Es gibt Spielzeiten, die man sportlich abhaken kann. Und es gibt Spielzeiten, die mehr erzählen als nur eine Tabelle. Die Saison 2025/26 von Eintracht Frankfurt gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Denn was sich in den vergangenen Monaten rund um die SGE abgespielt hat, war nicht einfach nur eine am Ende doch enttäuschende Saison. Es war ein vielschichtiger Kontrollverlust, der nahezu alle Bereiche des Vereins betraf: Kaderplanung, Trainerfrage, Führungsstruktur, Defensive, Mannschaftsgefüge, medizinische Abteilung, Kommunikation und letztlich auch die Identität dieses Klubs. Die Eintracht spielte Champions League, erzielte weiterhin enorme Transfererlöse und gehörte wirtschaftlich zu den stärksten Jahren der Vereinsgeschichte. Und trotzdem hatte man über Monate das Gefühl, dass dieser Verein innerlich auseinanderfällt.
SGE4EVER.de hat sich die Saison deshalb noch einmal genauer angesehen und analysiert, wie es überhaupt zu diesem Absturz kommen konnte:
Markus Krösche: Große Transfererlöse und immer weniger sportliche Stabilität
Markus Krösche hat Eintracht Frankfurt wirtschaftlich ohne Frage in eine neue Dimension geführt. Die Verkäufe von Spielern wie Randal Kolo Muani, Omar Marmoush oder Hugo Ekitiké brachten enorme Summen ein. Frankfurt hat sich in Europa längst als Verein etabliert, der Top Talente entwickeln und teuer verkaufen kann. Doch genau hier beginnt inzwischen auch die Kritik vieler Fans. Die Transferpolitik wirkte immer stärker wie ein System, das vor allem auf Wertsteigerung und Gewinnmaximierung ausgelegt ist. Spieler werden entwickelt, teuer verkauft und durch neue Talente ersetzt. Wirtschaftlich ist das beeindruckend. Sportlich und im Bereich der Identifikation der Spieler mit dem Klub, aber auch der Fans mit den Spielern, wurde es jedoch zunehmend brandgefährlich. Denn eine Mannschaft lebt nicht nur von Marktwerten. Sie lebt von Achsen, Hierarchien, Automatismen und Führungspersönlichkeiten. Genau diese Stabilität verlor Frankfurt Stück für Stück. Die Eintracht wirkte in dieser Saison nicht mehr wie ein gewachsenes Team, sondern wie ein dauerhaftes Übergangsprojekt. Immer neue Spieler, immer neue Rollen, immer neue Baustellen. Kaum entstand eine funktionierende Achse, wurde sie wieder auseinandergerissen. Und genau darin liegt die große Gefahr erfolgreicher Jahre: Viele Vereine machen ihre größten Fehler im Erfolg. Die Champions League Teilnahmen, die hohen Transfererlöse und die internationale Aufmerksamkeit sorgten lange dafür, dass strukturelle Probleme überdeckt wurden. Man hatte irgendwann das Gefühl, gewisse Dinge würden automatisch weiterlaufen. Die Entwicklung junger Spieler, die Mentalität, die Widerstandskraft und die besondere Eintracht DNA. Doch genau das passierte nicht.
Krösche muss sich deshalb gefallen lassen, dass seine Arbeit nicht nur an Transfererlösen gemessen wird. Ein Sportvorstand ist nicht nur Verkäufer. Er ist verantwortlich für die sportliche Gesamtarchitektur. Und genau diese Architektur wirkte in dieser Saison zunehmend brüchig.
Dino Toppmöller: Zu nett, zu brav und zu wenig Widerstand
Der wohl schwerwiegendste Vorwurf an Krösche betrifft die Trainerfrage. Wurde Ex-Coach Dino Toppmöller zu lange gehalten, obwohl die Entwicklung längst offensichtlich negativ war? Die Probleme waren nicht erst im Winter sichtbar. Schon Monate zuvor zeigte die Mannschaft dieselben Muster: defensive Instabilität, fehlende Emotionalität, mentale Zusammenbrüche nach Gegentoren und eine Mannschaft, die immer häufiger komplett auseinanderfiel. Das Spiel gegen Leipzig war dabei eigentlich der endgültige Offenbarungseid. Die Art und Weise, wie die Mannschaft dort auseinanderbrach, war für viele Fans der Moment, an dem klar wurde: Das funktioniert nicht mehr. Die Körpersprache, die fehlende Gegenwehr und die komplette Hilflosigkeit. Spätestens dort hätte der Verein handeln müssen. Doch die Eintracht hielt weiter an Toppmöller fest.
Toppmöller ist fachlich sicherlich kein schlechter Trainer. Aber diese Saison zeigte brutal, dass ihm für diese Situation genau das fehlte, was Eintracht Frankfurt historisch immer ausgezeichnet hat: Wucht, Emotionalität und Führungsstärke. Die Mannschaft wirkte oft leblos, emotionslos und hatte zu oft keinerlei Reaktion auf Rückschläge. Gerade in Pokalspielen oder Europapokalnächten fehlte dieses Feuer komplett. Toppmöller wirkte häufig eher wie ein ruhiger Analyst als wie ein Trainer, der eine Mannschaft in schwierigen Situationen emotional anzünden kann. Und immer wieder entstand der Eindruck einer gewissen Wohlfühloase. Zu wenig Reibung, zu wenig Härte und zu wenig Konsequenz. Vielleicht wollte man bewusst Ruhe schaffen. Doch genau diese Wohlfühlatmosphäre schien eine ohnehin fragile Mannschaft irgendwann nicht mehr zu verkraften. Viele Fans hatten nie das Gefühl, dass die Mannschaft wirklich für ihn durchs Feuer geht. Gerade in einer Saison, in der die Mannschaft mental und defensiv so fragil war, wäre jedoch genau dieser emotionale Widerstand notwendig gewesen.
