Daichi Kamada (li.) traf im Testspiel gegen Luzern auf Vorlage von Danny da Costa zum 1:0. (Bild: imago/Geisser)

Nach der 1:5-Niederlage am vergangenen Mittwoch gegen Young Boys Bern hat Eintracht Frankfurt das zweite Spiel im Rahmen des Uhrencups gewonnen: Mit einem 3:1 (2:1)-Sieg endete die Partie am Freitagabend gegen den FC Luzern im schweizerischen Biel. Daichi Kamda (8. Spielminute), Sebastien Haller (17.) und Goncalo Paciencia (71.) waren für die Hessen erfolgreich. Für den Tabellenfünften der vergangenen Saison in der Schweizer Super League traf Idriz Voca (44.). 

Folgende Spieler schickte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor etwa 1.900 Zuschauern in der Tissot-Arena von Beginn an auf den Platz: Rönnow – Tuta, Hasebe, Willems – da Costa, Durm, de Guzman, Stendera, Kamada – Rebic, Haller.

Starke erste Hälfte der SGE

Die SGE begann stark verbessert im Gegensatz zum letzten Auftritt gegen Bern. Besonders nach vorne wirkte das Spiel geordneter. So kamen die Hessen in der vierten Spielminute erstmals gefährlich vor das Tor. Von der linken Grundlinie kam der Ball gefährlich auf den Sechzehner, doch Jonathan de Guzman brauchte etwas zu lange, um den Abschluss zu finden. Besser machte es dann Kamada in der achten Minute: de Guzman brachte auf der rechten Seite Danny da Costa ins Spiel, der zurück auf den Fünf-Meter-Raum passte, wo der Japaner nur noch einschieben brauchte und zur 1:0 Führung traf. 

Auch hinten sah das Spiel von Hütters Mannschaft strukturierter aus. In der 13. Minute kam Luzern zwar erstmals gefährlich vor das Tor von Frederik Rönnow, doch Stürmer Shkelqim Demhasaj traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Mehr als ein erster Warnschuss der Schweizer war das nicht, denn nur eine Minute später setzte die Eintracht den nächsten Angriff. Ante Rebic scheiterte mit seinem Schuss aus 16 Metern jedoch am Luzerner Schlussmann, dem deutschen Marius Müller. In der 17. Minute dann die nächste Offensivaktion der Hessen, in der da Costa seine zweite Torvorlage des Spiels gelang. Seine Flanke fand Haller, der aus kurzer Distanz problemlos zum 2:0 einnickte. 

Agiler Rebic, auffälliger Haller 

Auch in der Folge hatte die SGE die Partie stets im Griff. Die Adler ließen Ball und Gegner laufen. So gehörte die nächste Chance erneut Haller, der diesmal mit seinem Kopfball nach Flanke vom agilen und spielfreudigen Rebic aber an Müller scheiterte (22.). Gefährlich für den Luzerner Torwart wurde es auch in der 31. Minute, als Rebic de Guzman Richtung Grundlinie schickte, der das Leder aussichtsreich vor das Tor passte. Haller wurde im letzten Moment jedoch entscheidend gestört, somit verpasste er den Ball nur knapp. Ein weiterer Kopfball von Haller landete nach einer Ecke von de Guzman auf dem Tordach (36.). 

Fünf Minuten vor der Pause kamen die Schweizer besser ins Spiel. So brandete dann erstmals Jubel bei den Luzerner Fans auf. Nach einem Freistoß stand Blessing Eleke jedoch im Abseits, sodass sein Kopfballtreffer folgerichtig nicht zählte. Nachdem Demhasaj mit seinem Volleyschuss noch deutlich zu hoch zielte, legte er in der 44. Minute mehr Präzision an den Tag. Sein Pass fand nach einem schön herausgespielten Angriff Idriz Voca, der per Direktabnahme Rönnow überwinden konnte und somit zum 2:1-Halbzeitstand aus Sicht der Eintracht verkürzte. 

In der Pause wechselte Trainer Hütter die Mannschaft bis auf Torwart Rönnow komplett aus. In Durchgang zwei standen somit folgende Spieler auf dem Feld: Rönnow – Toure, Russ, Ndicka – Chandler, Kostic, Kohr, Torro, Gacinovic – Paciencia, Joveljic.

