(Foto: imago/DeFodi)
Hütter-Vertreter Christian Peintinger (re.) und Kevin Trapp auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel gegen Inter Mailand (Foto: imago/DeFodi)

Ein ungewohntes Bild zeigte sich bei der Pressekonferenz zum Europa-League-Rückspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand. Aufgrund der Strafe der UEFA gegen Trainer Adi Hütter boykottiert der Österreicher sämtliche Pressetermine des Fußballverbandes rund um die Partie. So nahm am Mittwochabend Co-Trainer Christian Peintinger an Stelle von Hütter auf dem Podium Platz und stellte sich gemeinsam mit Torhüter Kevin Trapp den Fragen der Journalisten. 

Das Fehlen Hütters im Giuseppe Meazza Stadion wollten weder Peintinger noch Trapp als großes Problem sehen. „Es wird sich nicht viel ändern“, sagt der Torhüter und schiebt hinterher: „Wir wissen worum es geht und brauchen uns keine Sorgen zu machen.“ Dem pflichtet der Co-Trainer bei: „Es wird keinen Unterschied machen, wie die Mannschaft auftritt.“ Zwar gibt der Österreicher zu, dass er aufgeregt sei, aber es gehe nicht um seine Person, sondern darum, sich konzentriert auf das Spiel vorzubereiten.

Volles Vertrauen in Peintinger und Reutershahn

Hütter habe seinen beiden Assistenten für Donnerstag das volle Vertrauen ausgesprochen. Gemeinsam mit Armin Reutershahn wird Peintinger ab eineinhalb Stunden vor dem Spiel das Zepter schwingen. Ab dem Zeitpunkt hat Chef Hütter laut UEFA-Regelwerk nichts mehr zu sagen. Und daran werde sich die Eintracht halten. „Es wird keine Kommunikation geben. Wir wissen, wie er spielen will. Das werden wir gemeinsam mit der Mannschaft umsetzten.“ Man werde also nichts tun, das verboten ist, versichert der 51-Jährige und verdeutlicht noch mal: „Unsere Mannschaft ist gut eingestellt.“

Das 0:0-Unentschieden aus dem Hinspiel sei kein ganz schlechtes Ergebnis. Eine Marschrichtung für Donnerstagabend lautet daher möglichst lang die Null zu halten. Wenn die Mannschaft dann noch mindestens einen eigenen Treffer zur Partie beisteuern könnte, „haben wir nicht ganz so schlechte Chancen“, rechnet Peintinger vor. Trapp geht da einen Schritt weiter. „Das 0:0 ist okay, aber gefährlich. Ein Unentschieden würde vielleicht reichen, aber wir sollten auf Sieg spielen.“ Schließlich sei es das, was die Mannschaft kann. 

Resthoffnung bei Abraham

Ante Rebic wird dabei nicht mithelfen können, nach vorne zu stürmen. Der Kroate ist am Dienstag nach seiner Verletzung nach Frankfurt zurückgekehrt. Es gebe zwar eine deutliche Besserung, aber „wann er wieder einsatzfähig sein wird, können wir noch nicht sagen“, gibt Peintinger zu Protokoll. Anders verhält es sich da bei David Abraham. Eine Resthoffnung behalten sich die Hessen für einen Einsatz des Argentiniers gegen Inter offen: “Beim abschließenden Training werden wir sehen, wie es Abraham geht. Dann werden wir kurzfristig entscheiden.“ 

Die Spieler, die für die unpässlichen ausfallen und in die Bresche springen, sollten eh keine Probleme damit haben, sich für diese besondere Partie zu motivieren und für ein Weiterkommen alles zu geben. Das sagt auch Trapp und schwärmt dabei gleichzeitig vom Gegner: „Wenn wir uns für so ein Spiel noch motivieren müssen, dann weiß ich auch nicht. Wir spielen im San Siro gegen eine große Mannschaft, die in ihrer Historie schon viel erreicht hat.“ 

Trapp: „Wir werden wahrscheinlich viel leiden“

Dass die Italiener ihrem Geschichtsbuch am Donnerstag einen weiteren Eintrag hinzufügen, gilt es möglichst zu verhindern. Das wird nicht einfach, ist sich der Torwart sicher: „Wir müssen alles dafür tun, und wahrscheinlich auch viel leiden. Es wird ein schwieriges Spiel, indem wir höllisch aufpassen müssen.“ Daran werden auch die Ausfälle bei den Mailändern nichts ändern – und überhaupt: „Das einige ausfallen werden, braucht uns nicht zu interessieren. Wir müssen unsere Aufgaben machen.“

„Morgen“, macht Trapp deutlich, „haben wir eine Riesenchance, uns für das Viertelfinale der Europa League zu qualifizieren. Das haben wir uns verdient und die Chance wollen wir nutzen.“ Gemeinsam mit den Fans. 13 500 Tickets wurden offiziell über die Eintracht verkauft. Es werden mit Sicherheit mehr Adler in Mailand sein. Ein würdiger Rahmen für so ein bedeutendes Spiel. Auch Trapp weiß: „Es ist ein absolutes Highlight. Gegen so eine Mannschaft zu spielen, ist fast wie Champions League. Es wird ein tolles Spiel auf hohem Niveau.“

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3 Kommentare

  1. Sehr cool. Kollege Trapp kann nicht nur französisch, sondern erzählt den italienischen Reportern gleich in ihrer Landessprache ohne Übersetzer.

  2. Alle deutschen Hoffnungen ruhen jetzt auf unserer Eintracht!
    wann gab das schon mal?

  3. Ja, allen Druck jetzt auf Frankfurt. Nein, so sehe ich das nicht. In keinster Weise sollten wir uns Schuhe der anderen deutschen Vereine anziehen, die teils beschämende Vorstellungen boten (Schalke).

    Ich bin so entspannt wie noch nie vor einem Spiel, weil der Druck doch völlig rausgenommen ist. Wenn ich diesen Sky-Behrenbeck lese, kommt mir das Grauen.. ooohhh die Delle kommt bald. Na und wenn schon ? Wenn wir heute Ausscheiden und am Ende nur 8er werden. Was dann ? Dann steht unterm Strich trotzdem ein riesen Erfolg. Und wenn uns dann Spieler verlassen. Na und ? Wir werden fürstlich bezahlt für sie. Wirtschaftlich und sportlich sind die Schäfchen längst im Trocknen. Es geht nur noch darum, welches Stück vom Kuchen man jetzt noch darüber hinaus abbeißen kann. Es gibt keinen Druck mehr, den man sich nicht lediglich selbst auferlegen würde.

    Wie angedeutet glaube ich nicht, dass die UEFA (Italiener planen das Turnier) Inter gegen uns heute Abend ausscheiden lässt, rechne mit Strafstößen und roten Karten gegen uns. Der Schiri ist ja ein Kartenwedler und die Mailänder alle Fallobst. Und „lange die Null halten“ ist natürlich auch reines Gift für unser Team. Ich hoffe mal, dass das taktisches Geschwafel für die Medien war.

    Ne, einfach nur Visier hoch und Spaß. Ich freue mich drauf.

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