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Adi Hütter hatte nach dem knappen Sieg gut lachen. Foto: Imago / STEINSIEK.CH

Hütter sieht die richtige Reaktion: „Großes Kompliment an die komplette Mannschaft“

Lange tat sich Eintracht Frankfurt schwer, ehe Younes Ebnoutalib seine Mannschaft in der 77. Minute erlöste und den Deutsche Bank Park zum Beben brachte. Gegen biedere Kölner mühten sich die Adler zu einem glanzlosen, angesichts der Leistungssteigerung nach der Pause aber nicht unverdienten 1:0-Arbeitssieg. Es war der zweite Saisonsieg, der erste Heimsieg seit März und zugleich der Sprung auf Platz acht mit nun acht Zählern. Ein gelungener Start ins Wochenende für den hessischen Bundesligisten.

„Aufgrund der zweiten Halbzeit ist es für mich ein verdienter Sieg“, befand ein sichtlich zufriedener und erleichterter Adi Hütter. Nach der deutlichen 0:6-Niederlage in Leipzig habe seine Mannschaft die richtige Reaktion gezeigt. „Wir haben zurückgefightet.“ Das Team habe von der ersten Minute an „ein anderes Gesicht gezeigt.“ Nicht nur die Wiedergutmachung nach dem Debakel in Leipzig sei wichtig gewesen. „Auch nach einem halben Jahr, in dem wir zu Hause nicht mehr gewonnen haben, freut es mich speziell für unsere Fans, für die ganzen Zuschauer in Frankfurt, dass wir wieder einen Heimsieg feiern konnten“, frohlockte der Cheftrainer.

Hütter lobt Koch und die defensive Stabilität

Ein Sonderlob hatte Hütter für Kapitän Robin Koch parat, auf den nach seiner Auswechslung in der Vorwoche besonders viele Blicke gerichtet gewesen waren. „An dieser Stelle auch ein Extralob für Robin Koch, der heute gezeigt hat, was er imstande ist zu leisten.“ Gemeinsam mit Lilian Brassier bildete der gebürtige Pfälzer das stabile Fundament der Defensive. „Dass wir auch zu null gespielt haben, ist nach einer 0:6-Klatsche in dieser Situation sehr, sehr wichtig“, hob Hütter hervor. Seinen Anteil daran hatte auch Torhüter Noah Atubolu. Bereits nach wenigen Minuten hätte Frankfurt in Rückstand geraten können. „Zuerst muss man mal sagen, dass wir nach einer oder zwei Minuten schon wieder Glück gehabt haben, dass es nicht 0:1 steht“, räumte der Österreicher ein. Zugleich fand er lobende Worte für seine Nummer eins: „Noah Atubolu hat auch eine sehr, sehr gute Leistung gebracht.“

Dem 56-Jährigen gefiel vor allem, wie die Mannschaft mit der schwierigen Ausgangslage umging. „Es war eine erste Halbzeit, in der noch nicht alles gut gelaufen ist, was für mich aber nach einer 0:6-Klatsche normal ist.“ Entscheidend sei gewesen, dass seine Spieler die geforderten Tugenden auf den Platz gebracht hätten: „Sie sind gemeinsam gelaufen. Sie haben sich gegenseitig unterstützt, sich gegenseitig gepusht und gefightet. Und das ist immer das Wichtigste, dass man das macht.“ In Frankfurt werde dieser Einsatz honoriert. Angesichts der Dominanz nach dem Seitenwechsel sei der Erfolg verdient gewesen. „Aufgrund der zweiten Halbzeit, in der wir sehr dominant aufgetreten sind, geht der Sieg absolut in Ordnung und war auch absolut verdient.“

„Kratzen, beißen, zwicken“: Hütters Botschaft kommt an

Hütters klare Ansagen – „Kratzen, beißen, zwicken, 069-Mentalität, unangenehm, unbequem zu bespielen sein“ – scheinen bei seinen Spielern angekommen zu sein. „Das Schönste ist immer, wenn man als Trainer etwas sagt, dass man auch eine Wirkung erzielt“, stellte der sichtlich gelöste Coach fest. Dabei gehe es nicht allein um die starke Leistung von Koch. Vielmehr habe die gesamte Mannschaft die geforderten Prinzipien umgesetzt. „Das Entscheidende ist, dass wir die Prinzipien, die man im Fußball braucht, wieder gezeigt haben. Deswegen großes Kompliment an die komplette Mannschaft, wie sie heute aufgetreten ist.“

Keine Einsatzzeit für Uzun: „Das heißt noch lange nichts“

Auch taktisch setzte Hütter Akzente. Mit der Rückkehr zum 4-2-2-2-System und der Herausnahme des zuletzt formschwachen Can Uzun überraschte der Trainer durchaus. Eine taktische Entscheidung sei das allerdings nicht gewesen. „Mir hat einfach Ritsu Doan sehr, sehr gut gefallen. Mir hat auch Farès Chaibi sehr, sehr gut gefallen“, erklärte Hütter. Auch im weiteren Spielverlauf verzichtete er auf eine Einwechslung Uzuns. „Ich habe heute in diesem Spiel nicht die Situation gesehen, dass ich Can Uzun bringe, weil es ein absolutes Kampfspiel war, wo man alles braucht.“ Seinem Schützling sprach der Trainer dennoch Mut zu: „Deswegen habe ich alles so entschieden, aber das heißt noch lange nichts. Jeder kann sich zeigen und beweisen.“ Das gelte ausdrücklich auch für den türkischen Nationalspieler.