Vier verlorene Wochen: Das chaotische Interimsprojekt
Nach der Trennung von Toppmöller folgte keine klare neue Richtung, sondern zunächst eine Übergangslösung mit Dennis Schmitt und Alexander Meier. Beide verdienen Respekt dafür, dass sie in einer schwierigen Situation Verantwortung übernommen haben. Gerade Alexander Meier genießt als Klublegende bei den Fans natürlich enormen Kredit. Viele waren schlicht froh, dass sich überhaupt Menschen aus dem Verein in dieser schwierigen Phase der Verantwortung gestellt haben. Die Kritik richtet sich deshalb ausdrücklich nicht persönlich gegen Meier, sondern vielmehr gegen die gesamte strategische Entscheidung des Vereins. Sportlich wirkte diese Phase dennoch wie ein weiterer Beleg dafür, dass die Eintracht keinen klaren Plan hatte.
Frankfurt verlor wertvolle Wochen. Wochen, in denen eigentlich eine neue Struktur, neue Energie und klare Führung hätten entstehen müssen. Stattdessen entstand ein Zwischenzustand: nicht mehr Toppmöller, aber auch noch keine echte neue Lösung. Und genau das macht diese Phase im Rückblick so bitter: Es waren keine bedeutungslosen Wochen am Saisonende. Es waren entscheidende Spiele in Bundesliga und Champions League, in denen die Saison noch hätte gerettet werden können. Die Europapokalplätze waren noch erreichbar, international war die Mannschaft ebenfalls noch im Wettbewerb. Genau in dieser Phase hätte die Eintracht einen klaren Impuls gebraucht. Doch dieser Impuls kam nicht.
Gerade Dennis Schmitt fiel dabei vielen Fans negativ auf. In Pressekonferenzen wurde viel gesprochen, vieles analysiert und erklärt. Auf dem Platz war davon jedoch kaum etwas zu erkennen. Die Mannschaft wirkte weiterhin passiv, verunsichert und emotional fast genauso teilnahmslos wie zuvor unter Toppmöller. Es entstand nie das Gefühl eines echten Neustarts oder einer Mannschaft, die plötzlich wieder an sich glaubt. Stattdessen wirkte vieles wie eine Verwaltung des Problems auf Zeit. Und genau deshalb waren diese Wochen womöglich der eigentliche Wendepunkt der Saison. Denn in dieser Phase hätte Frankfurt trotz aller Probleme noch etwas retten können. Sportlich, emotional und tabellarisch. Stattdessen verlor die Mannschaft wichtige Punkte, wichtige Spiele und letztlich wahrscheinlich auch die letzte realistische Chance auf Europa. Für eine ohnehin völlig verunsicherte Mannschaft war dieser Schwebezustand fatal. Wenn ein Team defensiv schwimmt und mental instabil ist, braucht es sofort Orientierung. Frankfurt bekam stattdessen eine Übergangslösung auf Zeit und verschenkte damit möglicherweise genau die Wochen, die am Ende über Europa entschieden haben.
Albert Riera: Das nächste riskante Experiment
Auch die Verpflichtung von Albert Riera brachte keine echte Stabilisierung und war rückblickend vielleicht das größte Symbol für die Orientierungslosigkeit der sportlichen Führung. Denn was viele Fans bis heute nicht nachvollziehen können: Markus Krösche ließ sich extrem viel Zeit bei der Trainersuche, verlor dabei wertvolle Wochen in Bundesliga und Champions League und präsentierte am Ende ausgerechnet einen absoluten Neuling ohne echte Erfahrung auf diesem Niveau. Genau das machte die Entscheidung so erstaunlich. Die Eintracht befand sich mitten in einer massiven sportlichen Krise. Die Mannschaft war defensiv komplett instabil, mental angeschlagen und kämpfte gleichzeitig noch um Europa. In so einer Situation erwarteten viele einen erfahrenen Feuerwehrmann, jemanden mit Bundesliga Erfahrung oder zumindest mit einer klaren Historie im Umgang mit Krisenmannschaften.
Stattdessen entschied sich Frankfurt für ein hochriskantes Projekt. Besonders schwer nachvollziehbar war dabei die taktische Idee dahinter. Riera wollte ein sehr klares, dominantes System mit einem 4-1-4-1 spielen. Ein Ansatz, der grundsätzlich vielleicht interessant sein kann, aber überhaupt nicht zum vorhandenen Kader und vor allem nicht zur aktuellen Situation passte. Diese Mannschaft hatte ohnehin schon riesige Probleme mit Restverteidigung, Balance und defensiver Stabilität. Und dann installierte man ein System, das noch mehr Räume öffnete und hohe taktische Anforderungen stellte. Viele Fans fragten sich deshalb völlig zurecht: Wie konnte man ernsthaft glauben, dass genau diese Mannschaft in genau dieser Krise plötzlich komplexen Ballbesitzfußball und ein derart riskantes System sauber umsetzen kann? Genau das wirkte wie eine Fehlanalyse der gesamten Situation. Und trotzdem muss man fairerweise auch sagen: Am Ende konnte Albert Riera selbst nur bedingt etwas dafür. Denn er wurde genau für diese Idee verpflichtet. Die sportliche Führung wusste vorher, wie er spielen lassen möchte, welche Prinzipien er verfolgt und welches System er bevorzugt. Darüber wurde selbstverständlich im Vorfeld gesprochen.
