Eine insgesamt ernüchternde Saison ist für die Eintracht aus Frankfurt zu Ende gegangen. Mit nur 44 Punkten beenden die Hessen die Spielzeit auf Platz 8. Das bedeutet, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Teilnahme am internationalen Geschäft möglich sein wird für die SGE. Intern laufen die Aufarbeitungsprozesse längst. Kürzlich trennte man sich von Cheftrainer Albert Riera, um den Verein für die neue Saison neu aufzustellen. SGE4EVER.de nutzt diese Zeit, um einmal auf den Kader zu schauen. Wer performte wie in der letzten Saison? Wer könnte bleiben, wer wird vermutlich Verkaufskandidat? Die Prognosen, die wir zu den Spielern abgeben sind derweil gestützt auf Gerüchte und die gezeigten Leistungen. Daher sind sie im Bereich der Spekulation anzusiedeln. Im vierten Teil der Kaderanalyse schauen wir auf die Flügelspieler der Eintracht.
Die Flügelpositionen
Jean-Mattéo Bahoya: Progressive Dribblings und ein Topspeed von rund 36 km/h – das sind Eigenschaften, die bei einem modernen Flügelspieler gern gesehen sind. Eintracht-Spieler Bahoya bringt genau dieses Profil mit. In 37 Einsätzen verbuchte der 21-jährige Franzose vier Tore und ebenso viele Vorlagen. Gleichzeitig blieb jedoch der Eindruck, dass in dem jungen Flügelspieler noch mehr steckt und er sein Potenzial nicht immer vollständig abrief. Nach dem Amtsantritt von Riera zeigte er vermutlich seine besten Leistungen, galt als einer der größten Gewinner unter dem spanischen Trainer und sammelte in dieser Phase die Hälfte seiner acht Scorerpunkte. Im Saisonendspurt bremste ihn jedoch eine Oberschenkelverletzung aus, sodass er an den letzten sieben Spieltagen in Summe nur auf 79 Einsatzminuten kam.
Prognose: Seine Zukunft bei Eintracht Frankfurt ist völlig offen. Sportvorstand Markus Krösche wird ihn nicht zwangsweise abgeben wollen, für lukrative Angebote aber erreichbar sein.
Ritsu Dōan: Auf dem Papier spielte Dōan mit insgesamt sieben Treffern und sechs Assists keine schlechte Saison. Dennoch erwarteten die meisten Fans der Frankfurter Eintracht mehr von dem Japaner, der im vergangenen Sommer für rund 21 Millionen Euro vom SC Freiburg an den Main wechselte. Mitverantwortlich für seine schwankenden Leistungen dürfte unter anderem sein, dass der 27-Jährige nicht immer auf seiner angestammten Position im rechten Mittelfeld zum Einsatz kam. Unter Ex-Trainer Dino Toppmöller half er zeitweise als rechter Schienenspieler aus, Riera drängte ihn später ins zentrale Mittelfeld. Im Gespräch mit japanischen Medien soll er sich daraufhin über seine häufig wechselnden Positionen beschwert haben. Immerhin galt Dōan in dieser Saison als Frankfurter Dauerbrenner: In wettbewerbsübergreifend 40 Einsätzen sammelte er 3.057 Spielminuten, nur Kapitän Robin Koch und Nathaniel Brown spielten häufiger und länger. Somit verpasste Dōan während der gesamten Spielzeit lediglich vier Partien.
Prognose: Ob Dōan in Frankfurt bleibt, könnte maßgeblich davon abhängen, welche Rolle ihm der zukünftige Trainer der Hessen zuschreibt. Der Spieler möchte unbedingt auf der rechten Seite spielen.
Ansgar Knauff: Knauff steht genau für das, was in weiten Teilen der nun abgeschlossenen Saison fehlte: Kampfbereitschaft und Siegeswille. Seit nun viereinhalb Jahren reibt sich der 24-Jährige stetig für die Eintracht auf. In dieser Spielzeit steuerte er sieben Tore und vier Vorlagen bei. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35,7 km/h lief er außerdem engagiert beide Seiten des Spielfelds rauf und runter. Höchstens die Phase unter Riera verlief für ihn nicht besonders gut, da Knauff nicht optimal in die ballbesitzorientierte Spielweise des 44-Jährigen passte. Der Europa-League-Sieger von 2022 fühlt sich vor allem in Situationen wohl, in denen er viel Grün vor sich hat und die Gegner sich zeitgleich in der Rückwärtsbewegung befinden.
Prognose: Knauff betonte bereits, mit Eintracht Frankfurt weiter angreifen zu wollen.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab: Erst im vergangenen Winter wechselte „Jupp“ vom U21-Team der TSG Hoffenheim aus der 3. Liga zur Frankfurter Eintracht. Die SGE zahlte für die Dienste des 21-Jährigen rund 200.000 Euro. Diese Ablösesumme könnte sich schon jetzt ausgezahlt haben: Seither stand Amaimouni-Echghouyab in allen bis auf zwei Bundesliga-Partien mindestens als Joker auf dem Platz. Vor allem immer dann, wenn er vom Flügel nach innen zog, strahlte der junge Offensivspieler Torgefahr aus. Insgesamt fünf Torbeteiligungen (zwei Tore, drei Vorlagen) kann er bisher mit dem Adler auf der Brust vorweisen. Durch die starke Rückrunde machte er auch den marokkanischen Fußballverband auf sich aufmerksam, so wurde er für den vorläufigen WM-Kader von Nationaltrainer Mohamed Quahbi berufen.
Prognose: Ein Abschied von Amaimouni-Echghouyab nach nur einem halben Jahr bei Eintracht Frankfurt gilt als äußerst unwahrscheinlich.






4 Kommentare
Irgendwie sehe ich uns auf den Flügeln am besten aufgestellt
Ja, das finde ich auch mit leichter Schlagseite auf RA. Es wäre jammerschade hier auch nur einen dieser geilen Kicker zu verlieren. Vermutlich passiert das aber leider. Wenn es ausgerechnet Bahoya zu neuen Ufern zieht, ensteht dadurch sofort Handlungsbedarf auf dieser Position.
Ich bin mega enttäuscht von Doans unflexibilität. Er hat einen wesentlich besseren linken als Knauff. Das immer Knauff auf LA spielen musste ist eine Farce. Dass er das klaglos gemacht hat rechne ich ihm hoch an. Wenn es einen Markt für Doan gibt, dann sollte er gehen dürfen.
Doan hat in Freiburg und auch oft bei uns gezeigt, dass er ein Unterschiedsspieler sein kann.
Ich hoffe, dass ein neuer Trainer die Qualitäten von ihm optimal abrufen kann. Doan scheint für mich ein Spieler zu sein, der genau weiß was er kann und was nicht.
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