Collins muss verletzt vom Platz

Sorgen bereitete unterdessen Nnamdi Collins, der nach rund 70 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Eine erste Diagnose konnte Hütter zunächst nicht mitteilen: „Ich habe noch keine Informationen.“ Mit der Leistung des deutschen U21-Nationalspielers zeigte sich der Fußballlehrer teilweise zufrieden. „Manchmal Licht und Schatten. Aber was kann man von einem Spieler erwarten, der in der Vorbereitung lange weg war, in einer Woche dreimal 90 Minuten gespielt hat?“ Auf der rechten Außenverteidigerposition habe Collins durchaus gute Momente gehabt, sich aber auch Unsicherheiten erlaubt. Für Hütter war das angesichts der Umstände nachvollziehbar.

Mit Blick auf die kommenden Wochen, unter anderem auf das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund, hofft der Trainer, weiter auf Collins zurückgreifen zu können. „Aufgrund seiner Verletzung – ich hoffe, dass es keine ist, vielleicht sind es auch nur Krämpfe, auch das kann mal vorkommen – hoffe ich, dass es nicht mehr ist.“

Aséko als Joker: „Straßenfußballer, wie im Käfig“

Mit der Einwechslung von Noël Aséko bewies Hütter ein goldenes Händchen. Der zentral defensive Mittelfeldspieler brachte neue Dynamik ins Spiel und bereitete den entscheidenden Treffer mit einer sehenswerten Aktion vor. „Der Sieg, auch dank der tollen Unterstützung und Atmosphäre, war sehr wichtig“, freute sich der Vorlagengeber bei „EintrachtTV“. Die Mannschaft habe die Vorgaben umgesetzt: „Gegenpressing, Spiel mit dem Ball, Spiel gegen den Ball, Positionierung.“ Vor dem Treffer habe er Ebnoutalib gesehen und überlegt, wie er den Ball zu ihm bringen könne. Es folgten schnelle Kontakte und eine technisch anspruchsvolle Lösung: „Sohle und Innenseite – Straßenfußballer, wie im Käfig, da macht man das so.“ Seine Rolle als Einwechselspieler nahm Aséko gelassen an: „Wenn ich eingewechselt werde, will ich dem Team so gut es geht helfen. Manchmal klappt es, manchmal nicht.“

Atubolu erleichtert: „Ein dreckiger Sieg“

Auch Noah Atubolu durfte sich nach seinem überzeugenden Auftritt auf die Schulter klopfen. Der Schlussmann zeigte sich erleichtert und glücklich über den Erfolg: „Es hat richtig gutgetan.“ Für ihn war der Sieg etwas Besonderes: „Der erste Heimsieg in dieser Saison, für mich der erste Heimsieg im Eintracht-Trikot.“ Zwar sei Köln früh zu einer großen Chance gekommen, insgesamt habe die SGE aber stabil verteidigt. „Wir haben zusammen gut verteidigt, wir waren erwachsener“, lobte die Nummer eins. Dabei müsse nicht immer alles perfekt laufen. „Wenn man am Ende gewinnt und der Prozess dadurch weitergeht, bin ich glücklich. Es lief nicht alles rund, aber wenn wir so kompakt und reif spielen, können wir viele Punkte holen.“ Offensiv verfüge die Eintracht über genügend Qualität und sei jederzeit für einen Treffer gut. Gleichzeitig hob Atubolu die Bedeutung der Defensive hervor – und stellte erneut Robin Koch heraus. „Er hatte keine einfache Woche, dafür hat er aber ein unfassbares Spiel gemacht. Er ist ein Leader, er ist vorneweggegangen und hat alles weggemacht.“

Besonders beeindruckt zeigte sich der Torhüter von der Unterstützung der Fans. Nach der deutlichen Niederlage in Leipzig hätten die Anhänger zwar allen Grund gehabt, sauer zu sein, die Mannschaft nach dem Spiel aber dennoch beklatscht. „In diesem Moment dachte ich mir: ‚Boah, was für ein Verein!'“ Auch gegen Köln habe der Anhang die Mannschaft über die gesamte Spielzeit nach vorne gepeitscht. „Die Fans waren einer der Gründe, weshalb wir diesen dreckigen Sieg holen konnten“, betonte Atubolu. Ein Erfolg, der nicht durch spielerischen Glanz, sondern durch Einsatz, defensive Stabilität und Zusammenhalt zustande kam – und der für Frankfurt nach der Vorwoche umso wertvoller war.

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2 Kommentare

Fallback Avatar 1. frankfurter jung 17. Oktober 26, 14:19 Uhr

Ich denke, der Trainer macht den Unterschied. Hütter analysiert, setzt an, handelt und spricht. Natürlich kann nicht jede Maßnahme unmittelbar greifen, aber Adi hat einen wirksamen Plan.
Wortgewandte Trainer hatten wir auch vor Hütter bereits, aber Toppi und Riera
ließen ihren gewaltigen Worten nicht die entsprechenden Taten folgen, sie verpufften. Unsere Eintracht, gestern wie umgewandelt, Adi hat's vorgegeben, verlangt, die Mannschaft hat's umgesetzt.

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Fallback Avatar 2. fan1981 17. Oktober 26, 16:13 Uhr

Und gut das viele Spieler sich die Kritik gefallen haben lassen und auch angenommen haben! Ich hoffe Uzun hat auch die Auszeit sich gefallen lassen und wird auch ein anderes Gesicht zeigen.

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