Adi Hütter zeigte sich hochzufrieden mit seiner Mannschaft und speziell mit Frederik Rönnow.

Es war – vor allem in den ersten 25 Minuten – ein berauschendes Fußballfeuerwerk im Frankfurter Stadtwald, das die SGE gegen das eigentlich leicht favorisierte Bayer 04 Leverkusen abbrannte. Die Hessen zeigten ein fast perfektes Spiel, überzeugten durch starkes Pressing und hatte gut harmonierende Stürmer und einen stark aufgelegten Torwart Frederik Rönnow – kein Wunder, dass sich auch Trainer Adi Hütter vollkommen zufrieden nach der Partie zeigte.

Der Österreicher sah einige Schlüssel, mit denen die Eintracht die Tür zum dritten Heimsieg der Bundesliga-Saison aufschloss. Ein Aspekt sah der Fußballlehrer in der starken Einstellung seiner Jungs: „Grundsätzlich leben wir sehr von unserer Teamfähigkeit und unserem Zusammenhalt. Unsere Truppe zieht an einem Strang und einer läuft für den anderen. Das braucht man in solch einem Topspiel aber auch, dass man füreinander marschiert.“ Außerdem sah er die Anfangsphase der Hessen als weiteren Grund für den letztlich nie gefährdeten Erfolg: „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit ein tolles Spiel gezeigt und sich unglaublich gut reingekommen, auch in die Zweikämpfe, die wir gegen starke Leverkusener unbedingt gebraucht haben. Die ersten 25 Minuten haben wir das überragend gemacht.“

Rönnows emotionale Tage

Der dritte Schlüssel schließlich sei überragender Keeper gewesen. „Frederik Rönnow hat ein tolles Spiel abgeliefert und uns den Sieg festgehalten. Er hat am Donnerstag noch sein erstes Kind bekommen und liefert dann solch ein Spiel ab. Das wird er so schnell nicht vergessen“, lächelte der 49-Jährige. Dabei gab er an, dass er selbst keine Zweifel hatte, den Dänen aufzustellen, obwohl dieser am Donnerstag aufgrund der Geburt nicht trainiert hatte: „Ich bin froh, dass er solch eine Leistung gezeigt hat. Wenn er das nicht gemacht hätte, wären die Diskussionen nach der Vorgeschichte sicher aufgebrochen. Aber er hat seine Sache super gemacht, ich hatte keine Sekunde Zweifel gehabt.“

Dynamischer Kostic

Ein weiterer Baustein des Siegs war Linksaußen Filip Kostic, der vor allem in der ersten Halbzeit eine unglaublich gute Leistung zeigte und seinen direkten Gegenspieler Mitchell Weiser das ein ums andere Mal alt aussehen ließ – die Folge: der Rechtsaußen der Gäste wurde noch in der ersten Halbzeit ausgewechselt. „Ich hatte bei Filip Kostic die ganze letzte Woche nach den Länderspielen das Gefühl, dass er sich richtig auf das Spiel gefreut hat. Das hat er dann auch gezeigt. Er hat Mitchell Weiser an die Wand gespielt“, freute sich Hütter. Dabei sei es auch für den Serben selbst wichtig gewesen, nachdem er zuletzt etwas in die Kritik geraten war: „Er weiß natürlich auch, dass durch seine gute Leistungen seine Messlatte sehr hoch hängt. Er hat definitiv gezeigt dass er auf dem richtigen Weg ist und sehr gut gespielt. Wie dynamisch er ist, was er für eine Wucht hat, das ist schon besonders beeindruckend. Das Spiel heute hilft ihm sicher weiter.“

Neue Büffetherde mit anderen Qualitäten

Nach den starken Rönnow und Kostic fiel dann natürlich auch der Blick auf das Sturmduo der SGE, bestehend aus Goncalo Paciencia und Bas Dost, die nicht nur überraschend gut harmonierten, sondern auch für alle drei Tore der Hessen verantwortlich waren. Nachdem mit Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller gleich drei Stürmer die SGE verlassen hatten, vermuteten nicht wenige ein Problem der Hessen auf dieser Position. Diesen Vermutungen entgegen nun die Angreifer der Hessen, die bereits elf Tore (Paciencia 5, Dost und Silva je 3) auf der Habenseite haben. Hütter selbst zeigte sich mit seinen Angreifern bisher äußerst zufrieden und lobte in diesem Atemzug auch das Scouting und Management der Eintracht: „Ich bin froh, dass wir wieder Stürmer haben, die in der Lage sind zu treffen. Die ganze Mannschaft arbeitet viel für sie, vor allem über die Flügel und die Mittelfeldspieler. Dass alle  die Qualität haben Tore zu erzielen, hat auch damit zu tun, wie wir sie aussuchen. Ich glaube das ist nicht immer Glück. Man muss schauen welche Stürmer zu uns passen. Sie haben andere Stärken als die drei letztes Jahr, aber im Endeffekt ist wichtig, dass sie Tore machen.“ Der Österreicher betonte, dass sich eben jene Angreifer aber auch selbst verbessert hätten, vor allem im physischen Bereich: „Das hat man auch bei Bas Dost an seinem Tor gesehen und auch daran, wie viel er gearbeitet hat. Auch Goncalo Paciencia hat einen Schritt nach vorne gemacht.“

