Marco Fabián hat seine Verletzung auskuriert und will in der Rückrunde wieder angreifen.

Demütiger Fabián voller Vorfreude: „Ich will so schnell wie mög­lich An­schluss fin­den und dann in die Start-Elf zu­rück“, gibt sich Marco Fabián nach seiner langen Verletzungspause in der „Bild“ kämpferisch. Nach der Rückenoperation im August möchte er im nächsten halben Jahr wieder voll angreifen: „Die kom­men­den Mo­na­te sind sehr wich­tig für mich, viel­leicht die wich­tigs­ten mei­ner Kar­rie­re.“ Er möchte es unbedingt in den mexikanischen Kader für die WM in Russland schaffen – und natürlich „viele Erfolge mit Eintracht.“ Am wichtigsten dürfte ihm jedoch sein, gesund zu bleiben. Die lange Leidenszeit hat Fabián offenbar auch dazu genutzt, um nachzudenken. Demütig sei er geworden, und er wisse es viel mehr wertzuschätzen „wer du bist und was du hast. Du bist ein­fach dank­ba­rer, dass du Pro­fi-Fuß­bal­ler bist und lernst, dass du jeden Mo­ment ge­nie­ßen musst als wäre es der letz­te.“ Jetzt kann er es aber kaum noch abwarten, wieder auf dem Platz durchzustarten: „Ich will keine Tro­cken­übun­gen mehr, ich will, dass es end­lich los geht!“ 

Stendera hat ein „offenes Ohr“: Marc Stendera ist gerade einmal 22-Jahre jung, trotzdem möchte er sich der Verantwortung, sich um die Nachwuchsspieler zu kümmern, nicht entziehen. Bei ihm ist es noch gar nicht so lange her, da war er in der gleichen Situation wie die Talente Noel Knothe, Deji-Ousman Beyreuther (beide 18 Jahre alt) und Sahverdi Cetin (17), die derzeit mit den Profis im Trainingslager weilen. So weiß Stendera, wie sich das Trio fühlt und gibt ihnen folgenden Tipp mit auf den Weg: Es ist ein intensives Training. Sie sollen sich einfach daran gewöhnen, Spaß haben, im Training Gas geben und mit Freude dabei sein.“ Dem Mittelfeldspieler ist natürlich bewusst, dass „ich noch keine 32 Jahre alt bin, sodass ich ihm zu allem Ratschläge geben kann“, dennoch sagt er verantwortungsbewusst: Aber ich habe immer ein offenes Ohr für sie.“

Fünf Spieler neben dem Platz: Bei der heutigen Übungseinheit am Donnerstagvormittag im Trainingslager im spanischen Alicante gab es mehrere Akteure, die nicht im vollen Umfang mitziehen konnten. Insgesamt fünf an der Zahl. Neben David Abraham, der derzeit nur auf dem Ergometer gesichtet wird und Mijat Gacinovic, der beim gestrigen Training umgeknickt war, mussten Kevin-Prince Boateng sowie Aymen Barkok ihr Pensum runterfahren und sind neu am Rand des Trainingsplatzes hinzugekommen. Taleb Tawatha hingegen trainierte individuell auf dem Nebenfeld. Gute Nachrichten hingegen von Ante Rebic: Der Offensivmann, der in den letzten Tagen wegen Problemen am Sprunggelenk kürzer treten musste, konnte wieder voll mittrainieren.

Hradecky zu Benfica? Laut der Sportredaktion des finnischen Fernsehsenders „MTV3“ steht Eintracht-Torwart Lukas Hradecky weiter ganz oben auf der Wunschliste von Benfica Lissabon. Die Portugiesen zeigten schon in der vergangenen Sommertransferperiode reges Interesse an Hradecky. Jetzt wollen sie ihr Angebot  angeblich erneuern, schreibt der TV-Sender auf dessen Homepage. Ob das schon für den Winter gelten soll oder Benfica den Nationaltorwart seines Landes erst im Sommer ablösefrei verpflichten möchte, ist nicht klar.

