Sebastian Rode wirbt um Verständnis für die derzeitige Situation. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Die Stimmung rund um Eintracht Frankfurt ist nach den schwachen Leistungen in den vergangenen Spielen und dem ernüchternden 0:2 beim 1. FC Köln angespannt. Platz sechs in der Liga ist kein schlechtes Ergebnis, aber Stimmen, die Cheftrainer Dino Toppmöller angesichts der Spielweise kritisieren oder gar in Frage stellen, werden immer lauter.

Spielidee zu entwickeln „unheimlich schwer“

Das ist auch an Kapitän Sebastian Rode nicht vorübergegangen, der seinem Trainer in einem Interview mit dem Sportnachrichtensender „Sky“ den Rücken stärkt. So sei es für den die Mannschaft „unglaublich schwer“ gemeinsam mit dem Trainer eine Spielidee zu entwickeln. Als Grund dafür nennt Rode die zahlreichen Bewegungen im Kader. Etliche Leistungsträger verließen den Verein im Sommer viele Spieler stießen in den beiden vergangenen Transferperioden zur Mannschaft. Knapp 15 Spieler kamen neu zur Eintracht, noch mehr Spieler verließen den Klub. Ein enormer Umbruch ist daher nicht von der Hand zu weisen. Dennoch sieht Rode auch positive Entwicklungen: „Ich denke, dass man in der Hinrunde schon gesehen hat, was er (Dino Toppmöller, Anm. d. Red.) für eine Handschrift hat, wie er spielen möchte. Da haben wir teilweise schon einen Fortschritt gemacht“.

„Es braucht Zeit, die wir nicht haben“

Jetzt, in der Rückrunde, wundert Rode der Leistungseinbruch nicht sonderlich: „In der Winterpause sind aber wieder einige Spieler gekommen, einige gegangen. Da ist es unglaublich schwer, dass man ihnen in der Kürze der Zeit seinen Spielstil vermittelt. Das braucht wieder Zeit. Die haben wir aber nicht. Von daher hoffen wir, dass es am Samstag wieder besser ist“. Zu Gast sein wird der VfL Bochum im Frankfurter Waldstadion. Die Westfahlen stehen mit 21 Zählern auf dem 14. Tabellenplatz und haben ein recht ordentliches Polster zur Abstiegszone aufbauen können. Kritik am Trainer weist Rode derweil zurück und stärkt seinem Trainingsleiter öffentlich den Rücken:  „Es prasselt momentan viel auf ihn ein. Gerade mit den neuen Spielern ist die Erwartungshaltung nochmal gestiegen, auch wenn man sagen muss, dass die neuen Spieler in ihren alten Vereinen nicht so viel gespielt haben und auch noch ihre Zeit brauchen. Er versucht, was wichtig ist, seiner Linie treu zu bleiben, nicht in Hektik zu verfallen und das Ganze ruhig anzugehen. Damit fährt er auch gut und ist auch zuversichtlich, dass wir das Ruder wieder rumreißen“. 

Toppmöller leitet seine erste Saison als Cheftrainer und erspielte mit der Eintracht bislang durchschnittlich 1,61 Punkte pro Bundesliga-Partie. Zum Vergleich: Sein Vorgänger Oliver Glasner schaffte in seiner ersten Saison bei der SGE 2021/2022 im Schnitt 1,24 Punkte, allerdings holte er den Sieg in der Europa League. Viele Fans kritisieren derweil auch nicht die Punkteausbeute des Trainers, sondern die schwer zu erkennende Handschrift und Spielweise des Teams.

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14 Kommentare

  1. Bei guter Punkteausbeute ist mir das Erkennen der Handschrift erstmal relativ wurscht.

    a) kann die Arbeit des Trainers bei guter Punkteausbeute so verkehrt nicht sein.

    b) kommt das Spielsystem bei weiterhin guter Punkteausbeute automatisch.

    Nach der Saison ist es egal, gegen wen die Punkte geholt wurden. Der Dino macht das schon.

