Ein ernüchternder Auftritt der Eintracht gegen den Hamburger SV spiegelt sich auch in den Noten wider. Mit einem schwachen Notenschnitt von 4,39 zeigte die Mannschaft über weite Strecken eine blutleere Vorstellung ohne Tempo, ohne Zugriff und ohne echte Gegenwehr. Individuelle Qualität und hohe Kaderwerte waren zwar auf dem Papier vorhanden, auf dem Platz jedoch kaum sichtbar. Stattdessen fehlten grundlegende Tugenden wie Einsatz, Leidenschaft und Klarheit im Spiel. So entstand der Eindruck einer Mannschaft, die zwar teuer zusammengestellt ist, aktuell aber zu selten als Einheit mit echten Werten auftritt. Entsprechend fallen die Bewertungen der einzelnen Akteure deutlich aus.
Nach der vielbeachteten Pressekonferenz am Freitag nahm Frankfurts Trainer Albert Riera für das Spiel beim HSV zwei Änderungen in der Startelf vor: Ansgar Knauff und Jonathan Burkardt rückten in die Anfangsformation, während Love Arrhov und Ayoube Amaimouni zunächst auf der Bank Platz nahmen.
An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen Hamburger SV der vierzehn zensierten Spieler den Wert 4,39. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie.
Die Einzelnoten der über 640 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:
Can Uzun: Brachte nach einem tollen Spielzug die Führung. Bis zu diesem Zeitpunkt war er der einzige Frankfurter, der mit seiner Klasse für Gefahr sorgen konnte. Aber auch er ist oft genug nur als Einzelkämpfer unterwegs. Tolle Kombinationen und Spielzüge? Fehlanzeige. Und das seit Wochen. Ein strukturelles Problem in dieser Mannschaft in diesem Jahr.
Michael Zetterer: Eigentlich relativ souverän unterwegs. Bei den Gegentoren dann aber auch einen Tick zu devot unterwegs. Zudem ist er kein Torwart, der mit seiner Ausstrahlung auf dem Feld für ein Aufbäumen bei der Mannschaft sorgt.
Ansgar Knauff: Versuchte es oft genug mit schnellen Läufen. In Summe ist das aber auch einfach zu eindimensional. Dadurch verpufften eben auch viele Momente. Dann ist es eben schwer auch daraus Profit zu schlagen, weil das für jede Bundesliga-Mannschaft zu leicht zu verteidigen ist.
Oscar Hojlund: Zeigte Ansätze seiner Dynamik, konnte diese aber kaum gewinnbringend einsetzen. Oft auf sich allein gestellt und ohne klare Bindung ins Spiel. Jeder versuchte nur für sich selbst einzustehen. Es waren nur Einzelprotagonisten zu sehen, aber keine Mannschaft.
Jean-Matteo Bahoya: Viel Wille, aber kaum Qualität im Abschluss. Verzockte sich zu oft im Dribbling oder traf die falschen Entscheidungen. So bleibt von seinem Spiel nichts übrig außer Ansätzen. Aber wenigstens darf man ihm zugutehalten, dass er es mal mit Eins-gegen-Eins Situationen versuchen wollte. Seine Teamkollegen scheuten sich oft genug davor.
Robin Koch: Sollte Stabilität bringen, war aber selbst Teil des Problems. Unnötige Fehler im Aufbau und nicht immer sattelfest gegen die HSV-Offensive. Für einen Führungsspieler zu wenig.
Nene Brown: Defensiv gefordert und nicht immer sattelfest. Offensiv kaum Impulse gesetzt. Insgesamt ein Auftritt, bei dem wenig hängen bleibt. Besorgniserregend, wenn auch noch Brown kaum positive Spielanteile verzeichnen kann.
Aurele Amenda: Unsicher im Stellungsspiel und nicht konsequent genug in den Zweikämpfen. Wirkte mehrfach überfordert, wenn es schnell wurde. Positiv: Oft genug spielte er auch mal Langholz nach vorne oder sorgte selbst mit langen Passagen mit Ball am Fuß für Raumgewinne.
Arnaud Kalimuendo: Blieb über weite Strecken blass. Kaum eingebunden und wenn doch, fehlte die Präzision. Ein Spiel, das an ihm vorbeigelaufen ist. Dieses Mal eher auf dem linken Flügel beheimatet. Der Franzose hat in seiner kurzen Zeit mittlerweile schon sämtliche Offensivpositionen besetzen müssen.
Fares Chaibi: Zwischen Genie und Leichtsinn – diesmal klar näher am Leichtsinn. Zu viele Ballverluste in aussichtsreichen Situationen, dazu kaum Zug zum Tor. Das war eher brotlose Kunst.
Hugo Larsson: Viel Ballkontakt, wenig Wirkung. Spielte meist sicher quer oder zurück und entzog sich damit der Verantwortung. Für einen zentralen Taktgeber war das zu brav und letztlich wirkungslos. In den entscheidenden Phasen nach dem Rückstand kaum präsent.
Jonathan Burkardt: Bemüht, immer anspielbar zu sein, doch oft isoliert. Die wenigen Abschlusssituationen waren nicht zwingend genug. Man hatte das Gefühl, dass ihm die Unterstützung aus dem Mittelfeld gefehlt hat. Dann fehlte in entscheidenden Momenten auch zu oft die Präsenz im Strafraum.
Ellyes Skhiri: War er ein Totalausfall? Eher nicht. Aber Woche zu Woche ist zu hinterfragen, welchen Mehrwert Skhiri wirklich für die Mannschaft hat. Oft genug viel zu fahrig. Kaum Impact im Spiel nach vorne und zuletzt dann nur noch als Innenverteidiger aufgestellt. Dort aber gegen den HSV stellenweise viel zu zögerlich unterwegs.
Rasmus Kristensen: Engagement ersetzt keine Effektivität! Holte sich völlig unnötig Gelb-Rot ab und fehlt nun wieder ein Spiel. Viel zu übermütig. Da verwechselt er das „Vorangehen als Führungsspieler“ völlig. Bezeichnend für diesen bitteren Nachmittag gegen den HSV. Damit auch von allen Adlerträgern klar am schlechtesten bewertet worden.






Ein Kommentar
Über das Spiel kann ich nichts sagen, verweile derzeit auf den Malediven und fand bessere Abwechslung, als Eintracht schauen. Für mich ist die Saison schon seit Wolfsburg beendet.
Kristensen nach Pause wieder dabei, naja eigentlich einer der sich zerreißen kann, wohl übermotiviert und das Umfeld der Eintracht zu schlecht um was zu reißen, kann das passieren.
Ich drücke Freiburg im Europapokal die Daumen
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