Adi Hütter und Dauerbrenner Danny da Costa freuen sich wohl beide über ein paar frei Tage.

Die Frankfurter Eintracht geht beruhigt in die Länderspielpause. Mit satten 19 Punkten rangieren die Adlerträger auf Platz zwei der Rückrundentabelle, im Jahr 2019 hat die SGE noch gar keins ihrer 13 Pflichtspiele verloren. Mit neun ungeschlagenen Bundesligaspielen in Folge ist die Eintracht außerdem Liga-Spitze. Grund genug für Trainer Adi Hütter nach der Partie gegen Nürnberg, die Eintracht selbstbewusst als Spitzenteam zu bezeichnen. „Wenn man im Viertelfinale der Europa League und in der Liga auf dem fünften Platz steht, einen Punkt hinter dem Vierten, drei Punkte vom Dritten, sind wir schon ein Spitzenteam geworden von unserer Leistung. 46 Punkte in 26 Spielen. Das sind Fakten.“ Der Österreicher wusste um das Gewicht seiner Worte und gab später schmunzelnd den umstehenden Journalisten zu Protokoll: „Da hab‘ ich euch wieder eine Headline geliefert.“

Stolz auf „dreckigen Sieg“

Nach dem mühseligen, aber insgesamt verdienten 1:0-Arbeitssieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Nürnberg, fand der 49-jährige nur lobende Worte. „Ich bin richtig stolz auf die Jungs,“ erklärte er auf der Pressekonferenz. Später ordnete er die Umstände des Spiels richtig ein, immerhin war es bereits die fünfte Partie im Monat März. „Es ist nicht immer einfach, wenn man als Favorit in ein Spiel geht. Jeder erwartet einen Sieg gegen den Tabellenletzten, da muss man den Druck standhalten und der Favoritenrolle gerecht werden. Das ist uns auf eine ganz ordentliche Art und Weise gelungen. Ich habe gesehen, dass die Mannschaft bis zum Schluss alles raus gehauen hat.“ Dass es gegen Inter Mailand und nun auch Nürnberg Probleme mit der Chancenverwertung gab, wollte Hütter nicht zu hoch hängen, denn „diese Stümperhaftigkeit hat sicherlich etwas mit Müdigkeit zu tun. Wir hatten viele Reisen, viele Spiele.“ Bereits im Vorfeld der Partie wäre er „mit einem dreckigen Sieg zufrieden.“ Den gab es für die Eintracht auch, die drei Punkte nehmen die Hessen gerne mit.

Mit Elan in die nächsten Aufgaben

Über die nun anstehende Länderspielpause ist der Trainer keineswegs böse, die vielen Strapazen mit vielen, kurz aufeinanderfolgenden Spielen, haben an den Kräften gezehrt. „Wir nutzen die Möglichkeit, die Spieler zu regenerieren. Wir werden etwas runterfahren, lockeres Training machen.“ Dazu gehören auch drei freie Tage für die Mannschaft, um die Akkus wieder aufzuladen. Tage, die sich auch der Coach selbst verdient hat, der seit Anfang Januar nicht mehr zu Hause war. Notwendig ist die Pause allemal, damit man „bereit ist, um mit neuem Elan in die nächsten Aufgaben zu gehen.“

Rebic braucht noch etwas Zeit

Bei ihm hoffen alle, dass er gesund aus der Nationalmannschaft zurückkehrt – Ante Rebic.

Am Sonntag konnte Ante Rebic, die Dampfwalze auf zwei Beinen, nach seiner Knieverletzung wieder etwas Spielpraxis sammeln. Ihm gelang auch gleich ein Tor, welches der Video-Assistent allerdings korrekterweise wegen Abseits zurückpfiff. Dennoch sieht sein Trainer ihn noch nicht wieder bei 100 Prozent: „Ich denke schon, dass es noch ein wenig dauert bei Rebic. Es ist nicht einfach, wenn man so viel Therapie hatte und Muskeln aufgebaut hat.“  Insofern erwartete Hütter nach der Einwechslung gar nicht, dass er „gleich alles niederläuft.“ Nun muss der gerade genesene Rebic direkt zur kroatischen Nationalmannschaft, die in den kommenden Tagen auf Aserbaidschan und Ungarn trifft. Auf die Idee, Trainer Zlatko Dalić Anweisungen zu Einsatzzeiten des Pokalhelden mitzugeben, kommt Hütter aber nicht. „Es ist nicht meine Aufgabe, dass ich den Nationaltrainern sage, wie sie ihre Spieler einsetzen müssen.“ Der Coach sieht hier viel mehr die Spieler selbst in der Verantwortung, denn „die Spieler wissen am besten, ob sie müde sind und müssen das dann kommunizieren.“ 

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2 Kommentare

  1. Ich finde die Länderspiele für Rebic nicht problematisch. Rebic war ja viel weniger auf dem Platz als die anderen Stammspieler. Für ihn ist es vielleicht sogar gut, mal den Motor warm zu laufen. Klar hat er auch viel individuell gemacht und Physio, und das sicher auch intensiv, aber eben auch gesteuert. Das war manche Jungs in den letzten drei Spielen abgerissen haben, war ganz und gar nicht kontrolliert sondern bis zur Erschöpfung mit Körperkontakt und Druck eines Gegers, der auch ein Tor machen will, ja muss. Von daher denke ich mir bei Rebic am wenigsten. Ich sorge mich um die berühmten Dauerbrenner wie Kostic oder auch Gaci. „Zum Glück“ ist Da Costa nicht nominiert, oder Rode. Die werden richtig frisch werden nach der Woche.

  2. Ich seh die Nominierungen für die Länderspiele unterm Strich sehr positiv. Jede Nominierung für eine Auswahlmannschaft motiviert einen Sportler – es ist Anerkennung vom Heimatland für das Geleistete in der Fremde, es bringt weitere wichtige persönliche Erfahrungen und es lässt einen Spieler reifen, da er abseits des Ligaalltags mal über den Tellerrand blicken kann.

    Adi Hütter hat recht – wenn ein Spieler jedoch fühlt, dass er eigentlich fit ist aber Schonung braucht, dann muss er das mit seinem Nati-Trainer besprechen und dann für sich die richtige Entscheidung treffen.

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