Eintracht Frankfurt hat in Leipzig nicht nur drei Punkte verloren, sondern ein echtes Warnsignal gesendet. Beim 0:6 gegen RB Leipzig war die Mannschaft von Trainer Adi Hütter über weite Strecken chancenlos und präsentierte sich insbesondere defensiv in einer erschreckenden Verfassung. Die SGE ließ nahezu alles vermissen, was es braucht, um gegen einen starken Bundesligisten bestehen zu können. Dabei war es nicht einmal das Ergebnis allein, das Sorgen bereiten muss. Vielmehr war es die Art und Weise, wie sich die Adlerträger vorführen ließen. Eine Analyse.
Defensive: Fünferkette ohne Wirkung – erschreckende Passivität
Bereits vor dem Anpfiff hatte Adi Hütter auf die Offensivstärke der Leipziger reagiert und seine Mannschaft mit einer Fünferkette auf das Feld geschickt. Die Idee dahinter war durchaus nachvollziehbar: mehr defensive Stabilität, eine bessere Absicherung und möglichst wenig Raum für die schnellen Angriffe der Gastgeber. Doch was die Eintracht anschließend auf den Rasen brachte, hatte mit einer stabilen Defensive herzlich wenig zu tun. Denn eines wurde an diesem Abend besonders deutlich: Bei einem solchen Abwehrverhalten ist es vollkommen egal, ob eine Mannschaft mit einer Dreier-, Vierer-, Fünfer- oder überspitzt gesagt einer Achterkette spielt. Wenn die grundlegenden Tugenden fehlen, hilft auch die beste taktische Formation nichts.
Die Frankfurter waren von Beginn an viel zu passiv, ließen sich teilweise mit erschreckender Leichtigkeit überspielen und wirkten in zahlreichen Situationen wie bloße Zuschauer. Statt entschlossen in die Zweikämpfe zu gehen, begleiteten die Adlerträger ihre Gegenspieler häufig nur. Leipzig konnte sich immer wieder mit wenigen Pässen durch die Frankfurter Reihen kombinieren, ohne dabei auf ernsthafte Gegenwehr zu treffen. Teilweise erinnerte das Geschehen eher an das Aufeinandertreffen einer Schüler- mit einer Bundesligamannschaft als an ein Duell zweier Erstligisten.
Dass es bereits nach fünf Minuten 2:0 für die Gastgeber stand, war die logische Konsequenz dieses völlig misslungenen Starts. Die Eintracht war weder körperlich noch gedanklich auf der Höhe. Es fehlten Aggressivität, Konsequenz und vor allem die Bereitschaft, den Gegner frühzeitig unter Druck zu setzen. Sowohl beim 1:0 als auch beim 2:0 liefen die Spieler der SGE nur hinterher oder ließen sich in direkten Duellen viel zu einfach besiegen.
Besonders alarmierend: Es handelte sich keineswegs um ein neues Problem. Schon in den vergangenen Wochen hatte die SGE immer wieder große Schwierigkeiten mit der defensiven Kompaktheit. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren erneut viel zu groß, die Abstimmung funktionierte nicht und individuelle Fehler kamen erschwerend hinzu. Leipzig musste häufig nicht einmal außergewöhnlich kombinieren, um gefährlich zu werden. Genau darin liegt das eigentliche Problem: Die Eintracht verteidigt nicht als geschlossene Mannschaft. Und wenn selbst die einfachsten defensiven Abläufe nicht funktionieren, wird es gegen einen Gegner mit der Qualität von RB Leipzig zwangsläufig bitter.
Mittelfeld und Pressing: Große Löcher, kaum Zugriff
Nicht weniger bedenklich war das Verhalten der Frankfurter im Mittelfeld. Eigentlich hatte Hütter in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie wirkungsvoll seine Mannschaft mit einem aggressiven Pressing auftreten kann. Doch davon war in Leipzig praktisch nichts zu sehen. Das Frankfurter Anlaufen verpuffte nahezu vollständig. Einzelne Spieler rückten zwar immer wieder heraus, doch die notwendige Unterstützung durch die Mitspieler blieb aus. Dadurch entstanden riesige Räume, die Leipzig dankend annahm. Statt die Gastgeber zu Fehlern zu zwingen, öffnete die SGE mit ihrem halbherzigen Pressing teilweise selbst die Räume für deren Offensivaktionen.
Hinzu kamen erschreckend einfache Ballverluste. Kaum hatte die Eintracht einmal den Ball erobert, war dieser häufig schon wieder weg. Besonders problematisch war dabei das anschließende Umschaltverhalten. Anstatt nach Ballverlusten sofort Druck auszuüben oder sich zumindest schnell wieder kompakt zu organisieren, reagierten die Frankfurter häufig viel zu langsam. So entstand ein Teufelskreis: Die SGE verlor den Ball, Leipzig schaltete schnell um und fand vor sich eine ungeordnete Frankfurter Mannschaft mit riesigen Abständen zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Dass die Gastgeber dadurch immer wieder mit Tempo auf die letzte Frankfurter Linie zulaufen konnten, machte das ohnehin schwache Defensivverhalten noch anfälliger. Die Eintracht bekam schlichtweg keinen Zugriff auf das Spiel.
