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Oscar Höjlund treibt den Ball nach vorne. Foto: IMAGO / Beautiful Sports

SGE-Mittelfeldmann blüht auf: Höjlund entwickelt sich zum Leistungsträger

Gegen den VfL Wolfsburg erzielte er sein erstes Saisontor und belohnte sich damit für die guten Leistungen der letzten Wochen. Die Rede ist von Oscar Höjlund. Der 21-jährige Däne ist unter Trainer Albert Riera mehr oder weniger gesetzt. Seit das Vertrauen in ihn gesetzt wird, beginnt der Mittelfeldspieler aufzublühen.

Höjlund profitiert von Skhiris durchwachsenen Leistungen

Ex-Adlertrainer Dino Toppmöller vertraute jahrelang auf die Mittelfeldachse bestehend aus Ellyes Skhiri und Hugo Larsson. Was auch einige Zeit mehr oder weniger gut funktionierte, versagte aber in der laufenden Saison zunehmend. Dass Toppmöller schlussendlich beurlaubt wurde hat viele Faktoren und Gründe. Nichts ist alleine schuld an der Entlassung, aber viele Dinge spielten eine Rolle.

So auch, dass Toppmöller zu lange auf Skhiri baute. Der Tunesier kam in Frankfurt nie vollständig an. Zwar machte er einige gute Spiele für die Hessen und leistete seinen Anteil an den Erfolgen der letzten Jahre, aber schon seit Monaten – wenn nicht Jahren – ist zu erkennen, dass er sein volles Potenzial nicht abrufen kann. Die Passschärfe seiner Zuspiele stimmt oft nicht. Viel zu lasch kullern seine Pässe oft über das Grün. Ein leichtes für Gegner, diese abzufangen. Ähnlich sieht es bei den Abschlüssen aus. War Skhiri beim 1. FC Köln noch bekannt und beliebt dafür, dass er oft den Abschluss suchte, ist ihm das in Frankfurt völlig abhanden gekommen. In 133 Spielen für den „Effzeh“ traf er 20 Mal ins Tor. In Frankfurt hat er mittlerweile 112 Partien absolviert und damit annähernd die Marke aus Köln wieder erreicht. Tore hat er allerdings nur sieben geschossen. Auch hier kommen seine Abschlüsse einfach qualitativ nicht an das benötigte Niveau heran. Auch hier fehlt Druck, Geschwindigkeit oder „Bumms“. Bezeichnend war seine Doppelchance gegen Wolfsburg kurz vor Ende der Partie. Zweimal kam Skhiri in eine aussichtsreiche Schussposition. Sein erster, zu schwach geschossener Abschluss wurde geblockt. Er kam erneut an den Ball und der Abschluss kullerte in Richtung Tor. Das ist einfach zu wenig. Generell muss man Skhiri ankreiden, dass der Zug in die Offensive bei ihm lahmt. Zu oft wird der Ball von rechts nach links, von links nach rechts und dann doch wieder nach hinten gespielt.

Auch verliert er zusätzlich viele Bälle – auf seiner Position im defensiven Mittelfeld ist das nicht selten fatal. Kurzum: Auf Skhiri kann Riera derzeit nicht wirklich bauen.

Ein Lichtblick im tristen Mittelfeld

Diese Problematiken hat Riera erkannt. Seit dem Trainerwechsel ist die Spielzeit von Skhiri signifikant zurückgegangen. Seinen sicheren Startelfplatz unter Toppmöller hat er unter Riera eingebüßt. Für ihn startet der quirlige Höjlund. Während die Frankfurter sich unter Riera zwar in der Defensive deutlich verbessert haben, ist die Offensive ins Stocken geraten. Häufig gibt es wenig Dynamik, wenig Feuer. Höjlund ist ein Lichtblick in dieser Phase. Er bewegt sich klug zwischen den Ketten, traut sich auch mal zu, an einem Gegenspieler mit Antrittsgeschwindigkeit vorbeizugehen. Dadurch schafft er Räume und die Möglichkeit, dass sich die schnellen Außenbahnspieler der Eintracht in Position begeben können. Er verschiebt gut und sein Offensivdrang ist in fast allen Phasen des Spiels zu erkennen. Natürlich ist er längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Seine Zweikampquote von 37% ist ausbaufähig. Dafür ist seine Passquote von 90% schon im Bereich der ganz Großen. Auch ein Joshua Kimmich vom FC Bayern München kommt auf nicht viel mehr. Und das ist daher eine so gute Quote für Höjlund, weil er eben nicht nur den Sicherheitspass nach hinten oder zur Seite wählt, sondern durchaus auch vertikal arbeitet.

Auch wenn seine Offensivbemühungen lobenswert sind, vergisst er ab und an, welche Räume dadurch nach hinten entstehen. Er ist aber ein junger Spieler, der nun zum ersten Mal regelmäßig auf viel Spielzeit auf hohem Niveau kommt. Bezeichnend ist, dass er auch seinen Mittelfeldkollegen Hugo Larsson in den Schatten stellt. War Larsson noch in den vergangenen Jahren ein heller Stern am Firmament der Talente, so ist sein Licht etwas verblasst in der laufenden Spielzeit. Er drückt dem Spiel nicht mehr so seinen Stempel auf, wie er es in seiner Anfangszeit tat. Er ist dadurch kein schlechter Spieler, aber eben auch kein so heißes Eisen mehr, wie vor einigen Monaten.

Aus der gesamten Tristesse des Mittelfelds sticht Höjlund derzeit heraus. Nun hat er sich mit einem sehr sehenswerten Treffer gegen Wolfsburg zusätzlich ins Rampenlicht gespielt. Seinen Stammplatz verdient er sich von Woche zu Woche mehr – nicht nur, aber auch aufgrund fehlender Konkurrenz. Es ist gut möglich, dass Höjlund eine wesentliche Rolle in der Mannschaft der Eintracht in der neuen Saison spielen könnte. Wer weiß wo seine Entwicklung noch hingeht?

3 Kommentare

Fallback Avatar 1. gallus373 12. April 26, 15:19 Uhr

Der neue Seppl Rode

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 2. geripptes 12. April 26, 15:25 Uhr

Gleiches gilt für amenda der total aufblüht. Fragt man sich schon warum er vorher nie ne ordentliche chance bekommen hat

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Avatar 3. la bestia blanca 12. April 26, 16:03 Uhr Zitat - geripptes Gleiches gilt für amenda der total aufblüht. Fragt man sich schon warum er vorher nie ne ordentliche chance bekommen hat Path

Sehe ich auch so. Höjlund und Amenda sind zwei Spieler, die aktuell berechtigterweise absolut gesetzt sind. Mittlerweile finde ich sogar, dass Amenda der bessere Verteidiger verglichen mit Koch und Theate ist, und gleichauf mit Kristensen (sofern ein korrekter Vergleich nicht ganz möglich, da nicht alle die gleiche Position spielen). Aus diesem Grund sollte man Amenda und Oskar unbedingt über diese Saison hinaus behalten.

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