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Niko Arnautos und Dilara Acikgöz möchten das Achtelfinal-Hinspiel gegen die PSV Eindhoven erfolgreich gestalten. Foto: IMAGO / Zink

Arnautis vor Europa-Duell: „Die Entwicklung der Mannschaft ist enorm“

Für die Frauen der Frankfurter Eintracht geht die Reise am heutigen Mittwochabend auf der europäischen Bühne weiter. Vor dem Auswärtsspiel bei der PSV Eindhoven herrscht bei den Hessinnen große Vorfreude, gleichzeitig aber auch eine gehörige Portion Respekt vor dem niederländischen Gegner. Nach den überzeugenden Auftritten in der Bundesliga möchte die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis nun auch international ihre positive Entwicklung unter Beweis stellen. Auf der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Hinspiel zeigten sich sowohl der 46-jährige Cheftrainer als auch Mittelfeldspielerin Dilara Açıkgöz selbstbewusst. Beide warnten allerdings davor, die Aufgabe gegen die PSV auf die leichte Schulter zu nehmen. Besonders Arnautis geriet angesichts der Entwicklung seiner Mannschaft regelrecht ins Schwärmen.

Arnautis schwärmt: „Eine tolle Einheit geworden“

Die Eintracht-Frauen haben in den vergangenen Monaten eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Nach personellen Veränderungen und einer Phase der Neuorientierung präsentiert sich die Mannschaft zunehmend eingespielt und gefestigt. Die jüngsten Auftritte haben das Selbstvertrauen zusätzlich gestärkt. Auch Arnautis zeigt sich beeindruckt davon, wie seine Spielerinnen die Herausforderungen angenommen haben. „Wir haben viele tolle Facetten gezeigt und eine gute Entwicklung durchlaufen. Vor drei oder vier Monaten waren viele noch skeptisch, dass wir auf diesem Niveau bestehen können“, erinnerte der Cheftrainer an die Zweifel, die es zu Beginn der Entwicklung gegeben hatte. Inzwischen sieht der Coach seine Mannschaft auf einem deutlich höheren Niveau: „Die Entwicklung der Mannschaft ist enorm. Es macht mir große Freude und motiviert.“ Dabei geht es Arnautis nicht ausschließlich um die sportlichen Resultate. Besonders der gewachsene Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft stimmt ihn optimistisch. „Die Mädels zeigen es an den Ergebnissen, aber auch in den Spielen, dass man eine tolle Einheit geworden ist“, so der 46-Jährige. Genau dieser Teamgeist soll auch im Europapokal eine wichtige Rolle spielen. Schließlich warten auf die Frankfurterinnen international andere Herausforderungen als im gewohnten Bundesliga-Alltag.

„Wir haben einen klaren Plan“

Mit der PSV Eindhoven trifft die Eintracht auf einen Gegner, den sie bereits aus der vergangenen Saison kennt. Entsprechend intensiv hat sich das Trainerteam mit den Niederländerinnen beschäftigt. Arnautis erwartet trotz der Veränderungen im gegnerischen Kader eine anspruchsvolle Aufgabe: „Natürlich haben sie ein paar Veränderungen im Kader, aber auch konstante, gute Spielerinnen dazubekommen, auch welche mit Erfahrung.“

Besonders über die Außenbahnen entwickle die PSV ihre offensive Gefahr. Die Frankfurterinnen müssten deshalb von Beginn an aufmerksam sein und die taktischen Vorgaben konsequent umsetzen. „Sie spielen viel über den Flügel und sind ein ernstzunehmender Gegner“, warnte er.  Dass beide Mannschaften bereits in der Vorsaison aufeinandergetroffen sind, betrachtet der Eintracht-Coach als Vorteil bei der Vorbereitung: „Wir kennen sie aus dem Vorjahr und wissen über ihre Stärken und Schwächen Bescheid.“ An der grundsätzlichen Herangehensweise lässt Arnautis keinen Zweifel aufkommen. „Wir sind sehr gut vorbereitet und müssen das umsetzen, was wir können. Wir haben einen klaren Plan und an den wollen wir uns halten“, so Arnautis.

Personell kann der Trainer dabei aus dem Vollen schöpfen. Nach seinen Angaben stehen sämtliche Spielerinnen zur Verfügung: „Das freut uns sehr. Es sind besondere Spiele, besondere Nächte und wir wollen wieder ein gutes Ergebnis erzielen.“

Açıkgöz warnt: „Es wird kein Selbstläufer“

Auch Dilara Açıkgöz erwartet in Eindhoven eine schwierige Begegnung. Die Mittelfeldspielerin kennt die Qualitäten der Niederländerinnen aus dem Aufeinandertreffen in der vergangenen Saison und warnt insbesondere vor deren technischen Fähigkeiten: „Die PSV Eindhoven ist technisch stark. Sie haben uns im Hinspiel der vergangenen Saison gefordert.“ Die niederländischen Mannschaften zeichneten sich generell durch ihre taktische Ausbildung und ihre spielerischen Qualitäten aus. Entsprechend müsse die Eintracht konzentriert auftreten. „Es ist klar, dass es kein Selbstläufer wird, sondern ein intensives Duell“, so die Mittelfeldspielerin. Besonders wichtig sei es, die richtige Balance zwischen offensivem Mut und defensiver Absicherung zu finden: „Wir müssen geordnet und kompakt stehen.“

Da der Wettbewerb mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, müsse die Mannschaft zudem die gesamte Ausgangslage im Blick behalten. Eine überhastete Spielweise könne sich über zwei Begegnungen schnell rächen. Stattdessen setzt Açıkgöz auf eine geduldige und kontrollierte Herangehensweise: „Wir kennen unsere Qualität und müssen geduldig bleiben. Wir freuen uns drauf.“ Die Eintracht will sich damit eine möglichst gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeiten, ohne bereits im ersten Duell unnötige Risiken einzugehen.

