Eintracht-Trainer Niko Kovac nach dem Spiel in München.
Eintracht-Trainer Niko Kovac nach dem Spiel in München.

Es war eines dieser berühmten undankbaren Spiele gestern in München. Eintracht Frankfurt, nach dem Negativlauf der letzten Wochen eher als Leichtgewicht und mit Personalsorgen an die Isar gereist, gab insgesamt eine gute Figur ab und machte dem FC Bayern lange Zeit das Leben schwer, was so nicht zu erwarten war. Wer hätte vor der Partie ernsthaft gedacht, dass Spieler und Verantwortliche der Eintracht im Anschluss an das Spiel nicht etwa über die dargebotene Leistung der Mannschaft diskutierten, sondern über die Anzahl der vergebenen Torchancen. Schon in der ersten Halbzeit boten sich den Hessen gleich mehrere Gelegenheiten, um das Spiel in die richtige Richtung zu lenken.

Allen voran war es Branimir Hrgota, der in der 19. Spielminute die Riesenmöglichkeit hatte, die Hessen in Führung zu bringen. Nachdem Mijat Gacinovic einem traumhaften Steilpass in die Schnittstelle der Bayern-Abwehr auf den Stürmer spielte, umkurvte dieser Bayern-Torwart Manuel Neuer mustergültig und machte eigentlich alles richtig, sodass er nur noch einschieben musste. Doch bevor Hrgota dazu kommen sollte, kam der große Aufritt von Mats Hummels, der den Schweden mit einer Weltklasse-Grätsche in letzter Sekunde fair stoppen und zur Ecke klären konnte.

Danach kam es, wie es kommen musste. Aus zwei Chancen haben die Bayern zwei Tore erzielt (38. und 41. Minute) und zeigten der Eintracht, wie es geht. Zwischenzeitlich segelte Hrgota nach einer Rebic-Flanke bezeichnenderweise nur knapp am Ball und somit am Ausgleich vorbei. Nach dem 0:3 der Münchener in der 55. Minute war das Spiel dann gelaufen. Doch auch davor hatte die Eintracht weitere Möglichkeiten, um zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen, so setzte Rebic beispielsweise einen satten Schuss an die Latte (51.). Also haderten die Adlerträger im Anschluss an das Spiel nicht mit ihrer Leistung, sondern in erster Linie mit ihrer Chancenverwertung, so auch Trainer Niko Kovac. „Das ist das, was so ein bisschen an mir nagt“, gab der Kroate nach der Partie in einer Presserunde zu und fügte an: „Es ist nicht so, dass wir in Rückstand geraten und uns dann erst Chancen erarbeiten müssen. Wir haben sie als erstes, aber wir machen im Moment die Tore nicht, was uns in der Hinserie immer wieder gelungen ist.“

Das Bayern-Spiel als Mutmacher

Ansonsten hatte Kovac wenig am Spiel seiner Mannschaft auszusetzen. Das, was man sich vorgenommen habe, „also die Bayern hoch zu pressen und gar nicht erst in den Spielaufbau kommen zu lassen“, sei von seiner Mannschaft besonders bis zur 38. Minute gut umgesetzt worden, doch dann schlug die ganze Qualität der Bayern zu. Die Effektivität der Münchener war wohl der größte Unterschied zwischen diesen beiden Mannschaften, die sich ansonsten überraschenderweise über weite Strecken des Spiels auf Augenhöhe befanden.