Chancenarme zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit verlief im Gegensatz zur ersten ausgeglichener. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend in der ersten Viertelstunde und es passierte nichts Nennenswertes. Dem Spielgeschehen angemessen resultierte die erste Chance eher aus dem Zufall heraus. In der 62. Minute brachte Filip Kostic den Ball von links scharf in die Mitte. Von einem Luzerner Abwehrspieler abgefälscht landete der Ball am Pfosten, woraufhin das Spielgerät direkt in die Arme von FCL-Torwart Müller flog. In der 71. Minute brachte Kostic von der Grundlinie erneut ein flaches Zuspiel in den Strafraum. Der mitgelaufene Stürmer Paciencia vollendete eiskalt ohne Schwierigkeiten zum 3:1. 

Der Portugiese leitete dann fünf Minuten später den nächsten Angriff ein. Der Pass in die Schnittstelle der Abwehr erreichte Dejan Joveljic, der seinen Gegenspieler abschüttelte und von der Strafraumkante abschloss. Der Schuss in Richtung rechtes unteres Toreck des Serben war jedoch dankbare Beute für Keeper Müller. In der 85. Minute kamen die Luzerner durch Francesco Margiotta erstmals in der zweiten Hälfte gefährlich vor den Eintracht-Kasten, doch die Direktabnahme des Stürmers entschärfte Rönnow reaktionsschnell. In der 89. Minute hatte die Eintracht die letzte Möglichkeit der Partie, doch Dominik Kohr scheiterte aus spitzem Winkel an den Beinen von Müller.

Die Eintracht verabschiedet sich also mit einem 3:1-Sieg vom Uhrencup in Biel. Am Samstag werden die Hessen ihre Zelte in der Schweiz abbrechen und aus dem Trainingslager zurück nach Frankfurt reisen. Als nächstes feststehendes Spiel wartet dann die Auswärtspartie der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag, 25. Juli, gegen den estnischen Vertreter von Flora Tallinn oder den Serben von Radnicki Nis. 

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19 Kommentare

  1. Wie schon am Mittwoch geschrieben, es ist mal wieder ein Testspiel/Trainingseinheit gewesen mit sehr guten und schlechten Ansätzen, was leider immer noch kein wirkliches Resume bilden lässt 😉 Es wird erst spannend in 2 Wochen mit dem ersten Euro League Spiel. Natürlich hat mir das Spiel als Eintracht-Fan extrem gut gefallen, dass ist halt so in meiner DNA veranlagt. Ich denke es war wieder richtig mit 2. verschiedenen Mannschaften pro Halbzeit anzutreten um sich einspielen zu können mit den verschiedensten Spielern des Kaders.

    Und glaubt mir es wird sich Personell (Zu-/Abgänge) noch so einiges bei uns tun, positiv sowie negativ.

  2. Das Spiel war ganz ok. Man konnte einiges an Eindrücken rausziehen. Mann mann, schade wegen Sow.

  3. Auf Grundlage meiner Eindrücke des heutigen Spiels und den gegenwärtig vorhandenen Spielern, würde meine Aufstellung wie folgt aussehen:

    Rönnow

    Abraham-Hasebe-N’dicka

    Da Costa – Kohr- Torro – Kostic

    Kamada

    Haller-Rebic

  4. Eintracht Frankfurt mit 38 Millionen Ablöse für Haller offenbar zufrieden
    Mal wieder eine neue Schlagzeile im Fall Haller.Die kolportierten Zahlen werden immer weniger. Warum nicht verschenken frag ich mich.
    Die Engländer schmeißen nur so mit Millionen um sich.
    Wir würden unseren wichtigsten Spieler verlieren. Selbst wenn wir 50 Millionen verlangen würden, würden die das bezahlen.
    Ich hoffe das unsere Verantwortlichen wissen was sie da tun und einen klaren Plan B haben. Wirtschaftlich sinnvoll aber es muss auch sinnvoll darüber nachgedacht werden wer die Lücke am besten schließen soll.Und sowas wächst nicht wie der Pilz im Wald.
    In zwei Wochen fangen die ersten Pflichtspiele an.Wenn uns einer nach dem anderen verlässt wird es sau schwer.
    Aber noch ist ja nichts unterschrieben..Also abwarten was kommt.