Riera kam also nicht nach Frankfurt und überraschte plötzlich alle mit seinem Fußball. Die Verantwortlichen entschieden sich bewusst für genau diesen Ansatz, trotz einer Mannschaft, die mental völlig instabil war und defensiv ohnehin schon auseinanderfiel. Deshalb ist die Kritik an Riera zwar nachvollziehbar. Die größere Verantwortung liegt jedoch bei denjenigen, die glaubten, mitten in einer Krise ausgerechnet mit einem Trainer Neuling und einer völlig unpassenden Spielidee die Wende schaffen zu können.
Eine Führungsetage ohne echte Führung
Was in dieser Saison besonders auffiel: Es fehlte nicht nur auf dem Platz Führung. Es fehlte auch im Verein selbst. Früher hatte die Eintracht Persönlichkeiten wie Bruno Hübner oder Fredi Bobic, die in schwierigen Phasen sichtbar Verantwortung übernahmen und den Verein emotional zusammenhielten. Heute wirkte vieles dagegen erstaunlich unsichtbar. Axel Hellmann tauchte in den größten Krisenphasen kaum als starke öffentliche Stimme auf. Timmo Hardung wiederum blieb in seiner Rolle für viele Fans völlig unklar. Wer trifft eigentlich die entscheidenden sportlichen Entscheidungen? Wer führt intern? Wer schützt Trainer und Mannschaft? Wer setzt klare Grenzen? Genau diese Fragen blieben oft offen. Dadurch entstand ein Führungsvakuum, das sich auf die gesamte Mannschaft übertrug.
Eine Defensive wie ein Absteiger
Der erschreckendste Bereich dieser Saison war die Defensive. Und hier muss man deutlich werden: Das waren nicht einfach ein paar schlechte Spiele. Das waren Zahlen an Gegentoren, die teilweise eher zu einem Abstiegskandidaten passten als zu einem Champions League-Teilnehmer. Ob Bundesliga, DFB Pokal oder Champions League. Die Eintracht kassierte immer wieder drei, vier oder sogar fünf Gegentore. Teilweise wirkte die Mannschaft defensiv völlig orientierungslos. Besonders erschreckend war dabei, dass die Defensive nicht einmal komplett neu zusammengestellt war. Mit Robin Koch und Arthur Theate standen durchaus erfahrene Spieler auf dem Platz, die eigentlich Stabilität und Führung verkörpern sollten. Umso problematischer wirkte rückblickend die Entscheidung, Tuta ziehen zu lassen, ohne ihn wirklich gleichwertig zu ersetzen. Über Jahre war Tuta zwar nie fehlerfrei, aber ein wichtiger Bestandteil der defensiven Achse und jemand, der die Abläufe kannte. Sein Abgang riss eine Lücke, die nie sauber geschlossen wurde. Die Folge war eine Defensive, die teilweise wirkte wie ein Hühnerhaufen. Abstände stimmten nicht, Zuordnungen bei Standards waren katastrophal, die Restverteidigung existierte oft kaum noch und nach Gegentoren verlor die Mannschaft regelmäßig komplett die Ordnung.
Robin Koch: Kapitänsbinde offenbar zu schwer
Besonders kritisch muss man dabei auch die Rolle von Robin Koch betrachten. Koch kam eigentlich mit dem Profil eines Führungsspielers nach Frankfurt: Nationalmannschatfserfahrung, Ruhe am Ball, Präsenz in Zweikämpfen und die Ausstrahlung eines modernen Innenverteidigers. Umso enttäuschender war seine Saisonleistung. Denn über weite Strecken spielte Koch wahrscheinlich seine schwächste Saison seit Jahren. Immer wieder unterliefen ihm individuelle Fehler, Stellungsprobleme und Unsicherheiten im Spielaufbau. Gerade in wichtigen Spielen wirkte er häufig überfordert und alles andere als stabilisierend. Und genau dort stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die Kapitänsbinde ihn möglicherweise eher belastet als gestärkt hat. Denn statt als emotionaler Anführer voranzugehen, wirkte Koch oft erstaunlich passiv und unsichtbar. Gerade in den schwierigsten Saisonphasen hätte die Mannschaft jemanden gebraucht, der laut wird, Verantwortung übernimmt, öffentlich Haltung zeigt und sich vor die Mannschaft stellt. Doch genau das passierte kaum. Besonders auffällig war dabei auch sein Auftreten nach außen. Während andere Spieler sich zumindest gelegentlich den Medien stellten, tauchte Koch in vielen Krisenmomenten kaum sichtbar auf. Für einen Kapitän eines Vereins wie Eintracht Frankfurt war das schlicht zu wenig. Natürlich trägt sicherlicht nicht ein einzelner Spieler die Verantwortung für eine komplette Krisensaison. Aber gerade weil Koch Kapitän war, muss seine Saison kritischer bewertet werden als die vieler anderer Spieler. Denn am Ende wirkte es tatsächlich so, als wäre ihm die Rolle als Führungsspieler und Kapitän in dieser extrem schwierigen Saison eher zu schwer geworden, statt der Mannschaft Halt zu geben.
