Axel Hellmann ging auf die Sicherheitsdebatte vor dem Spiel gegen Darmstadt ein.
Axel Hellmann ging auf die Sicherheitsdebatte vor dem Spiel ein.

„Niemand ohne konkretes Anliegen soll nach Darmstadt fahren, um nur von seinem Recht, dort sein zu dürfen, Gebrauch zu machen.“ Mit diesem Appell an die Fans startete Vorstandsmitglied Axel Hellmann die obligatorische Pressekonferenz vor dem wichtigen Spiel gegen den SV Darmstadt 98. „Wir wollen ein friedliches Derby.“ Die Stadt Darmstadt berät aktuell, ob sie noch einmal gegen die Aufhebung des Innenstadtverbots in Revision geht. Hellmann hätte sich gewünscht, dass die gesamte Sicherheitsdebatte anders geführt worden wäre: „Die Stadt Darmstadt ist natürlich für die Sicherheit zuständig und muss Entscheidungen treffen. Es schadet aber nicht, die Leute einzubeziehen, die Erfahrung haben. Wir wollen zusammenarbeiten und das wurde uns durch solche Maßnahmen erschwert.“

Niko Kovac möchte den Fokus jetzt auf das Sportliche richten und sich voll auf das Kellerduell gegen die Lilien konzentieren. Die Aufgabe am Böllenfalltor muss er ohne Timothy Chandler und Alex Meier bewältigen. Ob Stefan Aigner dabei sein kann, entscheidet sich kurzfristig: „Aigner hat zwar ein volles Training absolviert – die Intensität war allerdings nicht sehr hoch. Wir werden heute nach dem Abschlusstraining mit den Ärzten über ihn sprechen. Wir wollen gesunde Spieler auf dem Platz haben.“ Sollte der Flügelspieler ausfallen, ist er nur einer von vielen – schließlich fehlen auch über 1.000 treue Unterstützer.

Der Trainer möchte diesen Fakt allerdings nicht als Ausrede zählen lassen: „Die Fans werden uns fehlen, aber die Mannschaft muss das außen vor lassen und sich voll auf das Spiel konzentrieren. Mit fehlenden Fans, ist es wie mit fehlenden Spielern – derjenige, der nicht da ist, ohne den muss man auskommen. Wir müssen die Aufgabe also auch ohne unsere Fans bewältigen!“ Trotz der sicher fehlenden Fanunterstützung war die Stimmung in der Mannschaft während der Trainingswoche nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz 05 gut. Kovac sagte, dass dies nach einem dreifachen Punktgewinn völlig normal sei. Die Atmosphäre sei allerdings auch in den Wochen zuvor positiv gewesen, was sich in den zuvor gezeigten Leistungen widergespiegelt habe.

Die Mannschaft hat den Abstiegskampf verinnerlicht und gezeigt, dass sie die „Darmstädter Tugenden“ – nämlich „kämpfen, kratzen, beißen, viel laufen“ – auch beherrscht. Kovac verteidigte diese Herangehensweise: „Darmstadt hat die Spielweise ja nicht gepachtet. Das gehört zum Fußball dazu. Wer mehr sprintet und intensiv läuft, diktiert das Tempo im Spiel. Wir sind aber keine Mannschaft, die sich nur auf den Kampf stützen möchte – wir wollen auch Fußball spielen.“ Marco Fabián, der gegen Mainz nicht im Kader stand, könnte dieses spielerische Element einbringen: „Es ist diesmal eine andere Situation als es gegen Mainz war. Wir brauchen spielstarke Spieler. Fabián ist so einer und wir werden sehen, ob er dabei ist.“

Carlos Zambrano ist wieder fit. Setzt Kovac auf ihn?
Carlos Zambrano ist wieder fit. Setzt Kovac auf ihn?

Kovac hatte bei der Übungseinheit am Donnerstag zwanzig Akteure auf dem Platz. Der Kroate hat auf vielen Positionen die Qual der Wahl, besonders in der Abwehrzentrale herrscht ein Überangebot. „Ja, ich habe ein Luxusproblem. Ich habe drei ausgezeichnete Innenverteidiger“, lobte der Coach sein Abwehrtrio Carlos Zambrano, David Abraham und Vize-Kapitän Marco Russ. Wen er verteidigen lässt, verriet Kovac allerdings nicht und sagte grinsend: „Man kann immer wieder wechseln oder sich etwas anderes einfallen lassen.“ Eher unwahrscheinlich ist ein Vorrücken von Russ ins defensive Mittelfeld. Kovac sieht den 31-Jährigen als klassischen Innenverteidiger und nicht als Sechser: „Damit muss man aufgewachsen sein. Als Abwehrspieler hat man das Spielfeld vor sich, als Sechser allerdings 360 Grad um sich herum. Er ist hinten sehr gut aufgehoben, aber er ist auch im defensiven Mittelfeld eine Alternative, wenn Not am Mann ist.“

Gegen Darmstadt hat die Eintracht ein konkretes Ziel: Drei Punkte sollen eingefahren werden, damit die Lilien den Atem der Frankfurter in der Tabelle wieder stärker spüren – bei einem Sieg der SGE würde dies bis auf zwei Zähler an den Lokalrivalen heranrücken. Der 44-Jährige Übungsleiter modifizierte seine vor dem Spiel gegen Mainz erteilte Vorgabe: „Wir wollen ein positives Erlebnis haben – ich habe letzte Woche gesagt, dass wir vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen wollen. Jetzt haben wir schon drei und wir wollen morgen drei weitere mitnehmen. Dann hätten wir schon sechs!

 

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1 Kommentar

  1. „Es ist diesmal eine andere Situation als es gegen Mainz war. Wir brauchen spielstarke Spieler. Fabián ist so einer und wir werden sehen, ob er dabei ist.“ Soviel zu der Unterstellung, dass Kovac ein Problem mit Fabian hat. Er hat für jedes Spiel einen Plan und die die dafür richtig sind spielen.

    “ Als Abwehrspieler hat man das Spielfeld vor sich, als Sechser allerdings 360 Grad um sich herum. “ Sehr gut erklärt, warum Russ als 6er nur eine Notlsöung sein kann und das nicht spielen sollte.

    Kovac gefällt mir. Hoffen wir mal, das es morgen 3 Punkte gibt. Bin auf die Aufstellung gespannt.

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