Endspurt in der Fußball-Bundesliga, die Saison 2025/26 neigt sich dem Ende zu. Drei Spieltage vor Schluss empfängt die Frankfurter Eintracht den ehemaligen Bundesliga-Dino, den Hamburger Sport-Verein. Ein Duell, das nach maximaler Tradition schreit. Na logo, mit der SGE und dem HSV treffen zwei Gründungsmitglieder und zwei der besten Fansszenen in ganz Fußball-Deutschland aufeinander. So traditionsreich die Begegnung auch weiterhin ist, so gewöhnlich ist sie inzwischen nicht mehr. Zum ersten Mal seit 2018 findet eine Erstligapartie zwischen den beiden Kontrahenten im Frankfurter Waldstadion statt. Ausgerechnet die Eintracht trug vor acht Jahren maßgeblich dazu bei, dass man auf diese Konstellation eine gefühlte Ewigkeit warten musste, denn der HSV brauchte nach dem erstmaligen Abstieg in der gesamten Vereinshistorie aus dem deutschen Oberhaus sieben(!) Saisons, um wieder zurückzukehren. Nach sieben Jahren Abstinenz bestritten beide Clubs bereits das erste Spiel im Hinspiel im Volkspark-Stadion. Dort kam der Favorit aus der Bankenmetropole nicht über ein 1:1 beim Aufsteiger hinaus. Die Hamburger gingen sogar in Führung.
Am 2. Mai findet also das Rückspiel und damit das erste Duell nach dem Aufstieg der Rothosen im mittlerweile Deutsche Bank Park. Und man könnte meinen, es ist ein Déjà-vu. Wir erinnern uns an 2018: Die SGE empfing als Siebtplatzierter am vorletzten Spieltag den Tabellenvorletzten aus Hamburg. Europa-Ambitionen trafen auf Abstiegsangst. Die Geschichte wiederholt sich (fast). Diesmal reden wir von einem Spieltag vorher, also dem 32. Die Eintracht ziert erneut den siebten Rang, aber der HSV steht mit 31 Zählern auf Platz 15 vergleichsweise etwas besser da. Kleine Unterschiede, doch die Ausgangslage ist irgendwie doch gleich: Europa-Hoffnung gegen Abstiegssorgen. Wir von SGE4EVER.de wollen aus gegebenem Anlass eine erneute Zeitreise in die Vergangenheit machen und auf das bis dato letzte Heimspiel der Adler gegen den glorreichen HSV zurückblicken. Bereits vor dem Hinspiel im vergangenen Jahr haben wir das letzte Auswärtsspiel der Eintracht beim HSV beleuchtet. Hier geht es zum ersten Artikel.
Kampf um Europa und Klassenerhalt
5. Mai 2018, 33. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Die Spielzeit 2017/18 bog in die heiße Endphase ein. Spannung und Fingernägel kauen bis zum geht nicht mehr. Außer Tabellenführer FC Bayern kämpfte fast der komplette Rest der Liga um die eigenen Saisonziele. Während sich auf der einen Seite einige Vereine für den internationalen Wettbewerb qualifizieren wollten, bangten andere ums nackte Überleben. Eine solch diametrale Konstellation war bei der Partie Eintracht Frankfurt gegen den Hamburger SV gegeben. Die Eintracht ließ einer starken Hinrunde eine traditionell schwache Rückrunde folgen. Vor dem Duell mit den Norddeutschen wartete Frankfurt seit fünf Ligaspielen auf einen Erfolgserlebnis. Die Hessen belegten Platz sieben mit 46 Punkten. Immerhin stand man zu dem Zeitpunkt zum zweiten Mal in Folge im Endspiel des DFB-Pokals. Und der HSV? Der hätte zu gern diese Punktzahl auf dem Konto gehabt und endlich eine sorglose Saison absolviert. Doch der Trainerwechsel von Bernd Hollerbach zu Christian Titz brachte neues Leben in den Club. Unter Titz‘ Regie sammelten die Hanseaten aus sechs Spielen zehn Punkte und holten mächtig auf. Nur noch zwei Zähler trennten den Dino vor dem Relegationsplatz. Auf der anderen Seite hieß der damalige Chefcoach der Hausherren Niko Kovac. Folgende Elf schickte der heutige BVB-Trainer ins Rennen: Lukas Hradecky – Timmy Chandler, David Abraham (Kapitän), Carlos Salcedo – Danny da Costa, Marius Wolf, Gelson Fernandes, Omar Mascarell, Jetro Willems – Prince Boateng, Sebastien Haller. Beim HSV spielten: Julian Pollersbeck – Douglas Santos, Gideon Jung, Kyriakos Papadopoulos, Gotoku Sakai (Kapitän) – Albin Ekdal, Ville Matti Steinmann, Tatsuya Ito, Lewis Holtby, Aaron Hunt – Bobby Wood.
