Die Frankfurter Eintracht schafft den Befreiungsschlag gegen den 1. FC Köln. Die Hessen setzten sich am Ende mit 1:0 als verdienter Sieger gegen die Domstädter durch und fahren enorm wichtige drei Punkte ein. Der erste Heimsieg der Frankfurter seit März sorgte für Euphorie und auch die weiße Weste sorgte für gute Stimmung im Frankfurter Süden.
Wieder „unangenehmer, unbequemer zu bespielen sein“ – Das war die Forderung von Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln, das er als „richtungsweisend“ beschrieb. Zu einfach fingen die Hessen die Flut an Gegentoren gegen Leipzig. Zu stümperhaft wurde verteidigt und zu naiv rannte das Team zum Teil ins offene Messer. Der Trainer reagierte auf die Schlappe am vergangenen Wochenende und ließ Can Uzun zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sicherlich auch ein Signal an den Deutsch-Türken. Für ihn rotierte Mario Götze mit seiner Erfahrung in die Startaufstellung. Zudem wurde auf Viererkette umgestellt, die Younes Ebnoutalib die Möglichkeit gab im Doppelsturm neben Jonathan Burkardt zu spielen. Mit dieser offensiven Ausrichtung setzte Hütter die geplante Marschrichtung schon durch die Aufstellung durchblicken: Nach vorne.
Klar war nämlich schon vor dem Anpfiff, dass das Spiel gegen die Domstädter aus Köln eines von hohem Stellenwert sein würde. Bei einem Sieg würde wieder positive Stimmung einkehren im Stadtwald. Bei einer Niederlage wäre eine handfeste Krise kaum noch wegzureden. Dementsprechend gespannt fieberte das Umfeld der SGE auf den Freitagabend hin.
Um 20:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Benjamin Brand das Flutlichtspiel vor heimischer Kulisse pünktlich an. Die Stimmung war durch eine große Choreographie in der Nordwestkurve direkt gut im Frankfurter Rund.
Turbulenter Beginn
Gegen Leipzig fing die SGE nach 44 Sekunden das erste Gegentore. Exakt wieder nach 44 Sekunden hatten die Kölner ihre erste Großchance. Nach 44 Sekunden schloss Marius Bülter aus gut aus einer guten Situation ab. Noah Atubolu hielt den strammen Schuss aber. Im beinahe direkten Gegenzug hatte dann Ebnoutalib eine gute Gelegenheit für die Hessen. Nach einer schönen Kombination mit Burkardt war sein Abschluss aber mit zu wenig Kraft getreten, sodass Kölns Keeper Marvin Schwäbe keine Probleme hatte, den Ball aufzunehmen. Nach turbulenten ersten fünf Minuten beruhigte sich das Spiel dann aber zunehmend. In der neunten Minute prüfte Fares Chaibi Schwäbe aus spitzem Winkel. Die Aufgabe war aber ebenfalls keine schwere für den Kölner Kapitän zwischen den Pfosten. Das Spiel plätscherte in der Folge so vor sich hin. Keine der Mannschaften konnte so wirklich offensiv zwingend werden. Gleichzeitig gelang es der Eintracht aber auch nicht, so richtig die Kontrolle zu übernehmen. Die Schützlinge von Adi Hütter waren vor allen Dingen auf defensive Stabilität fokussiert und vermieden das Risiko. Das ging aber zu Lasten der Offensive.
Es dauerte bis in die 22. Minute, als Chaibi unter Bedrängnis einen langen Ball behauptete, in den Strafraum eindrang und abschloss. Aber wieder war Schwäbe zur Stelle und konnte klären. Aber die Eintracht wirkte wach und konzentriert und erarbeitete sich ab der 25. Minute zunehmende Spielanteile. Die nächste Großchance hatten aber die Kölner nach einem gut getretenen Freistoß von Borna Sosa in der 31. Minute. Der Freistoß fand Bülter, der frei an den Ball kam und volley abschloss. Atubolu klärte mit einer guten Parade. Das war wohl bis zu diesem Zeitpunkt die beste Torchance des Spiels.
Kurz vor der Halbzeitpause wurde es dann nochmal hitzig. Brassier sah nach einem Foulspiel die gelbe Karte und leistete sich wenige Sekunden später im eigenen Strafraum eine leichtsinnige Aktion: Er schubste den schon am Boden liegenden Luka Lochoshvili. Da hatte der Franzose und auch die Eintracht Glück, dass Schiedsrichter Brand nicht postwendend Gelb-Rot zückte. Mit dem Spielstand von 0:0 ging es dann aber in die Pause, nachdem Said El Mala kurz vor dem Pfiff noch eine gute Konterchance hatte, im Abschluss aber doch deutlich vergab.
