei der Eintracht wird nicht nur für ihn eine besondere bleiben, denn auch für viele Fans wird dieser letzte Spieltag ein besonderer werden und wegen des Abschiedes für immer in Erinnerung bleiben: „Ich lernte viele tolle Menschen kennen und denke an alle Emotionen auf dem Feld und mit den Fans. Das wird mir fehlen und geht mir schon ab und zu durch den Kopf, wenn ich abends im Bett liege.“

Für viele besonders in Erinnerung bleiben, wird der Einsatz Rodes im Endspiel der UEFA Europa League 2022 bleiben, als er bereits nach vier Minuten mit den Stollen im Gesicht getroffen wurde. Blutüberströmend wurde er behandelt, kam anschließend mit Turban und neuem Trikot zurück auf den Platz. Sein altes, mit Blut verschmiertes Trikot, kann im Eintracht Museum bewundert werden. An das Finale gegen die Glasgow Rangers erinnert sich der Mittelfeldspieler natürlich gerne zurück: „Ich weiß noch, welcher Genuss es war, die Mannschaft in so einem Spiel aufs Feld führen zu dürfen.“ Trotz der gewonnen Meisterschaft mit dem FC Bayern, erklärt Rode im Interview mit der Bild, dass der Triumph in der Europa League mit der SGE der schönste Moment in seiner Karriere war: „Dieser Titel kam absolut unerwartet. Keiner hat von uns so einen Erfolg erwartet. Weder, dass wir ins Endspiel kommen und schon gar nicht, dass wir es gewinnen.“ Auch die Gefühle, die die Fans der Eintracht verspürten, war für Rode was besonderes: „Diese Emotionen, die wir bei den Fans ausgelöst haben, das war etwas Einmaliges.“

Abstieg, Bankdrücker und Verletzungen

Bitter war für „Seppl“ natürlich auch der Abstieg mit der Eintracht, gerade in seiner ersten Saison als Profi. Sechster nach der Hinrunde und Europa im Blick, holte die SGE magere acht Punkte in der Rückrunde und erzielte dabei nur sieben Tore. Doch er ging mit in die Zweitklassigkeit, durfte den direkten Aufstieg und im Jahr darauf, als Aufsteiger, die Qualifikation für die Europa League feiern. 2014 wechselte Rode dann zu den Bayern, wo er in zwei Jahren auf 52 Einsätze kommen sollte. Fördernd war für ihn sicherlich Pep Guardiola, damals Trainer des FC Bayern München. „Unter ihm habe ich mich fußballerisch am meisten entwickelt. Aber auch wie er die Gegner sezieren und das einfach erklären kann, ist herausragend. Er macht es nie zu kompliziert, sondern bricht es für alle verständlich auf Einfaches runter.“ 

Nach dem Rekordmeister ging es dann 2016 weiter zum BVB nach Dortmund, wo er mit dem Trainern haderte und sein Verletzungspech anfing: „Unter Thomas Tuchel war ich nach einem schlechten Spiel in Leipzig draußen, aber ich war nicht der Einzige, der keinen guten Tag hatte. Fachlich schätze ich ihn sehr, aber es hat damals halt nicht so gepasst zwischen uns.“ Nachdem das Kapitel zwischen dem BVB und Tuchel beendet war, wollte Rode unter Peter Bosz erneut angreifen und auf Spielzeit kommen. Eine Schambeinverletzung bremste ihn dann aus und machte den Anfang in einer Serie von Verletzungen: Oberschenkelverletzung, Wadenverletzung, zahlreiche muskuläre Probleme und natürlich seine häufigen Verletzungen im Knie, die ihn auch in dieser Spielzeit zum zuschauen verdammt und das in einer Saison, in der die Mannschaft ihren Kapitän mehr denn je gebraucht hätte. „Die Verletzungen und Enttäuschungen haben mich schon stark geprägt“, sagt Rode dem Kicker. Eine Verletzung wird ihm sehr in Erinnerung bleiben, nämlich während des Halbfinals der Europa League im Spiel gegen Chelsae: „Es hätte damals an der Stamford Bridge gar nicht schlimmer laufen können. Ich war mir an dem Abend sicher, dass etwas im Knie kaputt ist. Am Ende stand ich mit Krücken vor den Fans, da floss die eine oder andere Träne.“

Gute Erinnerungen an Lissabon

Zwei Spiele, die Fans der Diva vom Main mit „Seppl“ Rode in Verbindung bringen, sind jeweils gegen Teams aus Lissabon. 2018 war es Frankfurts Nummer 17, der nach einer 2:4-Niederlage im Hinspiel, das entscheidende und goldene Tor zum Einzug ins Halbfinale der Europa League gegen Benfica erzielte. „Ich erinnere mich gerne an das 2:0 gegen Benfica zurück. Wenn du dann auch noch ein Tor schießt, das so wertvoll ist und das Stadion in diesem Moment explodiert, bekomme ich direkt wieder Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.“ Sein wahrscheinlich sportlich bestes Spiel ging für Rode nur 45 Minuten: Champions League, letzter Gruppenspieltag, aktuell Platz drei, auswärts bei Sporting, die SGE zur Pause mit 0:1 hinten. Was dann folgte war eine Master-Class des Sebastian Rodes: Einsatz, Wille und Kampfgeist. „Das Spiel war schon echt gut“, gibt er bei der Bild zu. Randal Kolo Muani erzielte nach dem Ausgleich von Daichi Kamada das 2:1 für die Eintracht, was die Hessen ins Achtelfinale der Königsklasse hievte. Rode erhielt von der UEFA die Auszeichnung als „Man of the Match“.