Kevin Trapp: Viel mehr als nur ein Torwart
Der Umgang mit Kevin Trapp war ebenfalls ein Symbol für die fehlende Stabilität. Natürlich hatte auch Trapp in der letzten Saison nicht seine beste Phase. Trotzdem war er über Jahre weit mehr als nur ein Torwart. Er war Kapitän, Identifikationsfigur, Führungsspieler und eines der letzten Gesichter der erfolgreichen Eintracht Jahre. Vor allem war er innerhalb der Kabine ein wichtiges Bindeglied. Durch seine Erfahrung, seine Ausstrahlung und auch seine Sprachkenntnisse, insbesondere Französisch, war er für viele internationale Spieler ein wichtiger Ansprechpartner. Gerade in einer Mannschaft mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten sind solche Figuren enorm wichtig. Sein Verkauf war deshalb nicht nur ein sportlicher Transfer. Er war ein massiver Einschnitt in die Hierarchie und Kommunikation innerhalb der Mannschaft.
Maulwürfe, Burkardt und permanente Unruhe
Ein weiteres großes Problem war die ständige Unruhe rund um die Mannschaft. Immer wieder gelangten interne Informationen frühzeitig an Medien. Diskussionen über Kabinenstimmung, Trainerzweifel oder interne Konflikte begleiteten die Mannschaft nahezu die gesamte Saison. Und genau in dieses Gesamtbild passten leider auch die Diskussionen rund um Jonathan Burkardt. Einerseits muss man ihm zugutehalten, dass er einer der wenigen Spieler war, die sich überhaupt öffentlich gestellt haben. Während andere, etwa Robin Koch, in vielen Krisenphasen nahezu unsichtbar blieben, trat Burkardt zumindest vor die Kameras und übernahm Verantwortung. Trotzdem entstanden gerade in der entscheidenden Saisonphase, als es noch um Europa ging, plötzlich Diskussionen rund um Körperfettwerte, Beratergespräche und interne Themen, die ihren Weg in die Medien fanden. Genau solche Nebenschauplätze kann eine Mannschaft in einer Krise eigentlich überhaupt nicht gebrauchen. Auch sein Wutausbruch nach dem Tor in Dortmund wirkte eher wie ein weiteres Zeichen dafür, wie nervös und emotional instabil die gesamte Situation inzwischen geworden war. Natürlich war Burkardt nicht das Hauptproblem dieser Saison. Aber diese ständigen kleinen Nebengeräusche, internen Geschichten und öffentlichen Diskussionen verstärkten das Gefühl, dass innerhalb der Mannschaft und des Vereins nie wirklich Ruhe herrschte. Solche Leaks und Unruhen sind in Krisenzeiten brandgefährlich. Sie schwächen Trainer, verunsichern Spieler und erzeugen den Eindruck eines Vereins, der intern zunehmend die Kontrolle verliert.
Schwächen im Team hinter dem Team
Auch das Funktionsteam geriet zunehmend in die Kritik. Die hohe Anzahl an Verletzungen sorgte über Monate für Diskussionen rund um Athletik und Medizinabteilung. Natürlich gehört Verletzungspech zum Fußball dazu. Die Häufung wirkte jedoch auffällig. Besonders bitter: Die Eintracht verlor zuletzt wichtige Kompetenz aus dem medizinischen und athletischen Bereich. Bereits zur Saison 2024/25 verließ der damalige leitende Mannschaftsarzt Prof. Dr. Florian Pfab den Verein in Richtung Brighton & Hove Albion. Im Sommer 2025 wechselte zudem Reha Coach Benjamin Sommer zum FC Bayern München, wo er beim Neuaufbau der Reha Abteilung mithelfen sollte. Natürlich erklärt das alleine keine komplette Krisensaison. Aber rückblickend stellten sich viele Fans die Frage, ob diese personellen Verluste intern möglicherweise unterschätzt wurden. Denn gerade körperlich wirkte die Mannschaft über weite Strecken nicht stabil. Immer wieder Ausfälle, immer wieder Rückschläge und immer wieder Spieler, die nicht dauerhaft belastbar wirkten. Dazu kamen Diskussionen um Standardsituationen, Spezialtrainer, Torwarttrainer und die generelle Organisation innerhalb des Staffs. Gerade Standards entwickelten sich zu einem Symbol der Krise. Offensiv oft harmlos, defensiv regelmäßig brandgefährlich. In einer funktionierenden Saison fallen solche Themen kaum auf. In einer Krisensaison werden sie dagegen zu weiteren Baustellen. Genau das war bei Eintracht Frankfurt der Fall.
Die Champions League als Glamour-Fassade
Die Champions League war Fluch und Segen zugleich. Natürlich waren die Europapokalnächte emotional und finanziell wichtig. Aber gleichzeitig verdeckten sie auch viele strukturelle Probleme. Solange die Hymne lief und große Gegner nach Frankfurt kamen, konnte man sich einreden, dass der Verein noch auf Kurs sei. Doch hinter diesem Glamour zerfiel die Mannschaft zunehmend. Der kommende Umbruch wird brandgefährlich. Und genau deshalb könnte die eigentliche Herausforderung erst jetzt beginnen. Denn der bevorstehende Umbruch wird enorm. Kein internationales Geschäft bedeutet weniger Einnahmen, weniger Attraktivität für Topspieler und deutlich schwierigere Rahmenbedingungen auf dem Transfermarkt. Gleichzeitig drohen weitere wichtige Abgänge. Gerade jetzt wird sichtbar, wie gefährlich die aktuelle Entwicklung ist. Denn ein großer Umbruch ohne Europa, ohne klare Hierarchie und nach einer Saison voller Unruhe ist brandgefährlich. Die kommenden Monate werden deshalb vielleicht entscheidender als die Saison selbst.
