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Noel Futkeu sicherte sich mit 19 Treffern die Torjägerkanone der 2. Bundesliga. Foto: IMAGO / Zink

Torschützenkönig im Anmarsch: Warum Frankfurt Noel Futkeu gut gebrauchen könnte

Die Saison ist beendet, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der 2. Bundesliga. Während die SGE eine enttäuschende Spielzeit hinter sich hat und als Tabellenachter die internationalen Plätze verpasste, sorgte ein ehemaliger Frankfurter andernorts für Schlagzeilen: Noel Futkeu wurde mit 19 Treffern Torschützenkönig der 2. Fußball-Bundesliga. Eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass die SpVgg Greuther Fürth die Saison lediglich auf Rang 16 beendete und nun in der Relegation gegen Rot-Weiss Essen um den Klassenerhalt kämpft.

Dass die SGE die vereinbarte Rückkaufoption zieht und den Stürmer für geschätzte 1,3 Millionen Euro zurückholt, galt bereits im April als beschlossene Sache. Der aktuelle Marktwert von fünf Millionen Euro macht den Deal für die Eintracht wirtschaftlich attraktiv. Und natürlich liegt der Gedanke nahe, dass Frankfurt den Angreifer mit Gewinn weiterverkaufen könnte, gerade vor dem Hintergrund, dass Markus Krösche im Sommer ein Transferplus von bis zu 35 Millionen Euro erwirtschaften muss. Doch vielleicht sollte die Eintracht bei dem 23-Jährigen nicht ausschließlich in wirtschaftlichen Kategorien denken.

Der späte Durchbruch eines Torjägers

Futkeus Weg in Richtung Profifußball verlief alles andere als geradlinig. Während viele Bundesliga-Spieler seit frühester Jugend sämtliche Nachwuchsleistungszentren durchlaufen, entwickelte sich der gebürtige Essener eher über Umwege. Nach Stationen bei Schwarz-Weiß Essen und Rot-Weiss Essen gelang ihm der große Durchbruch erst vergleichsweise spät. Bei Eintracht Frankfurt spielte er zunächst vor allem für die zweite Mannschaft. In der Saison 2023/24 erzielte er dort 16 Tore in 27 Regionalliga-Partien. Für die Profis reichte es damals lediglich zu einem kurzen und unglücklichen Einsatz: Im DFB-Pokalspiel gegen den späteren Halbfinalisten 1. FC Saarbrücken wurde Futkeu im Dezember 2023 in der 77. Minute eingewechselt und sah nur fünf Minuten später die Rote Karte. Im Sommer 2024 wechselte er schließlich für lediglich 250.000 Euro nach Fürth und startete dort eine Entwicklung, die selbst in Frankfurt wohl nicht jeder erwartet hätte. Bereits in seiner ersten Saison für die Kleeblätter gelangen ihm elf Tore. In der nun abgelaufenen Spielzeit steigerte er sich noch einmal deutlich: 19 Tore sowie die Auszeichnung als Torschützenkönig sprechen eine klare Sprache. Insgesamt kommt Futkeu damit in den vergangenen zwei Jahren für Fürth auf 30 Tore in 68 Ligaspielen. Hier sticht vor allem seine Konstanz heraus. Der Stürmer bestritt in den letzten beiden Saisons alle 34 Ligaspiele, was für Frankfurt ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Schließlich brauchen die Hessen, die wohl vor dem nächsten Umbruch im Sommer stehen, einen breiten und konkurrenzfähigen Kader.

Kein klassischer Brecher, sondern ein moderner Umschaltstürmer

Ein genauerer Blick auf seinen Spielertyp lohnt sich hierbei. Wie Spielanalyst Sascha Baharian auf „kickfieber.de“ beschreibt, sei Futkeu weniger ein typischer Zielspieler für hohe Flanken, sondern vielmehr ein moderner, explosiver Angreifer, der über Tempo, Tiefgang und Beweglichkeit kommt. Besonders in Umschaltsituationen entfaltet er seine größte Stärke. Auffällig ist dabei seine Dynamik in den Halbräumen. Der Fürther bewegt sich nicht ausschließlich zwischen den Innenverteidigern, sondern weicht immer wieder aus, lässt sich zwischen die Linien fallen und attackiert freie Räume mit hoher Geschwindigkeit. Genau diese Bewegungsmuster erinnern laut Baharian stellenweise an Hugo Ekitiké, an denen die Frankfurter noch gute Erinnerungen haben dürften. Denn ähnlich wie der aktuelle Liverpooler lebt Futkeu weniger von purer Physis als von seiner Leichtfüßigkeit und seiner Fähigkeit, sich in engen Räumen schnell zu lösen. Beide Spieler suchen häufig den Abschluss aus halblinken oder zentralen Positionen mit dem rechten Fuß und profitieren besonders von Mannschaften, die schnell umschalten und vertikal spielen. Gerade für Eintracht Frankfurt könnte dieses Profil interessant sein. Die SGE gehört seit Jahren zu den Teams, die nach Ballgewinnen mit hohem Tempo umschalten wollen. Ein Stürmer wie Futkeu passt in diese Grundidee daher gut hinein.

