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Adi Hütter muss die Kapitänsfrage beantworten. Foto: Imago / Jan Huebner

Die Binde wird zur Bürde: Muss Robin Koch um sein Kapitänsamt bangen?

Vor gut einem Jahr lobte Markus Krösche Robin Koch noch in den höchsten Tönen: „Für mich ist er momentan der beste deutsche Verteidiger“, sagte der Sportvorstand Anfang September 2025. Eine Einschätzung, die damals keineswegs aus der Luft gegriffen war. Schließlich hatte sich Koch zu einer verlässlichen Stütze in der Hintermannschaft von Eintracht Frankfurt entwickelt und damit sogar Begehrlichkeiten innerhalb der Bundesliga geweckt. Zur Saison 2025/26 wurde der Innenverteidiger schließlich zum Kapitän ernannt und trat damit die Nachfolge von Vereinslegende Kevin Trapp an.

Doch seit Koch die Mannschaft auf dem Platz führen soll, wirkt er wie ausgewechselt. Mit schwachen Leistungen trug der eigentlich erfahrene und selbstbewusste Abwehrchef seinen Teil zu den zahlreichen Gegentoren und der verpassten Qualifikation für den internationalen Wettbewerb bei. Als Adi Hütter in diesem Sommer nach Frankfurt zurückkehrte, blickten deshalb viele gespannt darauf, wem er künftig die Kapitänsbinde anvertrauen würde. Koch signalisierte seine Bereitschaft, auch in der neuen Spielzeit als Führungsspieler Verantwortung zu übernehmen. Offenbar überzeugte er damit seinen Trainer, der ihm erneut das Vertrauen schenkte.

An der inzwischen seit rund einem Jahr anhaltenden Formkrise hat sich jedoch nichts geändert. Auch in dieser Spielzeit bleibt Koch ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Die Kapitänsbinde scheint für ihn mehr Bürde als Auszeichnung zu sein. Die jüngste 0:6-Blamage bei RB Leipzig, die bereits die zweite in Folge mit diesem Ergebnis an gleicher Stelle war, bildete lediglich die Spitze des Eisbergs und brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Schon im Vorfeld hatte Hütter seinen Kapitän in die Pflicht genommen: „Robin weiß ganz klar, was ich von ihm erwarte. Ich sehe auch, dass er versucht, die Dinge umzusetzen. Dass er da noch Potenzial und Luft nach oben hat, das weiß auch er.“ Doch auf dem Platz folgte bislang keine sichtbare Reaktion. Beim ersten Gegentor nach gerade einmal 44 Sekunden zog Koch beispielsweise die Beine zurück, anstatt die gefährliche Flanke entschlossen zu verteidigen. In der Red Bull Arena kassierte die Mannschaft die Gegentore elf bis 16. Hütter reagierte schließlich und nahm seinen Abwehrchef bereits beim Halbzeitstand von 0:4 vom Platz. Für Koch kam Elias Baum, zugleich stellte der Trainer auf eine Viererkette um. Ein deutliches Signal.

Auch anschließend fand Hütter klare Worte: „Ich habe ihn erlöst. Ich erwarte von einem Führungsspieler und Kapitän einfach etwas anderes. Wenn du 16 Tore bekommst, Leader bist in der Abwehr, dann setze ich irgendwann auch mal ein Zeichen.“ Dieses Zeichen hat der Österreicher zweifellos gesetzt – mit möglichen Folgen für Kochs Rolle als Kapitän. Die Kritik an dem inzwischen 30-jährigen Routinier wird lauter, die Zweifel an seiner Rolle als Führungsspieler wachsen. Einerseits ist es durchaus denkbar, dass Hütter mit diesem drastischen Schritt einen Weckruf setzen wollte. Vielleicht soll sein Schützling dadurch erst recht motiviert werden, nach dem Motto: „Jetzt erst recht – ich zeige meinem Trainer und der Mannschaft, was in mir steckt.“ Andererseits wäre es kaum überraschend, wenn sich der Innenverteidiger zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen müsste und womöglich sogar die Kapitänsbinde abgeben würde. In den sozialen Netzwerken scheint die Meinung vieler Eintracht-Fans jedenfalls klar: Koch sollte als Spielführer abgelöst werden.

Wer könnte Koch als Kapitän beerben?