18 Tage, sechs Spiele – SGE vor Mammutwochen

Dass er wieder einige Stürmer habe, die in die erste Elf drängen, sei vor allem in den kommenden Wochen äußerst wichtig: „Wir brauchen alle. Auch André Silva und auch mal Dejan Joveljic. Wir haben jetzt in 18 Tagen sechs Spiele und die sind fast alle gegen Topteams. Da brauchen wir alle, das wird eine große Belastung.“ In eben diese Wochen kann die SGE nach der starken Leistung von vergangenem Freitag jetzt also voller Selbstbewusstsein gehen. Viele Fans träumen natürlich noch vom Herbst vergangenen Jahres, als sich die Hessen durch einen wochenlang währenden Rausch spielten und teilweise über Wochen unbesiegt blieben. Hütter betonte, dass ihn die Leistung gegen die Rheinländer an eben jene Zeit erinnert hätten. „In vielen Phasen war das die Eintracht aus der letzten Saison. Jeder ist in seinem Raum und die Zweikämpfe gegangen, wir haben geschlossen und gemeinsam gekämpft. Wir haben zusammen schnell umgeschaltet. Hinten hatten wir ab und an Probleme, aber das war auch der Qualität Leverkusens geschuldet. Das solch eine Mannschaft mal vors Tor kommt ist völlig normal. Aber wir haben toll über die Flügel gespielt, wir waren im Mittelfeld sehr stark und die zwei Stürmer haben auch gut harmoniert“, zeigte sich der Österreicher vollkommen zufrieden. Einer Serie wie in der vergangenen Saison steht jetzt also nichts mehr im Wege…

 

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23 Kommentare

  1. Zu Silva sagte Hütter nur, dass man bis Donnerstag warten müsse. Bei Toure gab es nach dem Spiel leichte Entwarnung…

  2. Sehr guter Kommentar!
    Persönlich freut mich am meisten, dass Rönnow zeigen konnte, welch guter er ist! Wenn er dieses Niveau halten kann und Trapp wieder fit ist, wird es schwer für Adi Hütter zu entscheiden wer die Nr. 1 ist.

    Welch ein Luxusproblem…….

  3. Frederik Rönnow im kicker mit ner glatten Note 1. Respekt, die wird net allzu häufig verteilt. Hat er sich aber komplett verdient, ich freue mich sehr für ihn und seine Familie!
    Ich denke, die Mannschaft weiß ja aus dem Training, dass er was druff hat…aber so ein Monster-Spiel ist für alle (Frederik, Mannschaft, Fans) nochmal psychologisch Gold wert.

  4. Fredi Almamy und Gonzo in der Kickerelf des Tages, das haben sie sich verdient. Vorallem zeigt es das unser Kader dieses Jahr eine beachtliche Tiefe hat, und wir Spieler wie Trapp Abraham und Silva ohne Qualitätsverlust ersetzen können.

  5. Es freut mich extrem für Rönnow, bei ich immer wollte, dass es bleibt, wenn es irgendwie geht. Ich hoffe damit hat er sich jetzt Kredit erspielt. Denn es kommen bestimmt auch mal schwächere Spiele, wo er aber trotzdem volle Unterstützung braucht. Er kann es halt! Und dann steht bei ihm auch noch Steigerungspotential z.B. beim rauslaufen und beim dirigieren der Abwehr im Raum. Das kann erst mit noch mehr Spielen kommen. Dann kann er auch da hin, wo Trapp schon lange war. Das wird echt spannend, im Frühling, wenn Trapp wieder 100% da ist. Kommt er als feste 1 zurück? Bleibt Rönnow bis dahin stabil und entsprechend aufgrund der Eingespieltheit in dieser dann immer enger werdenden Schlussphase der Liga doch als 1 im Kasten? Und noch heißer wird dann die Frage im Sommer: Bleiben dann wieder beide Torhüter? Machen wir so einen Deal wie ter Stegen bei Barca? Ein Torwart für die Liga, der andere in den Pokalen?