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  2. Mich stört, dass schon wieder im Vorfeld die Ausreden gebastelt werden. Ist ja wie zu Zeiten von Voigts in der N11, wo Mannschaften wie Aserbaidschan zur Weltklasse erhoben wurden.

    Wir brauchen nicht ständig das Heraufbeschwören von Problemen, sondern Ideen, Lösungen und Selbstvertrauen. Daher waren/sind Trainer wie Klopp, Rehakles und Nase Daum so erfolgreich.

    Es ist unglaublich schwer eine Spielidee zu entwickeln?! Ich dachte wir reden von Profis die fürstlich dafür bezahlt werden.

    In der Winterpause sind aber wieder einige Spieler gekommen, einige gegangen?!
    Gegangen sind nur Spieler, die keine Rolle gespielt haben und gekommen sind in erster Linie Spieler, die nicht fit genug für einen Einsatz sind.

    Grundlegend hat sich an der Mannschaft also nicht viel geändert. Nach einem halben Jahr kann man dann durchaus verlangen, dass „Konzepte“ verinnerlicht sind.

    Auch beim Thema Dreier- oder Viererkette wird immer so getan, als wäre das Neuland und eine Umstellung extrem kompliziert. Die meisten spielen seit vielen Jahren Fußball und kennen im Prinzip nur diese beiden Spielsysteme für die Abwehr. Daher sollte das in Fleisch und Blut übergegangen sein.

    Vielleicht überrascht man den Gegner ja mal mit einem waschechten antiquierten Libero. Ein Versuch mit Hasebe wäre es wert.

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  3. Wenn Sebastian Rode etwas sagt, dann hat das für mich großes Gewicht und die Argumente sind nicht von der Hand zu weisen.

    Es gab diese Saison zweimal einen größten Umbruch und es braucht Zeit sich einzuspielen, d‘accord, soweit so gut.

    Die Transfers machen in meinen Augen allesamt Sinn und ich bin (nach wie vor) der Überzeugung, dass wenn sich das einspielt wir kommende Saison eine unfassbar guten und sehr breiten Kader haben werden.

    Zwei Anmerkungen/Kritikpunkte meinerseits:

    1. Und das ist mir sehr wichtig. Welche Lehren kann man aus den vergangenen Jahren ziehen? Viele, klar, aber eine sticht ins Auge…wenn Du sehr weit nach oben willst, dann brauchst Du eine starke Offensive. Das haben wir die letzten Jahre gezeigt aber auch Stuttgart diese Saison (über die „großen“ Clubs braucht man nicht viel sagen).

    Daher, ja es muss sich erst vieles einspielen…aber bitte die Spielidee die sollte mutig und offensiv sein. Nicht in die Breite, sondern nach vorne und das so schnell wie möglich, damit der Gegner sich nicht stellen kann.
    Das möchte ich die kommenden Wochen sehen und zwar beginnend mit dem Aufstellungen (keine drei ZMs gleichzeitig).

    2. So gut die Eintracht bei Transfers gearbeitet hat, so ungeschickt hat sie sich in Sachen Kommunikation angestellt.

    Dass junge Spieler Zeit benötigen anzukommen, sollte klar sein, vor allem wenn sie nicht viel gespielt oder gar trainiert haben.

    Warum macht man dann nicht das was Rode hier macht und sagt, dass es ein wenig Zeit brauchen wird, bis das alles rund läuft…damit hätte man mal ein bisschen Druck vom Kessel genommen und sich vor Spieler gestellt bevor sie in die Kritik geraten.

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  4. @4 Olga

    Ich bin ganz deiner Meinung. Gerade was Ekitike angeht, hätte ich mir gewünscht, dass z. Bsp. Markus Krösche offen eingesteht, dass der Spieler nicht in einem guten Zustand ist und daher noch einige Wochen brauchen wird. So kann man auch einen Trainer aus der Schusslinie nehmen. Vieles wird auf Dino Toppmöller abgewälzt, der diese Sachen dann – meiner Meinung nach ein wenig zu detailliert und offenherzig – während einer Pressekonferenz moderieren muss.