Dabei muss sich auch das Trainerteam kritische Fragen gefallen lassen. Die mangelnde Kompaktheit ist mittlerweile ein wiederkehrendes Thema. Wenn eine Mannschaft Woche für Woche mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, reicht es nicht mehr aus, ausschließlich auf individuelle Fehler hinzuweisen. Dann müssen auch die grundsätzlichen Abläufe und die taktische Ausrichtung hinterfragt werden.
Offensive: Gute Ansätze reichen nicht aus
So desolat der Frankfurter Auftritt über weite Strecken war, ganz ohne eigene Möglichkeiten blieb die SGE nicht. Nach dem katastrophalen Beginn gelang es den Hessen zwischenzeitlich, etwas mehr Kontrolle über die Partie zu gewinnen. Die Eintracht ließ sich nicht mehr ganz so leicht überspielen, fand häufiger den Weg nach vorne und erspielte sich durchaus einige Torchancen. Allerdings offenbarte sich auch hier ein bekanntes Problem: die fehlende Präzision. Immer wieder waren der letzte Pass, die Ballannahme oder der Torabschluss nicht sauber genug. Zudem konnte sich Leipzigs Torhüter Maarten Vandevoordt mehrfach auszeichnen.
Diese Phase zeigte durchaus, dass die Eintracht offensiv über Qualität verfügt und auch gegen einen starken Gegner zu Möglichkeiten kommen kann. Doch sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie deutlich die Kräfteverhältnisse insgesamt verteilt waren. Denn selbst während der etwas besseren Frankfurter Minuten blieb das Gefühl bestehen, dass Leipzig jederzeit wieder einen Gang hochschalten konnte. Die Gastgeber wirkten deutlich zielstrebiger, strukturierter und vor allem konsequenter.
Bezeichnend war dann auch die Schlussphase des ersten Durchgangs. Gerade als die SGE zumindest etwas besser in der Partie angekommen war, leistete sie sich erneut gravierende Nachlässigkeiten und kassierte zwei weitere, viel zu einfach herausgespielte Gegentreffer. Aus einem ohnehin schwierigen 0:2 wurde noch vor der Pause ein vernichtendes 0:4. Damit war die Begegnung endgültig entschieden. Und einmal mehr zeigte sich, dass einzelne gute Offensivaktionen völlig wertlos sind, wenn die Mannschaft auf der anderen Seite derart sorglos verteidigt.
Zweite Halbzeit: Umstellungen ohne entscheidende Wirkung
Zur Pause reagierte Hütter und nahm Veränderungen vor. Besonders bemerkenswert war dabei die Auswechslung von Kapitän Robin Koch, der in der Kabine bleiben musste. Der Trainer begründete diese Entscheidung nach der Partie ausdrücklich mit der unzureichenden Leistung seines Führungsspielers. Ein deutliches Signal. Allerdings wäre es viel zu einfach, die Verantwortung für das Debakel ausschließlich beim Kapitän zu suchen. Denn die Probleme der Eintracht waren an diesem Abend wesentlich größer und betrafen nahezu sämtliche Mannschaftsteile. Auch nach dem Seitenwechsel gelang es der SGE nicht, die grundsätzlichen Schwächen abzustellen. Im Spielaufbau agierten die Frankfurter weiterhin zu ungenau, leisteten sich vermeidbare Ballverluste und luden Leipzig damit regelmäßig zu weiteren Angriffen ein.
Besonders erschreckend war, wie viel Platz die Gastgeber nach Frankfurter Fehlern vorfanden. Immer wieder konnten die Leipziger mit Tempo durch das Mittelfeld marschieren, ohne dabei entscheidend gestört zu werden. Das Frankfurter Zentrum wirkte teilweise völlig entblößt, während die Defensive mit den schnellen Angriffen hoffnungslos überfordert war. Dass Leipzig im zweiten Durchgang noch zwei weitere Treffer erzielte, war deshalb keine große Überraschung. Die SGE konnte den Klassenunterschied zu keinem Zeitpunkt entscheidend verkleinern.
Am Ende stand ein 0:6, das auch in dieser Höhe verdient war. Ein Ergebnis, das den Verantwortlichen und Spielern zu denken geben muss.
Fazit: Ein Debakel, das Konsequenzen haben muss
Nach fünf Bundesligaspielen hat Eintracht Frankfurt bereits 16 Gegentore kassiert. Eine erschreckende Bilanz, die deutlich macht, dass die Probleme längst nicht mehr als einzelne Ausrutscher abgetan werden können. Das 0:6 in Leipzig war vielmehr der bisherige Tiefpunkt einer Entwicklung, die dringend gestoppt werden muss. Denn die Art und Weise, wie die Eintracht verteidigt, ist derzeit schlichtweg nicht bundesligatauglich. Das stellte auch Hütter nach der Partie unmissverständlich fest.