Zu wenig Eintracht-DNA
Vielleicht ist das der emotionalste Punkt dieser Analyse: Diese Mannschaft fühlte sich oft nicht mehr nach Eintracht Frankfurt an. Die Eintracht der erfolgreichen Jahre stand für Intensität, Widerstand, Mentalität, Emotionalität und besondere Nächte. Selbst schwächere Mannschaften konnten damals über sich hinauswachsen. Diese Saison wirkte dagegen oft leblos, passiv und beliebig.
Diese Saison war ein Warnschuss
Natürlich wäre es zu einfach, alles auf eine einzelne Person zu schieben. Diese Saison war deshalb so katastrophal, weil viele Fehler ineinandergriffen. Krösche hielt zu lange an Toppmöller fest. Die Interimslösung kostete wertvolle Wochen und womöglich Europa. Riera wurde zum nächsten riskanten Experiment. Die Defensive kollabierte komplett. Die Mannschaft hatte zu wenig Führung. Robin Koch blieb als Kapitän zu unsichtbar und spielte eine katastrophale Saison. Kevin Trapps Abgang riss ein Loch in Hierarchie und Kommunikation. Die Kaderzusammenstellung war unausgewogen. Interna gelangten ständig nach außen. Auch Staff, Athletik und medizinische Abteilung standen in der Kritik. Das Ergebnis war eine Saison, in der Eintracht Frankfurt nie wirklich die Kontrolle zurückgewann. Und genau deshalb war diese Saison so gefährlich. Nicht nur wegen der Ergebnisse. Sondern weil sie gezeigt hat, wie schnell ein Verein trotz Erfolg seine Stabilität, seine Führung und seine Identität verlieren kann.






18 Kommentare
Oh ja...es wird extrem spannend nächste Saison...wird sich uffgerappelt und wieder angegriffen oder geht es weiter bergab?
By the way...Gude Laura, schee von dir zu lesen, hoffe dir geht's jut.
Ich möchte unsere Saison nicht schönreden. Vor allem der fehlende Kampf und Teamgeist waren erschreckend, ABER, ich habe mir mal einige letztjährige Champions League-Teilnehmer und deren Platzierungen in dieser Saison rausgepickt...
SGE - 8. (nicht international)
Leverkusen - 6. (EL)
Juve - 6. (EL)
Atalanta - 7. (ECL)
Ajax - 5. (EL)
Chelsea - 10. (nicht international)
Newcastle - 12. (nicht international)
Tottenham - 17. (nicht international)
Bilbao - 12. (nicht international)
Marseille - 5. (EL)
Monaco - 7. (nicht international)
Natürlich kenne ich die Geschichte mit den Äpfeln und den Birnen, aber dass auch andere (größere) Teams nach einer Champions League Saison ins Straucheln kommen, zeigt einfach, dass wir weder leistungstechnisch noch vom Kopf her der Champions League gewachsen waren. (zumal wir mit Abstand die schwierigsten Gegner hatten).
Ich denke, dass die nächste Saison ganz anders aussehen wird.
Danke für die vielschichtige Analyse. Ich gehe in vielen Punkten mit, allerdings fehlt mir ein wenig die Ausgewogenheit. Ich habe keinen Punkt gefunden, der positiv erwähnt wird, und das wird - trotz allem Frust - der Saison auch nicht gerecht. Das könnte ich verstehen, wenn wir eine Saison wie der VfL Wolfsburg erlebt hätten (die übrigens mit dem gleichen Saisonziel wie wir gestartet sind).
Ich versuche mal ein paar Punkte herauszugreifen:
Führungsspieler: Den Vorwurf des Wechsels von Kevin Trapp empfinde ich in gewisser Weise als unfair. Er wollte wechseln (nicht nur aus sportlichen, sondern auch privaten Gründen) - das hat auch Krösche mehrfach betont. Dass es nicht gelungen ist, eine neue Hierarchie zu bilden, da gehe ich mit. Ich denke, dass insbesondere Robin Koch nicht geeignet ist, die Trapp-Rolle zu übernehmen (ohne ihm jetzt komplett Führungsqualitäten abzusprechen). Insgesamt wundert es mich aber schon, dass das nicht geklappt hat, denn mit Kristensen, Burkardt, Theate und Shkiri haben wir durchaus Leadertypen (nicht über Shkiri aufregen, aber beobachtet mal, wer auf dem Feld die Kommandos gibt...). Vielleicht "reicht" es hier schon, den Kapitän zu wechseln und den Kreis nochmal in die Verantwortung nehmen.
