Die Verträge von Makoto Hasebe und Gelson Fernandes laufen aus. (Foto: Heiko Rhode)

Wann in der Bundesliga wieder der Ball rollen kann, steht nach wie vor in den Sternen. Ein Saisonabbruch ist längst nicht mehr auszuschließen, soll aber vermieden werden. Zum Beispiel mit einer Saison, die im Sommer zu Ende gespielt wird. Doch hier stößt die Liga auf ein anderes Problem. Viele Verträge laufen am 30. Juni aus, Spieler wie Makoto Hasebe und Gelson Fernandes bei der Eintracht, Mario Götze (Borussia Dortmund) oder Charles Aranguiz (Leverkusen) wären dann ohne Vertrag. Sportanwalt Christoph Schickhardt, der auch die SGE immer wieder vertritt, hält es für „kein Problem, einen befristeteten Vertrag um ein, zwei Monate zu verlängern“. Dazu müsste die DFL die Voraussetzungen schaffen. Schickhardt zu „Bild“: „Die Liga müsste das nur in ihrem Reglement ändern.“

Eintracht: Verträge von Oldies laufen aus

Wir haben uns mal die Vertragssituation bei den Adlern angesehen. Welche Verträge laufen aus? Wie stehen die Zeichen? „Ich bin froh, dass wir viele Spieler mit langfristigen Verträgen haben. Für die mit auslaufenden Verträgen wird es schwieriger und da müssen wir vielleicht harte Entscheidungen treffen“, sagte Bobic gegenüber DAZN. Mit Makoto Hasebe (36), Gelson Fernandes (33) und Marco Russ (34) laufen die Verträge von drei Oldies aus. Alle drei sind Sympatieträger und wichtige Bausteine des Eintracht-Erfolgs. Für Bobic stellt sich die Frage: die Oldies ein weiteres Jahr halten oder das Team verjüngen?

Hasebe: „Natürlich würde ich gerne weiterspielen“

Makoto Hasebe droht sogar ein SGE-Abschied ohne weiteres Spiel, sollte das Horrorszenario eintreten und wegen des Coronavirus in diesem Jahr nicht mehr gespielt werden können. „Natürlich würde ich gerne weiterspielen. Aber erst mal steht im Vordergrund, dass die weitere Ausbreitung des Virus gebremst wird“, sagte Hasebe der „Bild“. Hasebe ist seit 2014 bei den Adlern, kam diese Saison auf 31 Pflichtspiele, war jedoch seit der Umstellung auf Viererkette nicht mehr unangefochten. Vorstellbar, dass der Japaner noch ein Jahr dranhängt, in dem er als Back-Up zur Stelle ist, wenn gebraucht. Gelson Fernandes wollte eigentlich im Schlussspurt der Liga sein Comeback nach Sehnenriss geben. Jetzt hat er womöglich mehr Zeit an seinem Comeback zu arbeiten. Der Schweizer ist für seine positive und klare Art geschätzt, verlängerter Arm des Trainers und verlässlicher Arbeiter auf dem Platz. Doch das defensive Mittelfeld ist gut besetzt bei den Adlern. Entsprechend scheint ein Abgang nicht ausgeschlossen.

Wagt Russ ein Abenteuer?

Wie Fernandes ist auch Marco Russ noch im Aufbautraining. Der Hanauer zog sich gegen den FC Vaduz einen Achillessehnenriss zu. Seither arbeitet der Innenverteidiger an einem Comeback. Russ liebäugelte bereits schon mal mit einem USA-Abenteuer. Ist diesen Sommer möglicherweise der Zeitpunkt gekommen? Gut möglich, dass Russ wie Ex-Kollege Alex Meier auch nach Karriereende an den Verein gebunden wird. Deutlich auf Trennung stehen die Zeichen dagegen bei Jonathan de Guzman. Der 32-jährige Kanadier kam nur zu drei Saisoneinsätzen mit 127 Spielminuten, eine Vertragsverlängerung dürfte für beide Seiten wenig Sinn machen. Auch die Verträge der beiden Youngster Sahverdi Cetin und Patrick Finger laufen diesen Sommer aus. Coach Adi Hütter hatte vor der Corona-Pause noch frohlockt, dass Cetin kurz vor einem Profi-Debüt stehe. Jetzt ist auch der 19-Jährige erstmal ausgebremst. Der Junioren-Nationalspieler gilt als größtes Talent aus der Adler-Schmiede. Die Eintracht sollte bestrebt sein, den Youngster mit einem neuen Vertrag auszustatten und ihm eventuell anderswo Spielpraxis zu verschaffen. Bei Patrick Finger, der bislang nur in der A-Jugend zum Einsatz kam, dürften die Zeichen auf Trennung stehen.

Ache und jede Menge Rückkehrer

Mit Ragnar Ache von Sparta Rotterdam hat die SGE bereits einen Transfer unter Dach und Fach. Der U21-Nationalspieler, der im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen ist, kommt für zwei Millionen Euro. Neben Ache kommen eine ganze Reihe von Leihspielern zurück an den Main. Während Tuta (KV Kortrijk) und Dejan Joveljic (Anderlecht) eine Zukunft in Frankfurt haben dürften, stehen hinter Aymen Barkok (Fortuna Düsseldorf), Simon Falette (Fenerbahce), Rodrigo Zalazar (Korona Kielce) oder den am Kreuzband verletzten Jetro Willems (Newcastle) dicke Fragezeichen. Viel Arbeit für Fredi Bobic also.

