Fredi Bobic muss mit der Eintracht eine schwere Zeit überstehen. (Foto. Imago Images / Jan Huebner)

Egal wo sich derzeit der Blick hinrichtet, überall wird man überschwemmt mit Nachrichten zur Corona-Pandemie. Da ist es wenig verwunderlich, dass auch die Nachrichten über die Eintracht sich fast ausschließlich damit beschäftigen müssen. Nachdem kürzlich nun ein zweiter Corona-Fall bei der SGE bestätigt wurde, befinden sich alle Spieler derzeit in Quarantäne. Sportvorstand Fredi Bobic stellte sich nun, aus der Quarantäne heraus, einigen Fragen der Frankfurter Printjournalisten. Wir unterteilen dieses längere Interview in zwei Teile. Heute wird es primär um die generelle Organisation bei Eintracht Frankfurt, also um die Versorgung der Spieler in Quarantäne und um die Kommunikation untereinander gehen, während morgen die Fragen eruiert werden, wie es denn wohl mit der Bundesliga weitergehen könnte, was mit auslaufenden Verträgen passiert und ob dem Transfer-System eventuell der Kollaps droht.

Möglicherweise noch mehr Corona-Fälle im Team

Bobic beschäftige, nach eigener Aussage, derzeit vor Allem seine eigene Familie. „Das ist normal, ist sicher bei jedem so und sollte auch so der Fall sein“ . Das wichtigste sei für ihn, dass sie weiterhin ihren Tätigkeiten nachgehen könnten und gesund blieben. Gerade auch weil seine Eltern beide über 70 seien und so automatisch zur Risiko-Gruppe gehören. Den beiden Eintracht-Spielern, die positiv auf Corona getestet wurden, gehe es den Umständen entsprechend gut. So zeigten wohl beide typische Symptome aber seien keinesfalls in kritischen Zuständen. Es lägen darüber hinaus auch noch nicht alle Testergebnisse vor, sodass es durchaus möglich wäre, dass noch weitere Spieler am Virus erkrankt sein könnten.

Versorgung der Spieler in Quarantäne

Da sich alle Spieler derzeit in Quarantäne befinden stellt sich die Frage, wie sie denn versorgt werden. „Einkäufe würden sich für die Jungs sicher noch mal schwieriger gestalten, weil sie wahrscheinlich erkannt und um Fotos gebeten werden würden.“ Daher habe die Eintracht reagiert und eine App entworfen, über die die Spieler ihr Essen beim Mannschaftskoch bestellen können und die Mahlzeiten direkt zu sich nach Hause geliefert bekommen. Darüber hinaus seien auch Fitness-Fahrräder zu ihnen geliefert worden und der Athletik-Trainer habe Videos erstellt und an die Spieler gesandt, in denen klare Instruktionen zum Fitness-Erhalt vorgegeben seien.

Generell sei aber die Kommunikation zwischen Adi Hütter, Bruno Hübner, ihm selbst und den Spielern sowie dem Staff jederzeit gegeben. Per Telefon könne jeder Spieler sich dauerhaft bei den Verantwortlichen melden.

Finanzieller Schaden und Gehaltsverzicht

„Ich finde das Thema Gehaltsverzicht sehr spannend. Ich glaube, dass auch bei uns jeder seinen Beitrag leisten wird.“ Derzeit könne man noch gar nicht seriös beurteilen, wie groß denn der finanzielle Schaden für die Eintracht letztendlich sei. Dennoch hätten die Spieler schon erste positive Signale gesendet. Er selbst sei kein Freund von Schnellschüssen, wie er sagt,  gleichzeitig könne er aber versichern, dass jeder seinen Solidaritätsbeitrag leisten werde. „Wir werden alles dafür tun, die Arbeitsplätze im Klub und im Fußball insgesamt zu sichern.“ Dabei mache man sich aber keinen unnötigen Druck. „Wichtig ist, dass Eintracht Frankfurt und die Klubs überleben. Wir arbeiten im Vorstand mit Augenmaß.“ 

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3 Kommentare

  1. Na so lang war das Interview ja gar nicht, wenn das hier die Hälfte ist :-D. Bin schon mehr auf morgen gespannt! Danke sge4ever.

    Zu dem hier: Ich finde es eine gute Idee, dass der Klub hier eingreift und den Spielern z.B. auch das Essen liefert. Das beugt glaube ich so einigen potentiellen FastFood Exzessen vor und sorgt dafür, dass die Spieler fit bleiben. Sehr gute Idee.

    Und das Thema mit dem Erhalt der Klubs möchte ich heir auch ganz besonders nochmal teilen. Die Klubs haben jeweils ein paar 100 Mitarbeiter (im Schnitt) und die Bundesliga an sich in ihrere jetzigen Form bestimmt noch mal 1000 mehr. Einige Tausend Arbeitsplätze stehen also auf dem Spiel, wenn die Vereine sich jetzt ergeben würde. Das können sie nicht tun und sollten zu Recht unter der Krise angemessenen Bedinungen dafür kämpfen, dass wir den Fußball möglichst ähnlich zurück bekommen.

    Ein interessantes Thema wird das dann morgen im zweiten Teil. Wenn es vor allem um die Frage geht, wie solidarisch sich die Vereine untereinander zeigen. Denn es steht ja fest, dass manche Vereine gut haushalten und durch Rücklagen krisensicherer sind als andere. Inwieweit sollte man denen also helfen, deren Geschäftsmodell vorher auf volles Risiko ging? Das ist knifflig!

  2. @1, rob
    Stimmt, so lang war dieser Teil nicht. Aber der zweite Teil wird ja nochmal so lang werden. In dieser Form lässt sich das bequem in einem Rutsch durchlesen 😉

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