Selbstvertrauen durch die jüngsten Bundesliga-Auftritte

Zusätzlichen Rückenwind haben sich die Frankfurterinnen durch ihre jüngsten Auftritte in der Bundesliga verschafft. Besonders die Begegnungen in Leverkusen und Stuttgart hob Arnautis auf der Pressekonferenz hervor. Dabei zeigte sich der Trainer vor allem mit der offensiven Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden: „Am Ende geht es darum, dass wir voll da waren. Das haben wir in Leverkusen und Stuttgart gezeigt.“ In Stuttgart mussten sich die Hessinnen zwar bis zur zweiten Halbzeit gedulden, ehe sie ihre Treffer erzielten. Nach dem Seitenwechsel schlugen sie dafür früh zu und belohnten sich für ihre Bemühungen. Arnautis betonte, dass seine Mannschaft zunehmend in der Lage sei, sich zahlreiche Möglichkeiten zu erarbeiten und diese auch zu verwerten: „Dazu zählt auch, dass wir viele Torchancen kreiert und genutzt haben.“ Dennoch sieht der Coach weiterhin Verbesserungspotenzial. Die Entwicklung sei keineswegs abgeschlossen, vielmehr gehe es darum, sich kontinuierlich zu steigern. Gerade gegen einen technisch starken Gegner wie Eindhoven wird es darauf ankommen, die eigenen Möglichkeiten konsequent zu nutzen.

Açıkgöz: „Auf der europäischen Bühne zu spielen ist nochmal anders“

Für Açıkgöz besitzen die internationalen Begegnungen unabhängig von der inzwischen gewohnten hohen Belastung einen besonderen Stellenwert. Zwar seien die Frankfurterinnen durch die regelmäßigen englischen Wochen an einen engen Spielrhythmus gewöhnt, doch die Auftritte im Europapokal seien weiterhin etwas Außergewöhnliches: „Natürlich sind wir die englischen Wochen gewohnt, aber es ist noch kein Alltag geworden.“ Die Begegnungen mit internationalen Gegnern sorgten für zusätzliche Motivation und eine besondere Atmosphäre.

Auch die Rahmenbedingungen unterscheiden sich aus Sicht der Mittelfeldspielerin vom gewohnten Ligaalltag: „Am Ende kennen wir die Gegner nicht aus der Liga und das macht es speziell, ebenso wie das internationale Trikot und das ganze Umfeld.“ Die Freude auf die Begegnung ist entsprechend groß. „Die Stimmung ist gut. Wir freuen uns, wieder europäisch zu spielen“, erklärte die 22-Jährige.

Trotz aller Vorfreude weiß Açıkgöz um die besondere Bedeutung der K.-o.-Spiele. Anders als in der Liga können einzelne Fehler in einem solchen Wettbewerb schnell entscheidend werden. „Am Ende ist es ein Wettbewerb, in dem man einen Pokal gewinnen kann“, so die 22-Jährige.  Entsprechend müsse die Eintracht vom Anpfiff an mit der notwendigen Intensität auftreten: „Es sind K.-o.-Spiele, bei denen man von Anfang an da sein muss.“ Da sich nicht jeder Spielverlauf vorhersehen lasse, seien neben einer guten Vorbereitung auch die richtige Einstellung und die Bereitschaft entscheidend, auf unerwartete Situationen zu reagieren: „Man muss aggressiv spielen und Spiele gewinnen wollen. Es zählt jede Minute und das müssen wir zeigen.“

Dass die Frankfurterinnen für solche Herausforderungen gerüstet sind, davon ist Açıkgöz überzeugt

Auch persönlich blickt die Mittelfeldspielerin zufrieden auf ihre Entwicklung bei der Eintracht. Besonders wichtig ist für sie, nach schwierigen Phasen verletzungsfrei zu bleiben und regelmäßig auf dem Platz stehen zu können. Das Vertrauen des Trainerteams und die damit verbundene Spielzeit hätten ihr geholfen, sich sportlich weiterzuentwickeln: „Die Spielzeit ist am wichtigsten und es freut mich sehr, dass ich die Spielzeit bekommen und mich entwickeln kann.“ Mit zunehmender Erfahrung wächst auch das Selbstvertrauen der Frankfurterin: „Ich traue mir immer mehr zu und versuche dem Team mit meinen Stärken zu helfen.“ Dabei spielt für Açıkgöz auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft eine wichtige Rolle. Gerade auf den gemeinsamen Auswärtsreisen verbrächten die Spielerinnen viel Zeit miteinander. „Es ist wie eine Familie, die man fast täglich bei sich hat“, schwärmte sie.

Neben gemeinsamen Unternehmungen und viel Spaß gebe es auch Raum für ernsthafte Gespräche. Der sportliche Fokus gehe dabei allerdings nie verloren: „Die Fahrten sind besonders, aber der Fokus liegt auf dem Spiel, das wissen wir alle.“

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. mikeaefer 28. Oktober 26, 19:30 Uhr

Nach 30 min. schon mal 2:0 für unsere Eintracht.......weiter so.

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