    Ich hab immer an Rönnow geglaubt und gehofft, dass man ihn im Sommer nicht weg gibt. Auch weil er ja vorher in den Jahren die Seuche hatte und – nennen wir es beim Namen – seinen Marktwert dadurch nicht gut gerade entwickelt hat. Das darf man echt nicht vergessen, die Eintracht kann sich kaum Minusgeschäfte leisten. Nach seinen letzten Spielen – und gehen wir mal davon aus, dass er seine Leistungen stabil bringt – wird er auf TM.de mindestens mal seinen Einkaufswert wieder rein holen. Wenn er also im Sommer geht, dann nicht im Minus, so wie das das im vergangen Sommer wohl gekommen wäre.

    Und sonst: Leute, konserviert ihr alle auch eure aktuelle Positivität. Irgendeinen Ausrutscher werden wir bestimmt die kommenden Spiele haben. Dann nicht einknicken, weiter dran glauben, supporten, das Team lebt auch vom Umfeld.

  6. Im letzten Jahr hat Kostic die Masse seiner guten Auftritte nach Pässen
    in den freien Raum gehabt, wo er seinen Bewacher überlaufen konnte.
    In diesem Jahr wurde und wird er ständig gedoppelt und abgeschirmt.
    Umso toller fand ich, wie genial Paciencia und Kostic sich mit technisch
    hochwertigen Szenen, mit Doppelpässen und Direktspiel immer wieder
    befreit haben und Kostic auf die Reise gehen konnte.
    Da hatte Weiser keine Chance.
    Silva kann das auch und mit einem gesunden und austrainierten Dost
    wird das noch besser.
    Kann alles sehr, sehr interessant werden.
    Spätestens in der Rückrund erwarte ich dannauch die ersten Auftritte von
    joveljic.

  7. Zu Rönnow: Ich kann nur wiederholen, dass keine Gurke die Nummer zwei der dänischen Nationalmannschaft wird. Lief bisher ungünstig für ihn und das Spiel wird ihn pushen. Ich hoffe er legt bei unserem Sieg gegen Gladbach mit einer guten Leistung nach.

  8. Mann, wie ich Rönnow nach dem Supercup gg die f…ing Bayern verflucht habe….Dann als sich Trapper verletzt hat dachte ich: Tschüß EL… Jetzt bin ich doch froh, dass Rönnow bislang eine starke Runde gespielt hat.
    Ich nehme alles zurück und kann mich dafür bei Rönnow nur entschuldigen! Wenn er noch sein Rauslaufen im Griff hat und konstant Leistung bringt, könnte er vielleicht ein großer bei uns werden.
    Fredi undskyld mig! Alles Gute wünsch ich dir und deiner Familie!
    Forza SGE

  9. Man konnte seine Schwächen auch sehen, aber seine Stärken haben uns gerettet

  10. Das ist schon interessant. Vor 5-6 Wochen hätte eine Verletzung von Toure wenig interessiert. Jetzt ist es aber für die meisten eine echte Schwächung. Ich finde gut , dass wir den Ausfall mit Abraham auffangen können. Dam Kader sei Dank. Ist ähnlich wie bei Trapp/Rönnow.

    Kleiner Bouns im Spiel gegen Leverkusen: Ich mag Weiser so gar nicht. Er und Arnold von Wobu finde ich furchtbar. Das Kostic den schwindlich gespielt hat bi der ausgewechselt wurde, war einfach nur geil .

  11. @ 12/14
    das wird sich vermutlich gegeneinander aufheben.. wir können mit dem Vadder kompensieren,
    und die Bohr-Russen werden sicherlich noch einen anderen Stürmer in der Hinterhand haben 😉

  12. Hallo Lieber Redaktion,
    könnt ihr diesen rataftio, blocken oder speeren, rasunehmen, verbannen, verbrennen, vierteilen oder ähnlich. Das geht gar nicht so ein Mist!!

    Danke:)

  13. @ ruffkick, Respekt! Du bist einer der Rückgrat hat und seine Meinung gegenüber Rönnow revidiert! Dies würde so manch anderem auch gut zu Gesicht stehen! Denn was da von so manchem abgelassen wurde war unfair und respektlos!

    Gute Besserung all unseren Verletzten!!!!!

    @16, dich brauchen wir hier nicht, dafür gibst andere Foren!

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