Ehemaliges Eintracht-Talent wechselt nach Everton: Einen Profi-Einsatz für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga konnte Cenk Tosun vorweisen, als das damals hochveranlagte Talent vom Riederwald 2011 unter Trainer Michael Skibbe für läppische 500.000 Euro in die Türkei zu Gaziantespor wechselte, bevor es ihn drei Jahre später zu Besiktas Istanbul zog. Jetzt wechselt der mittlerweile 26-jährige Stürmer für die Summe von 30 Millionen Euro nach England zum FC Everton, wie die Medienlandschaft berichtet, und darf in Zukunft zusammen mit Wayne Rooney die Defensivreihen der Gegner durcheinander bringen. Die Sache sei so gut wie in trockenen Tüchern, das behaupten alle am Transfer beteiligten Parteien. Tosun und Besiktas dürfen sich also über ein prallgefülltes Bankkonto freuen, die Eintracht steht bis auf die Ausbildungsentschädigung dagegen mit fast leeren Händen dar. Immerhin wechselt der in Wetzlar geborene Spieler nun für das knapp 60-fache der Ablösesumme wie der damals veranschlagte Verkaufspreis der Hessen auf die Insel.

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19 Kommentare

  1. @4
    erschreckend … da sieht man mal wieder, was ein Management ausmacht.
    Ich bin überzeugt, das wäre bei Bobic und Kovac so nicht gelaufen.

    @5
    danke für den link

  2. Ich habe mich um 10 Mio verschätzt. Als er damals vergrault wurde, habe ich gesagt, dass wir in 5 Jahren mindestens 20 Mio zahlen müssen, wenn wir ihn wieder haben wollen. Allerdings habe ich auch die horrende Transferpreisentwicklung nicht vorausgeahnt. Man darf davon ausgehen, dass unter Bobic, Manga und Pezzaiuoli mit Talenten – sowohl Zugänge wie Abgänge – erheblich verantwortlicher verfahren wird.

  3. @White Eagle:

    „erschreckend … da sieht man mal wieder, was ein Management ausmacht.
    Ich bin überzeugt, das wäre bei Bobic und Kovac so nicht gelaufen.“

    Was hätte denn Bobic damals gemacht, um die Abgänge von Tosun und Kempf zu verhindern? Die wollten beide wechseln, weil sie keine Spielpraxis bekommen haben. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, den Trainer zu entlassen oder unter Druck zu setzen, den Spieler aufzustellen. Beides wäre selbstverständlich ein völliges Unding gewesen.

    Luca Waldschmidt ist doch durchaus mit Tosun vergleichbar. Beide zum Zeitpunkt des Wechsels 19 Jahre als, beide galten als große Nachwuchshoffnung im Sturm. Beide waren noch nicht so weit Stammspieler zu sein. Beide waren zu einem Zeitpunkt hier, in dem es vorne im Sturm gehapert hat. Und beide wollten nicht warten und hier um ihre Chance kämpfen (was ich ihnen auch nicht unbedingt vorwerfen will).

    Und bei Waldschmidt konnten Bobic und Kovac auch nichts daran ändern, dass er gegangen ist. Anstatt einen unzufriedenen Spieler, der spielen will, zu zwingen hier zu bleiben, haben sie sich entschieden wenigstens etwas Kohle einzunehmen. (Ok, bei Waldschmidt war es etwas mehr, aber vor sieben Jahren wurden auch andere Ablösen gezahlt). Es kann durchaus sein, dass er in 5 Jahren auch mal so viel Geld einbringt, wenn ein Klub in England ihn unbedingt haben will. Bei tm ist Tosun bspw. ja auch „nur“ auf 10,5 Mio. taxiert.
    Und Kittel wurde von Kovac sogar aussortiert. Jetzt bringt er bei Ingolstadt super Leistungen und die ersten englischen Klubs fragen schon an.

    @Zizou;

    „Als er damals vergrault wurde, habe ich gesagt, dass wir in 5 Jahren mindestens 20 Mio zahlen müssen, wenn wir ihn wieder haben wollen.“

    Auf welcher Grundlage kamst du damals zu dieser Einschätzung? Aufgrund seiner Trainingsleistungen? Seiner Testspiele? Seiner Einsätze in der Jugend? Oder aufgrund der 15 Minuten, die er in der Bundesliga gespielt hat? Alle Achtung, dann hättest du dem Gros der professionellen Spielerbeobachter einiges voraus. Frage mich dann aber auch, warum nicht viel mehr Vereine um ihn geboten haben und wir ihn für unter eine Mio. gehen lassen mussten. Die 15 Minuten Bundesliga sind für mich auch die einzigen Minuten, die wenigstens im Ansatz etwas darüber aussagen, ob er es bei den Profis gepackt hätte.
    Schaut euch doch mal an, wie viele Spieler als Riesentalente galten und es bei den Profis aus vielfältigen Gründen dann nicht geschafft haben. Jugend ist etwas komplett anderes als Bundesliga. Und Testspiele genauso, egal gegen welchen Gegner. Besuschkow war DER Gewinner der Vorbereitung. Am Ende der Vorbereitung haben hier so viele von ihm geschwärmt und glaubten an seinen Durchbruch diese Saison. Einträge in seine Vita nach der Hinrunde: Zweimal im Kader, nie auf dem Platz.

