Er startete wie die Feuerwehr in die aktuelle Saison: Mit einem Doppelpack gegen Werder Bremen am ersten Spieltag und einer Vorlage gegen die TSG aus Hoffenheim am zweiten Spieltag wurde Jean-Matteo Bahoya schon früh in der Saison in höchsten Tönen gelobt. Er habe den nächsten Schritt gemacht, hieß es. Der junge Franzose, der in der Vorsaison mit 37.16 km/h (laut Bundesliga.de) den Geschwindigkeitsrekord der Bundesliga aufgestellt hatte trat völlig formverändert auf. Zielstrebig, abgeklärt und spritzig spielte er seine Gegner schwindelig und dann? Ja, dann fiel er in ein tiefes Loch. Es folgten 19 (!) Spieltage ohne eine einzige Torbeteiligung für die Eintracht. War im Sommer noch die Rede davon, dass finanzstarke Klubs Unsummen für den schnellen Außenbahnspieler bezahlen würden, so brachen diese Gerüchte schnell weg und es wurde ganz ruhig um Bahoya.
Sportliche und individuelle Krise
Die SGE befand sich in dieser Zeit unter dem damaligen Trainer Dino Toppmöller aber ebenfalls in einer sportlichen Krise. In der Champions League wurden die Hessen regelmäßig an die Wand gespielt, es hagelte eine Klatsche nach der anderen. Aber auch in der Bundesliga gab es Phasen, in denen wochenlang nicht gewonnen werden konnte. Kurzum: Bahoya steckte tief in der Krise, aber das galt für viele Adlerträger.
Bahoya blüht auf – und das mit ungekannter Spielzeit
Unter Neu-Trainer Albert Riera blüht Bahoya jetzt förmlich auf. Durchaus bemerkenswert ist, dass der 20-Jährige unter Toppmöller nicht ein einziges (!) Spiel über 90 Minuten absolvierte. In all der Zeit bei Eintracht Frankfurt spielte Bahoya wurde der Franzose also immer ein- oder ausgewechselt und spielte nie durch. Genau das hat er gegen den SC Freiburg am vergangenen Wochenende aber jetzt zum dritten Mal in Folge getan. Riera schenkt Bahoya sein Vertrauen und setzt voll auf ihn – und der Spieler zahlt es zurück. Natürlich gelingt ihm noch nicht alles, das ist mit 20 Jahren aber auch vollkommen normal. Dennoch hat er in vier Riera-Spielen schon drei Scorerpunkte gesammelt. Zwei Assists bei der Heimprämiere des neuen Trainers gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) und ein sehr sehenswertes Tor zum 2:0 Endstand gegen den SC Freiburg. Selbst wenn dieses Tor womöglich als Flanke gedacht gewesen sein könnte – es wird ihm weiteren Aufwind geben. Aufwind, den die Eintracht gut gebrauchen kann! Derzeit sieht vieles danach aus, als würde nicht nur die Stadt Frankfurt den Frühling erleben, sondern auch Jean-Matteo Bahoya.






17 Kommentare
Kann schon jemand was über seine Marktwertsteigerung seit letztem Wochenende berichten und welche und vor allem wie viele Vereine ihn bereits scouten.
Ich habe gelesen, dass sich einige Scouts aus England am kommenden Sonntag angekündigt haben um Riera zu beobachten. Die Ablöse für den Trainer soll wohl bei ca 100 Mio liegen.
Offensichtlich Sarkasmus
Das Tor war nicht als Flanke gedacht, neverever. Das ist nicht einfach so, nur weil irgendein Moderator ihm die skills nicht zutraut und bei Stars jeden Furz zur Weltklasse deklariert
Ist das Deine einzige Sorge? Ich frage mich eher, wann Riera, zu welchem Anlass auch immer, auf dem Römerbalkon (ohne Peter F.) stehen wird...
Ich hoffe nach dem Gewinn der Conference League nächstes Jahr. Da hätte ich mal richtig Bock drauf.
Zu Bahoya: ich hoffe ja sehr, dass der Knoten geplatzt ist, aber davon nach 1,5 ordentlichen Spielen zu sprechen - das ist m.E. deutlich zu früh. ich würde mich freuen, wenn er gleich gegen Pauli weitermachen und das auch in den folgenden Spielen bestätigen würde. Gleiches gilt für Chaibi und Collins. Aber: Riera scheint ein Händchen dafür zu haben.
Ich hoffe eher nach dem Gewinn der Europa League. Dann können wir direkt nach dem Spiel zum Römer :-)
Timmo hat auf Eintracht TV nach dem Spiel gesagt, dass das eine Flanke werden sollte ...
bahoya geht mir persönlich in zu wenig zweikämpfe mit seiner geschwindigkeit
als ob er angst davor hätte und läuft er mal an dazu gibts keinen der ihn anspielen kann
hoffe das sich das jetzt langsam einspielt.
gegen pauli werden wir uns wieder schwer tun deswegen in den ersten 20 minuten ein tor für uns, dann könnte es klappen
nur die SGE
Think big... CL ist noch erreichbar :D
OK, dann glaube ich das eher, der hat vermutlich auch mit ihm gesprochen
Gegen Freiburg ging Jean-Matteo Bahoya laut Eintracht Frankfurt in die meisten Zweikämpfe aller Spieler (insgesamt 12) und gewann davon auch die meisten (insgesamt 10).
Saisonübergreifend gewann er im Durchschnitt 52 Prozent seiner Zweikämpfe. Damit mehr als seine Kollegen Ritsu Doan, Fares Chaibi oder Ansgar Knauff.
Da sieht man mal, wie einen sein Gefühl täuschen kann. Diese Werte hätte ich nicht vermutet.
Eben! Man braucht die Leistung jetzt weder überzubewerten noch kleinzureden. Aber es ist EIN Spiel. Wenn es Albert schafft, dass Spiel so zu verändern, dass Bahoya seine Stärken häufiger zeigen kann ... gerne!
Bahoya hat in dieser Saison einen riesigen Vorteil. Seine Position ist die einzige, die nicht doppelt besetzt ist. Wir haben keinen zweiten LA. Ersatzweise hatten wir dort Knauff gestellt, der seine primäre Stärke aber auf der rechten Seite inne hat.
In die von Riera beovrzugte Grundordnung (4-3-3) passt er perfekt rein. Ich bin gespannt, wie viel Potenzial in ihm wirklich steckt und ob er den nächsten Schritt macht.
Der wäre zunächst mal eine gewisse Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Viele gute Bundesliga Spiele hat er bisher noch nicht vorzuweisen. Aufgrund des angesprochenen Vorteils der Kaderplanung wird er einige Chancen erhalten. Es liegt nun an ihm, diese zu nutzen.
Doch 1. Heimspiel gegen Werder stand er doch in der Anfangs Elf....
Völlig richtig! Das ist mir durchgerutscht - Entschuldigung! Ich habe das sofort angepasst.
Die eigentliche Message ist, dass er nie durchspielte. Das ist in der Tat nicht passiert und Bahoya stellt dafür auch den Negativ-Rekord in der Liga. Also die meisten Spiele am Stück ohne durchzuspielen.
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