Ex-Eintracht-Keeper Kevin Trapp hat sich in einem Interview mit der „Sport Bild“ über seine neue Rolle beim Paris FC, die deutsche Nationalmannschaft und seine alte Liebe Eintracht Frankfurt geäußert – und dabei deutlich gemacht, dass ihn die SGE auch nach seinem Wechsel nach Frankreich nicht loslässt.
Der Torhüter war im Sommer 2025 aus Frankfurt als nominelle Nummer zwei zum Paris FC gewechselt. Inzwischen ist Trapp dort Stammtorhüter und wurde mehrfach als „Man of the Match“ ausgezeichnet. Rückblickend erklärt er, dass die Situation von Anfang an offen kommuniziert worden sei. „Die Gespräche mit dem Coach waren von Anfang an sehr ehrlich“, berichtet Trapp. Der Verein habe mit Obed Nkambadio einen jungen Keeper gehabt, „der mit ihnen aufgestiegen ist“, weshalb zunächst klar gewesen sei, dass dieser das Vertrauen bekomme. „Die Tür für mich war aber nie zu, die Rollen waren nicht in Stein gemeißelt“, sagt der 35-Jährige. Deshalb habe er bewusst entschieden: „Ich nehme die Challenge an.“ Geduld sei dabei der entscheidende Faktor gewesen. „Im Laufe der Hinrunde, in der wir im Abstiegskampf steckten, wurde ich dann eingewechselt“, erzählt Trapp. Ende November und Anfang Dezember sei schließlich der „finale Torhüter-Tausch“ erfolgt. „Ich habe Geduld bewiesen und viel Arbeit in mich investiert. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat.“
Bei seinem Wechsel von der Eintracht in die französische Hauptstadt spielte offenbar auch das Netzwerk rund um den Red-Bull-Kosmos eine Rolle. Besonders intensiv seien die Gespräche mit Mario Gomez gewesen, der inzwischen als Technischer Direktor arbeitet. „Es waren sehr klare, zielführende und gute Gespräche“, sagt Trapp. Kurz vor der Unterschrift schaltete sich dann auch Jürgen Klopp ein. „Jeder, der es schon mal erleben durfte, weiß, was Klopps Worte für eine Kraft haben, wenn er mit dir spricht“, beschreibt Trapp die Wirkung des ehemaligen Liverpool-Trainers. Trotzdem stellt er klar: „Die Hauptgespräche waren aber schon mit dem damaligen Sportdirektor und Trainer.“
„Ich bin Fußballer, kein Model“
Abseits des Platzes kursierten nach seinem Wechsel schnell Gerüchte, er könne durch die Besitzerfamilie Arnault auch als Model für Louis Vuitton aufgebaut werden. Trapp reagiert darauf mit einem Lachen. „Ich bin Fußballer, kein Model“, sagt er deutlich. Zwar gebe er offen zu, modeinteressiert zu sein – „ich mag es, mich gut zu kleiden“ –, doch sein Fokus liege klar auf dem Sport. „Mich haben auch schon immer die Lebensläufe gewisser Designer begeistert“, erklärt er und verrät, dass er eine eigene kleine Mode-Linie habe. „Aber mehr ist es dann nicht.“ Auch zur besonderen Konstellation in Paris äußerte sich der ehemalige Nationaltorwart. Zwischen dem Paris FC und Paris Saint-Germain gebe es aktuell keine klassische Rivalität. „Es ist sogar so, dass du unfassbar viele Fans im Stadion hast, die beide Vereine unterstützen“, sagt Trapp. Spannend werde allerdings der letzte Spieltag, wenn beide Teams aufeinandertreffen.
Mit Blick auf das Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern München und PSG gerät Trapp regelrecht ins Schwärmen. Das Hinspiel sei „eines der verrücktesten, unglaublichsten und wahnsinnigsten Fußballspiele“ gewesen, die er je gesehen habe. Besonders beeindruckt habe ihn die Dynamik der Partie: „Da war alles drin. So viele Wendungen.“ Einen Favoriten wolle er dennoch nicht benennen. Einerseits sehe er Vorteile bei Paris, andererseits seien die Bayern „wie ein unberechenbares Monster, das alles auffressen kann, was sich ihnen in den Weg stellt.“
Keine Forderungen an Nagelsmann
Auch das Thema Nationalmannschaft spielte im Interview eine Rolle. Trotz seiner starken Leistungen beim Paris FC vermeidet Trapp große Ansagen. „Sie werden von mir keine großen Töne hören“, sagt er mit Blick auf eine mögliche WM-Nominierung durch Julian Nagelsmann. Dafür habe er „zu viel Respekt vor der Nationalmannschaft“. Klar sei aber auch: „Sollte es Bedarf geben und man mich brauchen, wäre ich natürlich sofort und mit absolutem Commitment dabei.“
Glaube an die Eintracht
Als Trapp auf die aktuelle Situation der Eintracht angesprochen wurde, betonte der ehemalige Frankfurter Kapitän, dass er seinen Ex-Klub weiterhin intensiv verfolge. „Die Erwartung und die Latte wurden sehr hochgelegt nach den vergangenen Jahren“, erklärt er. Schließlich sei es seit 2019 „nur bergauf“ gegangen – mit Europa-League-Halbfinale, Titelgewinn, Pokalfinale und Champions-League-Teilnahme. Dass es nun einmal schwieriger laufe, müsse aber akzeptiert werden. „Dass es mal ein solches Jahr gibt, wo es ruckelt und weniger als erhofft funktioniert, muss auch mal erlaubt sein“, betont Trapp. Gerade wegen der vielen Verkäufe brauche es Geduld mit den neuen Spielern. „Den Neuzugängen muss man auch ein bisschen Zeit geben.“
Dabei kennt Trapp auch die Mechanismen rund um die Eintracht genau: „Frankfurt hat ein sehr emotionales Umfeld. Darum wird derzeit auch so viel diskutiert.“ Trotzdem bleibt sein Glaube an den Klub ungebrochen. „Ich habe erst kürzlich mit ein paar Leuten im Klub gesprochen und sage: Am Ende wird es wieder so sein, dass sich die Eintracht für Europa qualifiziert. Und dann ist das ein Erfolg und gut.“






2 Kommentare
Wie oft wurde Trapp von einigen hier nieder gemacht und Kaua Santos gefordert.... Aber als es darauf ankam hat er geliefert und einen wesentlichen Anteil daran, dass wir uns für die CL qualifiziert haben. Noch viel wichtiger war er als Führungsspieler wie sich in dieser Saison zeigt.
Was die Qualifikation für einen europäische Wettbewerb angeht hat er da leider eine ultrarosa Brille auf. Aber ich finde es schön wie er auch weiterhin sein Herz bei unserer Eintracht hat.
Gilt auch für viele hier die schimpfen wie die Rohrspatzen aber am Ende doch der Eintracht die Treue halten...
Endlich mal ein positiver Beitrag.
Geht doch.
Nicht nur negativ. Der Trainer hat dies falsch gemacht.....usw
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