Wenn Zentimeter entscheiden: VAR-Drama leitet Frankfurter Sieg ein
Das Spiel ging los und beide Fankurven sorgten für eine atemberaubende Stimmung. Die unterschiedlichen Formkurven machten sich spürbar, denn der HSV spielte zunächst nicht wie ein Absteiger und erwischte den vermeintlichen Traumstart. In der 25. Minute erzielte Hoffnungs- und Leistungsträger Tatsuya Ito das 0:1 und verpasste der Eintracht gleich mal eine kalte Dusche. Dachten alle. Der Video-Assistent, den es schon zu der Zeit gab, schaltete sich ein und wollte eine hauchzarte Abseitstellung des flinken Japaners gesehen haben. Die halb-automatische Abseitserkennung gab es zu der Zeit noch lange nicht, kalibrierte Linien waren aber auch noch nicht etabliert. Höchst strittig, im Zweifel für den Angreifer war eigentlich der ursprünglich ausgelebte Leitsatz im Fußball. Eine Situation, die sich zu einem Wendepunkt zu Gunsten der SGE und zu Ungunsten des Tabellenvorletzten entwickelte. Sechs Minuten später nahm Jetro Willems Tempo auf und bediente Sebastien Haller. Der Stürmer steckte daraufhin im richtigen Moment auf Marius Wolf durch, der die Kugel lässig an Julian Pollersbeck vorbeischob. Diesmal zählte auch das Tor, der VAR hatte diesmal nichts einzuwenden. Die SGE brachte sich auf die Siegerstraße, doch der HSV hielt lange gut dagegen. Erst in der 77. Minute sorgte Omar Mascarell für die Vorentscheidung, indem er den Ball aus 13 Metern in den linken Winkel beförderte. Die Gäste aus dem Norden waren damit am Boden, die Hoffnung auf den Klassenerhalt schwand von Minute zu Minute.
Der letzte Tanz des Fußballgottes: Alex Meier besiegelt Frankfurter Sieg
Doch das eigentliche Highlight folgte in der 87. Minute. Eintracht-Legende Alex Meier „Fußballgott“ betrat nach langer Verletzung zum ersten Mal in dieser Saison das Feld. In seinem letzten Einsatz als Adlerträger, wie der andere Fußballgott es wollte, bescherte Meier den Fans, der gesamten Mannschaft und sich selbst das perfekte Abschiedsgeschenk. David Abraham setzte in der Nachspielzeit zum Sprint an und spielte eine butterweiche Flanke in den Sechzehner, die den großgewachsenen Torjäger fand. In klassischer Mittelstürmer-Manier fackelte der gebürtige Norddeutsche nicht lange und traf mitten ins Herz seines ehemaligen Clubs. Was für ein Moment für alle, die es mit der SGE hielten. Zum ersten Mal nach gefühlter Ewigkeit hieß es im Stadion „Torschütze Alex Meier Fußballgott“. Danach war Schluss, der HSV schaute in die Röhre und war am letzten Spieltag auf Schützenhilfe angewiesen, während die SGE zwar am letzten Spieltag zwar gegen Vizemeister FC Schalke 04 enttäuschte, aber die Saison mit dem Pokalsieg gegen Bayern doch noch erfolgreich abschloss. Das 3:0 von Alex Meier war nicht nur das letzte Tor des Fußballgottes im Dress der Adler, sondern auch bis dato das letzte im Stadtwald zwischen beiden Teams. Ändern kann sich das am morgigen Tag ab 15:30 Uhr. Kleine Randnotiz: Eintracht Frankfurt und der Hamburger SV werden morgen zum 100. Mal aufeinandertreffen. Die Bundesliga feiert somit Jubiläum. Es sind genau die traditionsreichen Spiele, die den deutschen Fußball auszeichnen. Weitere können gerne dazukommen, aber dafür muss die Mannschaft von Merlin Polzin den zweiten Abstieg aus der höchsten deutschen Spielklasse verhindern. Die letzten nötigen Punkte muss der 1887 gegründete Sport-Verein aus der Hansestadt aber woanders holen, die drei Punkte sollen aus Adler-Sicht dann doch im Waldstadion bleiben.






Ein Kommentar
Eine Gänsehaut Artikel und längst vergessene Stadion Momente steigen wieder zu Tage. An das Tor von Meier und besonders das Fußballfest in diesem Moment im Waldstadion erinnere ich mich gerne und es war gigantisch. Dann noch Berlin. Wahnsinn. Danke! So startet der Feiertag gut und die Vorfreude auf morgen wächst! Eintracht Frankfurt! Alex Meier Fußballgott!
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