Diesen Freitag um 18 Uhr beginnt für Eintracht Frankfurt die Pflichtspielsaison 2026/27. In der ersten Runde des DFB-Pokals treffen die Adlerträger in Krefeld auf den Oberligisten SC St. Tönis. Neben dieser Partie sind bei den Hessen momentan vor allem die Aufarbeitung der 0:7-Niederlage bei Brentford und der aktuelle Stand des Kaders Thema. Cheftrainer Adi Hütter spricht in der Pressekonferenz über das letzte Testspiel, die aktuelle Personalsituation und den kommenden Gegner.
Kaua Santos, der in Brentford einmal patzte, aber auch einige Male von seiner Abwehr im Stich gelassen wurde, wird auch in Krefeld im Tor stehen. Sich klar zum Brasilianer als Nummer 1 bekennen möchte sich Hütter auf Nachfrage bezüglich der Torwartsituation aber nicht: „Ich werde am Freitag mit Kaua Santos ins Spiel gehen, dann werden wir sehen, was in Zukunft noch passiert.“ Außerdem wird Robin Koch, der in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt wurde, beim Pokalauftakt voraussichtlich wieder mitwirken können. „Wir gehen davon aus, dass Robin am Freitag einsatzfähig ist.“
Noel Aseko und Nnamdi Collins werden dagegen noch länger auf ihren ersten Pflichtspielauftritt in dieser Saison warten müssen, wobei sich Hütter über die Fortschritte bei Aseko erfreut zeigt: „Noel trainiert tagtäglich mit der Mannschaft. Sein Knie sieht immer besser aus. Er macht das schon richtig gut.“ Komplizierter sieht es dafür bei Collins aus: „Nnamdi wird uns noch ein bisschen länger fehlen, wie lange genau, kann ich nicht sagen“, erklärt der Trainer. Bei der Verletzung handele es sich um Rückenschmerzen mit einer hartnäckigen Entzündung.
„War selber überrascht, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“
Nachdem die Eintracht eine weitestgehend erfolgreiche Vorbereitung absolvierte, verpasste das 0:7 gegen Brentford, bei dem sich die Mannschaft phasenweise völlig überfordert zeigte, der jüngst im Umfeld des Vereins aufgekommenen Euphorie einen herben Dämpfer. „Ich war selber überrascht, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, sagt Hütter. „Natürlich muss man das aufarbeiten. Sowas geht in dieser Form einfach überhaupt nicht. Wir haben sehr viel vermissen lassen.“
Besonders laut sei Hütter nach diesem Debakel nicht geworden. Dem Trainer sei vor allem die Klarheit wichtig gewesen, mit der die Fehler aus dem Testspiel intern benannt wurden. „Wir haben eine klare Analyse gemacht, die Dinge angesprochen, die wir uns in der Form nicht erlauben dürfen“, so der Österreicher. „Die Jungs waren sehr enttäuscht von sich selbst. Es ist in dem Moment sicherlich ein Schuss vor den Bug gewesen. Aber ich denke, wir müssen das Spiel jetzt einfach abhaken.“
Eine Reaktion will der Österreicher dann am Freitag sehen: „Die Mannschaft weiß, dass sie sehr viel besser Fußball spielen kann. Im Spiel gegen St. Tönis sind die Jungs natürlich auch in der Verantwortung, zu zeigen, was sie draufhaben. Wir hatten jetzt einen herben Dämpfer, möglicherweise zum richtigen Zeitpunkt. Deswegen erwarte ich jetzt ein Spiel von uns, in dem wir ab der ersten Minute dominieren und am Ende auch gewinnen.“
„Wir benötigen ein seriöses Spiel“
Dementsprechend ernst nimmt Hütter laut eigener Aussage die Vorbereitung auf das Pokalspiel: „Wir gehen die Partie sehr seriös an. Das ist das erste Pflichtspiel meiner zweiten Ära“, betont er. „Ich fokussiere mich ausschließlich auf die Mannschaft von St. Tönis, die in einem 5-4-1 verteidigt, in der Mittelfeldzone ganz gut steht und versucht, mit ihren schnellen Spielern umzuschalten. Weil wir dieses Jahr nicht international spielen, ist uns der DFB-Pokal auch immens wichtig“, stellt der Trainer klar. „Wir sind Eintracht Frankfurt und wollen nach Krefeld fahren, um da eine Runde weiterzukommen. Dafür benötigen wir ein seriöses Spiel, dann wird sich die Qualität auch durchsetzen.“
In den Testspielen der Vorbereitung hat die Eintracht jeweils aus einer Viererkette heraus agiert. Aber auch die Dreierkette spielt eine Rolle in Hütters Planungen: „Ich bin nicht derjenige, der stur sein 4-2-2-2 durchziehen möchte. Wir wollen flexibel sein. Mir ist sehr wichtig, dass wir auch Dreierkette spielen können. Das ist natürlich auch in meinen Überlegungen.“ Außerdem betont der Trainer die Langfristigkeit des Prozesses, dem Team seine Spielidee zu vermitteln: „Ich möchte auch mal hervorheben, dass alle richtig gut mitgezogen haben. Dass der Prozess mit der Spielanlage nicht von heute auf morgen geht, sollte auch jedem bewusst sein. Wir arbeiten täglich daran, dass wir dahin kommen, wo ich gerne hinmöchte.“
