Die Niederlage in Dortmund am Wochenende sollte Mut machen. Zwar verlor man beim BVB noch knapp, zeigte aber einen couragierten, defensiv stabileren Auftritt. Was die richtige Einstellung und eine bessere Chancenverwertung bewirken können, zeigte sich nun in Hamburg: Die Eintracht zieht gegen den HSV dank eines 3:1-Auswärtssiegs ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. „Wir haben von Anfang an einen Cup-Fight gesehen, wobei der HSV Vorteile hatte. Wir hatten das notwendige Glück in den Schlüsselsituationen. Aufgrund der zweiten Halbzeit war es aber nicht ganz unverdient“, bilanzierte Cheftrainer Adi Hütter im Nachgang.
Glück in den Schlüsselsituationen hatten die Hessen einerseits durch zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Tobias Stieler. In der 35. Minute fällte Kapitän Robin Koch den Hamburger Zakaria El Ouahdi im Strafraum. Da hätten sich die Gäste nicht über einen Strafstoß beschweren können. Zudem foulte Nnamdi Collins David Möller Wolfe in der 49. Minute durchaus gelbwürdig. Der Rechtsverteidiger hatte zuvor bereits Gelb gesehen, flog allerdings nicht vom Platz. Es war erneut eine eher schwache Leistung von Collins. Das gab auch Trainer Hütter zu: „Er kann es besser machen. Er hat sich viel vorgenommen. Dass nicht alles gelungen ist, hat man gesehen.“ Der Coach hatte Collins in der Halbzeit trotzdem nicht ausgewechselt. In der 50. Minute musste er ihn dann allerdings doch für Keita Kosugi rausnehmen, um keinen Platzverweis zu riskieren. Man dürfe zwar nicht vergessen, dass der 22-Jährige in der Vorbereitung einige Zeit gefehlt habe, aber man müsse nun schauen, wie man mit ihm in Zukunft umgehe.
Andererseits nutzte der HSV seine Chancen nicht konsequent. Die SGE selbst brauchte nur wenige Torraumszenen. Dabei profitierten die Frankfurter von einer deutlich verbesserten zweiten Halbzeit und einer beeindruckenden Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.
Sonderlob für Führungsspieler um Burkardt und Koch
Vor allem die Führungsspieler, die in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken mussten, lieferten im Volksparkstadion ab: Koch erzielte nach Vorarbeit von Jonathan Burkardt die Führung (56.), und Burkardt traf nach Vorarbeit von Mario Götze selbst zum zwischenzeitlichen 2:0 (71.). Hütter lobte Burkardt und Koch ausdrücklich. Über seinen Kapitän sagte er: „Er hat heute ein Top-Spiel gemacht. Das ist der Robin Koch, den wir sehen wollen. Ich weiß, dass er ein super Verteidiger ist, der torgefährlich und ein Führungsspieler ist.“ Der Österreicher nahm aber auch die anderen Spieler in die Pflicht. Jeder Spieler sei dazu eingeladen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei gehe es darum, die eigenen Stärken ins Spiel einzubringen.
Die eigenen Stärken konnte endlich wieder Can Uzun zeigen. Beim viel diskutierten Türken war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Während dem 20-jährigen Zehner in der ersten Hälfte noch nicht allzu viel gelang, fiel er nach der Pause mit besserer Übersicht und klugen Pässen auf. „Ich habe einen anderen Can Uzun gesehen. Dass er ein Ausnahmespieler ist, wissen wir. Aber Ausnahmespieler allein ist mir zu wenig. Heute hat er gezeigt, dass er imstande ist, für die Mannschaft und sich zu arbeiten“, kommentierte Hütter lobend. So war Uzun schlussendlich an der Entstehung des Führungstreffers und des dritten Tores durch Younes Ebnoutalib (75.) beteiligt, arbeitete aber auch nach hinten mit.
Erfolg in Hamburg soll „Kraft und Energie“ freisetzen
Hütter erklärte nach dem Spiel, er sei mit der ersten Hälfte seiner Elf keineswegs zufrieden gewesen. Sein Team habe die Zweikämpfe im zentralen Mittelfeld zu leicht verloren, leichte Ballverluste gehabt und nicht konsequent nach vorne gespielt. Durch die Leistungssteigerung nach der Pause und den Pokalerfolg hofft der 56-Jährige auf einen Effekt bei seinem Team: „Die zweite Runde hier beim HSV zu spielen, ist nicht einfach. Hier weiterzukommen, ist gut für uns. Ich hoffe, das gibt uns Kraft und Energie für die kommenden Aufgaben.“ Die Voraussetzungen für das nächste Bundesliga-Spiel könnten jedenfalls nicht besser sein, denn dann hat man es erneut mit den Norddeutschen zu tun, diesmal allerdings vor heimischer Kulisse (Sonntag, 17:30 Uhr).







4 Kommentare
Es gibt keinen Schönheitspreis beim Fußball, wer mehr Tore schießt, hat zu Recht gewonnen. Wir müssen uns für unseren Sieg nicht entschuldigen und auch nicht für Schiedsrichter-Entscheidungen. Das ständige Wutgeheul des Skyreporters und Loddar's war schon nervend genug.
Wichtig ist, dass unsere Eintracht nach dem Leipzigspiel stabiler geworden ist und sich insgesamt kontinuierlich verbessert. Ich wiederhole es gerne nochmal, weil es wohltuend ist, jetzt mit Adi Hütter wieder einen Topptrainer zu haben, der akribisch, systematisch arbeitet und unsere SGE wieder nach vorne bringt, auch mit der nötigen Geduld, auch für die jungen und zahlreichen neuen Spieler. Z.B. sollte ein Baum fast schon verschleudert werden und der Transfer Aseko's wurde schon sehr kritisch gesehen. Und jetzt machen auch diese Beiden richtig Spaß und uns unsere Eintracht auch wieder.
https://www.kicker.de/strafstoss-waere-die-bessere-entscheidung-stieler-ordnet-strittige-szenen-ein-1265882/artikel
Hier die Einordnung des Schiedrichters, nachdem er es gesehen hat. Es wäre also zu viel, wenn man sagt, dass das klare Fehlentscheidungen waren. Wenn beides umgekehrt gepfiffen worden wäre, könnten wir uns halt auch nicht beschweren.
Zu Collins: Das größte Problem sind seine gewaltigen Ausschläge in einer Partie. Er hat ja durchaus immer wieder auch mal Super-Szenen drin, wenn er seine Geschwindigkeit oder seinen Körper nutzt - da macht ihm ja keiner was vor. Aber jedes Spiel 2-3 krasse Stellungsfehler und/oder Fehlpässe sind einfach zu viel, das kannst du auf Dauer nicht durchhalten. Ich hoffe, dass er sich fängt, er hatte ja schonmal ein stabileres Niveau erreicht.
Du hast vergessen das loddar ständig Noah Unsicherheiten unterstellt hat obwohl er kurz vor Schluss richtig klasse reagiert hat.
Zu uzun.. War besser aber erste Halbzeit nicht präsent.
Pokal Spiel halt und eine Runde weiter.
Neben Burkardt und Atobolu war für mich auch Kosugi (wie ich bereits im anderen Thread geschrieben hatte) der absolute Gewinner.
Das war wirklich klasse anzusehen, wie er sich sofort in der Abwehr eingefügt hatte.
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