Zeit für Feierlichkeiten, Zeit, danke zu sagen. Der Frühjahrsempfang 2026 im Frankfurter Palmengarten stand auf dem Programm und das Gesellschaftshaus war mit vielen interessierten Leuten prall gefüllt. Flankiert wurde die Zeremonie mit emotionalen Videotrailern, leckerem Essen, Quizspiele und Musik von Songwriter und Eintracht-Fan Michael Schulte. Doch das Wichtigste war, was die Protagonisten der Frankfurter Eintracht zu sagen hatten.
Mit einer „Verbeugung der Eintracht-Familie vor Ihrer Leistung und Ihrem Zutun in den vergangenen zwölf Monaten: Partner, Sponsoren, Kunden, Freunde, Förderer, aktive Mitgestalter in den Gremien. Besonders Mathias Beck stellvertretend für den Hauptaktionär (den Verein)“ eröffnete Vorstandssprecher Axel Hellmann die feierliche Veranstaltung. Der gelernte Jurist sprach direkt zu den ca. 600 anwesenden Gästen: „Aufsichtsrat, Beirat, Medienvertreter; jene, die sich der Eintracht seit Jahren und Jahrzehnten verbunden fühlen und nicht nur viel Geld, sondern vor allem auch sehr viel Zeit investieren.“ Hellmann nutzte vor allem die Gelegenheit, um hinsichtlich der Beschlüsse der DFL-Mitgliederversammlung in Düsseldorf an die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu appellieren: „Wenn wir den europäischen Fußball nicht in Bezug auf Kapitalzufuhr regulieren, das Ungleichgewicht nicht bremsen, können wir als Verein um Sponsoren und Medienrechte strampeln und kämpfen, wie wir wollen, und im Scouting noch so die Schnellsten und Besten sein – gegen diese Form der Übermacht, gegen Geld, das nicht aus dem Fußballkreislauf entstanden ist, können wir international auf Sicht nicht mithalten.“ Hellmann hob dabei das Modell der Eintracht hervor. „Immer dort, wo Infrastruktur nachhaltig geschaffen wird, prosperiert der Sport bei Eintracht Frankfurt. Deshalb stecken wir viel in Infrastruktur und gleichzeitig in sportliche Exzellenz.“
Eintracht bedeutet miteinander
Anwesend waren auch Sportvorstand Markus Krösche und Direktorin Frauenfußball Katharina Kiel. „Das gehört zur Strategie von Eintracht Frankfurt und ist sehr, sehr wichtig. Eine gemeinschaftliche Idee, wie wir spielen wollen, nach einer einheitlichen Philosophie. Das zeichnet uns aus“, sagte Krösche. Gemeint ist der gemeinsame Konsens über die Förderung von Spielern, Spielerinnen sowie Spieler und Spielerinnen aus dem Nachwuchsbereich. Kiel legte nach: „Unsere Frauen spielen den attraktivsten Fußball in Deutschland. Wir verfolgen konstant unseren Weg, unsere Werte unter dem Dach von Eintracht Frankfurt zu transportieren. Unsere Spielerinnen leben das sehr authentisch vor.“ Für Krösche ist die Eintracht eine „Marke, die es im europäischen Fußball so nicht nochmal gibt: auf junge Spieler zu setzen, sie in relativ kurzer Zeit zu entwickeln, um gemeinschaftlich erfolgreich zu sein.“ Hellmann betonte die Chemie zwischen den Akteuren innerhalb des Vereins: „Wenn etwas bei Eintracht Frankfurt immer funktioniert, ist es das Miteinander. Die Vertragsverlängerung mit der Deutschen Bank bis 2035 ist enorm. Neun Jahre sind eine gewaltige Zeit und helfen uns bei weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.“ Auch die Weiterbeschäftigung mit Hauptsponsor Indeed (bis 2029) ist ein wichtiger Meilenstein, wie Hellmann erklärte: „Indeed ist ein Partner, der unfassbare Werte der Akzeptanz geschöpft hat über die Partnerschaft.“
Krösche über Riera: „Haben die richtige Entscheidung getroffen“
Nun war Albert Riera, der neue Cheftrainer der Hessen, der seit vier Spielen im Amt ist, an der Reihe. Auch er richtete ein paar Worte an alle Zuhörer. „Ich möchte allen hier danken, die den Klub unterstützen. Ich sage meinen Spielern immer: jeder ist wichtig, egal wie viele Minuten er spielt. Genauso ist das auf dieser Ebene.“ Riera weiter: „Jeder trägt Verantwortung, ich, indem ich den Spielern mein Wissen weitergebe. Ich bin bereit für die Verantwortung, die der Verein mir übertragen hat. Wir haben keine Limits.“ Er verspreche, gemeinsam eine Identität zu schaffen, in der sich alle im Umfeld wiederfinden würden. „Nach Siegen ist sowieso jeder fröhlich. Aber wenn wir an den Punkt kommen, nach einer Niederlage stolz zu sein, weil wir unsere Identität verkörpert haben, hätten wir etwas Wundervolles erschaffen. Wir haben hier perfekte Arbeitsbedingungen“, so der akribische Fußballehrer. Riera passt perfekt zur SGE, der Auffassung ist auch Krösche: „Er ist in der Lage, Spieler weiterzuentwickeln und hat eine klare Spielidee. Wir sind auf dem richtigen Weg, haben erste Ergebnisse eingefahren. Wir haben mit ihm die richtige Entscheidung getroffen.“
Abschließend blickte Hellmann auf den Saisonendspurt, in dem sich entscheidet, ob Eintracht Frankfurt auch nächste Saison magische europäische Nächte erleben darf. „Auf der Zielgerade haben wir schon immer eine besondere Energie ausgelöst. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir Energie aus dem Klub an die Mannschaften – Männer wie Frauen – geben müssen. Lasst uns mit einem kraftvollen Applaus an unsere Sportvertreter signalisieren: Dieser Klub, diese Partner stehen hinter unserer Aufholjagd.“ Ein erfolgreicher Frühjahrsempfang 2026. Womöglich der Startschuss für eine erfolgreiche Saisonendphase und der Beginn einer rosigen Riera-Ära.