Natürlich verfügt Leipzig über enorme individuelle Qualität. Natürlich kann man bei einem solchen Gegner verlieren. Aber es kommt auf das Wie an. Und genau dieses Wie war aus Frankfurter Sicht über weite Strecken erschreckend. Eine Mannschaft, die den Anspruch hat, in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen, darf sich nicht derart widerstandslos ergeben. Sie darf sich nicht mit wenigen Pässen regelmäßig auseinandernehmen lassen. Und sie muss zumindest die grundlegenden Tugenden wie Einsatzbereitschaft, Zweikampfhärte, Laufbereitschaft und gegenseitige Unterstützung auf den Platz bringen. Dass selbst diese Selbstverständlichkeiten in Leipzig über weite Strecken fehlten, macht den Auftritt so alarmierend.
Dabei stehen nicht nur die Spieler in der Verantwortung. Auch Hütter und sein Trainerteam müssen Lösungen finden. Die Eintracht braucht endlich eine klare defensive Struktur, funktionierende Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und ein Pressing, bei dem tatsächlich alle Spieler gemeinsam arbeiten. Die ständigen Wechsel zwischen guten Ansätzen und erschreckenden Aussetzern dürfen nicht zum Dauerzustand werden.
Die offensive Qualität ist zweifellos vorhanden. Doch was nützt sie, wenn die Mannschaft defensiv immer wieder auseinanderfällt?
Sportvorstand Krösche sprach nach der Partie davon, dass nun Arbeit gefragt sei. Damit hat er recht. Allerdings muss diese Arbeit schnell Früchte tragen. Denn 16 Gegentore nach fünf Spielen sind keine Kleinigkeit, sondern ein unübersehbares Warnsignal.
Die Eintracht hat aus Leipzig keine Punkte, dafür aber einen gewaltigen Berg an Aufgaben mitgenommen. Und eines muss nach diesem Abend jedem Beteiligten klar sein: So, wie sich die SGE beim 0:6 präsentiert hat, darf sie sich in der Bundesliga nicht noch einmal zeigen.







25 Kommentare
Das Abwehrproblem besteht doch nun schon seit Jahren. Krösche hat immer geschaut, dass er Talente für die Offensive verpflichtet um sie dann teuer zu verkaufen. Bei der Abwehr wurden die guten Spieler verkauft.
Wenn ich sehe, was für eine Mentalität zur Zeit Mannschaften wie Augsburg, Mainz, Bremen an den Tag legen, muss man den Hut ziehen.
Die Strategie von Krösche ist gescheitert. Dazu kommt, dass er eigentlich schon weg ist. Die ganzen Gerüchte um seine Person kommen doch nicht von ungefähr.
Man hat gedacht, dass zu den jungen Talenten Spieler wie Koch und Burkhardt die Erfahrung mitbringen können. Die sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Nun mal langsam mit den Pferden, die Enttäuschung ist groß und das 6:0 spiegelt die vorhandenen Defizite wieder. AH muß viele neue und junge Spieler in diese Mannschaft integieren, das braucht Zeit und Geduld. Die gesamte Abwehr im Kollegtiv hatte gestern nicht ihren besten Tag und vor allen das Zweikampfverhalten von Koch und Collins lässt Fragen offen. Die Analyse kann ich hier nicht teilen, weil gerade die ersten beiden Toren persönlich geprägt waren und die ganze Mannschaft dadurch schnell verunsichert wurde. So widersprüchlich es auch klingt, ich sah gestern Abend auch Qualität auf dem Platz, teils waren dort Ansätze zu erkennen, die mir Hoffnung geben, in naher Zukunft besseren Fußball zu sehen. In solchen Phasen des Misserfolges, lernen Mannschaften oft mehr als bei manchen müden Kick, habt mehr Geduld mit der Mannschaft und mit AH, wir sind alle Eintracht Frankfurt.
Offtopic: Da stehe ich grad mit dem ollen E-Auto in Leipzig an der Ladestation und nutze sge4ever ausnahmsweise mal übers Handy und es ist ja n absoluter Krampf - das ist ohne Werbeblocker ja nicht mal mehr ansatzweise zu ertragen...
Zum Spiel habe ich zwei Erkenntnisse: Wir haben die besten Fans der Welt und ein Mittelfeld (vor allem Uzun) was bei Ballverlust einfach stehen bleibt - quasi immer. Die Abwehr ist mMn das letzte Glied in der Problemkette. Im Ballbesitz gab es 0 Bewegung und sobald der Ball weg war, wurde mit dem Schiedsrichter diskutiert, lamentiert und abgewunken - uns fehlt n Sebastian Rode. Da leg ich mich fest!
Ich habe gestern nur gehört: "Wir wollen mutig spielen, wir wollen mitspielen." Dann habe ich die Aufstellung gesehen und mich ernsthaft gefragt, warum man mit einer 3er-Kette versucht mit zu spielen? Mir war klar, das Leipzig das Spiel breit macht und uns dementsprechend auf einer Seite öffnen wird. Nach dem 1:0 habe ich dann ausgemacht, da wir dieses Spiel schon verloren haben, bevor es angefangen hat. Der Matchplan war schlecht und funktionierte mit Ansage nicht.