Trainer: Hier stimme ich euch voll zu und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Diese Saison ist das Resultat davon, dass insb. Markus Krösche versucht, auf Biegen und Brechen einen Wechsel hinzubekommen. Was ich meine: Im Anfang seiner Zeit hat er gesehen, dass der Umschaltfußball gut funktioniert hat, aber wie massive Probleme hatten, gegen tiefstehende Gegner zu Chancen zu kommen (jaja, war so, auch wenn wir das in der Verklärung der Hütter und Glasner Saisons gerne vergessen). Sein Schluss daraus: Wechsel zu einer ballbesitzorientierten Mannschaft, die aus der Ordnung heraus zu Chancen und Toren kommt. An sich ist das ja nicht falsch, aber es ist jetzt schon über Jahre zu beobachten, dass das nur Mannschaften gelingt, die extrem eingespielt sind und sowohl im Mittelfeld als auch im Sturm sehr hohe Qualität haben. Wenn das nicht so ist, kommt ein unglaublich hart anzuschauendes und unproduktives Ballgeschiebe heraus. Das kann man selbst bei "größeren" Clubs gut beobachten. Und Fakt ist: Durch unsere Transferstrategie haben wir keine Chance, das (dauerhaft) zu erreichen. Die einzige Ausnahme war die letzte Saison, wo der Erfolg aber zu einem guten Teil der Weltklasse von Marmoush und Ekitike geschuldet war - die dann prompt auch beide ganz schnell wieder weg waren. Aus meiner Sicht würden wir erheblich besser damit fahren, wenn wir als Grundidentität wieder auf schnelles Umschalten, aggressives, wuchtiges Spiel setzen würden (was ihr oben "Eintracht-DNA" nennt). Das wird uns vermutlich nicht zum Meister machen, aber selbst in schlechten Phasen holt es das Publikum deutlich besser ab als das einschläfernde Ballgeschiebe. In dieser Saison kam noch hinzu, dass die Risikobalance auch nicht funktioniert hat. Ich bin nicht sicher, ob Krösche bereit ist, das mitzugehen. Die Riera-Verpflichtung scheint darauf hinzuweisen, dass er es nicht ist. Und ich bin nicht sicher, ob dieser Griff ins Klo ihn von der grundsätzlichen Intention "geheilt" hat. Das wird aber eine der entscheidenden Fragen sein, einfach weil sich daran sowohl Trainer- als auch Personalauswahl entscheidet.
Unruhe im und ums Team: In der Analyse (med. Abteilung, "Maulwürfe") stimme ich zu, euren Verantwortlichkeiten nicht überall. Eine Hauptverantwortung sehe ich hier bei Timmo Hardung (wenigstens wenn ich seine Rolle richtig verstehe). Das sind genau die Bereiche, die er verantwortet. Wenn aufgrund der Abgänge in der med. Abteilung etwas nicht passt, muss er dafür sorgen, dass sich das ändert. Ich hoffe, dass da jetzt Konsequenzen gezogen werden. Ebenso ist es seine Verantwortung, dass Reibungen im sportlichen Bereich produktiv sind und nicht belastend. Wenn alles stimmt, was bzgl. des Burkardt-Themas an die Öffentlichkeit geraten ist, haben sich beide Seiten (Trainer und Spieler) nicht mit Ruhm bekleckert. Ich wäre aber vorsichtig mit Schuldzuweisungen bzgl. der Leaks. Meines Wissens ist nicht klar, woher das kommt, während ihr insinuiert, dass es von der Burkardt-Seite lanciert wurde. Nicht unmöglich, aber ich wäre vorsichtig. Und nochmal zurück zu Hardung: Wenn sich ein solcher Konflikt auftut (Trainer mit schlechter Kommunikation, Spieler beleidigt), dann muss er nahe genug dran sein, um das zu klären, bevor alles an der Öffentlichkeit ist.
Zu guter Letzt noch eine Frage: Dennis Schmidt kommt sehr schlecht weg bei euch. Aus meiner Sicht hat er mitten in englischen Wochen als Kaltstart übernommen. Es ist nicht viel herausgekommen, aber seine Verantwortung würde ich da nicht so hoch einschätzen. Und in der U23 hat er gute Arbeit geleistet. Oder habt ihr da noch andere Infos (bzw. habe ich den Text falsch verstanden)?
Sehr sehr tolle schonungslose Analyse.
Besonders beeindruckend die Aussage, dass der Verein innerlich zerbrochen ist.
Das liegt einzig und allein an der Führung!
Untergetaucht.
Aber Verträge über Jahre verlängern und Gehälter unermesslich erhöhen, das geht wohl trotzdem, wenn es stimmt.
Vielen Dank für diese umfangreiche und in ihrer Aussage sehr klare Analyse.
Für mich haben die Probleme aber schon viel früher angefangen.
Eigentlich wurden Hinti, Hase und Rode nie ersetzt, weder auf ihren Positionen und erst recht nicht als Führungsspieler. Wobei der Umgang von einigen Führungskräften mit Hinti beschämend war, schon damals ist viel Zusammenhalt verlorengegangen. Hier sehe ich auch den Hauptgrund für die Entfremdung von Glasner zum Führungspersonal, was letztlich zu seiner als Trennung in beiderseitigem Einvernehmen verbrämten Entlassung führte.
Toppmöller stand von Anfang an auf verlorenem Posten.
Der Kader war nie geeignet für den von ihm geforderten Fußball.
Das ist nur nie so aufgefallen, weil aufgrund von Unterschiedsspielern wie Marmoush und Heki zumindest die Punkteausbeute in Ordnung war.
Mit diesen Spielern war die Taktik auch nebensächlich.