Davon, dass die Frankfurter auf dem Transfermarkt noch tätig werden, ist fast sicher auszugehen. Genauere Aussagen zu möglichen Personaländerungen möchte Hütter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht treffen. „Fakt ist, dass der Transfermarkt noch offen ist und möglicherweise noch Bewegung ins Spiel kommt.“ Beschäftigen will sich der Trainer demnach ausschließlich mit dem ihm aktuell zur Verfügung stehenden Team: „Den Spielern gilt meine komplette Aufmerksamkeit und die muss man auch stärken. Das ist das Wichtigste mit den Jungs, die ich seit knapp viereinhalb Wochen betreue und die es bis auf einen fürchterlichen Tag richtig gut gemacht haben.“
Lob für Götze und Ebnoutalib
Lobende Worte findet Hütter unter anderem für Mario Götze, der nun in seine fünfte Spielzeit als Adlerträger geht. „Es freut mich, dass Mario von sich selber sagt, dass er so fit ist, wie lange nicht mehr. Er hat es bis jetzt auch sehr gut gemacht“, so Hütter über den 34-Jährigen Routinier. „Er ist ein toller Fußballer mit viel Erfahrung. Er kann auf der Zeh spielen und macht es auch auf der Sechs ganz gut. Ich habe mit ihm ein gutes Verhältnis. Wir werden uns auch immer darüber austauschen, welches Spiel schlussendlich zu ihm passen wird. Wie er es momentan macht, finde ich großartig und ich bin froh, dass er in unseren Reihen ist.“
Teilweise noch etwas glücklos agierte Younes Ebnoutalib während der Vorbereitung. „Er ist noch ein bisschen ungeduldig, manchmal vielleicht ein bisschen zu überhastet. Aber er bringt trotzdem vieles mit, was ein Stürmer braucht, weil er arbeitet, Tiefgang hat, versucht, die Bälle festzumachen und für den Gegner immer unangenehm ist“, so Hütter über den Angreifer, den er für Freitag als einen Startelfkandidaten sieht. „Ich finde auch, dass die Kombination mit Johnny grundsätzlich sehr gut passt. Es macht, glaube ich, mehr Sinn, den Druck ein bisschen von ihm zu nehmen. Manchmal setzt er sich vielleicht selber ein bisschen viel unter Druck. Meiner Meinung nach muss man diesen jungen Spielern helfen, Druck wegzunehmen und sich viel mehr auf das zu fokussieren, was sie stark macht.“






5 Kommentare
OT: Geldstrafe über € 341 500,00 für Eintracht Frankfurt
Auch OT, Heimspiel in Krefeld: 'Insgesamt 5.700 Karten umfasst das Kontingent für die Frankfurter Eintracht, die damit auf den Rängen in der Überzahl sein werden. Knapp 11.000 Zuschauer werden insgesamt den ersten DFB-Pokal-Auftritt des SC St. Tönis im Stadion verfolgen können.'
"Noel trainiert tagtäglich mit der Mannschaft. Sein Knie sieht immer besser aus."
Na, wenn das nichts ist. Den Medizincheck grandios bestanden, und ein paar Wochen später ist er schon soweit genesen, dass er tagtäglich mittrainiert. *Ironie aus*
Der eine oder andere Forumskollege hatte die Umstände bzgl. Aseko ja auch schon aufs Korn genommen. Man kann manchmal nur den Kopf schütteln.
Erschließt sich mir auch nicht, das er unter „diesen Umständen“ geholt wurde! Doch was meine ich damit? Ich schrieb es bereits wo anders……hätte man genug Kapital zur Verfügung, würde eine Verpflichtung aufgrund der Perspektive und Leistungsdaten des Spielers durchaus Sinn ergeben.
Nun, nach aktuellen Informationen und Sachlage u.a. der verfügbaren Geldmittel und das erstmal vorrangig zu betrachtende Verkaufen von Spielern, das klaffen von Lücken in der Verteidigung, die lange planbaren Abgänge, war diese Verpflichtung eher nicht nachvollziehbar für mich!
Wenn ich weiß ich muss entsprechend wirtschaften mit meinem Kapital, dann besetze ich erst Vakanzen welche dringender sind!
Wir haben wiederholt 3 Stammkräfte verkauft aus der Verteidigung, Nationalspieler, und haben bisher keinen ersetzt!!!
Unsere Abwehr war selbst mit diesen Spielern offen wie‘n Scheunentor….frage mich wie es kommende Saison weitergehen soll….angenommen wir verpflichten keine Spieler, welche keine Eingewöhnung benötigen! Die müssen erstmal gefunden und bezahlbar sein!
Man kann jetzt schon sagen, dass diese Transferphase hätte anders laufen müssen!
Wenn man die Vereinsbrille mal abnimmt und realistisch an die Sache geht, kann einem nur schlecht werden!
Da sprechen wir nicht über andere Mannschaftsteile!!!
Ich bin der Meinung, dass wir einer 3/5er Abwehrkette spielen sollten.
Baum Koch Theate und als Schienenspieler Knauff und Kosugi. Damit werden die jungen Aussenverteidiger Baum und Kosugi durch erfahrene Spieler unterstützt und abgesichert. Wenn die Reife zeigen kann man immer noch auf 4er Kette im Laufe der Saison umstellen (Nach aktuellem Personalstand).
Könnte dann ein 3322 statt 4222 spielen ;-)
In der Rückwärtsbewegung 5122
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