In Mailand wird Christian Peintinger (l.), Adi Hütters Assistent, im Rampenlicht stehen. (Foto: imago/Jan Hübner)

Es sind Adi Hütters letzte Worte in der Öffentlichkeit vor dem Kracher der Eintracht in Mailand. Am Dienstagabend sprach der Österreicher vor rund 1000 ausgewählten Gästen beim Frühjahrsempfang im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengarten. Ab Mittwoch wird Hütters Co-Trainer dann erstmals im Rampenlicht stehen.

Eintracht mit konsequenter Umsetzung der Sperre

Im Nachhinein dürfte sich die UEFA wohl ein wenig ärgern ob der Sperre für Eintracht-Trainer Adi Hütter. Denn die Hessen reagierten prompt und setzen die Regularien der europäischen Fußballunion resoluter um als erwartet. Sowohl am Mittwochabend auf der Pre-Match-Pressekonferenz in Mailand als auch bei Interviews und der Pressekonferenz nach dem Spiel wird Adi Hütter nicht zur Verfügung stehen. Der 49-Jährige wurde nach seinem Tribünenverweis im Hinspiel für mindestens ein Spiel gesperrt (die offizielle Verhandlung folgt am 28. März) und wird im San Siro nur eine Zuschauerrolle einnehmen. Für ihn wird Co-Trainer Christian Peintinger nicht nur gemeinsam mit Armin Reutershahn die Ansprache in der Kabine übernehmen, sondern auch alle offiziellen Termine rund um den Spieltag. Am Mittwochabend wird Hütters Kumpel gemeinsam mit Kevin Trapp vor die Presse treten. Ein kluger und konsequenter Schachzug der Eintracht-Verantwortlichen.

Hauptsache eine Runde weiterkommen 

Am Dienstagabend allerdings, beim Frühjahrsempfang der Eintracht im Palmengarten, hatte ein ausgewähltes Publikum, inklusive einer handvoll Journalisten, die Möglichkeit noch einmal den Worten des Frankfurter Trainers zu lauschen. Dort machte er auch die Marschroute für das Achtelfinalrückspiel deutlich: „Es geht einfach darum, dass wir eine Runde weiterkommen.“ Punkt. Die Ausgangslage könnte nach dem 0:0 durchaus schlechter sein. Beide Teams seien im Giuseppe-Meazza-Stadion gefordert. Dass sein Team mindestens ein Tor erzielen werde, steht für den ehemaligen Salzburger außer Frage. „Selbst wenn die Heimmannschaft 1:0 führt, kann fünf Minuten vor Schluss immer noch alles passieren. Du kannst mit einem Paukenschlag eine Runde weiterkommen“, analysierte er die Ausgangslage nach der Nullnummer im Hinspiel.

Hütter outet sich als Fan vom eigenen Team 

Doch wie lautet die Devise nun? Zurückziehen und abwarten agieren? Oder gleich Druck machen und auf das erste Tor gehen? „Grundsätzlich bin ich ein Fan von dem, was wir spielen. Es ist gut, wenn man die eigenen Stärken hervorhebt.“ Natürlich kenne man den Gegner, habe ihn intensiv studiert und bereite das Team entsprechend vor. Man weiß, dass Inter in der Champions League gegen Teams wie den FC Barcelona und die Tottenham Hotspurs ausgeschieden ist. Respekt ja, aber Angst? Die hat man bei der Eintracht vor niemandem. „Inter ist eine Spitzenmannschaft, aber es geht darum, dass wir es in diesen hoffentlich 90 Minuten so entscheiden, dass wir im San Siro in die nächste Runde kommen.“ Mentalität lautet das Stichwort. Mentalität ist wohl das Wort, das Eintracht Frankfurt im Jahr 2019 auszeichnet, wie kaum ein anderes. „Die Mentalität ist ausschlaggebend. Die Mannschaft ist gewillt nicht nur Tore zu erzielen, sondern auch sie zu verteidigen.“ Beides soll am Donnerstagabend der Fall sein. Beides werde schon im Training intensiv gefordert und gefördert. „Ich möchte sehen, dass wir an unsere Grenzen gehen, jedes Spiel versuchen zu gewinnen. Mit Leidenschaft und Begeisterung Fußball spielen. Das verdienen unsere Zuschauer.“