Er war also nicht nur sportlich ein wichtiger Bestandteil der jüngeren Vergangenheit. Vor allem menschlich gab er dem Verein viel. Dem Verein, mit dem er sich wie kaum ein anderer identifizieren kann. Am Samstag endet nun diese Ära und deswegen bleibt nur noch eines zu sagen: Danke, Seppl!

 

 

 

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17 Kommentare

  1. Wer die Bemerkung zu und an Sep Rode von Glasner im HR gelesen hat, weiß was wir an dem Trainer verloren haben.
    Wie kann man so jemand nur vor die Tür setzen ohne einen wirklichen Grund zu haben. Das ist zum fremdschämen.

    Sep Rode wünsche ich alles Gute für seine Zukunft.

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  2. wie lange will man einen glasner eigentlich noch nachtrauern? sicher war die zeit mit glasner im europapokal geil aber der abschied von glasner war ganz sicher nicht grundlos. man hat unter glasner 2x in folge eine schwache rückrunde gespielt. es hieß auch immer, dass glasner die „kabine verloren hat“ und somit die mannschaft nicht mehr hinter ihm stand.

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  3. zu Strolch
    als Fan kann man das nicht verstehen. Aber wenn man (Krösche) von jemand der Vorgesetzte ist und der Untergebene würde mich ohne Unterlass kritisieren so würde ich ihn auch loswerden wollen.

    Ich hätte auch gerne den Glasner als Trainer, unter der Voraussetzung:
    – wenn er bereit wäre Talente zu formen
    – es keinen Zwist innerhalb des Zirkels (sportliche Führung) geben würde
    – anstatt immer die gleichen 14 Spieler an die 20 Spieler einsetzen würde (das war auch in Wolfsburg so)

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  4. Die die Glasner hinterher trauern sind sehr wahrscheinlich die die an ihm zweifelten und gesagt haben das er weg soll.
    Ich war auch pro Glasner und jetzt stehe ich hinter den Verantwortlichen die sagen toppmöller ist der richtige.
    Den ich stehe hinter der eintracht.

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  5. @3
    Und die Rückrunde unter dem Lehrling ist ja so was von berauschend. Aua, aua, aua ….

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  6. @3
    Und die Rückrunde unter dem Lehrling ist ja so was von berauschend. Aua, aua, aua …

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  7. Bei diesen „schlechten“ Rückrunden kam ein EL Sieg und Pokalfinale raus…und eine Fankurve die ihren Trainer feierte…..nehm ich gern wieder

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  8. Über eine Aussage von Glasner über Seppl Rode ist man nun wieder bei Anti Toppmöller angekommen.

    Dank an Seppl für alles!

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  9. @6 und 7
    „Und die Rückrunde unter dem Lehrling ist ja so was von berauschend. Aua, aua, aua …“

    bleibt dein geheimnis, warum du mich damit ansprichst, denn ich habe diese aussage nicht getroffen, da hilft auch kein doppelpost.

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  10. Schön, dass es den Fussball gibt und man sich in Foren lieb und nett dazu austauschen kann.
    Glasner bleibt für mich trotz der Meinungsverschiedenheiten und Problemen am Ende seiner Amtszeit als besonderer Mensch in Erinnerung, der sich auch nicht verbiegen ließ.

    Glasner wurde vorgeworfen, dass er zu wenig rotiert und immer die gleichen Spieler aufstellt.
    Toppmöller wird vorgeworfen, dass er zu viel rotiert und sich keine Mannschaft richtig eingespielt hat (ist zumindest immer wieder Thema bei Fußball 2000).

    Ja was denn nun?

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  11. Alles Gute Seppi! Du bist ein Teil der Eintracht.

    Peinlich, dass immer noch einige Unverbesserliche über alte Geschichten fabulieren….lest mal die Überschrift

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  12. Guude!
    Ich wünsche allen ein tolles WE und ein klasse und erfolgreiches Abschiedsspiel für unsere Eintracht Legenden Rode und Hasebe!
    #Aufjetzt
    #alleSGEben
    #alleaneinemStrang
    Nur die SGE für Seppl&Hase

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  13. Toller Artikel. Ich werde beide vermissen!
    Für Samstag wünsche ich mir ein gutes und erfolgreiches Spiel ,sodass wir die letzten Minuten einfach nur die beiden gebührend feiern können , ohne nach Hoffenheim schauen und zittern zu müssen!
    Das haben sie sich verdient!

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