Lukas Hradecky steht gut gelaunt und entspannt Rede und Antwort.
Lukas Hradecky hat auch im Trainingslager immer etwas zu lachen.

Lukas Hradecky, der Torhüter der Eintracht, steht mit einem Notendurchschnitt von 2,28 schon wieder an der Spitze des von den SGE4EVER.de-Usern erstellten Notenrankings der bisherigen Saison. Der Finne befindet sich also auf dem besten Wege seinen Titel „Adler der Saison“, den er in der letzten Spielzeit ergattern konnte, zu verteidigen. Obwohl der 27-Jährige erst seit eineinhalb Jahren bei den Hessen ist, zählt er schon zu den absoluten Lieblingen des Anhangs. Das liegt aber nicht nur an den starken Reflexen und Paraden, sondern auch am Charakter und Gemüt des finnischen Nationaltorwartes. Egal wo man ihn sieht, er trägt eigentlich immer ein Lächeln auf den Lippen. Dies ist auch im Trainingslager in Abu Dhabi zu beobachten: Schmunzelnd, lächelnd, immer wieder zu einem frechen Spruch bereit, scheint der Finne, der mit einem mehr als passablen Deutsch aufwarten lässt, in guter Stimmung zu sein. Wer kann es ihm verdenken nach so einer überzeugend guten Hinrunde, sowohl von ihm selbst, als auch vom ganzen Team. Am Rande des Trainingslagers sprach der Rechtsfuß unter anderem über die bisherige Saison, seine Ziele mit der Mannschaft und seine Abneigung gegenüber Frankfurter Spezialitäten.

So hart, wie ihre Körper es zulassen

Hradecky hat in seiner vergleichsweisen kurzen Zeit in Frankfurt in Armin Veh und Niko Kovac zwei unterschiedliche Trainer erlebt. Seit das Trainerteam um die Brüder Niko und Robert Kovac zur Eintracht gekommen ist und mit dem Ziel Klassenerhalt eine äußerst schwierige Mission antraten, geht es stetig bergauf im Frankfurter Stadtwald. Elf Monate später steht das Team der Eintracht nach 16 gespielten Spielen auf dem vierten Tabellenplatz. „Der Niko hat natürlich mehr wissenschaftliche Methoden mit ins Training gebracht. Die Jungs arbeiten so hart, wie ihre Körper es zulassen. Ich denke, dass hat für eine bessere Kondition gesorgt und jetzt können wir mehr laufen, wir haben mehr Anspielstationen, weil es mehr gibt, die rennen“, vergleicht der Keeper die beiden Trainingsarten seiner bisherigen Übungsleiter. Deutliche Worte des Nationalspielers, der mit nur zwölf Gegentoren Teil der zweitbesten Defensive der Liga ist. Er betont aber auch, dass es ebenso Spiele gab, wie der 3:0-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz 05, in denen die Eintracht das Glück des Tüchtigen an ihrer Seite hatte: „Wir hätten das Spiel auch verlieren können. In der ersten Halbzeit können wir auch 2:0 hinten liegen. Aber manchmal brauch man das Glück. Wenn man sich selbst traut, dann passieren solche Dinge und die 50:50 Spiele kippen auf unsere Seite.“ Taktisch begründet er die deutlich stärkere Defensivleistung der Mannschaft vor allem auch mit der unter Kovac deutlich verbesserten Kompaktheit im Team und dem Drang der Spieler, das Wissen, welches der Trainer ihnen vermittelt, aufzusaugen: „Die Spieler hören in den Besprechungen genau was Niko haben will und das hilft uns sehr.“
Er selbst habe sich im Vergleich zur Vorsaison aber wenig verändern müssen: „Ich mache eigentlich das gleiche wie letztes Jahr. Aber die Mannschaft spielt einfach besser. Eigentlich muss ich auch gar nicht mehr so viele Bälle halten. Letztes Jahr war ein bisschen mehr zu tun.“ Dies stellt für ihn aber kein großes Problem dar, da er die Konzentration auch in Spielen, in denen er wenig zu tun bekommt, aufrecht erhalten könne: „Aber natürlich muss ich da sein, wenn die Schüsse kommen.“
Auffällig ist bei dem 27-jährigen vor allem die Ruhe in Eins-gegen-Ein Situationen. Diese Eigenschaft, habe er schon während seiner Zeit in Dänemark gehabt. „Das habe ich mit hierher gebracht und das will ich immer noch so machen. Ich lasse die Stürmer den ersten „Move“ machen. Man will den Zuschauern und Mitspielern ja auch zeigen, dass man ruhig bleibt, egal was passiert“, so der in der Slowakei geborene Torwart.