So dient diese Partie für Kovac als Mutmacher für die kommenden Aufgaben, denn er konnte dem Ganzen auch viel Positives abgewinnen. „Wir sind eine Mannschaft, die kompakt stehen und den Gegner gleichzeitig trotzdem unter Druck setzen muss“, um den Kontrahenten „Raum und Zeit zu nehmen“, erklärte der Trainer und erkannte, dass das seiner Mannschaft „phasenweise richtig gut gelungen ist.“ Es war bei Weitem auch nicht so, dass die Eintracht in der Defensive Beton anrührte, wie es viele andere Mannschaften in München machen. An der Anzahl der Möglichkeiten lässt sich gut erkennen, dass die Hessen gewillt waren mitzuspielen. Das ist auch Kovac nicht entgangen, der dabei gleichzeitig auf das vorangegangene Spiel gegen den SC Freiburg verwies: „Es ist nicht so, dass wir chancenlos sind.“

Lob für Rebic

Wie schon seit Wochen machte Ante Rebic auch in München ein auffälliges Spiel.
Wie schon seit Wochen machte Ante Rebic auch in München ein auffälliges Spiel.

Verantwortlich dafür, dass auch in München etwas nach vorne ging, war vor allem Ante Rebic. Er allein setze die ganze rechte Seite der Bayern permanent unter Druck und war an vielen Chancen direkt beteiligt. Es war beeindruckend, wie der Offensivspieler den Flügel entlang marschierte, sich behauptete und Gegenspieler wie Philipp Lahm oder Javi Martinez alt aussehen ließ. Seine Formkurve zeigt, wie schon in den letzten Wochen, weiter nach oben, auch wenn ihm noch nicht alles gelingen will. Kovac beschrieb seine Leistung wie folgt: „Ante ist schon ziemlich gut unterwegs. Was er besser machen muss ist der Defensivpart, aber nach vorne macht er vieles richtig.“ Eine enorme „Wucht und Power“ habe sein Schützling, doch müsse er sich in Zukunft auch mal für seinen Aufwand belohnen, denn er habe im Laufe der Saison schon die eine oder andere Chance vergeben. Für ihn gelte jedoch dasselbe wie für die komplette Mannschaft: „Diese Chancen muss man erstmal haben, damit man Tore schießen kann, wenn man sie nicht hat, dann kommt man erst gar nicht dazu.“

Dennoch will sich Kovac natürlich nicht auf die gezeigte Leistung gegen die Münchener ausruhen und schon gar nicht auf das in dieser Saison bisher Erreichte. So habe er auch in der Münchener Arena Situationen erkannt, die nicht so gut geklappt haben, „aber daran arbeiten wir“, ließ er seine oberste Maxime verlauten. Der Coach ist sich natürlich im Klaren darüber, dass das Ziel von 40 Punkten noch nicht erreicht ist. „Wir haben noch nichts geschafft, wir brauchen noch fünf Punkte“, betonte er. Wie das gelingen soll? „Wir müssen den Bock umstoßen und es erzwingen!“, forderte der Trainer für die Zukunft von seiner Mannschaft, was so viel heißen sollte, dass vielleicht mal ein sogenannter „dreckiger“ Sieg herhalten müsste, um den aktuellen Negativlauf von fünf Spielen ohne Punkte zu stoppen. Gegen den Hamburger SV, am kommenden Samstag um 18:30, bietet sich im Frankfurter Stadtwald die erste Gelegenheit dazu.

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20 Kommentare

  1. Auf gehts, holen wir endlich unseren Dreier gegen Heribert und Kühne. Egal wie, hauptsache siegen. Mit der Leistung aus dem Bayernspiel innerhalb der ersten halben Stunde, können wir den HSV schlagen. Also ab jetzt heißt es wieder: AUF JETZT !

    Vielleicht und hoffentlich bekommen wir im nächsten Heimspiel ja wieder einen unparteiischen Schiedsrichter, wäre schon nett und eigentlich auch fair vom DFB/der DFL. 🙂

  2. … ja ein unparteiischer Schiedsrichter der die Regeln kennt, wäre mal wieder nett. Ich fand den Schiedsrichter vom Bayernspiel eigentlich gut, nur die Karte für Rebic fand ich übertieben. Das war ein ganz normaler Zweikampf, und dass ein Lahm fliegt, wenn er gegen Rebic rennt ist jetzt nicht wirklich verwunderlich^^

