Sebastian Rode ist glücklich wieder an alter Wirkungsstätte zu sein.

Er ist wieder da. Sebastian Rode hatte am Donnerstagmittag erstmals wieder den Adler auf der Brust und sich gleich die Nummer 17 gekrallt, die zuvor kein geringerer als Kevin-Prince Boateng innehatte. Ein gutes Omen? Der Mittelfeldmann, der von 2010 bis 2014 bereits am Main aktiv war, hat in jedem Fall Ambitionen.

Rode wollte im Sommer schon nach Frankfurt – Keine Gedanken über Sommer 2019 hinaus

Im Sommer schon versuchten sich Frebi Bobic & Co an einer Rückkehr von „Seppl“ Rode. Doch auf den Zielgeraden war der Transfer nicht mehr zu realisieren: „Mir wurde erst relativ spät im August gesagt, dass mit mir wenig gerechnet wird und es trotz englischen Wochen schwer wird, auf Einsätze zu kommen. Die Eintracht hat dann nochmal vieles versucht, aber am Ende hat es nicht mehr geklappt.“ Ein halbes Jahr mehr hatten die Verantwortlichen Zeit, den 28-jährigen genauer unter die Lupe zu nehmen und seinen Fitnesszustand zu testen. Beim letzten Heimspiel des vergangenen Jahres wurde dann alles besprochen und „mündlich vereinbart, dass im Winter alles hinhaut.“ Hat es. Für ein halbes Jahr ist der junge Mann von der Bergstraße von Borussia Dortmund ausgeliehen. Was danach ist, „da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“ Eine langfristige Planung sei bei seiner Verletzungshistorie ohnehin wenig sinnvoll. „Ich will mir erstmal im Hier und Jetzt Gedanken machen. Was dann weiter kommt, da kann man sich im Frühjahr zusammensetzen.“

Gedanken ans Karriereende – Die Suche nach der alten Form 

Vorrangig geht es für Rode erst einmal darum, wieder in die Spur zu finden, sich auf höchstem Niveau wieder zu beweisen. Zwei Jahre hatte der Rechtsfuß kaum Spielpraxis, fand sich zuletzt zweimal im Regionalligateam der Borussen wieder. „Die letzten zwei Jahre in Dortmund waren beschissen. Verletzungsbedingt. Aber ich habe wieder Vertrauen in meinem Körper.“ Seit der Operation im vergangenen Frühjahr, die aufgrund der anhaltenden Probleme am Schambein notwendig wurde, sei er beschwerdefrei. Gedanken an ein Karriereende gab es zwischenzeitlich. „Da denkt man schon dran, gerade, wenn die Schmerzen nicht weggehen.“ Mittlerweile aber blickt Rode optimistisch gen Zukunft. „Die Eintracht ist auf jeden Fall ein Neufanfang. Für mich ist abgeschlossen, was in der Vergangenheit war. Ich will hier wieder zu alter Form finden und Vollgas geben.“

Rode als Führungsspieler gefragt – Lob für Verein und Büffelherde

Sein Trainer Adi Hütter erwartet vom ehemaligen Bayernspieler (2014-2016), der von seinem alten Coach Pep Guardiola immer noch in den höchsten Tönen schwärmt und der sich beim Rekordmeister nach eigenen Aussagen weiterentwickelt habe, im nächsten halben Jahr eine Führungsrolle. Allein schon aufgrund seiner Vita. Die will der Mittelfeldspieler auch liefern: „Ich versuche vorneweg zu gehen mit meiner Erfahrung.“ Verständigungsprobleme erwarte er trotz seiner geringen Sprachenvielfalt keine. Warum auch? „Der Erfolg zeigt, dass die Mannschaft alles versteht.“ Viele aus seiner ersten Amtszeit bei den Hessen sind in jedem Fall nicht mehr da. Kevin Trapp, Marc Stendera und Marco Russ haben bereits mit Rode zusammengespielt. Eine Zeit, an die er sich gerne zurückerinnert: „Der Verein hatte damals schon ein riesiges Potenzial. Das wurde jetzt erweckt.“ Vor allem die Offensive der SGE hat es dem Rückkehrer angetan: „Was die Jungs da vorne abreißen, ist phänomenal.“ Intensiv verfolgt habe er die Entwicklung und nun sei er froh, wieder in Frankfurt zu sein und hofft auf eine mindestens genauso erfolgreiche Zeit wie damals.

Stimmung im Waldstadion „teilweise besser“ als in Dortmund – Rode hofft auf „Win-Win-Situation“

Auch 2013/14 haben die Frankfurter Fans in Europa für Furore gesorgt. Das haben sie nun noch einmal getoppt: „Es erinnert mich total an 2014, als ich noch dabei war. Die Fans sind absolut heiß, die Choreographien sind unfassbar.“ Die Eintrachtfans bräuchten sich vor niemandem zu verstecken. „Hier ist teilweise eine bessere Stimmung als im Westfalenstadion. Da freue ich mich besonders drauf.“ Womöglich auch deshalb hat er sich für die Frankfurter entschieden und gegen andere Angebote: „Die gab es, aber für mich hatte die Eintracht Priorität, weil es eine Herzensangelegenheit ist.“ Dass er schon als Kind in SGE-Bettwäsche geschlafen hat, ließ er nicht verlauten. Auch in der Hinsicht ist er gereift. Laut eigenen Angaben ist Rode fest im Mittelfeld eingeplant, wie Adi Hütter („Ein lockerer, offener, sehr sympathischer Typ.“) ihm im persönlichen Gespräch mitgeteilt habe. Insgesamt soll der Wechsel zu einer „Win-Win-Situation“ werden. „Für die Eintracht, dass wir eine sehr gute Rückrunde spielen. Für mich, dass ich zu Einsatzzeiten komme.“ Dabei viel Erfolg, Seppl!