    Ich hätte Tosun und Kempf gerne gehalten, damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich hätte auch Waldschmidt und Kittel gerne gehalten. Wir werden uns aber damit abfinden müssen, dass es immer mal junge Spieler gibt, die bei uns nicht zum Zug kommen und dann lieber wechseln. Und manche werden dann eventuell woanders groß rauskommen.
    Mal schauen, wie es bei Barkok und Besuschkow läuft. Und danach bei Dadashov, Cetin und Madela. Das sind ja die nächsten, bei denen einige schon heute wissen, dass sie bei uns später mal zu Stars werden.

    Ich finde es einfach zu billig, den Verantwortlichen vorzuwerfen, dass sie damals ein Talent haben gehen lassen, weil es im Rückblick ein vermeintlicher Fehler war. Und dies auch nur vermeintlich. Wer weiß ob er sich bei uns und in der Bundesliga durchgesetzt hätte. Vielleicht brauchte er erst mal ein paar Jahre in einer schwächeren Liga, wie der türkischen, um sich zu entwickeln.

  4. @Block17:

    Ist das ironisch gemeint? Falls nicht, danke für das Lob. Hab mir wie immer vorgenommen, das mit den guten Vorsätzen lieber von Anfang an sein zu lassen 😉

  5. @14
    Das war ernst gemeint.
    Danke für Deine Kommentare – auch Dein Beitrag zu Fischer
    hat mir gut gefallen.

  6. @12
    „Was hätte denn Bobic damals gemacht, um die Abgänge von Tosun und Kempf zu verhindern? Die wollten beide wechseln, weil sie keine Spielpraxis bekommen haben“

    1. wenn ich schreibe, daß es bei Bobic SO nicht gelaufen wäre, dann heißt das, daß es mit ziemlicher Sicherheit anders gelaufen wäre.
    2. Daß unsere geeignteten Talente inzwischen relativ früh einen Profivertrag mit ca. 2 Jahren Laufzeit, spricht dafür, daß man die Jungs erst mal ne Weile sichten will (im Umfeld der Profis) und nicht gewillt ist, Juwelen für `nen Appel und en Ei` an die Konkorrenz zu verscherbeln.
    3. Dieses Heranführen an das Profitum hat nämlich zu dieser Zeit der Abgänge bereits im Vorfeld und in dieser Form gefehlt, bzw. war nicht so ausgearbeitet wie jetzt bei Bobic ist. Auch haben die längeren Zeitverträge in dieser Häufigkeit gefehlt. Daß sich aus derartigen Begebenheiten (also schon lange vor den Wechselabsichten) Unzufriedenheiten einstellen, liegt dann so ziemlich auf der Hand.

    Und das meine ich, hat sich bei FB jetzt verbessert. Es garantiert natürlich längst nicht, daß nicht doch der eine oder andere in Unzufriedenheit fallen kann; das weiß natürlich niemand. Doch den „Plündereien“ aus der Fremde ist somit erst ein bisschen der Riegel vorgeschoben. Zumindest kämen bei Abkäufen andere Beträge heraus. Teuerungsrate ist übrigens ein anderes Thema – denke aber, auch da werden sich Bobic`und Co. nicht mehr so einfach über den Tisch ziehen lassen.

    Adlergruß

  7. Der Unterschied ist, dass Bobic zwar sicher auch mal ein Talent zu günstig abgeben wird, gleichermaßen aber alles daran setzt hohe Transfererlöse zu erzielen. Der erste zweistellige Millionenverkauf ist nur eine Frage der Zeit. So etwas wie mit Tosun und Kempf (oder evtl Waldschmidt und Kittel) kann passieren, wenn man dafür an anderer Stelle viel verdient. Das ist der alten Vereinsführung in der gesamten Amtzeit nur im Falle Trapp halbwegs gelungen (aus meiner Sicht 9mio sogar zu wenig). Nach 2 Jahren Bobic bewegen wir uns jetzt bereits, dank innovativer und kreativer Arbeit, finanziell in ganz anderen Sphären, wie der letzte Sommer bewiesen hat. Der nächste Schritt wird kommen…

  8. @17
    na, also … sag ich doch 🙂

    Und was Trapp angeht, bin auch mit Dir einer Meinung.