  5. Ich fand das Spiel gar nicht so schlecht. Klar Luzern war ne klasse schlechter als YB bern aber immerhin hat unsere sge spielerisch mal was zeigen können und viel weniger Fehlpässe gespielt.
    Kamada hat mir ganz gut gefallen.

    Die Einstellung hat gestimmt und so sehr ich auch auf rönnow drauf gehauen habe, hat auch er seine Sache ordentlich gemacht. Bei dem Gegentor keine Chance und die 2 Bälle die er halten musste gut pariert.

    Dieser Uhrencup war meiner Meinung nach schon ein guter test. Schade das wir nicht erst gegen Luzern gespielt haben um dann gegen Bern fit zu sein.

    Ich hab eh keine Ahnung und Fredi wird das schon machen aber bitte halte rebic und Haller.
    Joveljic wird noch etwas Zeit brauchen aber schon gute Ansätze.

    Gibt es eigentlich noch ein spiel vor dem EL Spiel? Steht zumindest nichts im Kalender unten.

  6. @3:

    Die Anfangsformation fände ich auch gut.
    So könnte man in die ersten Pflichspiele starten.

    Rebic: Hab ihn heute mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

    Mir ist aufgefallen, dass er oft in der gegnerischen Hälfte einen Mitspieler neben oder hinter ihm anspielt und dann in die freien Räume in Richtung Tor startet und nur auf den schnellen Pass in seinen Laufweg wartet.
    Diese Doppelwechsel verpassen die von Rebic angespielten Leute zumeist.
    Wenn da einer mal heute mit Rebic mitgedacht hätte, wären paar vielversprechende Aktionen bei rausgekommen.
    Da tat er mir schon etwas Leid.
    Das er nen wuchtigen Antritt hat und jeden abhängen kann, wissen wir seit dem DFB Finale.

    Und seine gefährlichen Diagonalläufe zum Strafraum hin hat er heute zum Glück wieder mal gezeigt.

    Zu Kamada:
    Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Kamada bei uns tatsächlich durchstarten wird.
    Klappt zwar noch nicht alles aber das sah schon sehr vielversprechend aus heute.
    Mittwoch sah das schon recht ordentlich aus und heute hat er sich gesteigert.

    Freu mich schon derbe auf die ersten Pflichtspiele und bin wirklich tiefenentspannt.

  7. Ich fand das Mittelfeld Stendera de Guzman auf jeden Fall präsenter als das Mittelfeld Torro Kohr. Ich würde mich also der Meinung von Marcel nicht anschließen und es bevorzugen wenn Stendera spielt.

  8. @4

    Ich vertraue da komplett unserem Management und bevor nicht von offizieller Seite ein Transfer bestätigt wird, lohnt es sich nicht über irgendwelche Gerüchte aufzuregen.

    @6
    Und genau in diese Give and Go Situationen muss sich Rebic bringen und natürlich von seinen Mitspielern gebracht werden, was heute eigentlich nur im Zusammenspiel mit Kamada funktioniert hat. Wenn das noch mehr der Mannschaft und im speziellen Rebic eingeimpft und bis zum Erbrechen trainiert wird, dann könnte unsere Offensive noch mehr Durchschlagskraft bekommen! Ich habe heute im Ansatz eine Weiterentwicklung von Rebics Spielweise erkennen können und hoffe, dass das heute keine Ausnahme bzw. kein Zufall gewesen ist, sondern bewusst gewollt!

  9. RB Leipzig ist 1:4 gegen FC Zürich untergegangen. Sie überlegen die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden

  10. Das mit Haller und Rebic ist ja ganz nett, aber ich muss auf die Stürmer schauen, die hier auch weitermachen und mit denen man planen kann. Joveljic, Kamada, Paciencia. Alle drei haben einen guten Eindruck gemacht, zwei haben getroffen. Passt.