  3. Puh also zuhause spielt Hamburg offensiv teilweise ganz schön gut. Hoffe das die auswärts schwächer auftreten, bzw. am Besten gar nichts auf die Kette bekommen. 🙂 Die haben ganz schön Tempo (alleine dieser Wood) im Spiel…

  4. Ich mach mir keine Sorgen gegen Hamburg. 1:1 ist gerecht. Offensiv spielen sie gerade genauso glücklos wie wir. Sonst hätte es schon 2:1 stehen müssen. Die Atmosphäre als auch der unterirdische Moderator lassen das Spiel spektakulär darstellen.
    Wenn die Stammkräfte gegen Hamburg dabei sind, werden wir wahrscheinlich das Spiel wieder überzeugt gewinnen….mindestens erzwingen.

    Schönen Sonntag noch.

  5. da haben die Jungs ein D98 ein Erfolgserlebnis…und dann jetzt 2:1…. Gegen diese Gladbacher hätten wir spielen müssen…. Ohne Rafael ohne Stindl ohne Hazard…..

  6. Überzeugend gewinnen, Mann Mann Mann, noch 9 Punkte bis zur Relegation! Kovac wäre mit einem Punkt zufrieden! Überzeugend gewinnen Mann Mann Mann!

  7. mit hamburg kommt die schlechteste abwehr der liga. ob wir da mal mehr als eine bude schaffen?
    ich darf garnicht daran denken, dass wir das spiel verlieren und somit die abstiegsangst wieder voll da ist. die meisten geilen sich immer daran auf, dass wir auch jetzt noch auf platz 6 stehen. wer die tabelle aufmerksam beobachtet merkt, dass es sehr schnell sehr weit nach unten gehen kann. nach oben gucken brauchen wir eh nicht mehr. schalke auf platz 11 ist gerade mal 5pkt weg…. wob,werder und hsv nur noch 9pkt….

  8. Der HSV hat die schlechteste Abwehr aber keine schwache Offensive. Das wird wenn Hamburg so auftritt wie heute, keine einfache Angelegenheit und wahrscheinlich eine enge Kiste. Könnte sein, bzw. ich vermute das der HSV wie Ingolstadt gegen uns auftritt, bzw. aufgetreten ist. Wir werden defensiv bombensicher stehen müssen und vorne dann endlich mal einen versenken. Somit kann es gut sein, das unsere Defensive eine Menge zu tun bekommen wird. Kostic hat schon eine aussergewöhnlich brutale Qualität, Standards werden dringend zu vermeiden sein bei der Kopfballqualität des HSV. Hoffen wir das Beste Leute!

  9. Was ist den hier los? Müssen wir uns schwächer und schlechter reden als wir sind??? Nein, zumal wir haben es sehr oft schon bewiesen in dieser Saison das wir gut sind und nico wird sie gut einstellen darauf könnt gift nehmen!!! Und wir spielen im Waldstadion in unserem Wohnzimmer! Da sind wir eine Macht und das wird auch der HSV leidlich erfahren müssen. Also alle ins Wohnzimmer und mit voller stimme den HSV mit leeren Händen heim schicken!!!! Forza SGE

  10. Der HSV hat Papa der frisst unsere offensiven auf, echt krass,wenn wir verlieren nur noch 6 Punkte vor denen, haben stark abgebaut,gut das wir jetzt nicht schon unten stehen.

  11. Ich gebe neffe1978 da recht.
    Ich glaube fest daran, dass unser Auftritt gestern auch das Startsignal für ein Comeback ist. Die Spieler und der Trainer werden das ähnlich sehen.
    Wenn wir hochkonzentriert in die Partie gehen, gut verschieben, aggressiv nach vorne spielen und früh pressen…..wenn das Zuspiel stimmt und das Spiel mal schnell gemacht wird…und vor allem samt Hasebe die Ausfälle der letzten Spiele einsatzbereit sind, werden wir die 3 Punkte in Frankfurt sichern. Auf jetzt!!

