Makoto Hasebe handelte sich eine Rote Karte ein. (Bild: imago/Nordphoto)

Im ersten Heimspiel nach der Kovac-Debatte, im ersten Heimspiel nach dem Einzug ins Pokalfinale, musste die Frankfurter Eintracht im Bundesligaalltag gegen Kovacs Ex-Klub aus Berlin ran und konnte im Kampf um die europäischen Plätze keine Zähler einfahren. Nach 90 Minuten stand es im fast ausverkauften Waldstadion 0:3 aus Sicht der Hausherren.

Im Vergleich zum Pokalhalbfinale in Gelsenkirchen (1:0) rotierte Kovac, der beim Vorlesen der Mannschaftsaufstellung Pfiffe aus der Nordwestkurve zu hören bekam, gleich auf fünf Positionen und brachte frische Kräfte aufs Feld bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad im Stadtwald. Danny da Costa, Timothy Chandler, Mijat Gacinovic, Aymen Barkok und Sebastién Haller rückten für Marius Wolf (nicht im Kader), Jetro Willems, Marco Fabián, Omar Mascarell (alle Bank) und Kevin-Prince Boateng (Pferdekuss; nicht im Kader) in die Startelf. Die Eintracht setzte auf eine Doppelspitze und erneut auf eine Dreier- bzw. Fünferkette in der Defensive. Pal Dardai ordnete sein Team in einem 4-2-3-1-System an.

Eintracht mit besseren Chancen 

Den Hessen, die in der Anfangsphase mit viel Ballbesitz das Spielgeschehen dominierten, sollte dann auch die erste Großchance gehören. Ein katastrophaler Fehlpass in der Berliner Hintermannschaft brachte Luka Jovic ins Spiel. Sein Linksschuss ging frei vor Jarstein allerdings knapp über das Gebälk (9. Minute). Auch die nächste Chance resultierte aus einer Unkonzentriertheit der Herthaner Hintermannschaft. Ein Rückpass auf Jarstein verunglückte völlig, Jovic holte sich den Ball noch vor der Grundlinie und legte zurück auf Gacinovic, dessen Schuss an der Latte landete (19.). Der anschließende Kopfball von Jovic ging klar übers Tor. Ein Abschluss von Chandler (34.) nach Pass von Barkok und ein Distanzschuss von Abraham (45.) waren danach noch die besten Chancen.  In der 40. Minute musste Niko Kovac dann ähnlich wie schon im Pokalspiel verletzungsbedingt wechseln. Jonathan de Guzman musste mit Oberschenkelproblemen raus, für ihn kam Omar Mascarell in die Partie. Mit der Nullnummer ging es dann in die Kabinen. Bis dato eine ausgeglichene Partie mit den besseren Chancen auf Seiten der Frankfurter.

Hertha geht durch unberechtigten Strafstoß in Front

Die Eintracht kam unverändert aus der Halbzeit. Und musste ab der 58. Minute einem Rückstand hinterherlaufen. Was war passiert? In der 55. Minute kam es zu einem Zweikampf im Frankfurter Strafraum zwischen Hasebe und Selke. Letztere kam recht theatralisch zu Fall. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied auf Elfmeter. Der Videoschiedsrichter aus Köln meldete sich, worauf hin der Referee sich die Szene noch einmal auf dem Bildschirm ansah. Er blieb bei seiner Entscheidung. Allerdings hatte Hasebe Selke nicht berührt, sodass es keinen Strafstoß hätte geben dürfen. Eine Fehlentscheidung, die der Eintracht wehtat. Denn der vermeintlich gefoulte trat selbst zum Elfmeter an und verwandelte zum 1:0 für die Gäste.

Berlin erhöht, Hasebe fliegt

Kovac reagierte auf den Rückstand, brachte Marco Fabian für Barkok (60.) und Jetro Willems für Russ (66.). Fabian hatte nach 69 Minuten die bis dahin beste Chance auf den Ausgleich, als er nach einem schönen Spielzug aus rund 18 Metern abzog und Rune Jarstein im Tor der Hertha beide Fäuste nehmen musste, um den Ball zu entschärfen. Doch es waren in der 77. Minute erneut die Berliner, die jubeln durfte. Matthew Leckie war nach Balleroberung durch Kalou im Mittelfeld mutterseelenallein in Richtung Hradecky unterwegs und vollstreckte humorlos zum 2:0. Und es kam noch dicker für die Eintracht. Sie musste die letzten elf Minuten mit einem Mann weniger über die Zeit bringen. Makoto Hasebe bekam nach einem Ellenbogencheck gegen Selke die Rote Karte und musste vorzeitig duschen gehen. Und sah zu, wie sein Team noch ein drittes Gegentor kassierte. Alexander Esswein erzielte in der 90. Minuten den 0:3-Enstand.

Nach acht ungeschlagenen Heimspielen in Folge muss die SGE nun gegen Berlin eine bittere Niederlage im Kampf ums internationale Geschäft einstecken.

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20 Kommentare

  1. Ausgleichende Gerechtigkeit für das Halbfinale vom DFB? Also mal das 0:2 ausgenommen hätte man alle Tore von Hertha abpfeifen müssen. Selke hätte für die GLASKLARE Schwalbe gelb sehen müssen und so weiter. Ist müßig drüber zu diskutieren, aber hier hat man 11 gegen 12 gespielt. Und später dann 10 gegen 12.

  2. Ich bin immernoch fassungslos, wie um alles in der Welt dieser Elfmeter, vor allem nach dem Sichten, noch vertretbar sein soll.