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11 Kommentare

  1. Gude Basti, mein Tipp für den Neuanfang:
    – Dem Trainer Adi Hütter sehr gut zuhören und versuchen, die Visionen des Trainers 1:1 umzusetzen.
    – Den Mannschaftskameraden gut zuhören und Tipp’s bzw. Hinweise annehmen.
    – Vollgas geben als wärst Du nie weg gewesen und zeigen, dass Dir die SGE wirklich eine Herzensangelegenheit ist.

  2. So ganz geht es noch nicht in meinen Kopf das der bei Dortmund unter verschiedenen Trainern seit Jahren chancenlose Rode bei uns eine Führungsrolle übernehmen soll. Aber Wunder gibt es ja immer wieder…man muss nur fest daran glauben.

  3. Nach der Aussage mit der Stimmung die teilweise besser als im Westfalenstadion sei – kann er eh nicht mehr nach Dortmund zurück 🙂
    Mir wäre ein Interview nach den ersten drei Spielen lieber gewesen … erstmal Leistung sprechen lassen …
    dann sieht man weiter .

  4. Um eine Führungsrolle zu übernehmen zu können muss man 1. gesund sein und 2. spielen dürfen.
    Ersteres scheint jetzt ja ( hoffentlich ) der Fall zu sein. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den hoffnungslosen Fall Kostic. Ich gönne ihm jedenfalls das gewünschte Come Back und falls nicht, läuft seine Leihe eben zum Saisonende aus.

  5. Schau mer mal, könnte mir schon vorstellen das Rode wieder aufblüht bei uns. Aber bei Vereinen wie Dortmund gibt es schon viel ungenutztes Personal was vielleicht auch mal für uns interessant werden könnte. Irgendwann kommt Wolf vielleicht auch wieder.
    Aber in der Hierachie der Bundesliga sind wir schon paar Stufen nach oben gestiegen. Wir leihen von Dortmund und verleihen selber unsere Ergänzungsspieler an Vereine wie Hannover oder Düsseldorf. Früher war es mal anders wenn man zB Joselu oder Huszti ( mit kleiner Zwischenstation) sieht. So kann es weiter gehen.

  6. @spaetberufener
    Lass am besten Kostic raus. Kostic und Rode sind nicht zu vergleichen. Unser Kostic hat in den letzten 2 Jahren fast alle Bundesliga mitgemacht, aber in einer Mannschaft ohne Esprit gespielt. Wie viel Spiele hat Rode gemacht? Wie lange war er verletzt? Dann kannst Du eher N.Müller mit Rode vergleichen, der die komplette letzte Saison bei den Rothosen verletzungsbedingt ausfiel. Müller hat unter Hütter auch mit einigen Verletzungen die Saison begonnen, viel öfters aus, das Ende kennen wir jetzt. Ich schätze es wird ähnlich bei Rode sein, der sicherlich noch nicht bei 100 % sein kann und unter Umständen das ein oder andere Spiel verpassen wird. Deshalb bin ich skeptisch, dass Rode uns weiterhilft. Sein Wille mag stark sein, ob sein“Fleisch“ schwach ist, werden wir dann sehen. Ich hoffe, Bobic und Co. behalten Recht.

  7. @Chris:

    Wollte ich auch schon fragen. Unter Tuchel hat er bis zu seiner Verletzung gespielt. Unter Bosz und Stöger war er verletzt. Eigentlich hat er, wenn fit, nur in dieser Saison unter Favre nicht gespielt. Wenn man bedenkt, dass Dortmund gerade Spitzenreiter ist und sie in der Zentrale Witsel, Weigl, Delayne und Dahoud haben, sollte das für uns nicht wirklich ein Grund sein, daran zu zweifeln, dass er uns weiterhelfen kann.

    Das größte Risiko ist seine Verletzungsanfälligkeit. Defensiv bringt er Aggressivität mit und schafft es Bälle zu gewinnen ohne zu foulen und nach vorne ist er dynamisch und hat eine solide Technik.

    Bleibt er gesund, kann er uns sicher weiterhelfen

  8. @elde: Das unterschreibe ich so. Alarmglocken gehen bei mir an, wenn ich höre, dass er sich vor Weihnachten wieder leicht verletzt hatte…

  9. Mal ein fettes Lob an die Kicker-Online-Redaktion. Ich habe denen heute eine kleine Beschwerde geschickt (ganz normal an info@), weil man im Onlinekicker aus Rodes Zitat „Hier ist teilweise (!!!) eine bessere Stimmung als im Westfalenstadion“ die Überschrift „Bessere Stimmung als im Westfalenstadion“ gemacht hatte. Ich merkte an, dass diese Überschrift den Schluss nahe legt, dass Rode gesagt habe, dass die Stimmung in Frankfurt besser als in Dortmund sei (womit Rode natürlich recht hätte, aber er hat es halt nicht so gesagt 😉 ) und ich dies für eine inhaltliche Verfremdung zur Stimmungsmache hielte.

    Die Redaktion hat mir nicht nur umgehend (!!) geantwortet und entschuldigt, sondern die Überschrift auch sofort geändert, was ich ehrlich gesagt nie erwartet hätte.

    Ich schreibe dies nicht, weil es sich um einen besonderen Vorgang handelt, sondern weil ich euch ermutigen will, bei entsprechenden „Fehlern“ ruhig mal einen ähnlichen Weg zu gehen. Wie gesagt, ich hätte nicht erwartet, dass man beim Kicker so schnell bzw überhaupt reagiert. Zumal der Kicker ja gar nicht falsch, sondern „nur“ verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen zitiert hat!

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