Auch zur neuen Saison bekommt Eintracht Frankfurt die Defensive kaum stabilisiert. Trauriger Tiefpunkt: Das desolate 0:6 in Leipzig, bei dem die Mannschaft jeglichen Kampfgeist und Widerstand vermissen ließ. Besonders stark in der Kritik steht immer wieder Kapitän Robin Koch. Der 30-Jährige Innenverteidiger schafft es schon seit einiger Zeit immer seltener, seinen Nebenmännern Sicherheit zu verleihen. Seine Auswechslung in der Halbzeit beim Stand von 0:4 gegen RB entfachte nun neue Diskussionen bezüglich der Kapitänsfrage.
Kein freiwilliges Abgeben der Binde
Laut Informationen der „Bild“ soll Koch auch weiterhin nicht auf das Kapitänsamt verzichten wollen. Stattdessen sehe er sich nach wie vor dazu imstande, der Eintracht aus ihrer aktuell schwierigen Situation zu verhelfen. Die Binde freiwillig abzugeben, sei keine Option für ihn. Für seinen Einsatz und seinen Willen werde der Kapitän intern geschätzt. Dafür soll er aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt sein, um auf dem Platz die in schwierigen Phasen benötigte Verantwortung zu übernehmen.
Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei Cheftrainer Adi Hütter. Während dieser Trainingswoche werde der Österreicher eine Reaktion von Koch erwarten. Für den Trainer komme es vor allem darauf an, wie selbstreflektiert Koch sich in persönlichen Gesprächen mit ihm zeigt und inwiefern er mit seinen Trainingsleistungen vorangehen kann. Aktuell werde aber noch damit gerechnet, dass Koch auch am Freitag als Kapitän auflaufen wird.
Wenige Alternativen im Kader
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es im Kader der SGE an Alternativen für die Innenverteidigung und das Kapitänsamt mangelt. In der Abwehr kommt Jeremiaha Malzue gerade erst von einer Verletzungspause zurück, Otavio konnte sich noch nicht auf Bundesliga-Niveau beweisen und machte während der Sommer-Vorbereitung einen eher unsicheren Eindruck. Nnamdi Collins gab in Leipzig bei seinem Startelf-Comeback für die SGE mehrmals eine äußerst unglückliche Figur ab, mittelfristig gesehen könnte der 22-Jährige in dieser Saison trotzdem noch zu einer wichtigen Stütze werden. Als einziger Innenverteidiger lieferte bislang Neuzugang Lilian Brassier halbwegs konstante Leistungen ab. Gerade bei einem Festhalten an einer Dreierkette wird Hütter also nur schwer auf Koch verzichten können, was aber kaum an den Leistungen des 30-Jährigen liegt.
Was die Besetzung der Kapitänsbinde betrifft, fehlen der Eintracht Führungsspieler, die diese Verantwortung übernehmen könnten. Bezeichnend dafür ist, wie die Eintracht in dieser, aber auch schon während Teilen der letzten Saison, mehrmals nach Gegentoren komplett eingebrochen ist und nur noch wenig Gegenwehr leistete. In solchen Situationen fehlen dem Team Spieler, die vorangehen und der Mannschaft Sicherheit verleihen.
Als neuer Anwärter auf das Kapitänsamt hätte wohl noch Jonathan Burkardt die besten Chancen. Der 26-Jährige verfügt über mehrere Jahre Bundesliga-Erfahrung und ist noch mit am ehesten dazu in der Lage, seine Mitspieler mitzureißen. Gleichzeitig könnte Koch bei einem Wechsel der Kapitänsbinde den von sich weggefallenen Druck nutzen, um sich wieder mehr auf seine eigene Leistung zu konzentrieren.






5 Kommentare
Finde es super von Koch, dass er sich der Verantwortung stellt und nicht den Schwanz einzieht. Respekt dafür.
Burkhardt würde glaube ich als Kapitän überperformen, weil er vielleicht zu viel auf einmal wollte. er ist so mit Herz und Seele dabei und macht das auch so schon gut.
Von mir aus kann der Koch auch weiterhin die Armbinde tragen und beim Anpfiff die Seitenwahl mitbestimmen. Aber der Kapitän ist für mich Burkhardt.
Sollte nicht jeder der 11. Spieler auf dem Platz "Kapitän sein" und vorangehen ? Davon war in Leipzig gar nichts zu sehen. Ob Kapitänsbinde oder nicht ... es sollte eine Ehre für jeden Spieler sein, die SGE zu repräsentieren und alles auf dem Platz zu geben / zu lassen.
Natürlich gibt es auch mal schlechtere Tage, aber dann sollte ein SGE-Spieler wenigstens kämpfen, kratzen und beißen, so dass jeder Fan das auch sieht und jeder Spieler der anderen Mannschaft "es" merkt.
Wer Kapitän sein will, muss auch Kapitän sein. Wer's kann, der bleibt bzw. wird es.
In Wirklichkeit wollte Hütter eigentlich die ganze Mannschaft auswechseln. Da das nicht geht, hat er sich den Kapitän rausgepickt.
Wie sonst könnte man erklären, weshalb Collins und in Teilen auch Knauff (den ich eigentlich mag und schätze), nicht vom Feld genommen wurden. Was die geboten haben, war janicht mal Regionalliga reif.
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