  3. Wie Kovac immer sagt: Wir müssen immer 100% geben. – Heute waren’s vielleicht 80%. Der Grundstein für die Niederlage wurde in HZ1 gelegt, es war abzusehen, dass sich das rächt. Denn auch in HZ2 wurde viel zu lässig gespielt. Da ist es Kovac in der HZP nicht gelungen, die Mannschaft besser ein- und umzustellen.
    Berlin, das wirklich nicht gut gespielt hat, ist das gelungen, was Schalke01 vorhatte, Fehler ausnutzen. Nur waren es die der SR. Kein Elfer, Abseits vor dem 0:2.
    Also müssen 3 Punkte aus München her. Hasebe wird sich dort aber nicht wieder verletzen. Dass er noch nicht mal die Chance dazu hat ist bitter, sehr bitter.

  4. sicher, es war nicht unser bester tag, aber dennoch waren wir immer noch besser als Hertha heute. heute will ich einfach mal alles am Schiedsrichter festmachen. unglaublich wie man ein spiel derart einseitig völlig verpfeifen kann…ich bin völlig sprachlos.

  5. Verpfiffen. Aber auch eine lustlose Vorstellung. Mit Fabian kam etwas Wind, aber herausgespielte Torchancen gab es kaum. Die beiden 100%igen aus H1 waren von der Hertha aufgelegt, nicht rausgespielt. Leider nicht verwandelt sonst wäre wäre Fahrradkette. Chandler abgemeldet, Gacinovic nichts gerissen, Mascarell unglücklich, Hasebe hat uns für den Rest der Saison geschwächt und insgesamt praktisch keine verwertbaren Bälle auf die Stürmer. Mauer Ufftritt. Schade, dass wir jetzt schon wieder auf Schützenhilfe angewiesen sind, damit es mit Europa klappt. Wir hatten es in der Hand. Bremen, Hoffenheim und jetzt Berlin waren die Spiele, in denen wir hätten Punkten müssen. Wurde nur einer. Außer gegen den hsv rechne ich in dieser Verfassung mit keinen weiteren Punkten. Ohne KPB, Wolf und Rebic fehlt Dynamik.

  6. Verschobenes Spiel…genau so sehe ich es auch. Ich werde den DFB wegen Betruges anschreiben, auch wenn das lächerlich erscheint und keine Chance auf Änderung hat. Hinzugenommen die rote Karte für den Hoffenheimer Spieler sollte man den DFB auffordern, Profischiedsrichter einzuführen und den Videobeweis abzuschaffen (der trotz klarster Deutlichkeit heute gegen die SGE missbraucht wurde).
    Anscheinend soll die Eintracht von Europa ferngehalten werden; anders kann ich mir die Schiedsrichterleistung heute nicht erklären.

  7. Dem Schiedsrichter und Selke wünsche ich einen schönen Tag. (Ich Dir auch, Matthias von der Redaktion) Dann müssen die in einer anderen Sportart Schäden verbreiten.

    Ich möchte mich ja echt beherrschen, aber der Elfmeter war der Witz dieser Saison. Dann brauchen wir auch keinen Videobeweis. Dann kann der Schiedsrichter auch das Ergebnis würfeln.

    Nachdem Haller schläd daneben tritt in der einen Situation rutscht der andere ihm rein. Das Spiel wird unterbrochen und es geht mit Ball Hertha weiter… Was wurde da entschieden?

    Klar müssen wir unsere Dinger machen. Aber ohne den Schiri wird’s ein 0:0.

    Schade, dass Hasebe für den Ellbogen geflogen ist, ohne Selke dafür wenigstens richtig gegeben zu haben.

    Das gehört sich nicht sowas zu wünschen und ist unsportlich, ich weiß.

    Aber wenn von anderer Seite die Regeln in den Arsch gefi••t werden, warum sollen wir uns daran halten?

    Spiel geschoben, danke DFB.

  8. Da ich ja nichts von der Sportart Fußball verstehe, würde ich gerne mal erklärt bekommen, inwiefern uns NK heute vercoacht hat?

  9. Danke für diese Wahnsinns-Aufstellung.
    Und danke dass der Stegemnn und das lustige VAR-Team aus Köln für diese lächerliche Leistung auch noch einen Vorwand geben

  10. Der VAR hatte ja eingegriffen, aber dann trotzdem Elfer zu geben, das ist ein hoffentlich einmaliger Skandal. Hatte nach den vergebenen 100%igen auch kein gutes Gefühl.

  11. #10 -> Es ist schon was passiert mit dem Videobeweis,
    die Gelder aus München gehen jetzt auch hier ein !!!

  12. Deutlicher kann man einer werbeüberfluteten,
    viel zu viel Geld zahlenden Fußball-Nation nicht mehr zeigen,
    dass ein Spiel GESCHOBEN war !!!!

  13. @15
    Der VAR hat in einer Szene eingegriffen – und Stegemann hat versagt.
    Der VAR hatte aber auch noch 3 andere Szenen in denen er hätte eingreifen MÜSSEN, weil sie strittig waren.
    Zum Einen wurde Jovic in einer Szene klar gefoult, weil ein Berliner ihn umrennt.
    Dann wurde Haller bei seinem Schussversuch im Fallen noch von hinten gegen das Schussbein getreten.
    Und zuletzt war das 3:0 auch noch irregulär, weil vorher ein klares Foul an Fabián begangen wurde, bevor direkt danach aus dem Konter das 3:0 fiel.

  14. Die Bayern würden gegen so eine eindeutige Schieberei Protest einlegen und dieses Arschloch Stegemann für weiteres Ablehnen.Der müßte sowieso gesperrt werden weil er unfähig ist .War ja nicht das erste mal,wo der so Pfeifft.

  15. wie gut dass man den schiri als ausrede für ein schwaches spiel und das eigene unvermögen hat.

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