Doch wer käme als Nachfolger infrage? Die Auswahl ist überschaubar. Eine naheliegende, vielleicht sogar die beste Lösung wäre Jonathan Burkardt. Der gebürtige Hesse fieberte bereits als Kind mit der SGE und identifiziert sich bedingungslos mit seinem Herzensverein. Mit guten Leistungen und großem Einsatz geht er voran. Auch in Interviews nimmt er kein Blatt vor den Mund und spricht Probleme offen an. Am „Sky“-Mikrofon kritisierte der Angreifer bereits, dass die Führungsspieler versagt hätten. Mit seiner Einstellung, seinem Auftreten und seiner Leistungsbereitschaft bringt Burkardt viele Voraussetzungen für das Kapitänsamt mit. Mit 26 Jahren verfügt er zudem über die nötige Erfahrung, um eine solche Rolle zu übernehmen. Ob der Entzug der Kapitänsbinde Koch gewissermaßen wie ein Befreiungsschlag zurück zu alter Stärke verhelfen könnte, lässt sich kaum vorhersagen. Für den gebürtigen Pfälzer wäre es aber möglicherweise eine Chance, den zusätzlichen Druck abzulegen und sich wieder stärker auf seine eigentlichen Aufgaben auf dem Platz zu konzentrieren.

Koch selbst gab sich gegenüber dem „kicker“ jedenfalls kämpferisch: „Mir ist klar, dass die kommenden Tage nicht einfach werden. Weglaufen oder den Kopf in den Sand stecken ist für mich aber keine Option.“ Für Hütter stehen nun schwierige Entscheidungen an. Hält er an seinem bisherigen Kapitän fest und hofft auf eine Trendwende? Oder zieht er weitere Konsequenzen, um der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben? Ob Koch die Binde behalten darf oder seinen Platz als Spielführer räumen muss, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

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6 Kommentare

Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. Handballer85 12. Oktober 26, 10:47 Uhr

Ich finde Johnny hat es im Interview nach dem Spiel richtig gut analysiert.

Problem ist nicht alleine die Abwehr. Das verteidigen geht vorne los. Und wenn ich da Uzun und Doan sehe die vorne die Bälle verlieren und nicht nach hinten zurück arbeiten, kann man es auch einfach gleich lassen. Nach vorne nichts reißen und hinten nicht helfen. Ist ja nicht erst seit gestern so. Johnny und Younes helfen immer nach hinten mit aus. Und ich finde nächstes Spiel sollte wieder die Doppelspitze agieren und Amaimouni für Doan. Götze für Uzun.

Schaut euch mal Kane von Bayern an. Der holt sich Bälle am eigenen 16er. Der zerreißt sich jedes Spiel. Olise usw. alle arbeiten nach hinten.

Diese Lethargie von Uzun nervt mich richtig.
Vor allem beim diskutieren mit dem Schiri ist er vorne dabei.
So sieht das auch bei der Türkei aus.

Ich möchte eine hungrige Mannschaft gegen Köln sehen. Und wenn die halbe 2.Mannschaft aufläuft und sich zerreißt.

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Fallback Avatar 2. pit3157 12. Oktober 26, 11:16 Uhr

wüste nicht wer das amt übernehmen soll
eg gibt keine häubtlinge mehr
da hilft nur nachbessern in der abwehr
gibts keine arbeitslose spieler mehr die einen arsch in der hose haben

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Fallback Avatar 3. Meintracht 12. Oktober 26, 11:30 Uhr

Als wäre die Ursache für das/die Desaster allein das Kapitänsamt von Koch. Das ist doch lächerlich. Was hat das zum Beispiel mit den beiden Gegentoren in knapp 5 Minuten zu tun? Das hätte kein Kapitän verhindern können. Rennen, kämpfen, beissen, spucken, so kommt der Erfolg zurück und nicht durch Weitergabe der Kapitänsbinde.

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Fallback Avatar 4. Robson83 12. Oktober 26, 11:33 Uhr Zitat - Handballer85 Ich finde Johnny hat es im Interview nach dem Spiel richtig gut analysiert. Problem ist nicht alleine die Abwehr. Das verteidigen geht vorne los. Und wenn ich da Uzun und Doan sehe die vorne die Bälle verlieren und nicht nach hinten zurück arbeiten, kann man es auch einfach gleich lassen. Nach vorne nichts reißen und hinten nicht helfen. Ist ja nicht erst seit gestern so. Johnny und Younes helfen immer nach hinten mit aus. Und ich finde nächstes Spiel sollte wieder die Doppelspitze agieren und Amaimouni für Doan. Götze für Uzun. Schaut euch mal Kane von Bayern an. Der holt sich Bälle am eigenen 16er. Der zerreißt sich jedes Spiel. Olise usw. alle arbeiten nach hinten. Diese Lethargie von Uzun nervt mich richtig. Vor allem beim diskutieren mit dem Schiri ist er vorne dabei. So sieht das auch bei der Türkei aus. Ich möchte eine hungrige Mannschaft gegen Köln sehen. Und wenn die halbe 2.Mannschaft aufläuft und sich zerreißt. Path