Jeder lange Ball trug Gefahr in den gegnerischen Strafraum, dementsprechend agierten die Gegner sehr vorsichtig, was wiederum unsere Abwehr entlastete. Was doch noch aufs Tor kam, wurde meist durch die Organisation der Abwehr durch Trapp entschärft. Da war er fast wichtiger als in seiner Hauptfunktion als Torwart.
Das ganze Kartenhaus ist dann mit den Sommerabgängen Heki, Tuta und Trapp zusammengebrochen. Der Artikel fasst ja gut zusammen, welche Defizite auf allen Ebenen dadurch ebenfalls noch ans Licht kamen.
Ich hoffe zwar, daß die richtigen Schlüsse gezogen und nachfolgenden die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Aber ich habe meine Zweifel, daß die gleichen, die so viele Fehler angehäuft haben, jetzt so viele fehlerfreie Entscheidungen treffen können.
Nicht trotz, sondern wegen CL!
Ein bißchen offtoppic, aber vielleicht auch nicht.
Greuther Fürth hat gestern in der Relegation RW Essen besiegt und die 2. Bundesliga gehalten. Auch gestern wieder wichtiger Bestandteil: Noel Futkeu.
https://youtu.be/GVea6xHJRQU?si=eUuG_id6pN91paCP
Ich kann natürlich noch nicht ermessen, ob uns Futkeu wirklich weiterhelfen wird oder nicht. Ich bin da guter Dinge. Aber unabhängig davon - für mich symbolisiert er vieles von dem, was wir diese Saison haben vermissen lassen:
Giftigkeit, Leidenschaft und den unbedingten Willen das Tor zu erzielen. Das ist für mich die Geschichte unserer Saison. Ich habe bei uns eine gewisse Sattheit gesehen (natürlich gab es Ausnahmen, aber eben nur Ausnahmen).
Nochmal zu Greuther Fürth. Die waren für viele schon längst abgestiegen. Auch Dank ihm kamen sie überhaupt erst wieder zurück. Und dann in einem Wahnsinnsfinale auf den Relegationsplatz. Auch in den Regationsspielen hat Futkeu wieder geliefert, nicht nur durch sein Tor.
Auch gestern wieder harte Körperlichkeit am Rande der gelben Karte, Wille, Wendigkeit, schnelle Drehungen, Emotionen. Sein Jubel Richtung Essener beim 1:0 - da muss man die Vorgeschichte sehen!
Seine Statistik 19 Tore (20 inkl. Relegation) und 6 Vorlagen.
Wenn ein Stürmer bei einem Fastabstiegsverein konstant so liefert und so eine Körperlichkeit an den Tag legt, wohlgemerkt gegen oft beinharte Verteidiger der 2. Bundesliga (obwohl man ihm das nicht ansieht), dann kann der uns weiterbringen, vielleicht nicht nur als Stürmer Nummer 3.
Das war teilweise schon peinlich, was der Herr Futkeu da abgezogen hat. Ich nehme ihm da auch keine "Vorgeschichte" ab. Trotzdem sollte man ihm die Vorbereitung geben, um sich beweisen zu können. Dann sollte man zusätzlich seinen Charakter / seine Mentalität nochmal prüfen - also Gespräche führen.
Ja, so ein Spieler hat letzte Saison ein stückweit gefehlt, ich will aber auch keinen Picko in der Mannschaft haben.
MK hätte einfach den Mut haben müssen, entweder gleich nach Dinos Aus Adi Hütter zu verpflichten oder, was ich noch besser gefunden hätte, beim Friedhelm anzuklopfen, damit der die Saison rettet. Mit FF hätten wir gewiss die fehlenden 4 Punkte geholt, um am Ende 7. zu werden. Aber das war dem Krösche vermutlich zu bieder.
Dem stimme ich zu und weil der Unterschied so enorm ist, wiederhole ich es nochmal:
"... nicht trotz, sonder wegen der CL (und der unglücklichen Auslosung)...!
"Ich nehme ihm da auch keine "Vorgeschichte" ab."
OK, Du kennst Dich also gut aus mit der Vorgeschichte? So gut, dass Du sie ihm nicht abnimmst. Auf welcher Basis, wenn ich fragen darf. Aus was genau resultiert Deine Haltung gegenüber Futkeu?
Ich habe beide Spiele komplett gesehen, Du vielleicht auch?
Hier mal ein paar Auszüge aus dem BR Sportbericht zu beiden Relegationsspielen:
Zum Hinspiel:
"Noel Futkeu war schon im Hinspiel in den Mittelpunkt gerückt. Der 23-jährige Torjäger der SpVgg Greuther Fürth, Toptorschütze der Liga mit 19 Treffern, war von der Essener Defensive besonders in den Fokus genommen worden, was für hitzige Szenen und aggressive Aktionen gesorgt hatte. Fürth-Coach Heiko Vogel fand dafür auf der Pressekonferenz vor dem entscheidenden Rückspiel deutliche Worte: "Das Ziel, Noel Futkeu aus dem Spiel zu nehmen, war noch größer als der Wille, ein Tor zu schießen."
Wenn man diesen Trainer in dieser Saison ein bisschen erlebt hat, weiß man, dass da einiges passiert sein muss, dass er so was auf einer PK sagt. Selbst wenn man das Spiel gar nicht gesehen hätte.