40 Punkte – sagt der Fredi

Ruhe ist auch das, was die Verantwortlichen ausstrahlen, wenn es um die Ziele der Saison geht. Doch wohin geht die Reise für die Eintracht? Auch diese Frage stellte sich Hradecky selbst und sagt mit einem großen Schmunzeln: „Der Fredi und der Niko sagen, dass das Ziel die 40 Punkte sind. Offiziell muss ich das sagen.“ Er selbst lässt aber durchblicken, dass er damit, nach der starken Hinrunde, nicht zufrieden wäre. Die Ausgangsposition, in die sich die Mannschaft gebracht hat, soll in den ersten beiden Spielen des Jahres in Leipzig und auf Schalke bestätigt werden: „Wenn wir in der Spitze bleiben wollen, dann können wir hoffentlich auch was in den zwei Spielen holen. Damit wir Schalke weiterhin hinter uns lassen und die Distanz auf Leipzig verkürzen können. Das wäre top.“ Optimistisch stimmt den Tormann vor allem die Arbeit von Niko Kovac, der die Mannschaft mit seiner Disziplin und Intelligenz immer top einstellt. Das Patentrezept von Kovac, die harte Arbeit und das Teamwork, hat auch Hradecky schon aufgesaugt: „Wir müssen wieder als Team arbeiten. Das ist zwar ein Klischee, aber als Eintracht können wir nicht als Einzelspieler auftreten und machen was wir wollen.“
Kann man das auf den Platz bringen, die Form bestätigen und ähnlich erfolgreich aufspielen wie im ersten Teil der Saison, so liegt eine Platzierung in den europäischen Plätzen im Bereich des Möglichen. Auf die rauschenden Europapokalnächte wie beispielsweise in Bordeaux angesprochen, gerät er ins Träumen: „Natürlich wäre es wunderschön, das wieder zu schaffen und das selbst zu erleben.“ Zunächst gelte es aber, ein Ziel nach dem anderen zu verfolgen und erstmal den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen: „Wir haben uns in eine gute Position gebracht mit einer tollen Hinrunde, aber es ist noch nicht vorbei. Es gibt noch 18 Spiele in dieser Rückrunde und da kann alles passieren. Das erste Ziel ist nicht abzusteigen. Dann können wir auf die höheren Tabellenplätze schauen.“

Mit dem Adler im Herzen zur Verlängerung?

Dass Lukas Hradecky, der von sich selbst sagt, dass er den Adler im Herzen trägt, mittlerweile schon einen gewissen Kultstatus in Frankfurt genießt, liegt seiner Meinung nach vor allem an seiner Einstellung auf dem Platz: „Ich gebe hundertundzehn Prozent von mir als Mensch und als Spieler. Das gehört denke ich dazu. Dass die Fans mich so lieben, dass sie mich mögen, das ist für mich ein Extra. Es ist einfach schön, dass das so geworden ist. Ich muss weiter so spielen, dann bekomme ich die Liebe zurück.“ Er lässt absolut keinen Zweifel daran, dass er sich in Frankfurt sehr wohl fühlt. Er gibt aber selbst zu, dass er einen solch positiven Werdegang nich unbedingt erwartet hätte: „Das hat mich auch selbst überrascht, wie gut das gelaufen ist. Ich wusste, dass ich ein ganz guter Torwart war. Aber wo ich jetzt stehe, wenn ich eineinhalb Jahre zurückschaue. Ich habe Glück gehabt. Ich bin dankbar, dass ich geholt wurde und zum ersten Torwart gemacht wurde. Dann haben die Leistungen das bestätigt.“

Seit einigen Wochen kursieren auch Gerüchte über eine Vertragsverlängerung des Finnen im Frankfurter Blätterwald. Der 34-fache Nationalspieler betonte bereits mehrfach, dass er sein Arbeitspapier gerne verlängern würde: „Wie gesagt, ich fühle mich wohl. Ich hoffe, dass wir das hinbekommen, dass wir einig werden. Es ist aber alles entspannt, ich habe ja noch eineinhalb Jahre.“

Obwohl er sich in Frankfurt sehr wohl fühlt und den Adler im Herzen trägt, hat der Keeper noch ein Problem: Den Äppler. Mit dem hessischen Nationalgetränk wird er wohl nicht mehr allzu warm: „Den habe ich probiert, aber der schmeckt mir nicht so. Ist nicht mein Ding. Vielleicht habe ich den falschen getrunken. Ich glaube ich bleibe bei Bier.“ Offen ist scheinbar auch noch der Besuch eines traditionellen hessischen Lokals. Grüne Soße oder Handkäs‘ mit Musik habe der sonst so offene Hradecky bis jetzt noch nicht probiert. Die Eintrachtfans hoffen, dass er dafür noch genügend Zeit hat – mehr als die nächsten eineinhalb Jahre.