    Ich glaube, eine offensive Spielweise liegt der Mannschaft mehr. Wenn die Spielidee zu kompliziert ist, dass muss man als Trainer die Taktik vereinfachen und eine Balance finden zwischen dem, was man als Trainer will, und dem, was die Mannschaft aktuell verarbeiten kann.

    Persönlich gehe ich nicht davon aus, dass es gegen Bochum besser wird. Ganz einfach deswegen, weil wir schon seit einigen Spielzeiten echte Probleme mit diesem Gegner haben (ähnlich wie Köln). Die Aufstellung wird auch nicht ganz einfach, da uns einige Spieler fehlen werden. Für eine Dreierkette fehlt ein gestandender Innenverteidiger, für eine Viererkette die defensiven und offesniven Aussenbahnspieler. Knifflige Sache für Dino Toppmöller.

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  5. Hoffe, wir gewinnen morgen 4:0 und die Optimisten können hier wieder schreiben „wo sind die Pessimisten, Nörgler und Anti-Eintracht-Fans“? Wäre natürlich auch nur die halbe Wahrheit, wie umgekehrt. Übrigens! Optimisten drücken heute Abend den Freiburgern die Daumen, Pessimisten den Dortmundern. Wahrscheinlich geht es Unentschieden aus. 😉 Ich bin für Dortmund, da ich über Platz 6 am Ende der Saison mehr als überrascht wäre, und ein Fass aufmachen würde.

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  6. Ich finde, unabhängig von jeder Fluktuation im Kader, Kämpen, wenn’s mal nicht so läuft, sollte eigentlich jeder beherrschen im Team welches gerade auf dem Platz steht.
    Der Seppi muss in dieser Phase normalerweise immer das Spiel beginnen ( kämpfen ist für ihn selbstverständlich ) die Zuschauer mitnehmen, mit anderen Worten.
    Ein anderes Thema ist für mich das Ignorieren vom Sasa in der Sturmmitte…realisiert denn niemand, dass er als Wandspieler eine echte Waffe darstellt und großen Mehrwert für jeden Angriff bringen kann?
    Also, stellt euch einfach vor, die Bauern sind der Gegner und seid gefälligst motiviert.
    Einfache Spielzüge wollen wir sehen und keine Pirouetten für Social Media.

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  7. Es wärs vielleicht ganz gut, den Sasa mal in der Wahrnehmung als Wunder-Kopfballwaffe rauszunehmen. So einfach ist das auch wieder nicht. Sein Größenvorteil spielt sich nur in einem schmalen Korridor oberhalb der Durchschnittsgrösse ab.

    Viel wichtiger ist, dass der Flankengeber und der Mittelstürmer in guter Abstimmung sind, dass der eine antizipiert, wo sich der andere im entscheidenden Moment hinbewegt. Geht er kurz, läuft er lang, bleibt er im Rückraum und öffnet einem anderen den Weg zu den Pfosten…

    Das ist halt tatsächlich noch nicht da. Wie auch ? Es wird jetzt weiter gemurkst, bis sich das langsam mal einpendelt. Und naja, er muss ja dann auch wieder zeitig zurück zu den W.Wanderers.

    Insofern gehe ich jetzt auch von Omar als einzige Spitze aus.

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  8. Ich persönlich finde es äußerst erschreckend, dass Rode gefühlt ähnlich ratlos ist wie wir.

    Ansonsten gehe ich mit denen, die zurecht geschrieben haben, dass die Punkte noch stimmen.
    Alle haben am Anfang von schwerer Saison gesprochen, weg von den internationalen Plätzen usw. Mittlerweile liegt die Latte doch wieder höher und das ist auch ok.
    Nur vergessen sollten wir nicht wo wir herkommen. Dass wir bisher fast immer jedem Spieler eine Saison Eingewöhnung gegeben haben. Die Achsen, von denen wir sprechen, sind auch erst seit dieser Saison hier (Chaibi, Koch) und teilweise gar nicht auf dem Zettel gewesen (Larsson).