Solange wir es nicht hinbekommen, das die beiden 6er mit den IV zusammenarbeiten und einer in Ballbesitz Kontakt zur Kette hat (Abstand maximal 8-10 Meter), werden wir weiterhin Tore bekommen. Wir wollen defensiv kompakt stehen, aber rennen wie blöd vorne ran und geben genau dem Gegner 30-40 Meter Spielfläche, die sie dann ausnutzen.
Das hat sicherlich auch was mit Qualität zu tun, aber sicherlich auch mit mangelnder Zusammenarbeit. Wenn wir ernsthaft jedes Jahr europäisch spielen wollen, dann müssen wir deutlich weniger Gegentore kassieren. Anscheinend funktioniert das nicht, weil ich aber nicht das Gefühl habe, das die einzelnen Mannschaftsteile zusammenarbeiten.
Die Analyse von Florian bringt alles genau auf den Punkt. Jeder Spieler scheint nur mit sich selbst beschäftigt und sucht die Fehler woanders. Typisch zu sehen beim 2. Gegentor, unklar wer hingeht, dann rennt Collins, könnte klären, hat aber nicht die 110 % wie sein Gegenspieler...
Falsches Selbstbild bei den meisten, zu schnell Hochgelobten möchtegern Stars und Sternchen.
Die die sich reinhauen wie Doan oder Johnny stehen alleine auf weiter Flur. Solange jeder nur für sich denkt und handelt wird das eine schlimme Saison werden, aber das Thema schiebe ich nochmal weg, ich hoffe immer noch das wir die Kurve kriegen, rechtzeitig.
Adi hat nun zu handeln um alle wach zu rütteln. Das es auch anders gehen könnte sah man ja in Mainz.
Mit Kevin Trapp ging nicht nur ein TW und Kapitän sondern anscheinend auch die Seele und der Fels dieser Mannschaft, das ist aber nur meine eigene Wahrnehmung...
Was ist bei Eintracht Frankfurt los? Seit Jahren die gleichen Probleme. Die Grundtugenden fehlen wie Florian schreibt. Aber ist es nicht das mindeste um überhaupt die Berechtigung zu haben in der höchsten Klasse zu spielen? Woran liegt es? Fitness, Qualität, Bereitschaft? Drei Trainer und verschiedenste Spieler bekommen es nicht in den Griff. Sind wir nur noch ein Kuschelverein nach dem Motto: Hauptsache alle fühlen sich wohl. Ich möchte keine einzelne Spieler rausgreifen, aber jeder der sich mit der Eintracht beschäftigt, sieht für wenn es nicht oder nicht mehr reicht. Schlafmützigkeit und körperloses Spiel kann man sich im Profisport nicht leisten.
Abwehrprobleme waren schon letztes Jahr bekannt, was wurde gemacht ? Eigentlich nichts.
Koch seit seiner Nominierung zum Kapitän völlig überfordert, was macht Adi, er bleibt dabei ihn zum Kapitän zu machen.
Kaderplanung hat in diesem jahr eigentlich nicht stattgefunden. Adi hat auf seinen Brassier bestanden, das war es.
Tafelsilber wurde verschenkt an die Bayern für schlappe 50 mio, weil man dringend Geld benötigt den riesigen Angesteltenhaufen bei Eintracht Frankfurt zu zahlen.
Jetzt sind alle schlauer und die Eintracht darf sich bis Winter abstrampeln nicht ganz in den Abstiegsstrudel zu geraten, dann kann man erst wieder versuchen nachzubessern und die verkannte B-Ware anderer Vereine in Tafelsilber zu feilen, was natürlich auch nicht immer gelingt.
Düstere Aussichten, die aber abzusehen waren
Danke sportliche Leitung und Vorstand für diese dilettantische Planung.
Sehr gute Analyse - vielen Dank.
Etwas Wichtiges zu Robin Koch:
Die Leistung stimmt (schon lange) nicht, daher darf man ihn auswechseln. Auch andere prominente Kapitäne beschäftigen sich zwangsläufig mit einer solchen Situation....
Man sollte ihn aber nicht in dieser Form angreifen. Er war nie ein Lautsprecher und hat sich nie in den Vordergrund gestellt. Natürlich hat er die Führungsrolle nicht abgelehnt und das damit verbundenen Gehalt. Er ist ehrlicherweise gehobenes Mittelmaß, sonst würde er nicht bei uns spielen. Als Bayer oder der BVB etwas Interesse hatten, haben sie sich gegen ihn entschieden.
Er war Teil der Türsteherabwehr vor zwei Jahren, die im Verbund funktionierte. Viele haben in ihm mehr gesehen, als er es eigentlich ist. Gab es nicht letztlich Probleme zwischen ihm und Theate, der ja auch plötzlich rasiert wurde....