Viele langfristige Verträge bei Adlern

Doch planen kann der Sportvorstand in der Corona-Pause derzeit wie seine Kollegen kaum. „Neue Positionen werden sicher zurückgestellt, geplante Dinge lange nach hinten verschoben. Deswegen gehen wir sehr gewissenhaft vor, weil niemand die Auswirkungen für den kommenden Transfersommer absehen kann“, so Bobic, der anfügt: „Eines ist auch klar: Es wird ein ganz spannender Sommer in dieser Hinsicht – wenn wir wieder zum Fußballspielen kommen. Wenn du nicht zum Fußballspielen kommst, dann brauchen wir über Transfers nicht zu reden.“

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6 Kommentare

  1. Ich nehme jetzt mal nur Bezug auf die 3 (mit De Guzman 4) Oldies:
    Meiner Meinung nach, sollte man Marco Russ das Angebot einer vertragsübergreifenden Beschäftigung anbieten, die natürlich noch definiert werden muss.
    Wenn Russ, ähnlich wie AM zunächst noch eine Ehrenrunde in der USA oder anderswo drehen möchte, sollte das kein Hinderungsgrund sein.
    Den Vertrag von MR sollte man jedoch auslaufen lassen.

    Hasebe ist ähnlich, aber er ist kein Frankfurter Eigengewächs und hat auch nicht eine vergleichbare Vita wie AM.
    Er ist sehr dienlich, auch in der Kommunikation und es ist schwierig sich zu entscheiden.
    Ich tendiere dazu den Vertrag auslaufen zu lassen.

    Einzig bei Fernandes würde ich den Vertrag um 1 weiteres Jahr verlängern, insofern er dem zustimmt.
    Fernandes wird sich mit einer BU-Rolle begnügen müssen, ist aber auch ein wichtiger Kommunikationsfaktor, da er mehrere Sprachen spricht.

    De Guzman sollte sich (und wird es wohl auch) einen neuen Verein suchen, so leid es mir für ihn tut, aber in Frankfurt vergeudet er seine Lebenszeit und wird wohl kaum noch beachtet.
    Was seine Freistöße angeht, für mich nicht grundsätzlich nachvollziehbar, aber ich bin auch nicht der Trainer…..

  2. Ich würde Hasebe von den 4 Oldies behalten, er wird auch als Backup weiterspielen. MR wird sicher in welcher Funktion auch immer, bei der Eintracht bleiben.

    Generell wäre ich an der STelle von Bobic der falsche Mann. Mir würde es bei 3 der 4 sehr schwer fallen,sie gehen zu lassen.

  3. Hasebe auslaufen lassen ja OK, wenn es denn sein muss; aber ihn würde ich versuchen mit Anschlussbeschäftigung als Asien-Botschafter zu halten!

  4. @1 bin ich bei dir. Nur Hasebe würde ich aus wirtschaftstrategischen Gründen als Botschafter oder irgendwie sowas an den Verein binden. In Japan bzw Asien ist er nahezu ein Heiliger und hat unheimliche Strahlkraft für diesen Markt.

    Bei denen die zurück kommen, ist im Bericht alles gesagt. Einzig bei Jetro würd ichs nochmal probieren, sofern er seine Verletzung gut ausheilt (was ja leider net selbstverständlich ist). In Newcastle hat er geliefert. Die Zeit in England hat ihm bis zur Verletzung gut getan. Und da wir ja jetzt vermehrt mit 4er-Kette spielen, könnte er doch noch ne gute Alternative für LV werden. Hängen natürlich einige Faktoren dran, aber ich mag die Idee.

  5. Rein sportlich müsste man keinen Vertrag verlängern. Da spielen ja aber auch menschliche Faktoren rein, Einfluss auf das Binnenklima der Mannschaft z B. , oder Marketing und Wirtschaft wie Präsenz in Japan usw.
    Nun ist es aber so, dass all diese Überlegungen ziemlich schnell Schall und Rauch werden können. Ich glaube beim besten Willen nicht, dass die Eintracht für die nächste Saison den Lizenzspieleretat von 70 Mio€ halten kann. Selbst „wenn“ Geisterspiele möglich sein sollten, es fehlen die Zuschauereinnahmen, Merchandising, Werbeaktionen usw.
    Das sind nur die kurzfristigen Ausfälle, niemand kann aktuell beurteilen, was wird aus den Logen und Business Plätzen, wie entwickelt sich das Sponsoring und jetzt wurde auch bereits die Ausschreibung der TV Rechte verschoben und nach menschlichen Ermessen ist schwer vorstellbar, daß diese steigen, eher wird weniger erlöst. Denn auch die TV Stationen wissen nicht, wann und wie es überhaupt weitergeht.
    FB hat doch Recht, jetzt geht es erstmal und ganz konkret darum, das Überleben des Vereins zu sichern und so blöd wie es ist, von Woche zu Woche zu schauen.
    Forza SGE !

  6. @1 und 5 Beide habt ihr recht, im Moment kann FB überhaupt keine Entscheidungen treffen, bin mal gespannt wie das in dieser Saison überhaupt ausgeht. Manche Vereine werden das nicht durchstehen, da hoffe ich auch das Spieler und Verein noch einen vernünftigen Kompromiss finden, denn sonst ird das ziemlich teuer für die SGE, ohne Spiele usw.

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