  11. Ich rechne auch mit Kamada, mit ihm als 10-er könnte was werden.
    Haller wäre herber Verlust, vor allem nicht für 38 Mio, hat er etwa Austiegsklausel?
    Was war mit N. Müller, ist er schon weg? Nicht gesehen, nichts gehört.

  12. Hütter zu Causa Haller:

    BIEL – Unmittelbar nach dem Spiel gegen den FC Luzern (3:1) in Biel hat Eintracht-Trainer Adi Hütter Stellung bezogen zu den Gerüchten, nach denen Sébastien Haller zeitnah zu West Ham United wechseln könnte. „Die Gerüchteküche, die vielleicht keine mehr ist, brodelt. Da muss man die Ruhe behalten“, sagte Hütter, „es ist die Entscheidung des Spielers, wenn er sagt, ich möchte eventuell den Verein verlassen, wenn das komplette Paket stimmt.“ Sportlich wäre Hallers Weggang ein „großer Verlust“.
    Hütter bestätigte quasi, dass der Eintracht inzwischen ein konkretes Angebot vorliegt. Angeblich bietet West Ham 40 Millionen Euro. „Schlussendlich muss der Spieler selbst entscheiden, ob er bei Eintracht Frankfurt bleiben möchte oder die Chance nutzt in eine andere Liga zu gehen. Ich versuche ihn das eine oder andere schmackhaft zu machen, Seb hat aber auch ein klares Ziel. Es fließt noch Wasser den Main runter bis es schlussendlich rüber ist.“ Interpretiert man Hütters Worte richtig, rechnet der Trainer nun mit dem Weggang seines besten Stürmers.

    Erschienen im Wiesbadener Kurier

  13. 38 oder 40 Mio.? Würde ihn für 25 abgeben, ist dann eine gute Tat für die steinreiche Premiere League, wo die meisten Klubs schon aufgrund der TV-Gelder viel höhere Ablösesummen stemmen können… Aber wir haben nur 7(?) Mio. bezahlt, fettes Plus! Bloß keine marktgerechten Transfererlöse erzielen, siehe bereits Jovic, wo Real noch Kohle für den Hazard-Deal brauchte, bzw. sparte. Naja, was soll’s. Vielleicht verbindet uns ja auch demnächst eine tiefe Freundschaft zu Westham. 🙂

  14. Genau, sie stehen im Schaufenster und das ist bis jetzt alles. Ergo wurde weder Haller noch Rebic abgegeben und beide sind gegenwärtig Spieler von Eintracht Frankfurt.

  15. Ei ja sicher. Da machste jetzt ein agreement, dass sie für die Euro Quali noch mitmischen und danach werden sie getauscht. Das ist doch alles kein Hexenwerk. Das würde doch keiner anders machen.

  16. Aber mal im ernst. Ich bin zur Zeit echt stinksauer.
    Man sollte sich das Papier in Zukunft sparen um Verträge zu unterschreiben. Zählt ja alles nichts mehr.
    Ein Spieler kommt zu einen Verein, unterzeichnet einen Vertrag…ohne Ausstiegsklausel…und fühlt sich pudelwohl. Nach einen oder zwei Jahren bekommt der junge Mann plötzlich Durchfall nach seinem Frühstück.Promt stehen sein Berater und andere Vereine auf der Matte, und suggerieren wo anders ein noch besseres Umfeld mit viel mehr Geld.
    Ich beziehe das nicht auf nur einen Verein. Das ist ein scheiss Business geworden dieses Fussballgeschäft.
    Es zählt einfach nichts mehr.
    Und jetzt mal ehrlich…Mir tun die Trainer oftmals leid wenn sie morgens aufstehen und nicht mal wissen wer zu Mittags fröhlich zum Training kommt oder wechseln möchte. Planungssicherheit sieht anders aus.
    Sicherlich ist das alles ein komplizierter Prozess dieses Fussballgeschäft.Aber als Fan eines Vereins der sich morgens Gedanken macht welchen Trikotnamen er sich beflocken lässt,der dann in ein paar Wochen nicht mehr up to date ist,ist genau so beschissen.
    Ihr könnt jetzt auf mich ein prügeln wie ihr wollt, aber dies ist zur Zeit mein Gemütszustand.

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