Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt hat Markus Krösche gerade alle Hände voll zu tun. Foto: IMAGO / HMB-Media

Riera im Fokus, SGE unter Druck: Krösche ringt um Zusammenhalt

In den letzten Tagen und Wochen schwebt die Personalie des Cheftrainers Albert Riera über allem im Umfeld der Frankfurter Eintracht. Kein Wunder also, dass SGE-Sportvorstand Markus Krösche auch auf der „Online Marketing Rockstars“-Messe in Hamburg nicht um Fragen rund um den spanischen Cheftrainer kam. „Wir sollten gemeinschaftlich diesen Weg gehen“, plädierte der 45-Jährige im Gespräch auf der Bühne der „Bild“. „Wir wollen gemeinsam die letzten beiden Spiele erfolgreich gestalten, und wir müssen uns alle auf Dortmund konzentrieren. Wir müssen sehen, dass wir, die Mannschaft, jeder Einzelne seine Aufgabe erfüllt.“ Der Frankfurter Funktionär schien sich sichtlich um Geschlossenheit in seinem Verein zu bemühen, denn er unterstrich nochmal: „Es geht darum, gemeinsam aus der schwierigen Situation herauszukommen.“ Dass Krösche sich mehrmals ausdrücklich für diese Einigkeit aussprach, hat sicherlich auch mit den letzten Wochen zu tun, in denen die Eintracht öffentlich nicht immer ein gutes Bild abgab. Neben den zähen und lustlosen Auftritten der Mannschaft stand der Verein auch immer wieder aufgrund zahlreicher Vorkommnisse hinter den Kulissen in den Schlagzeilen. So häuften sich die Berichte, dass es zwischen Mannschaft und Trainer Brüche gäbe und es auch in der Führungsetage brodelte.

„Man kann Dinge diplomatischer lösen“

Krösche selbst kann hier sicherlich nicht von jeglicher Schuld freigesprochen werden. So fallen die Trainerentscheidungen und auch die Kaderzusammenstellung in sein Aufgabenfeld. Die Entscheidung, Dino Toppmöller durch Riera zu ersetzen, erklärte der gebürtige Hannoveraner folgendermaßen: „Es war wichtig, einen Gegenpart zu haben, einen Kontrast, einen anderen Impuls zu setzen.“ Dieser Plan schien auch zunächst voll aufzugehen. So zeigten sich im Frankfurter Umfeld anfangs viele sehr angetan von der energischen Art des Spaniers. Mittlerweile scheint sich der Wind aber gedreht zu haben und Rieras selbstbewusste Art sowie seine außergewöhnlichen Aussagen sorgen in der Öffentlichkeit eher für Verwirrung. „Albert ist eine sehr starke Persönlichkeit, er hat eine klare Meinung zu Themen, die äußert er. Jeder hat seinen Stil, er hat seinen Stil. Man kann Dinge diplomatischer lösen“, beschreibt Krösche seinen Trainer und stärkte ihm auch den Rücken. „Aber du brauchst Persönlichkeiten.“ Trotzdem findet er auch klare Worte für die aktuelle Situation sowie die Art und Weise wie die Mannschaft sich präsentiert. „Wir sind nicht zufrieden, wie wir Fußball spielen. Wir sind hinter unseren Erwartungen, was die Punkte angeht.“ Dass Eintracht Frankfurt eine enorm hohe Wirkung hat und auch dementsprechend im Umfeld heiß diskutiert wird, ist dem 45-Jährigen in seinem mittlerweile fünften Jahr am Main bewusst. „Wichtig ist es, die Ruhe zu behalten. Ich habe das Glück, dass ich von meinen Eltern eine gewisse Ruhe mitbekommen habe.“

Einfluss von KI im Scouting wächst

Auf der Messe wurde aber nicht nur das aktuelle sportliche Geschehen diskutiert, sondern auch über die Zukunft des Scoutings im Fußball gesprochen. Bei der Eintracht hat die Künstliche Intelligenz in diesem Bereich bereits einen hohen Stellenwert. In den letzten Jahren haben sich die Hessen eine eigene Daten-Plattform aufgebaut mit der sie jederzeit Spieler finden, die zu bestimmten Profilen passen. Dieses Vorgehen hat der Eintracht vorallem bei der Talentsuche in den letzten Jahren mehrfach in die Karten gespielt. „Wir haben nicht so viel Kapital zur Verfügung, um alle Transfersummen am Markt mitzugehen. Über die Daten sind Spieler wie Oscar Højlund oder Hugo Larsson bei uns schon früh aufgeploppt.“ Als Folge beendete die SGE als Europas erster Klub die Zusammenarbeit mit „Wyscout“, der weltweit führenden Scouting-Plattform für Fußballanalyse. Aber auch bei der Auswahl ihrer Trainer versucht die Eintracht früh große Potenziale zu erkennen. So verriet Krösche auch, dass er bereits zu Burnley-Zeiten mit Bayern Münchens Cheftrainer Vincent Kompany in Kontakt stand. „Ich habe mich mit ihm beschäftigt und seinen Weg verfolgt, als er aufgestiegen ist. Wir hatten Kontakt, aber da haben wir gerade keinen Trainer gesucht. Es war ein Austausch beim Telefonieren.“ Ein funktionierendes Scouting-Netzwerk können Markus Krösche und sein Team sicherlich auch im kommenden Sommer sehr gut gebrauchen. Dann wird es darum gehen, die aktuelle Spielzeit aufzuarbeiten und daraus die richtigen personellen Schlüsse zu ziehen.

Keine Kommentare

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.