Koch braucht selbst einen Leader (wie vormals Trapp), dann funktioniert er auf einem ordentlichen Niveau (s.o.).
Collins ist ein sympathischer "Träumer" mit viel Potential, aber auch viel Lernbedarf.
Brassier ist ein Kämpfer - ich befürchte auch hier mittelfristig einen Konflikt mit Koch, wer Chef im Ring ist. Die jungen Außenverteidiger machen das ordentlich für den Erfahrungsstand, natürlich reicht das nicht für Europa. Wenn wir mit Geduld etwas aufbauen wollen, kann man den Weg gehen. Wenn wir rasch auch wieder unter der Woche spielen wollen, wird das schwierig.
Vielleicht ist eine solch krachende Niederlage besser und heilsamer als glückliche Punktgewinne (wie gegen das zuletzt bessere Freiburg).
Da gebe ich dir recht und widerspreche dir. Das Problem beginnt genau wie du sagst direkt nach dem Ball Verlust und genau mit Spielern wie Uzun, selbst in Mainz war er da schwach. Aber ein neuer Rode hilft da wenig, weil genau ein Uzun dann nix ändert! Den sinnlos vertändelten Ball holt ja schon jemand anderes zurück. Was wir brauchen, ist ein Mentalitätswechsel. Wenn ich sehe, wie ein Knauff, für den die Saison gerade erst losgeht, da mittrabt anstatt direkt zu brennen und zu zeigen, ich bin wieder da, frag ich mich, was da los ist. Und wie der kommen soll, weiß ich leider auch nicht. Um grad bei Uzun zu bleiben - vor 2 Jahren (!) hatte Toppi ihn nicht eingesetzt, weil genau das gefehlt hat und heute reden wir über dasselbe Problem. Wie kann das sein?
Ich habe echt Angst, was diese Saison angeht - echte Abstiegsangst. Und ich weiß auch nicht, was man machen kann um diese Mannschaft zu stabilisieren. Wir haben in der Abwehr zu viele Totalausfälle. Ein Collins wurde immer total überbewertet. Der ist einfach nicht besser als gestern. Ein Koch, der seit 1,5 Jahren seine Form sucht? Dann ist auch er nicht besser als er gestern war. Ein Baum, der es bei 3 bisherigen Trainern nicht geschafft hatte, in den Kader zu kommen. Dann ist auch er nicht gut genug für die Bundesliga. Wenn man auf einen Spieler hofft, der letztes Jahr noch 5. Liga gespielt hat (Maluze), dann sagt das alles. Auch dass Chandler immer wieder im Kader steht, zeigt doch, dass diese Abwehr einfach kein Bundesligaformat hat. Knauf in die Abwehr - Hilfe!!! Also, was soll man da machen mit dieser Abwehr, die einfach so schlecht ist? Alles wäre jetzt Aktionismus. Aber vielleicht ist ein solches Zeichen wichtig. Darf man jetzt noch vereinslose Spieler verpflichten? Vor einigen Wochen hätte man noch Guerrero bekommen können. Und auch bei Krösche muss ein Zeichen gesetzt werden. Ich kann seine ewig gleichen Kommentare und Analysen nach dem Spiel nicht mehr hören. Er hat das alles maßgebend zu verantworten. Und die Unsicherheit um seine Zukunft ist nicht förderlich. Entweder man streicht jegliche Ausstiegsklauseln aus seinem Vertrag und verlängert diesen, um Klarheit zu haben. Oder besser, man stellt ihn schnellstmöglich frei (und Hardung bitte gleich mit). Es braucht frühzeitig einen Kaderplaner, um im Winter diese Mannschaft so deutlich zu verstärken, dass es nicht zum Abstieg kommt. Ja, das alles schreibe ich, nach der Wut und dem Frust des gestrigen Ergebnisses (viel mehr der Art und Weise). Aber dass ich bei allen Kommentaren um Ansprüche auf Europa diese Saison nur mit dem Kopf schütteln konnte und frühzeitig Angst vor dem totalen Absturz hatte, bestätigt sich.
Seit fast 2 Jahren dieselben Probleme - so ist zumindest der Titel "Schießbude der Liga" sicher. Vielleicht macht ja der kommende Abstiegskampf einigen Leuten, die sich zu höherem berufen fühlen, die nötigen Beine ... die richtige Einstellung ist keine Frage von Talent !
Die Gründe für die Klatsche sind einfach und nun schon seit längerem klar.
Immer das gleiche Schema vor den Gegentoren. Nusa (letztes Jahr Diomande) wird links außen durch Verlagerung freigespielt, geht dann 1 gegen 1 gegen Kristensen( letzte Saison), Collins (gestern), die das Duell verlieren, dadurch scharfer unbedrängter Torschuss aus 14 Metern, Torwart muss klatschen lassen, Abstauber, Tor.