Warum Futkeu Sinn macht

Mit Jonathan Burkhardt besitzt Frankfurt aktuell einen Stürmer, der viel unterwegs ist, und stark gegen den Ball arbeitet. Futkeu könnte dahinter eine spannende Ergänzung darstellen. Der aktuelle Torschützenkönig der 2. Fußball-Bundesliga bringt Qualitäten mit, die dem aktuellen Frankfurter Sturm durchaus guttun könnten. Er ist torhungrig, sucht konsequent den Abschluss und entwickelt auch aus wenigen Chancen Torgefahr. Gleichzeitig ist er keineswegs nur ein reiner Strafraumspieler. Vor allem aber würde Frankfurt mit ihm einen Spieler im Kader haben, der bereits bewiesen hat, dass er über einen längeren Zeitraum zuverlässig abliefern und für Tore sorgen kann. Gerade nach einer Saison, in der die Eintracht offensiv immer wieder Probleme hatte und am Ende die internationalen Plätze verpasste, könnten zusätzliche Torgefahr und neue Konkurrenzsituationen im Angriff wichtig werden.

Hinzu kommt die Situation um Arnaud Kalimuendo. Der Angreifer ist von Nottingham Forest ausgeliehen und besitzt eine festgeschriebene Kaufoption von rund 27 Millionen Euro. Nach dem Verpassen eines europäischen Wettbewerbs und angesichts geplanter Einsparungen erscheint es nun mehr als fraglich, ob die SGE um Markus Krösche diese Summe investieren wird. Sollte Kalimuendo nicht fest verpflichtet werden, würde sich die Kaderfrage im Sturm ohnehin neu stellen. In diesem Szenario wäre es auf jeden Fall sinnvoll, Futkeu eine echte Vorbereitung unter dem neuen Trainer zu ermöglichen.

Baustellen sind vorhanden

Natürlich wäre der 23-Jährige noch kein fertiger Bundesliga-Stürmer. Auch das arbeitet die Analyse von Sascha Baharian auf „kickfieber.de“ heraus: So gehört das Kopfballspiel trotz seiner körperlichen Voraussetzungen nicht zu seinen größten Stärken, in Luftduellen fehlt ihm teilweise noch die Dominanz und unter Druck sucht Futkeu sehr häufig den Abschluss mit rechts. Dies alles macht ihn für den Gegner in bestimmten Situationen sehr berechenbar. Auch defensiv kann er noch zulegen, insbesondere bei Zweikämpfen. Allerdings sind genau diese Punkte typisch für einen Spieler, der sich noch mitten in seiner Entwicklung befindet. Futkeu bringt also viele Anlagen mit, befindet sich jedoch noch klar im Entwicklungsprozess.

Frankfurt sollte nicht nur an den schnellen Gewinn denken

Natürlich wäre ein Weiterverkauf wirtschaftlich reizvoll. Gerade in Zeiten notwendiger Transferüberschüsse wäre das ein nachvollziehbarer Gedanke. Doch sportlich könnte es sich lohnen, genauer hinzuschauen. Die Hessen suchen schließlich seit Jahren nach Stürmern, die Tempo, Tiefgang und Abschlussstärke kombinieren. Genau dieses Profil bringt Futkeu mit. Er hat seine Torquote in der 2. Bundesliga nicht in einer dominanten Spitzenmannschaft aufgelegt, sondern in einem Team, das gegen den Abstieg spielt. Das macht seine 19 Treffer eher noch beeindruckender. Vielleicht reicht es am Ende auch nicht für die absolute Stammrolle bei der SGE. Für die Frankfurter Verantwortlichen würde sich ein Versuch aber allemal lohnen. Ein bekanntes Sprichwort lautet schließlich: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und womöglich wäre Futkeu diesmal deutlich näher dran am endgültigen Durchbruch in Frankfurt als noch vor zwei Jahren.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. poemmsi 21. Mai 26, 16:23 Uhr

Bin absolut dafür Spielern wie Futkeu, Baum, Kosugi & Ebimbe eine faire Chance in der Saisonvorbereitung zu geben. Im Grunde müssen sich alle neu beweisen.
Wenns nicht funktioniert kann man immer noch schauen.
Kali würde ich gerne weiter bei uns sehen, aber ich glaube das wird leider zu teuer für uns.

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