Positives frühzeitiges Saisonfazit – Hütter will die Sensation im San Siro

Insgesamt sprach Hütter schon zum jetzigen Zeitpunkt von einer durchaus gelungenen Saison: „Ich bin bisher sehr zufrieden. Wir hatten einen großen Umbruch und Startschwierigkeiten.“ Auch für Hütter selbst sei es keine einfache Aufgabe gewesen, die Nachfolge von Pokalsiegertrainer Niko Kovac anzutreten. „Aber ich nehme gerne Herausforderungen an. Mitte März darf ich sagen, wir sind nach dem Holperer am Anfang, können wir schon jetzt von einer sehr tollen Saison sprechen.“ Er selbst genieße in alldem die Ruhe und das Vertrauen seiner Vorgesetzten. „Ich bin sehr gerne hier, spüre großes Vertrauen von allen im Verein.“ Die bekam er auch im Hinblick auf seine Sperre, die im Verein niemand so richtig nachvollziehen kann und die trotz der bestehenden Statuten auf großes Unverständnis stieß. „Bruno (Anm. d. Red.: Sportdirektor Bruno Hübner) hat das super gesagt: Im Endeffekt hätte man den bestrafen müssen, der die Flasche dort hingestellt hat“, hatte Hütter die Lacher an diesem Abend ebenfalls auf seiner Seite. Doch am Ende spielt all das keine Rolle mehr, wenn am Donnerstagabend um 21 Uhr der Ball rollt. Dann zählt nur noch eines: „Wir wollen nochmal eine Sensation schaffen.“

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13 Kommentare

  1. Gibt es schon Informationen bzgl. eines möglichen Einsatzes von Abraham am Donnerstag?

  2. @1
    Ich vermute stark, dass sowohl David als auch Ante im Flieger sitzen. Da wird es womöglich vorher auch kein Dementi der Eintracht geben, damit man den Überraschungseffekt auf der eigenen Seite hat. Ob sie dann am Ende wirklich zum Einsatz kommen, wird wohl bis zur letzten Sekunde geheimgehalten.

  3. Kennt sich jemand in Mailand aus?

    Wo parkt man am besten ohne mit den Mailändern in Konflikte zu geraten? …und nach dem Spiel wieder nach Hause fahren zu können?

  4. @4
    Kenne mich in Mailand leider auch überhaupt nicht aus, aber hoffe, du bekommst noch eine hilfreiche Antwort. Platz im Auto für einen SGE4EVER.de-Redakteur, der nach Ewigkeiten mal wieder ein Spiel privat sehen möchte, habt ihr nicht noch zufällig? An dieser Stelle auch gerne mal in die Runde gefragt.

  5. Mir gefällt sehr gut, dass Adi Hütter seinen Co-Trainern 100%ig vertraut und die Arbeit inklusive PK und Interviews ihnen verantwortlich delegiert – genauso wie er auch immer jedem Einwechselspieler vertraut eine nahtlos gute Leistung zu bringen, wenn es um etwas geht.

    Peintinger braucht sich nicht als Notrad nur für die Spielzeit fühlen, und die Mannschaft weiß dass Peintinger in Mailand als temporärer Chef mit allen Kompetenzen und dem totalen Vertrauen des ausfallenden Cheftrainers ausgestattet ist.

    Auswärtssieg!
    Forza SGE!

  6. … wirklich schade, dass Abraham und Rebic anscheinend nicht dabei sind. Aber ich bin mir sicher, auch das wird die Mannschaft auch diesmal nicht aus der Bahn bringen können.

  7. Ganz DEUTSCHLAND freut sich auf eine erneut geniale Unterstützung
    unserer Fans nun in Mailand, jedoch …
    ——
    KEINE Pyro-Technik in Mailand !!!
    ——
    …. sollten wir in diesem Wettbewerb noch weiterkommen wollen.
    Und selbst WENN unser selbstherrlicher Präsident
    erneut zu „Rhein in Flammen“ aufruft….
    ——
    KEINE Pyro-Technik in Mailand !!!
    ——
    mille grazie ;-D

  8. @5 Benny Heinrich

    Fahren morgen früh gegen 07:00 Uhr in Frankfurt los und hätten noch Platz für Dich, falls noch benötigt.

    Gib einfach kurz laut, dann klären wir den Rest privat.

    Grüße aus Bornheim

  9. @Homburg1974
    Hoffentlich, das ist das einzige, ausser einem weiterkommen, was ich mir wünsche. Allen Mitfahrern eine gute Reise

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