  9. @Block17:

    Dann vielen Dank 😉

    @White Eagle:

    „1. wenn ich schreibe, daß es bei Bobic SO nicht gelaufen wäre, dann heißt das, daß es mit ziemlicher Sicherheit anders gelaufen wäre.“

    Das ist mir schon klar. Das erklärt aber nicht, was er hätte machen können, damit es „mit ziemlicher Sicherheit anders gelaufen wäre“.

    „2. Daß unsere geeignteten Talente inzwischen relativ früh einen Profivertrag mit ca. 2 Jahren Laufzeit, spricht dafür, daß man die Jungs erst mal ne Weile sichten will (im Umfeld der Profis) und nicht gewillt ist, Juwelen für `nen Appel und en Ei` an die Konkorrenz zu verscherbeln.“

    Tosun hatte doch einen Profivertrag (über zwei oder sogar drei Jahre). Den hat er mit 18 bekommen, früher geht das auch nicht. Und er hat auch mit den Profis trainiert. Man wollte also schon damals die Talente sichten und heranführen. Tosun hat dann irgendwann das Gefühl gehabt, nicht an den Stammkräften vorbeizukommen und wollte wechseln. Diesem Wunsch ist man nachgekommen (damals Bruchhagen in Absprache mit Skibbe).
    Eigentlich genau das gleiche wie bei Waldschmidt. Der hatte auch einen Profivertrag, sollte herangeführt werden, hatte das Gefühl, dass er es hier nicht schafft und wollte wechseln. Diesem Wunsch ist man auch nachgekommen (diesmal Bobic in Absprache mit Kovac und Hübner).

    In beiden Fällen gab es also einen gültigen Vertrag und die gleichen Absichten. In beiden Fällen wollten die Spieler nicht warten und sich hier durchsetzen, sondern wechseln. In beiden Fällen hat man sie verkauft. Wo ist also der Unterschied?

    „3. Dieses Heranführen an das Profitum hat nämlich zu dieser Zeit der Abgänge bereits im Vorfeld und in dieser Form gefehlt, bzw. war nicht so ausgearbeitet wie jetzt bei Bobic ist. Auch haben die längeren Zeitverträge in dieser Häufigkeit gefehlt. Daß sich aus derartigen Begebenheiten (also schon lange vor den Wechselabsichten) Unzufriedenheiten einstellen, liegt dann so ziemlich auf der Hand.“

    Inwiefern hat denn das heranführen gefehtl? Unter HB wurden doch zahlreiche Talente mit Profiverträgen ausgestattet und peu a peu ins Profitraining aufgenommen. Und einige haben es unter ihm auch aus der Jugend zu den Profis geschafft. Russ, Ochs, Jung, Stendera, Kittel, Tosun, Waldschmidt, Toski, Tsoumou und viele mehr. Manche haben den Sprung geschafft, manche nicht. Unter Kovac und Bobic konnte sich bisher kein Spieler durchsetzen (keine Kritik, die beiden sind ja erst seit kurzer Zeit hier). Bei Barkok sieht es so aus, als könnte es klappen. Und die Unzufriedenheit bei Kempf und Tosun kam nach allem was man gelesen hat, durch den Umstand, dass sie unter dem jeweiligem Trainer keine Chance gesehen haben. Wenn du irgendwo etwas anderes gelesen hast, dann sag mir bitte wo.

    @sge2785:

    „Der Unterschied ist, dass Bobic zwar sicher auch mal ein Talent zu günstig abgeben wird, gleichermaßen aber alles daran setzt hohe Transfererlöse zu erzielen. Der erste zweistellige Millionenverkauf ist nur eine Frage der Zeit.“

    Da gebe ich dir vollkommen Recht und das finde ich auch gut. ich gehe auch davon aus, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren den ersten Verkauf in zweistelliger Millionenhöhe haben werden. Vielleicht sogar schon im Sommer, wenn jemand bspw. Haller unbedingt haben will. Das ändert aber nichts an meinen Aussagen oben, dass Bobic im Falle Kempf und Tosun nicht viel hätte anders machen können.