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12 Kommentare

  1. Lukas, Du bist ein Supertyp, mach weiter so und verlängere Deinen Vertrag direkt um 3 Jahre! 🙂

  2. Lukas du muss mit Äppler üben.
    Ich komme von Guiness Wurzel ,bin aber làngst konvertiert. Einfach am Ball bleiben und nur hausgemachte Äppler trinken.Das andere brennt dir den Magen weg

  3. Zunächst gelte es aber, ein Ziel nach dem anderen zu verfolgen und erstmal den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen: „Wir haben uns in eine gute Position gebracht mit einer tollen Hinrunde, aber es ist noch nicht vorbei. Es gibt noch 18 Spiele in dieser Rückrunde und da kann alles passieren. Das erste Ziel ist nicht abzusteigen. Dann können wir auf die höheren Tabellenplätze schauen.“

    Danke Lukas! Genauso hätte ich es auch formuliert.
    Nüchtern. Sachlich. Unaufgeregt. Bodenständig. Realistisch.
    Alles Weitere wird man nämlich bald sehen.

  4. „Der Fredi und der Niko sagen, dass das Ziel die 40 Punkte sind. Offiziell muss ich das sagen.“ Er selbst lässt aber durchblicken, dass er damit, nach der starken Hinrunde, nicht zufrieden wäre. “ Das ist aber auch eine Aussage aus dem Artikel 😉

  5. Es wäre ja auch schade und unverständlich, wenn unsere Jungs nach der tollen Hinrunde nicht auf die Plätze für Europa schauen, hoffen und kämpfen würden. Es sind Sportler ! Die wollen den Erfolg !
    Im Unterschied zu den Vorjahren stimmt jetzt aber auch das Umfeld, das Training und natürlich auch die Besinnung auf die schlechteren Tage.
    Insofern alles im grünen Bereich, erst die 40 Punkte und dann ist noch lange nicht Schluß.
    Forza SGE !

  6. Schon so lange hier und noch nicht grüne Soße und Handkäs probiert? Geht der zu Caio´s Tanke oder was?

    Und wahrscheinlich hat er auch nur die Industrie-Ebbelwoi-Plörre probiert. Einfach mal in den Buchwald oder zum Schuch o.ä., da kann er alle drei Sachen mit Qualität probieren. Dann klappt´s auch mit dem Ebbelwoi.

    Am Ende ist aber nur die Vertragsverlängerung wichtig, Lukas ist eine der besten Verpflichtungen, die wir die letzten Jahre hatten.

  7. Die Realität wird uns schnell einholen. Denke nicht das wir Europa spielen werden. Zumal es viel zu früh kommen würde und wir die Doppelbelastung überhaupt nicht Stand halten können. Mit Vallejo und Mascarell brechen uns direkt zwei wichtige Stammspieler weg. Huszti und Meier werden nicht jünger und vorne im Sturm sieht es hinter Alex doch recht „mau“ aus.

  8. alpi, du alter Optimist. Bei Mascarell gab es außer einem kurzzeitigem Gerücht kein Anzeichen, das Real ihn zurückkaufen will. Wozu auch. Vallejo hat gerade gesagt, dass es keinen Kontakt zu Real gibt ( außer unter den Athletik-Trainern ) und es gut sein kann , dass er nicht zurück muss. Körbel sagt er geht nicht von einem Einbruch der Mannschaft aus ( sind seine Eindrücke und der Mann ist kein Ahnungsloser). Vor dem Hintergrund habe ich leichte Zweifel, dass deine Aussagen so zutreffen. Bei Meier und Huszti gebe ich dir aber recht. Beide werden älter . 😉 Übrigens wurde hier ja gerade gestern thematisiert, dass Meier inzwischen eine andere Rolle einnimmt und andere mehr in den Vordergrund kommen. Huszti ist gut, aber auch seinen Ausfall nach seinem schwachsinnigen Platzverweis konnten wir problemlos kompensieren.

    Deshalb mache ich mal den Gegenpol zu Dir. Mascarell bleibt, Vallejo haben wir noch ein weiteres Jahr und wir spielen nächste Saison in Europa….. Das schöne ist: Wenn ich recht habe, freut es in dem Fall auch dich 😉

  9. @8
    Dem kann ich nur zustimmen. Sofort aussortieren, den Mann. Keine Identifikation mit Verein und Region. Äppler schmeckt nett – isses denn zu fassen … ???

  10. „Mascarell bleibt, Vallejo haben wir noch ein weiteres Jahr und wir spielen nächste Saison in Europa“
    Wenn beide bleiben OK 😀

  11. Deal alpi 😉 Ich klär das mit Real und Bobic ab. Sollte Vallejo gehen und Mascarell bleiben, werden wir sicher einen ( nicht ganz so guten aber auch guten ) IV holen. Ich bin da Optimist.

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