Ebenfalls wichtig: Solange Koch in Form war, sah es hinten gut aus. Nun ist er seit 12 Monaten außer Form und man sieht das Ergebnis. Schaut man sich dann noch die Form von Collins an, ist alles gesagt. Baum, Kosugi und vor allem Brassier kann man gar keinen großen Vorwurf machen. Aber KOCH GEHÖRT DA NICHT MEHR REIN und die Auswechslung zur Halbzeit war ÜBERFÄLLIG (eigentlich hätte Collins auch raus gehört). Ich bin mir sicher, dass Otavio, Eze, Maluze (ja leider verletzt) das gestern besser gemacht hätten. Zudem hätte uns ein Andrich in der Dreierkette gut getan. Der haut dazwischen und lässt sich nicht abschlachten. Knauff hat mir vom Aggressivitätslevel in Hälfte 2 deutlich besser gefallen und auch Baum war präsent. Aber beim Stande von inzwischen 0:5 war das dann auch nur noch Markulatur.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Onyedika und Aseko die Lücken im Zentrum nicht ordnen/schließen konnten.
Und vorne? Wie haben bestimmt 8-10 mal aufs Tor geschossen und phasenweise gefällig gespielt, aber wieviele Tore sind daraus gefallen? Auch da muss der Finger in die Wunde gelegt werden.
Es ist das Schema eines Suchtkranken. Ständig hört man: dass es besser wird, abgestellt wird, nie wieder vorkommen darf, so nicht weitergehen darf, kein Blatt vor den Mund genommen wird, schonungslos aufgearbeitet wird, in der Woche gut trainiert wird...
Dann kommt eine kleines Hoch und man denkt, sie hat es verstanden.
Und plötzlich liegt die Diva wieder rotzevoll vor der Haustür und hat ihr ganzes Geld im Automaten verspielt. 😔
Und trotzdem muss man sie gerne haben,sie gehört ja zur Familie.🫣
Gruß SCOPE
ein Guerrero würde uns gut tun. Erfahren, mit einer gewissen Klasse, die vielleicht nicht mehr für die ganz Großen reicht, aber für unsere Mannschaft schon. Denke da an einen Theate und Rassmus, die auch zu Beginn die nötige Mentalität mitgebracht haben.
5 Spieltage gespielt
16 Gegentore
Zwei Packungen (0 zu 6 RBL und 1 zu 4 Augsburg)
Die zweitmeisten Gegentore der Liga
Rang 13
5 Punkte nach fünf Spielen
Torverhältnis -7
Das sind erstmal die Fakten…
Es ist Zeit zu reden, es ist Zeit für Klartext.
Vorab, ich gehe den eingeschlagenen Weg der SGE mit, denn ich habe den Eindruck, dass man begangene Fehler in der Kaderplanung versucht peu a peu zu korrigieren.
Wir haben einen langen Zeitraum erleben dürfen, in welchem die SGE deutlich mehr richtig machte als falsch. Effizienz lautete das Zauberwort, aus wenig viel machen.
Das hat sich in den letzten zwei Jahren umgekehrt. Der Ansatz wurde verändert, man wolle spielerischer auftreten, tiefstehende Gegner auskomponieren können.
Nach diesem Gusto wurden dann Spieler gekauft…teure Spieler….
Spieler die ihre Stärken am Ball und weniger in der Physis und im Tempo hatten.
Uzun, Doan, Chaibi und viele weitere…das hat unser Spiel nach vorne verändert…es ist deutlich mehr Kleinklein und Spiel in die Breite zu sehen, als unser vorheriges raumüberbrückendes Spiel.
Zudem haben wir ein Thema in der Stabilität der Defensive…und zwar ein eklatantes!
Robin Koch bekommt jetzt recht viel „Prügel“ und ich sage, solange es sachlich ist, muss er das abkönnen, denn das ist Teil des Geschäfts.
Robin Koch ist hierbei nicht das einzige Problem, aber in meinen Augen ist er das Hauptproblem.
Er verdient viel zu viel dafür, was er seit 1,5 Jahren leistet und es spielt hierbei keine Rolle ob es ein Kopfproblem ist oder ein anderes…schlechte Spiele bleiben schlechte Spiele und das unter vier Trainern in den letzten 1,5 Jahren!
Er müsste als Kapitän und Topverdiener die Aufgabe wahrnehmen, die Defensive zu organisieren!
Das macht er jedoch nicht, weil er es offenbar nicht kann und dann ist er bei uns falsch!
Denn wir brauchen Spieler die bestimmte Aufgaben wahrnehmen und haben nicht das Geld wie etwa Leipzig, die dann aus drei oder vier Spielern wählen können. Bei uns ist Effizienz das Zauberwort und dabei können wir uns das nicht leisten, das ist einfach nur Logik!
Mit dem Abwehrchef und Organisator steht und fällt alles hinten, vor allem seine jungen Nebenleute. Diese orientieren sich natürlich an Koch und wenn er nicht liefert, gehen alle mit unter…auch der Torwart dahinter (genauso wie Kaua letztes Jahr), der einfach viel zu oft in Stresssituationen ist.