"Trotz zahlreicher Provokationen bewahrte Futkeu die Nerven und vermied eine fünfte Gelbe Karte, die ihn für das Rückspiel gesperrt hätte. Dort konnte er schließlich befreiter aufspielen. Vor allem mit Hüning lieferte er sich im Showdown am Montag ein intensives Duell." *
Das kann jeder sehen, wie er will. Wer möchte, kann sich ja noch mal reinlesen und selbst ein Bild machen. Ich finde der Stoff, der hier angedeutet wird, reicht sehr gut als Vorgeschichte.
Da braucht man keine charakterlichen Bedenken anzudeuten, wie Du es tust.
Zum Charakter: man bedenke, Futkeu hat die Antwort sportlich auf dem Platz geliefert. Mit Ausnahme des einen überflüssigen Jubels.
https://www.br.de/nachrichten/sport/2-fussball-bundesliga-relegation-spvgg-greuther-fuerth-noel-futkeu-torjubel-fuer-rw-essen-aerger,VKnopgj
Auszug aus dem Interview
Die Jahre bei der SpVgg seien "sehr sehr wichtig gewesen": "Ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln, bin gereift als Spieler, als Mensch, hab wirklich vieles dazugelernt, hat sich maximal ausgezahlt."
Ich finde es ziemlich daneben, jemanden vorzuverurteilen oder anzuzählen auf Basis einer einzigen Aktion, die man dann ontop nicht mal im Kontext sehen möchte. Aber vielleicht hast Du ja weiterführende Informationen zu Futkeu.
* der Bericht kommt von einem Journalisten des BR. Kann natürlich auch sein, dass eine gewisse Voreingenommenheit eine Rolle spielen könnte.
@jannis
Das mit Noel sehe ich anders. Sein Wille, seine Galligkeit - top! Mir hat lediglich die eine Szene, als er sich „schwerst verletzt“ 5x ueber den Rasen waelzte, nicht ganz so gefallen… Andererseits: Eigentlich nur ein ganz normaler Klinsmann-Gedaechtnis-Move. Das Peinlichkeitslevel der oeffentlichen Nahtoderfahrungen eines Norbert Meier oder Christian Streich hat er jedenfalls nicht erreicht.
"Das Peinlichkeitslevel der oeffentlichen Nahtoderfahrungen eines Norbert Meier oder Christian Streich hat er jedenfalls nicht erreicht."
Genial geschrieben. Danke dafür. Du hast meine Mittagspause definitiv bereichert.
Danke an beide Autoren/innen, die Analyse spiegelt wohl die Gefühlslage aller SGE-Fans wider. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir es in der nächsten Saison besser gestalten sollten und hoffentlich mit einem erfahrenen Trainer (Adi Hütter) und neuen Umfeld, sich die Freude und der Erfolg einstellt.
Alles wie gewohnt sauber und auf den Punkt analysiert. Super.
Es ist in der Tat so, dass die Fehler im Erfolg gemacht werden.
Für mich war eigentlich schon nach der ersten Saison klar, dass Dino die Mannschaft nicht weiterbringt. Klar, er hat sein Handwerk gelernt und kann gut mit den Spielern aufgrund seiner Vielsprachigkeit, aber Struktur und Konzept hat er nicht vermitteln können. Getragen haben uns immer die Ausnahmespieler.
Natürlich kannst Du einen Trainer nicht feuern, der gerade mit seine Mannschaft auf den 3. Platz gekommen ist, daher gabs keine andere Möglichkeit.
Ein neuer Impuls wäre besser gewesen, aber im Nachhinein wissen es natürlich alle besser.
Meine erste Reaktion nach dem Lesen des Artikels: Sehr guter Beitrag. Gut recherchiert, gut analysiert, gut argumentiert (auch, wenn man nicht mit allem 100%ig einverstanden sein muss). Und dann las ich (neben Autor Florian Bauer): Gastautorin Laura Krüger - und ich dachte nur: Whow! Wenn auch "nur" Co- und Gastautorin: schön, den Namen nochmal am Anfang eines Beitrags zu lesen. Darf gerne öfter vorkommen.
(zur Sicherheit: damit möchte ich die Leistungen der anderen Autoren und vor allem von Florian Bauer in keinster Weise schmälern)
Andere Mannschaften wären mit 65 Gegentoren ganz tief im Abstiegskampf oder gar abgestiegen. Wir haben immerhin 61 Tore geschossen. Und sind achter geworden.
Das spricht dafür ,das trotz all der berechtigten Kritik viel Qualität in der Mannschaft steckt.
Jetzt braucht es zwei Dinge.
Eine oder zwei ordnende Hände im Mittelfeld.
Und ein Trainer der wieder eine Mannschaft, eine Eintracht formt.
Wieviel im Staff, Medizinische Abteilung und eventuell in der Führung
( Sportdirektor) umstrukturiert werden muss, wissen Krõsche und Hellmann sicher am besten.
Das gleiche gilt für den Kader.
Die Welt geht noch nicht unter, und die Eintracht spielt auch nächste Saison Fussball. In der ersten Bundesliga.
Danke für die Analyse, da hast du mich etwas beruhigt :D
Das Hinspiel habe ich nur in der Zusammenfassung gesehen, das Spiel gestern komplett. Der Jubel, das Verhalten bei Foul und das ständige Anpeitschen der Zuschauer war mir einfach zu drüber. Essen hatte am Ende noch einige Hochkaräter, das ganze Theater hätte also gut in die Hose gehen können…
Mal sehen wo seine Zukunft liegt.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.