Joselu im Adlerdress.

Nachdem wir uns in den letzten zwei Beiträgen die Abwehr und das Mittelfeld der Eintracht bei der letzten Teilnahme an der Europaleague angeschaut haben und recherchierten, was aus den Spielern von damals geworden ist, darf natürlich nicht der Angriff fehlen. Doch auch hier gilt: So manch ein Spieler wird dem Abgang vom Main wohl bereut haben.
Viel Spaß mit dem dritten und letzten Teil unserer kleinen Reihe „Was macht eigentlich…?„.

Joselu

Der Schock lag tief bei der Eintracht, als Hannover 96 den in der Saison 13/14 an die Eintracht ausgeliehenen Joselu aus Hoffenheim verpflichtete. Der Damalige Sportdirektor Heribert Bruchhagen sei sogar „vom Hocker gefallen“ als er vom Transfer des Stürmers hörte. Der damals 24 Jährige, hatte sich in der Saison durch Wettbewerbs-übergreifende 14 Treffer in die Herzen der Fans und der Verantwortlichen gespielt, weshalb von einer Verpflichtung des Spaniers fest ausgegangen wurde.
In Hannover kam Joselu in der darauffolgenden Saison immerhin noch auf zehn Tore und vier Vorlagen, wechselte im Sommer allerdings erneut den Verein. Für eine Ablöse von etwa acht Millionen Euro ging er auf die Insel zu Stoke City. Nachdem er dort jedoch nur auf vier Tore in 27 Spielen kam, wurde er im Sommer 2016 nach Spanien zu Deportivo La Coruna verliehen. Aber auch hier lief es für den Angreifer nicht besonders rund und er kam, auch wegen einer Verletzung, auf nur 20 Einsätze und fünf Tore. Nach Stoke City sollte er jedoch nie zurückkehren, denn nach der Erfolglosen Leihe wurde er 2017 vom damaligen Aufsteiger New Castle United für rund fünf Millionen Euro verpflichtet.
Hier spielt der bei Real Madrid ausgebildete Spieler bis heute und kommt in 52 Spielen auf sieben Tore und zwei Vorlagen.

Stefan Aigner

Ähnlich überraschend wie bei Joselu, kam der Transfer von Stefan Aigner zwei Jahre später im Sommer 2016 zum damaligen Zweitligisten 1860 München. Der gebürtige Münchener war seit vier Jahren eine feste Stütze im Team der Eintracht gewesen und erfreute sich zudem über Beliebtheit bei der Anhängerschaft. Allerdings machte der Flügelflitzer auch nie einen Hehl daraus, dass er sich seinem Jugendklub aus München noch sehr verbunden fühlte und so wechselte er als Königstransfer in die zweite Liga zu den „Löwen“.

Stefan Aigner beim Jubeln.

Die Aufstiegsambitionen waren in München nach den vielen Transfers groß, und so auch der Druck auf der Mannschaft. Nach einem guten Start verletzte sich Aigner jedoch bereits vor dem vierten Spieltag schwerer und fiel zwei Monate aus. Doch auch nach seiner Rückkehr, konnte er den Niedergang des Klubs nicht verhindern. Nach dem Abstieg in die dritte Liga, konnten die Münchener nach Uneinigkeiten mit ihrem Investor die Lizenz nicht bezahlen und mussten so den bitteren Gang in die Regionalliga antreten – ohne Aigner.
Den Angreifer, der sich selbst als ein „Gesicht des Abstiegs“ bezeichnet, zog es in die MLS nach Colorado. Bei den „Rapids“ kam er jedoch in über einem Jahr nur auf zehn Einsätze, weshalb sein Vertrag 2018 einvernehmlich aufgelöst wurde.
Vor der jetzigen Saison unterschrieb Aigner einen Vertrag beim Drittligaaufsteiger KFC Uerdingen und schaffte es hier wieder zum Stammspieler.

Takashi Inui

Takashi Inui mit Landsmann Hasebe.