Du sprichst mir aus der Seele! Vor allem das "defensive Beißen" und die Rückwärtsbewegung ist im Mittelfeld reihenweise gruselig! Ich war in Leipzig und Uzun hab ich nun tatsächlich richtig gefressen. Wenn der nur 20% seiner Diskutier-Energie in Fußball investieren würde, würden wir über nen anderen Uzun sprechen. Am Ball genial (wobei das festrennen in drei Gegenspieler der Anfang des Problems ist). Ohne die Laufwerte zu kennen, wirkt Onyedika bisher wie n Standfußballer. Da ist im Mittelfeld keiner der die Arme hochkrempelt und die anderen motiviert - ja vielleicht auch mal ne harte Grätsche auspackt. Ich hab es nach dem Spiel schon geschrieben: Uns fehlt n Sebastian Rode. Heute leg ich noch einen drauf: Maik Franz hinten (oder nehmen wir David Abraham) und Rode im defensiven Mittelfeld - zwei Spielertypen die uns (defensiv) komplett fehlen. Die andere mit ihrer Art und ihrem Einsatz aufrütteln, bei denen der Gegner schon vor dem Spiel denkt "scheiße"...

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Fallback Avatar 5. vex 12. Oktober 26, 12:42 Uhr

Unabhängig seiner schlechten Leistungen ist Koch definitv kein Führungsspieler und noch weniger ein Kapitän.

Überlegt euch, was ein Abraham mit der Binde am Arm eskaliert wäre - wie er seine Leute zusammengestaucht hätte - und wie er anderweitig ein Zeichen gesetzt hätte, indem er einen weggeflext oder permanent beim Schiri interveniert hätte.

Das alles macht Koch nicht - da ist er nicht der Typ zu. Und Typen haben wir eh zu wenig. Von der Einstellung wäre es Atubolu (zu neu und Torwart) und Burghardt (wäre auch ne Idee, ihn durch die Binde etwas eher im Fokus eines etwas mehr geschützten Spielers zu setzen). Andere, die ich da sehen würde sind entweder zu jung und/oder von der Leistung nicht konstant genug.

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Fallback Avatar 6. mati 12. Oktober 26, 12:46 Uhr Zitat - Handballer85 Ich finde Johnny hat es im Interview nach dem Spiel richtig gut analysiert. Problem ist nicht alleine die Abwehr. Das verteidigen geht vorne los. Und wenn ich da Uzun und Doan sehe die vorne die Bälle verlieren und nicht nach hinten zurück arbeiten, kann man es auch einfach gleich lassen. Nach vorne nichts reißen und hinten nicht helfen. Ist ja nicht erst seit gestern so. Johnny und Younes helfen immer nach hinten mit aus. Und ich finde nächstes Spiel sollte wieder die Doppelspitze agieren und Amaimouni für Doan. Götze für Uzun. Schaut euch mal Kane von Bayern an. Der holt sich Bälle am eigenen 16er. Der zerreißt sich jedes Spiel. Olise usw. alle arbeiten nach hinten. Diese Lethargie von Uzun nervt mich richtig. Vor allem beim diskutieren mit dem Schiri ist er vorne dabei. So sieht das auch bei der Türkei aus. Ich möchte eine hungrige Mannschaft gegen Köln sehen. Und wenn die halbe 2.Mannschaft aufläuft und sich zerreißt. Path

Ich bin genau deiner Meinung. Kane ist wirklich ein Musterbeispiel für einen Teamplayer und vielleicht sollte man mal mal einen Videoausschnitt dessen, wo er überall zu finden ist, dem Uzun zeigen?

Er hält sich jetzt schon für den absoluten Superstar, geht oft ins Dribbling und verliert fast immer den Ball. Und was macht er dann? Nicht viel. Dazu harmlose Ecken, Flanken und Freistösse. Schaut euch mal an wie der Raum von Leipzig das macht! Außerdem mag ich ihn nicht, denn er ist total arrogant.

Koch ist nicht gut, keine Frage. Aber irgendwie ist er auch Bauernopfer und das Ergebnis einer Fehleinschätzung. Er war ja nicht ohne Grund mal Nationalspieler und Eintracht mit ihm in der CL. Also müssen die Gründe auch woanders liegen? M.m.n. im Kollektiv.

Wenn bei dem Pressingfussball in der Bundesliga nur 1-2 Schöngeister nicht (richtig) mit nach hinten arbeiten, wars das in der Regel auch schon. Und wie gesagt, selbst ein Kane bei Bayern macht das.

Wenn ich schon sehe dass zwei Spieler der Eintracht einen eigentlich harmlosen Ball auf der rechten Seite erlaufen könnten und sogar näher dran sind, aber keiner hingeht ausser Nusa, der dann die Flanke auf Nkunku macht - so Gegentore kriegt man im Amateurbereich!

Übrigens: Burkhardt ist für mich ein Kapitän und Atebolu ist auch ein Leader (und trotz allem ein starker Torhüter). Viel Arbeit also für Adi Hütter. Das Team ist definitiv falsch zusammengestellt, denn es ist kein Team.

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