  12. 5 Niederlagen in Folge.
    Wann gabs das zuletzt und wann stand der Trainer nicht in der Kritik oder zur Diskussion.
    Veh und Schaaf standen direkt in der Kritik.
    Haben wir Fans uns weiter entwickelt?

  13. seh ich genauso wie neffe1978 und G-Block.
    Außer Hector, der wohl nicht spielen wird, sehe ich keinen unserer Spieler wirklich formschwach. Es fehlt nur ein Sieg und das damit verbundene gewonnene Selbstvertrauen und dann kommen auch wieder die Siege. So, wie wir 4 Spiele am Stück verloren haben können wir auch 4 Spiele am Stück gewinnen. Wäre gut, wenn damit gg den HSV begonnen wird.
    Wenn Fabián wieder beginnen kann, dann kann auch Gacinovic endlich wieder nach vorne rücken.
    Die Tore werden ganz sicher fallen, wenn wir mit Fabián, Gacinovic, Rebic und AMFG vorne spielen.
    Und wenn Hasebe, Abraham, Vallejo, Oczipka, Chandler und Mascarell zusammen in der Startformation standen gab es 13 Spiele, 7 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen bei 9 Gegentoren. 2 Niederlagen davon insb. wegen roten Karten (RBL + FCI)
    Also es gibt schon ein paar Gründe um optimistisch zu sein. Offensiv wie defensiv.
    Daumen drücken, dass alle genannten bis zum HSV-Spiel fit sind .. dann wird das schon.

  14. @ Kafka
    Unter Veh und Schaaf hat die Eintracht auch Sau schlecht gespielt und nicht soviel verletzte und gesperrte Spieler gehabt!

  15. Gegen den HSV wird die Angst wieder mitspielen und der Gedanke den HSV mindestens auf Abstand mit einem Unendschieden zu halten. Das heißt man geht nicht zu hohes Risiko geht irgendwann in Rückstand und auf einmal ist das Spiel zu Ende. Ist imer das gleiche, auch bei andeen Teams, hat man was zu verteidigen wird plötzlich vorsichtig gespielt statt die Gunst der Stunde auszunutzen. Ja, gegen freiburg war auch Pech im Spiel, aber es wird wieder so ein Spiel wo der erste Fehler bestraft wird und das lähmt die heimmannschaft mehr als den Gast, auch weil es dann unruhig wird im Stadion und die Nervosität sich auf die Spieler überträgt. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, mit einer Leistung wie gegen Bayern schlagen wir den HSV und auch im Pokal würden wir damit weiterkommen, wenn denn mal einer reinrutscht, aber leider wird so eine Leistung nicht immer abgerufen.

  16. Das ist leider der Unterschied zur direkten Konkurrenz. Köln hat Modeste, Hertha hat Ibisevic und Hoffenheim hat Wagner (wenn der nichts trifft, dann Kramaric oder Uth). Wir haben leider keinen Torjäger so lange AM nicht trifft. Das ist momentan das Problem. Gegen den HSV wird man trotzdem gewinnen zu Hause unter Flutlicht. Sicher nicht locker und souverän, aber man wird die 3 Punkte holen.

  17. Wichtig ist, jetzt nicht die Nerven verlieren. Gegen den Hiv ist noch lange nicht gewonnen. Und wenn wir verlieren? Ist auch noch nicht alles vorbei. Ein Sieg und ein Unentschieden reicht sicherlich zum direkten Klassenerhalt.

    Jetzt mit kompletterer Mannschaft an die Form der Hinrunde anknüpfen und gut.

  18. Hab so ein bisschen das Gefühl, dass da in manchen Köpfen der Spieler ein Knoten ist, weil ja nur noch ein paar Pünktchen zum Klassenerhalt fehlen. Sobald diese eingefahren sind, kann vollkommen befreit aufgespielt werden.
    Ich hoffe, dass gegen die Rothosen der Grundstein für eine schöne und Sorgenfreie restliche Rückrunde gelegt wird.

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