Eintracht startet schwungvoll in die zweite Halbzeit
Die Eintracht startete schwungvoll in die zweite Halbzeit. In der 48. Minute setzte Keita Kosugi eine butterweiche Flanke auf die Stirn von Ebnoutalib. Dieser platzierte seinen Abschluss aber nicht gut, sodass der Ball am Tor der Kölner vorbeisegelte. Aber die Eintracht war jetzt da und sie drückte deutlich auf das Kölner Tor. Die Gäste waren nur noch damit beschäftigt, zu verteidigen. In der 55. Minute war es Brassier, der Schwäbe prüfte. Der Schlinge zog sich gefühlt immer weiter zu um den „Effzeh“. In der 58. Minute schlug der heute starke Ritsu Doan einen guten Ball auf Chaibi, der mit dem Kopf aber zu unpräzise in die Arme von Schwäbe köpfte. Die Abschlüsse der Hessen erfolgten in dieser Phase im Minutentakt. Nur eben ohne zählbaren Erfolg. Und so überstanden die Kölner Gäste die Drangphase der Hessen schadlos. Auch deswegen, weil der Spielfluss jetzt immer wieder durch Verletzungspausen zum Erliegen kam.
Ebnoutalib erlöst die SGE
Aber dann schlugen die Frankfurter doch noch zu und trafen zum so verdienten 1:0. Ein genialer Doppelpass in der 77. Spielminute zwischen Ebnoutalib und dem eingewechselten Noel Aseko führte dazu, dass Ebnoutalib zum Abschluss kam. Der Frankfurter Bub schob daraufhin frech an Schwäbe vorbei ins kurze Eck. Und knapp zehn Minuten später hätten die Hessen durchaus erhöhen können. Nach einem Gegenschlag der Hütter-Elf kam Chaibi völlig frei zum Abschluss. Dieser aber wurde von Frankfurts Nummer Acht viel zu unplatziert getreten, sodass Schwäbe einfach nur zupacken musste. Natürlich setzten die Kölner jetzt alles daran, die drohende Niederlage abzuwenden. Aber die Eintracht verteidigte beherzt und leidenschaftlich mit allem, was sie hatte. Und somit fuhr die Eintracht den enorm wichtigen Sieg ein.







8 Kommentare
3 Punkte durch einen Geniestreich nehmen wir doch mit. Das Negative interessiert mich heute nicht, alle waren bei der Sache. Verdienter geht nicht, zu Null und hinten raus nichts eingefangen. Das Wochenende beginnt einfach mal gut.
Leute, ich bin so erleichtert.
Ich liebe dieses Tor.
Erster Heimsieg seit 14.03.2026
Das muss man sich mal überlegen.
Keiner kann ermessen, wie wir uns jetzt fühlen. Dankeschön!
Und jetzt seit einer gefühlten Ewigkeit einfach mal die restlichen Bundesligaspiele entspannt anschauen.
error connection...wie immer.
Verdienter Sieg, aber der Gegner war Köln.
3 weitere Punkte gegen den Abstieg, alles andere wird man sehen.
Heute ging es offensichtlich darum hinten Stabilität reinzubekommen und das ist über weiter Strecken gut gelungen. Die Jungs brauchen Selbstvertrauen und da ist ein mühsames 1-0 besser als ein unterhaltsames 4-3.
Aseko mit vielen starken Aktionen in seiner kurzen Zeit.
Koch heute tadellos und hat sich mehrmals richtig reingehauen, so muss man als Kapitän auftreten. Brassier auf viel gefighter, muss aber aufpassen, dass er es nicht übertreibt.
Ein anderer Schiri hätte ihm die Ampelkarte gezeigt.
Götze hat exakt das gemacht, was er sollte. Ruhe und Stabilität reingebracht. Öfter mal hinten rechts ausgeholfen, wenn Collins zu weit vorne unterwegs war.
Chaibi belebend und agil, aber vor dem Tor harmlos bis zum geht nicht mehr.
Trotzdem ist das Glas heute für mich halb voll.
Wichtiger Arbeitssieg zu null im „richtungsweisenden Spiel“. Das ist sehr viel wert und alles was heute zählt. Adi setzt die richtigen Reize und Grenzen, der macht das gut. Jetzt weiter rein arbeiten und im Winter in der Abwehr verstärken.
Aseko, geiler Kicker!
Starker Einsatz des gesamten Teams, taktisch sehr verbessert, keine Fitness-
defizite. Gut geordnetes Spiel mit einigen feinen Szenen. Manko, wiederholt mangelnde Chancenverwertung, ansonsten machte Chaibi ein ordentliches Spiel. Die Mannschaft muss unter der Woche gut gearbeitet, Hütter jeden einzelnen Spieler erreicht haben.
Einstellung und Ergebnis haben heute gepasst .
Der nächste Gegner ist Dortmund .
Da erwarte ich leider nicht viel …
Danach müssen wir mal eine Serie starten !
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