3 Kommentare
"Wenn etwas bei Eintracht Frankfurt immer funktioniert, ist es das Miteinander. Die Vertragsverlängerung mit der Deutschen Bank bis 2035 ist enorm. Neun Jahre sind eine gewaltige Zeit und helfen uns bei weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.“ Auch die Weiterbeschäftigung mit Hauptsponsor Indeed (bis 2029) ist ein wichtiger Meilenstein, wie Hellmann erklärte: „Indeed ist ein Partner, der unfassbare Werte der Akzeptanz geschöpft hat über die Partnerschaft.“
Für so ein Geschleime könnt ich ihn ja jedes Mal schlagen. So n richtiger Genosse der Bosse, als ob der sich an der Kommerzialisierung stören würde, das ist doch völlig scheinheilig, die Finanzmacht von Investoren zu kritisieren und denen dann andererseits so unnötig tief in den Arsch zu kriechen. Wenn man das tolle Miteinander nicht auf die Fans, die unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Strukturen im Verein und die Mannschaft selbst bezieht, sondern ausgerechnet auf die Zusammenarbeit mit dem Sponsor, dann ist das doch einfach nur abgehoben und ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die den Verein wirklich am Laufen halten. Und für so viel heiße Luft gibt's dann ein Millionengehalt, wenn Hellmann für ein paar motivierende Worte alle paar Wochen mal, Schlemmerdinnerempfänge und Händeschütteln keine Millionen kassieren würde, dann könnte man von dem Geld die ehrenamtlichen Mitarbeiter einfach bezahlen, wie wäre es denn damit? Und wenn die es nicht nötig haben und darauf verzichten, weil es für die Eintracht ist und die Rente reicht, dann wäre man zumindest nicht in den Miesen und müsste Spieler verkaufen, um sein Gehalt zu bezahlen, da sollte er besser mal den Ball flach halten und sich nicht mit solchen Aussagen aus dem Fenster lehnen.
Wir sind nicht Bittsteller beim Sponsor, sie machen das nicht als Liebe zur Eintracht, sondern weil das ihre Bekanntheit steigert und ihr Scheiß-Image aufpoliert, wenn ihr Name oft in Verbindung mit der Eintracht genannt wird. Das ist dann der Grund, warum sie ein schönes Trikot mit ihrem Werbebanner verschandeln, warum sie das Waldstadion in Geldwäschetempel umbenennen usw., nicht das "tolle Miteinander". Jetzt rücken sie zwar ein paar Kröten mehr für das Sponsoring raus, das ist aber einzig und allein den stärkeren Mitbietern zu verdanken, denn durch den Gewinn der Europa League, aber auch durch die Entwicklung von großen Spielern ist das nationale und internationale Renommee der Eintracht deutlich gestiegen. Die machen das also keineswegs aus Großherzigkeit, es ist lächerlich, so zu tun, als wäre dem so. Die Sponsoren sind absolut niemals ein Teil der Eintracht-Familie, wie verkaufen nur einen Teil unserer Seele dafür, dass sie sich mit unseren Erfolgen schmücken können. Sie haben sich bei der Eintracht und allen aus vollem Herzen Beteiligten zu bedanken, nicht anders herum.
