Danny da Costa (li.) und Timothy Chandler (re.) im Duell. Aktuell hat der US-Nationalspieler die Nase vorne. (Foto: Heiko Rhode)

Das Fußballgeschäft ist schnelllebig wie kein anderes. Mal ist man unten, der Depp. Mal oben, der gefeiert Held. Wie sich das anfühlt, lässt sich an Danny da Costa und Timothy Chandler erzählen. Der eine, Chandler, ist derzeit in aller Munde. Der andere, da Costa, war letzte Saison der Senkrechtstarter. Im Februar 2019 fristet er ein Schattendasein. „Des einen Freud, des anderen Leid“, fasste Adi Hütter die Situation der beiden vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund zusamen.

Timothy Chandler in aller Munde

7. Februar 2020: Eintracht Frankfurt siegt mit 5:0 gegen den FC Augsburg. Den Weg zum ungefährdeten Sieg ebnet Timothy Chandler. Der US-Nationalspieler schweißt den Ball mit einem Wahnsinnsschuss aus acht Metern zum 1:0 in die Maschen. Es folgte das zweite Tor, blitzsauber per Kopf. Es ist sein erster Doppelpack in der Bundesliga. Ganz Frankfurt feiert Timothy Chandler, der zuvor 2020 bereits gegen Hoffenheim und Düsseldorf getroffen hatte.

Da Costa muss sich hinten anstellen

Statt einer große Party nach einem Doppelpack kümmert er sich anschließend um sein Baby. „Ich konnte sowieso nicht schlafen, also habe ich meine Frau ins Bett geschickt und mich um unsere Kleine gekümmert“, sagte Chandler dem hr-sport über die „Party danach“. Seine Bescheidenheit teilt der 29-Jährige mit Außenverteidiger-Kollege Danny da Costa. Der verzückte vergangenes Jahr noch mit unermüdlichem Dauereinsatz auf dem Rasen und seiner humorvollen Art abseits des Platzes. Gegen Augsburg musste da Costa 90 Minuten von draußen zuschauen. Es ist still um ihn geworden. Der gebürtige Neusser kommt aktuell offensiv nicht an Chandler vorbei, defensiv ist Almamy Touré erste Wahl. Eine ungewohnte Situation, schließlich machte der 26-Jährige in der vergangenen Saison noch unglaubliche 50 Pflichtspiele, war der Dauerläufer der SGE. „Jetzt ist die Konkurrenz größer geworden“, sagt Adi Hütter. Manchmal müsse man sich eben hinten anstellen, fügt er noch hinzu. „Wichtig ist es, dass er fightet, versucht bereit zu sein.“ Momentan habe jedoch Chandler die Nase vorne.

Hütter will mit da Costa sprechen

Der weiß selbst nur allzu gut, wie es sich anfühlt von draußen zuschauen zu müssen. Nach einem Knorpelschaden im Knie fiel er 2018 mehr als ein halbes Jahr aus. Während da Costa sich in Jogi Löws Notizbuch sprintete, war Chandler zum Zuschauen verdammt. Monatelang schuftete er anschließend für sein Comeback. Die Mühen sollten sich lohnen. Auch Danny da Costa lässt sich trotz seiner Reservistenrolle nicht hängen. „Er trainiert sehr ordentlich“, sagt Adi Hütter, der trotzdem zeitnah ein Gespräch mit da Costa suchen will. „Ich werde Danny ganz sicher nicht fallen lassen.“ Denn nur allzu schnell kann sich der Wind im Fußballgeschäft wieder drehen.

- Werbung -

11 Kommentare

  1. In der Schule und in der Gesellschaft allgemein machen wir heute zu Tage den großen Fehler, zu versuchen, es jedem recht zu machen und unabhängig vom Leistungsvermögen so zu tun, als könnte jeder überall gleichwertig einbezogen werden. Ja keinen „weh“ tun, schön umschreiben : „er war stets bemüht!“
    Ab einem bestimmten Punkt geht das aber nicht mehr, umso mehr im Profisport und noch viel wichtiger als bei den ungeliebten Plastik-Clubs gilt , es geht um den Verein !!
    Ich bin mir eigentlich auch sicher, das weiß auch DDC und bei aller Hilfe, die er von Psychos, Trainer, Freundin und sonstwen bekommen kann, die fußballerische Leistung kann nur er selbst bringen. Als Profi heißt das Training, Training und nochmals Training!
    Forza SGE !

  2. DDC wird auch wieder mal dran sein. Formtief, Systemumstellung, Zufall. Kommt alles vor. Wie dieter schon sagt, er muss einfach dran bleiben. Immer arbeiten, das ist sein Job. Irgend wann sticht er im Training wieder raus und irgendwann braucht Chandler eine Pause oder ist verletzt oder gesperrt. Dann ist DDC da! Vertrauen und Geduld. Wir wissen, dass er es kann.

  3. Ich frage mich, was mit Durm ist. Der Mann war in der Nationalmannschaft. Für mich zum jetzigen Zeitpunkt eine Enttäuschung von den zu dieser Saison geholten Spielern. Habe deutlich mehr erwartet, aber er drängt sich nicht auf.

  4. Bild: Ausstiegsklausel für Adi Hütter
    Hat doch jeder und ist normal und natürlich wird er vor dem Spiel mit Dortmund in Verbindung gebracht. Immerhin ist jetzt heute Abend in den Medien wieder alles wichtiger als das Spiel, wäre uns dienlicher als dem Favoriten!
    Auf geht`s Eintracht!

  5. Durm: Bei ihm kann man noch nicht von einer Enttäuschung sprechen. Er war ja kaum auf dem Platz. Und wenn er da war hat er aber ordentlich gespielt. Das ist blöd für uns und für ihn, aber eine Enttäuschung wäre es erst, wenn er mehrfach ran gedruft hätte und es verkackt. Ich nehme aber an, dass Durm im System 4er-Kette ein Backup für N’Dicka ist. Kann ganz schnell ein Thema werden. Im System mit 3er/5er Kette war das kniffliger, weil er wohl für das System eher nicht so gepasst hat.

    Die news um Hütter und Dortmund: Naja das übliche. Zum Glück ist das diesmal für Dortmund schlecht, weil dann keine Ruhe bei denen in den Karton dort kommt 😀 . Uns soll es heute mal nicht stören, bei uns sind weder Trainer noch Mannschaft in einer Krise, im Gegenteil.

  6. ****Neuigkeiten Ticker****
    Hütter heute in Dortmund gesichtet. Ein Wechsel konkretisiert sich.

  7. Bobic für Watzke, Zorc oder wen auch immer? Auch er wurde in Dortmund gesichtet.

Kommentiere den Artikel

- Werbung -