Takashi Inui hatte gegen Ende seiner Zeit bei der Eintracht keinen leichten Stand bei den Fans. Zu schwankend waren seine Leistungen über die Jahre und zu häufig waren die Situationen, in denen er den Ball in wichtigen Situationen vertendelte (vergleichbar mit Gacinovic). So trennten sich die Wege des Japaners und der Eintracht im Sommer 2015, als er sich für einen Wechsel nach Spanien zum SD Eibar entschied. Laut Landsmann Makoto Hasebe, sei Spanien ohnehin schon immer seine Wunschliga gewesen.
Bei den Spaniern entwickelte sich der 34-Fache Nationalspieler auf Anhieb zum Stammspieler und kam in drei Jahren auf 94 Einsätze in denen ihm über 20 Scorerpunkte gelangen.
Nach diesen drei erfolgreichen Jahren entschied Inui, trotz Angebote zur Verlängerung seines Vertrags, zu einem ablösefreien Wechsel zum Liga-Konkurrenten Betis Sevilla. In Andalusien konnte sich der 1,69 Meter große Japaner in dieser Saison jedoch nicht durchsetzen und ließ sich im Winter bis Saisonende zu LaLigas Überraschungsteam Deportivo Alavés verleihen. Beim aktuellen Tabellen fünften spielt er bisher Stamm und kommt in sechs Spielen auch schon auf zwei Tore. Ob es nach der Leihe zu einer Rückkehr nach Sevilla kommen wird, gilt als ungewiss.

Vaclav Kadlec

Die Freude im Umfeld war riesig, als Vaclav Kadlec 2013 nach langem Zerren für die damalige Rekordsumme von 3,2 Millionen Euro aus Prag verpflichtet wurde. Der damalige Königstransfer galt als großes Talent und sollte die Eintracht in der Bundesliga und in der Europaleague zum Erfolg schießen. Nach anfänglichen Erfolgen geriet der Tscheche sowohl bei Trainer Armin Veh, wie auch später bei Thomas Schaaf auf des bekannte „Abstellgleis“. Er ordnete sich neben Caio und co. ein in die lange Liste der Transferflops der Eintracht. Anfang 2016 endete schließlich die Reise des Stürmers bei der Eintracht als

Saß während seiner Zeit bei der Eintracht oft auf der Bank: Vaclac Kadlec.

er, nach vorheriger Leihe zu seinem Heimatklub in Prag, für etwa zwei Millionen Euro nach Dänemark zum FC Midtjylland wechselte. Dort hielt es ihn jedoch nicht lange, denn nach nur etwas mehr als sechs Monaten holte ihn sein Ex-Klub Sparta Prag für knapp drei Millionen Euro zurück in die Heimat. Dort spielt der 16-Fache Nationalspieler auch heute noch, fällt aber immer wieder durch Probleme am Knie aus. Diese Saison kam er deswegen auf bisher nur zwei Einsätze.

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4 Kommentare

  1. Stefan Aigner…. ich fand es unheimlich schade, dass er gegangen ist. Warum er jetzt lediglich in der dritten Liga spielt ist mir unbegreiflich. Er hat bei uns überwiegend gute Leistungen gezeigt.

  2. Joselu hat sich in klassischer Weise verzockt. Hatte im Endeffekt bei uns sein bestes Jahr und hielt es für elementar, dem etwas höher dotierten Vertrag in Hannover zu folgen.
    Inui aber habe ich in mein Herz geschlossen. Der konnte – hin und wieder – Sachen, die in der damaligen Mannschaft keiner drauf hatte. Habe seinen Verkauf damals mir Traurigkeit zur Kenntnis genommen

  3. Joselu und Aigner fand ich damals auch echt ne krasse Überraschung. Aigner war wie alle anderen bei uns Flügel Flitzern, irgendwie schaffen wir da immer nen prima Kerl zu haben der die ganze Zeit hoch und runter läuft ohne ermüdung.
    Joselu war damals das gleiche wie heute unsere Stürmer. Mega Typ, der uns auch nach vorne bringen konnte und dann war er weg. Konnte ich nicht verstehen, dass wir da kein Geld für in die Hand genommen hatten.
    Aber so ist der Lauf der Dinge.

    Ich mag zb. unsere drei momentanen Stamm Stürmer, aber denke, dass wir da leider auch wieder einen sicher verlieren werden. Aber Paciencia steht als prima Kerl schon in den Startlöchern.

    Kadlec fand ich auch sehr schade. An ihn hab ich immer geglaubt und eher dem Trainer als dem Spieler die Schuld gegeben. Ich denke unter Hütter wäre er auch prima eingeschlagen.

    Inui setze ich nicht so ganz gleichauf mit Garcinovic. Klar ist Schatten und Licht bei beiden gut ausgeprägt, jedoch kämpft Garci mega und läuft und läuft und läuft. Inui hatte entweder mal 1-2 mega Szenen oder aber wieder die restlichen Aktion zu den 10 Stück gingen voll in die Hose und da kam dann auch kein mega Kampf und Lauf.
    Da war ich froh, als er weg war.
    Aber da sind die Geschmäcker wohl verschieden.

  4. Joselu & Prib. Zweimal hat Herr Kind uns die Spieler genommen, die in Frankfurt Karriere hätten machen können. Dumm gelaufen.

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