Selbstverständlich darf er als Sprecher des Vorstandes nicht immer Klartext reden wie die Fans, aber sich so vor denen zu bücken und zu verbiegen wie der Arschabputzer vor Louis XIV. oder wie Merz vor den Scheichs, das ist einfach erbärmlich. Man hat bei Hellmann oft den Eindruck, dass er sich mehr über die Verlängerung mit dem Sponsor freut, als über Mitglieder-Zuwachs, Neuzugänge oder Topspiele, so als ob das sein Highlight des Jahres wäre. Kriegt er etwa einen Bonus dafür? Es gibt ja einige, die hier auf den BVB nicht allzu gut zu sprechen sind(mir sind die im Zweifelsfall immer noch lieber als der gemeinsame Feind, die Bayern), aber man muss neidlos anerkennen, was die Konkurrenz besser macht, und zwar dass die Macht der Fans bei Dortmund scheinbar größer ist, denn die Tickets kosten bei denen im Schnitt die Hälfte(!!) wie im Waldstadion und dafür kriegen die Vorstände einfach weniger Geld. Da ist ja wohl völlig eindeutig, wo man den Rotstift ansetzen müsste, nicht bei der Putzkraft, nicht beim Platzwart und nicht beim Jugendtrainer. Wenn man sich die Gehaltstruktur der Vorstände so anschaut, da wünsche ich mir eher mehr Einfluss der Fanverbände im Verein, als weniger. Ab und zu mal warme Worte an die Fangemeinde und die Presse zu richten, das ist ja ganz nett, aber auch kein so großer Gewinn, dass das ein Millionengehalt rechtfertigt. Klar sollte man da nicht den Heinz von der Tankstelle hinstellen, aber Juristen und BWLer, die Verträge auf Schlupflöcher prüfen, gibt es genug.
@Boris, nicht böse gemeint! Aber es ist gut das Du im Verein nichts zu melden hast.
Ja "könnt ich schlagen" war unangemessen, das tut mir leid und nehme ich zurück.
Nur was genau sind die Gegenargumente? Mir würde es natürlich vollkommen reichen, wenn Axel Hellmann solche Aussagen nie wieder tätigen würde, das war aber das zigte Mal. Es gibt gute Gründe, die Machenschaften der Deutschen Bank und der Generali Versicherung infrage zu stellen. Das macht einen nicht zum Nestbeschmutzer. Generali Versicherungen nutzt Schneeballsysteme, das ist dann auch dem erklärten Linken Klopp in Zweifelsfall egal, wenn es um Cash geht. Ich habe einfach den Eindruck, dass Hellmann sich nicht einmal mit dem Gedanken auseinander setzen will, dass es Gegenargumente geben könnte oder er hält die für irrelevant. Das ist im Zweifelsfall nicht zum Wohle der Eintracht. Auf der einen Seite kritisiert er die Kommerzialisierung, auf der anderen Seite lobt er fragwürdige Sponsoren über den grünen Klee. Das passt doch nicht zusammen. Ja wir nehmen ihre Kohle, aber deswegen sind wir ja nicht ihre Bitch. Irgendeiner von den differenzzierten Kommentatoren hier hatte mal vorgeschlagen, es "Waldstadion im Deutsche Bank Park" zu nennen( also dem Gesamtareal ), das halte ich für einen halbwegs fairen Deal. Den Fans einfach nur den Namen zurückzugeben, das ist aber scheinbar überhaupt nicht als Option im Bewusstsein.
Wenn Indeed nicht mal den CEO schickt, dann sieht man, dass der amerikanische Konzern das natürlich nur als ein Investment von 100 sieht. Die deutsche Bank hält 4% des gesamten Vermögens der Sparer zurück und den Rest investieren sie in Risikokapital. Um eine Bankenkrise und den möglichen Totalverlust aller Sparer zu verhindern, prognostizieren alle Experten mindestens 20% Sparvermögen in Staatsanleihen oder ähnlichem als Grundvoraussetzung. Die gleichen Player, die jegliche staatliche Intervention normalerweise als Einmischung in die marktwirtschaftliche Freizügigkeit oder gar als sozialistisch verunglimpfen, fordern dann Bankenrettungen( insbesondere die Deutsche Bank ) von über doppelt so viel, wie man an Griechenland bezahlt hat und den Verkauf des Tafelsilbers durch sie ( wie den des größten europäischen Hafens Piräus an China, jetzt ist es zu spät ), um die Schulden zu decken. Griechenland hat übrigens alle Schulden zurückgezahlt, was bei der "Bankenrettung" natürlich niemals im Raum stand. Menschen, die nur ihre eigene Klientel bedienen wollen, sind weder nachhaltig noch patriotisch, so richtet man alles zugrunde. Das kann man völlig objektiv feststellen, vollkommen gleich welcher politischer Couleur.
Die Spitze der Kommerzialisierung hat man in den USA, wenn da die Vereinbosse beschließen, dass der gesamte Verein in eine andere Stadt umzieht, weil die ihnen ein neues Stadion mit 20000 mehr Plätzen bieten, dann ist das so. Das will doch keiner.
Die meisten Sponsoren sind nicht unsere Freunde, sie kaufen sich nur einen Ablass. Laut den neuen Zahlen der UEFA sind 45% der Trikotsponsoren europaweit Wettanbieter.
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