So hatte sich die Frankfurter Eintracht den Start nach der langen Länderspielpause wahrlich nicht vorgestellt. Mit 0:6 gerieten die Hessen im weit entfernten Leipzig unter die Räder. Eine Niederlage, die auch aufgrund der Art und Weise einem Warnsignal gleicht. Die Eintracht war unter dem Schnitt in allen Phasen des Spiels deutlich unterlegen und dementsprechend bedient waren nach Abpfiff auch Spieler und Funktionäre.
Einer von ihnen war Sportdirektor Timmo Hardung. Am EintrachtTV-Mikrofon zeigte er sich enttäuscht von der Leistung. „Das war eine ordentliche Abreibung würde ich sagen“, resümierte der 36-Jährige. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gestartet. Dadurch macht man es sich natürlich nochmal schwieriger, als es ohnehin in Leipzig ist.“ Bereits nach fünf Minuten lag die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter mit zwei Toren im Rückstand. Obwohl sich die Eintracht danach fing und selbst zu Gelegenheiten kam, sollten die Gegentore drei und vier noch vor dem Pausenpfiff folgen. „Am Ende der ersten Halbzeit machen wir uns das Spiel nahezu komplett kaputt.“ Dabei sieht Hardung nicht unbedingt die gesamte Leistung der Mannschaft in der Kritik. Vielmehr haben individuelle Fehler letztendlich für die Klatsche gesorgt. „Gerade, wenn ich mir die ersten beiden Tore anschaue. Das war nichts Strukturelles. Ein verlorener Zweikampf, eine verlorene Zuteilung. Der Aufwand von Leipzig war super gering, um ein Tor zu erzielen.“
Drittschwächste Defensive der Liga
Insgesamt bleibt die Defensive der SGE das Sorgenkind. In den ersten fünf Bundesliga-Spielen kassierten die Adlerträger 16 Gegentore. Nur die Kellerkinder Union Berlin und Borussia Mönchengladbach mussten bereits öfter das Leder aus dem Netz holen. Zum Vergleich: In der letzten Saison stand die Eintracht bei 13 Gegentreffern. Am Ende der Saison stellte man schließlich mit 65 Gegentoren die drittschlechteste Abwehrreihe der Liga. Zahlen, die belegen, dass die Defensive der Eintracht weiterhin nur unterdurchschnittliches Bundesliga-Niveau aufweist. „Wir bekommen immer noch zu viele Gegentore. Wir machen uns das Leben in jedem Spiel selbst super schwer“, stellte der Frankfurter Funktionär fest. Dadurch stehe auch die Offensive unter enormem Druck. „Sie müssen so viele Tore schießen, um überhaupt Punkte zu holen.“ Bei den Hessen versucht man nun in der Trainingswoche die Niederlage und deren Hintergründe zu analysieren. „Wir müssen mit Einzelgesprächen die Situation aufarbeiten. Aber auch als Ganzes muss darüber gesprochen werden.“ Viel Zeit bleibt dafür nicht. Bereits am kommenden Freitag ist der FC Köln im Frankfurter Waldstadion zu Gast. Die Domstädter stehen aktuell mit zwei Punkten vor der SGE auf dem zehnten Tabellenplatz. Dabei dürfte die Mannschaft durch den Sieg im Rhein-Derby ordentlich Selbstvertrauen getankt haben. Timmo Hardung möchte aber auch betonen, dass trotz der krachenden Niederlage in Leipzig nicht alles schlecht war. „In Phasen haben wir uns ordentlich gewehrt und hatten selbst gute Möglichkeiten. Aber am Ende des Tages verlieren wir hier völlig verdient.“ Eintracht Frankfurt muss nun die richtigen Mittel finden, um die Mannschaft in wenigen Tagen wieder aufzubauen.






2 Kommentare
Wir haben aktuell keine Verteidiger mit 1. Liga Niveau...das kann man zwar mit Leidenschaft und Bereitschaft auffangen...aber auch das sucht man vergebens...
Ich bleibe dabei...diese Kaderplanung war eine reine Katastrophe...wenn man im gesamten Kader schon Schwierigkeiten hat, ein oder zwei Typen zu finden, die überhaupt als Kapitän infrage kommen, sagt das eigentlich alles
„Gerade, wenn ich mir die ersten beiden Tore anschaue. Das war nichts Strukturelles. Ein verlorener Zweikampf, eine verlorene Zuteilung. Der Aufwand von Leipzig war super gering, um ein Tor zu erzielen.“
Vielleicht hilft es sich die 14 anderen Gegentore auch noch anzuschauen. Oder die 65 aus der Vorsaison. Ein verlorener Zweikampf, eine verlorene Zuteilung und super geringer Aufwand ist ziemlicher Standard geworden, wenn es darum geht, gegen uns zu treffen.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.