    Das Einspielen nach vorne ist schwer, wir hatten haufenweise englische Wochen, Länderspielpausen, bei denen viele wichtige Spieler weg waren, im Winter jetzt den Africa Cup.
    Defensive ist scheinbar leichter, das haben wir auch oft genug von uns gesehen. Hinten Beton, schnell umschalten oder mal ein Standard.

    Dass wir auch in siegreichen Spielen mit 3er und 4er Kette spielen, teils die Gegner nicht wissen was gerade los, wir hinten im Verhältnis der letzten Jahre relativ dicht sind, ist nicht von der Hand zu weisen.
    Es wird gerade versucht umzustellen von genau dieser Mauertaktik mit hohem Pressen, dass unfassbar Kraft kostet, auf mehr Dominanz. Die Spieler dafür kommen nach und nach und müssen nun zusammengefügt werden.

    Daher gibt es von mir weiter Geduld.
    Das ist mir lieber und mit mehr Hoffnung nach Größerem verbunden als wieder in den mal Modus der letzten Jahre zu verfallen, der eine halbe Saison Hoffnung weckt und hinten brechen die Kräfte ein.

    Um diese Geduld auch bei anderen im Umfeld zu erkaufen, wären Erfolgserlebnisse allerdings dennoch unfassbar wichtig und zumindest im Spiel mehr sehen als nur horizontales Ballgeschiebe.
    Das Spiel kommt nun eigentlich unglücklich, da Sperren, mögliche Ausfälle und Fitness- und Integratiensrückstände da sind und eigentlich 3P Pflicht sind.

    Ich hoffe dennoch das beste und auch auf offensives und mutiges Auftreten um allen wieder Auftrieb zu geben. Damit Rode wieder im Interview mehr Hoffnung und weniger Angst ausstrahlt…

    @7. Willideville: bin voll bei dir: maximale Kräfte von Anfang an. Erst die Power einwechseln, wenn wir hinten liegen ist für mich keine Option.

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  9. 1, 77 Heimtore unserer SGE im Schnitt gegenüber 0.7 Auswärtstore vom VfL Bochum.

    Ergebnis 2:1

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  10. Unabhängig von der Spielidee muss der Einsatz stimmen. Wie kann es in schöner Regelmäßigkeit sein, Saarbrücken, Darmstadt, Köln usw., dass uns der Gegner nach Belieben den Schneid abkaufen kann? Die Punkte, die wir da liegen lassen, tun mir unheimlich weh. Es kotzt mich, auf Deutsch gesagt, jedesmal auch unter der Woche an, wenn ich daran denke. Auch wenn das jetzt böser klang als es gemeint ist… hoffentlich wird es bald besser. Die Mannschaft hat nach der Rückkehr der Afrika Fahrer wahrscheinlich fast das gleiche Gesicht wie vor der Winterpause. Da sollten sich zumindest Anzeichen einer Entwicklung zeigen. Bochum wird jetzt richtungsweisend. Der Trainer ist letztlich dafür verantwortlich dass er aus zweifellos hoch veranlagten Spielern ein Team formt, dass auch spielerischen Ansprüchen genügt.

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  11. Manchmal ist man geneigt zu sagen, hört’s auf mit den Ausreden und geht’s raus und spielt’s Fußball;-) frei nach dem Kaiser. 🙂

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  12. Ist nur komisch, dass die Spielidee gegen die Bayern super funktioniert hat, gegen die Graupentruppen klappts leider nicht.
    Für mich ist so eine Aussage vom Seppl Unsinn, für mich ist das nur eine Frage der Einstellung.

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  13. Streich raus! Freiburgs Spielweise ist ja grauenhaft, eine Spielidee ist absolut nicht erkennbar.

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