Daher Koch muss raus und dann müssen es die Jungen auf eigene Faust regeln, in der Hoffnung, dass sie an ihren Aufgaben wachsen, ohne sich an einem Kapitän zu orientieren, der selber komplett wackelig ist.
Das ist natürlich riskant aber was soll man machen, schlechter kann es gar nicht werden!! Die Chancen überwiegen die Risiken hierbei und im Winter sollte Koch gehen und dafür ein Haudegen verpflichtet werden.
Desweiteren müssen wir wieder zu Klarheit kommen…
Und daher sind Spieler wie Doan, Uzun, Chaibi abzugeben.
Auch Collins muss man fragen, ob er den nächsten Schritt gehen möchte oder ob er lieber das „Bruder“ - Ding mit Uzun und co bevorzugt.
Ich finde den Weg der im Sommer eingeschlagen worden ist in Ordnung, wir haben ein neues Zentrum und ich gehe davon aus, dass sich das einspielen wird. Aber dabei kann es nicht bleiben. Hinten einen Haudegen und nach vorne weg von diesen „Kleinklein“ Spielern, zurück Power, Tempo, Durchsetzungsvermögen…die Leipziger haben es uns gestern vorgemacht, sie haben einen ähnlichen Fußball gespielt wie wir die Jahre zuvor! Uns war dieser Ansatz nicht fein genug (und es soll keiner sagen, dass die Gegner den Ansatz durchschaut hatten, auch in der vorletzten Saison waren wir immer dann gut, wenn wir zu diesem Ansatz zurückkehrten) und das ist nun das Resultat!
Vor dieser Saison konnte ich den Kader nicht einschätzen, da ich einen Aseko, Onyedika, Kosugi, Baum und wie sie heißen nicht einschätzen konnte, daher war mein Tipp „irgendwas zwischen Platz 6 und 17“.
Das ist auf den ersten Blick sehr weit gefasst, bedeutete jedoch, dass wir vorne keine Rolle spielen konnten und wenn es top läuft, wenn alle einschlagen, es ins vordere Mittelfeld gehen könne. Wenn es nicht läuft, dann kann es nach unten gehen…
Aktuell korrigiere ich die Einschätzung auf Platz 9/10 bis 17. und egal ob man nun die aus dem Sommer oder die jetzige nimmt…die Aussage (und ich denke so unrealistisch ist sie nicht), dass es im worst case sehr weit nach unten gehen könnte, ist für eine Mannschaft, die letztes Jahr Cl spielte, nicht gut!
Es liegt in unserer Hand, im Winter weitere Korrekturen vorzunehmen, dann mache ich mir keine Sorgen, aber sich selber belügen und Dinge beschönigen kann keine Option mehr sein, dafür ist die Liga zu eng!
Ich wundere mich, dass sich hier einige wundern. Und ich würde mir wünschen, dass sich diejenigen mal zu Wort melden, die noch vor einigen Wochen all jene verhöhnt haben, die dieser Abwehr ihre Bundesligatauglichkeit absprachen.
Was überrascht uns eigentlich?
Wir haben mit Brown unseren herausragenden Abwehrspieler verkauft. Darüber hinaus haben wir mit Theate einen Spieler ziehen lassen, der nunmehr in der Serie A beständig über 90 Minuten auf dem Platz steht. Im Gegenzug haben wir mit Brasserie einen ordentlichen Innenverteidiger geholt und uns den Luxus erlaubt, einen Perspektivspieler zu holen, der lediglich im ersten Spiel über fünf Minuten auf dem Platz stand. Daneben setzten wir mit Baum und Kosugi auf zwei Außenverteidiger, deren Bundesligatauglichkeit von zwei Trainern in Zweifel gezogen wurde. Als Notmaßnahme hat Hütter gestern Knauff als rechten Außenverteidiger aufgeboten. Das ist, wie wir alle wissen, nicht seine angestammte Position. Daneben musste Hütter Collins stellen, weil Otavio offensichtlich ebensowenig Bundesligatauglich ist.
Von daher beweist sich meines Erachtens nur das, was wir auf dem Blatt Papier ohnehin schon alles gesehen haben. Dia Abwehr war letztes Jahr schlecht und ist diese Jahr noch schlechter. Hinzu kommt, dass das Mittelfeld wieder neu zusammengewürfelt wurde. Und wie letztes Jahr fehlt wieder ein Typ Rode oder Andrich. Von daher, wundert sollten wir uns wirklich nicht.
Dann schau Dir Mal Uzuns Laufweg vor dem 0:1 . Im Zusammenspiel mit Doan den Ball verloren und den kompletten Weg mit zurück gemacht.
Das Spiel war scheiße und klar kann man jetzt auf alles und jeden drauf hauen. Aber wenn man schon einzelne Spieler rauspickt (warum auch immer) würde ich mir mehr objektive Fairness erhoffen.
Okay, dann werfen wir, wie du es empfiehlst, Koch raus und alles wird besser.
Träum weiter!