    „Nach 2 Jahren Bobic bewegen wir uns jetzt bereits, dank innovativer und kreativer Arbeit, finanziell in ganz anderen Sphären, wie der letzte Sommer bewiesen hat. Der nächste Schritt wird kommen.“

    Das wir uns jetzt im Sommer so viel Geld ausgeben konnten, hat kaum etwas mit Bobic“ neuer Transferphilosophie zu tun. Er hat ja selbst gesagt, dass im Sommer zuvor aus der Not heraus viele Leihgeschäfte abgeschlossen wurde und dass er das eigentlich nicht will, es aber nicht anders ging. Die Gründe für das hohe Transferbudget setzen sich aus anderen Posten zusammen:

    1. Mehr Geld aus dem TV-Markt.
    2. Verkauf von Logen und Business Seats
    3. Neuer Hauptsponsor
    4. Erreichen des DFB-Pokal-Finales

    Das gleiche Geld hätten wir auch unter Bruchhagen gehabt. Der große Unterschied ist, dass wir unter Bobic das Geld ganz anders investieren. Wir geben auch mal (für unsere Verhältnisse) viel Geld für einzelne Spieler aus, bereits mit dem Gedanken, sie später mal für viel Geld verkaufen zu können. Bobic hat zusammen mit Manga ein viel breiteres Netzwerk, wir finden viel bessere Spieler und so scheinen die Spieler, die wir holen auch besser zu passen. Früher wurden Spieler meist für wenig Geld geholt, hohe Ausgaben hat man gescheut. Haben wir mal Geld in die Hand genommen, dann waren das selten besonders kreative Transfers. Und die Absprachen zwischen Trainer, Manager und Scouts hat nicht gepasst. An welchen Stellen es am meisten gehapert hat, kann ich nicht einschätzen. Ich vermute vor allem die Schnittstelle Scouts/Trainer. Die Scouts haben nicht so explizite Anweisungen erhalten, nach was sie suchen sollten. Und wenn sie berichtet haben, dann waren die Berichte nicht so präzise oder korrekt, dass der Trainer sich richtig entschieden hat. Früher wurde auch viel zu sehr an einzelnen Schrauben gedreht und nicht das große Ganze im Blick gehabt. Das war vor allem Bruchhagens Schuld. Er war kein Visionär. Er war ein ehrlicher harter Arbeiter, vollkommen seriös, perfekt dazu geeignet einen Sauhaufen, wie wir es damals waren auszumisten, wieder in ruhige Fahrwasser zu führen und zu konsolidieren. Das ist ihm gelungen, aber weiter ging es mit ihm nicht.
    Das hat sich jetzt grundlegend geändert. Kovac und Bobic überlegen zusammen, wie sie den kompletten Verein für die Zukunft aufstellen wollen. Je nach Bereich werden Hübner, Hellmann und Manga einbezogen und detailliert informiert- Manga weiß ganz genau, was er zu machen hat. Und das macht er dann richtig gut. Wenn die Transferperiode beginnt, weiß der Trainer schon ganz genau, welche Spieler auf der Agenda stehen, was ihre Stärken und Schwächen sind und welche Rolle sie in der Mannschaft einnehmen können.

    Kateforie A: Wollen wir unbedingt, auch wenn es mehr kostet. (Stammspieler)
    Kategorie B; Hätten wir sehr gerne, sollten wir uns drum bemühen. (Back-Up oder Alternative)
    Kategorie C: Interessanter Spieler, mal anklopfen, ob man ihn günstig bekommen kann. (Perspektivspieler)

    Zu diesem Zeitpunkt gibt es auch schon lange Kontakt zu Spieler, Verein und Berater. Das ist jetzt absolut professionell und das gefällt mir richtig gut.
    Ich gebe euch daher vollkommen recht, dass sich unter Bobic und Kovac sehr viel zum guten gewendet hat und Bruchhagen, Hübner und Funkel, Skibbe und Veh in manchen Bereichen Fehler gemacht haben. Der Punkt der hier angesprochen wurde, hat damit aber nichts zu tun und solche Vorkommnisse wird es unter jedem Trainer und Manager geben. Danach Vorwürfe zu machen ohne darüber nachzudenken, wie man es hätte verhindern können, ist billig.

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