Wir hatten letztes Jahr eine schwache Defensive. Mit Brown, Kristensen und Theate haben wir diese Saison drei Spieler nicht mehr auf dem Platz. Mit Brassier haben wir einen Neuen geholt und hoffen mit letztjährigen Backup-Spielern, in dieser Saison besser zu sein. Dazu muss man nichts mehr sagen, Schlüsse darf jeder selbst ziehen. Welche Fehler darf man Krösche zuordnen ? Welche Vorgaben musste Krösche erfüllen, welche seine Fehler zumindest teilweise relativieren ?
1. schreibe ich nicht, dass er rausgeworfen werden soll, sondern auf die Bank. Im Winter sollte er jedoch gehen, um den Platz sowie Budget für einen Führungsspieler frei zu machen.
2. wird dann nicht alles gut, dafür sind weitere Anpassungen vorzunehmen.
Was ist denn dein Vorschlag im Umgang mit Robin Koch?
wer nimmt ihn und zahlt das Gehalt in diesem desolaten Zustand? Denke, dass wird kein sinnvoller Weg sein.
Auch wenn man Ihnen Recht geben kann, nur Zeit in der Bundesliga gibt es nicht und wird so mit dem Personal auch nicht funktionieren.
Es wird bis zum bitteren Ende diese Saison einzig nur um den verbleib in dieser Liga gehen und um nix anderes.
Danach muss wohl nochmals die Spreu von Weizen getrennt werden, Spieler wie Koch und Uzun werden wohl zu den Spreu gehören. Man sollte aber dann man der Jungen Truppe wohl lieber weiter machen und MK sollte auch noch nichtmal die Winterperiode planen.
Wenn man vor 3 oder 4 Tagen noch lesen konnte, dass die Eintracht schon mit einem neuen Sportdirektor liebäugelt, wird man davon ausgehen, dass die Trennung in den nächsten Tagen oder Wochen schon bevor steht.
Mein Fazit bis zur Winterpause 15 Punkte aus 15 Spielen.
Es muss eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die auch so auftritt und agiert. Da sind Namen erst mal zweitrangig. Wenn man sieht was Werder mit dieser Truppe geschafft hat oder Augsburg, da sind wir Lichtjahre von weg. Leider muss ich nun das Motto der Lilien heranziehen, die immer aus wenig viel gemacht haben. Du musst gewinnen Zweikampf!
Wenn das dann hoffentlich mal funktioniert, kann man über Namen reden, denn die Basics beherrscht wohl jeder, das ist eine Willensfrage...
Koch ist für mich einer der besseren deutschen Innenverteidiger. Sonst wäre er die letzten Jahre nicht in die Nationalmannschaft berufen worden. Er ist aber weder ein großer Organisator noch ist er ein Sprachrohr (O-Ton Rudi Völler heute). Das er nun zum wiederholten Male von Trainern zum Kapitän benannt wurde, sagt mehr über seine Mitspieler aus, denn über ihn. In einer gestandenen Mannschaft würde er nie zum Kapitän berufen werden. Da ist er viel zu sehr Leisetreter und mit sich selbst beschäftigt. Man sieht ihm an, dass er - wie andere auch - jegliche Fehler vermeiden möchte und gerade deswegen Fehler macht. Wo konsequentes Handeln und eine Grätsche von Nöten wäre, wagt er sich nicht in den direkten Zweikampf.
Insgesamt ähnelt das ganze Abwehrverhalten in Drucksituation einem Hühnerstall. Alle wollen irgendwie ein bisschen helfen, rennen kreuz und quer durcheinander und machen dadurch jede Grundordnung zunichte. Der Gegner muss nur im Tempo mit zwei oder drei Spielern über die Aussenbahn vorrücken und schon ist heilloses Chaos. Das kann man aber nicht einem Spieler oder dem Trainer anlasten. Da ist jeder einzelne gefragt und da fehlt es bei vielen (noch) an der Erfahrung und Übersicht.
Leipzig hat in dieser Transferphase die beiden wichtigsten Offensivspieler ersetzen müssen, der Rest der Mannschaft ist aber unverändert geblieben. Bei uns wurde und musste zum Teil wieder am großen Rad gedreht werden. Wenn ich dann als Trainer noch junge und weitgehend unerfahren Spieler einsetzten muss, ist dieses Chaos vorprogrammiert. Das sollte man dann auch nicht dem einzigen erfahrenen Spieler im Umkreis von 50 Metern anlasten.
In der letzten Saison wurde oft nach mehr Einsatzzeiten für (Backup-Spieler) Baum gerufen. Begründung: Er ist ein Eigengewächs. Er ist ein großes Talent. Er muss langsam an die Mannschaft herangeführt werden. Wenn wir ihm einen gestandenen, gekauften Spieler vor die Nase setzen und ihn dann nur wenig einsetzen, wird er uns verlassen und wir werden es später bitter bereuen. etc.
Natürlich ist er (noch?) kein fertiger Spieler. Wie denn auch? Hat ja kaum spielen dürfen.
Jetzt spielt er gezwungenermaßen fast schon regelmäßig. Auch wieder nicht richtig.
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