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Uwe Bein freut sich auf die Duelle gegen den Hamburger SV. Foto: IMAGO / Kessler-Sportfotografie

Bein vor HSV-Doppelpack: „Ich sehe uns etwas vor dem HSV“

Für Eintracht Frankfurt stehen zwei besondere Duelle auf dem Programm. Innerhalb weniger Tage treffen die Hessen gleich zweimal auf den Hamburger SV. Den Anfang macht am heutigen Dienstagabend das DFB-Pokalspiel im Volksparkstadion, ehe sich beide Traditionsvereine am kommenden Sonntag in der Bundesliga erneut gegenüberstehen. Vor allem für drei ehemalige beziehungsweise aktuelle Adlerträger sind diese Begegnungen mit besonderen Erinnerungen verbunden: Eintracht-Legende Uwe Bein, Ex-Profi Sonny Kittel und U20-Spielerin Mia Büchele haben allesamt eine Vergangenheit beim HSV. Im Eintracht-Klubmagazin „Eintracht vom Main“ sprachen sie über ihre Erfahrungen in Hamburg, die Besonderheiten beider Vereine und die Ausgangslage vor den beiden Begegnungen. Dabei zeigte sich insbesondere Bein optimistisch, dass die Frankfurter im Pokal die nächste Runde erreichen können.

Wenn die Eintracht am Dienstagabend im Hamburger Volksparkstadion antritt, wird auch Uwe Bein vor Ort sein. Der ehemalige Mittelfeldspieler, der zwischen 1989 und 1994 das Trikot der Hessen trug und zuvor zwei Jahre für den HSV spielte, möchte seine frühere Mannschaft persönlich unterstützen. Dabei hofft der Weltmeister von 1990 auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Frankfurter Pokalgeschichte. „Am 27. Oktober werde ich nach Hamburg fahren. Weil ich sehr oft bei Auswärtsspielen im Pokal dabei war und die Eintracht sehr erfolgreich gespielt hat. Das ist vielleicht ein gutes Omen“, erklärte der 66-Jährige. Dass die Begegnung gegen den HSV keine einfache Aufgabe wird, ist dem früheren Spielmacher bewusst. Dennoch sieht er die Eintracht vor dem Duell leicht im Vorteil: „Es wird mit Sicherheit kein leichtes Spiel. Es geht in dem Wettbewerb um sehr viel Geld. Und für uns wäre es schön, mal wieder Richtung Berlin zu fahren, weil das dort immer ein top Erlebnis war.“

Bein kennt die besondere Atmosphäre eines Pokalfinales aus eigener Erfahrung als Zuschauer. Erst im vergangenen Jahr habe er das Endspiel in Berlin privat besucht. Für jeden Fußballprofi müsse es ein besonderes Ziel sein, einmal im Olympiastadion um den Titel zu spielen: „Jeder Profi, der im DFB-Pokal eingesetzt wird, will nach Berlin. Ich sehe uns etwas vor dem HSV.“ Damit macht der frühere Nationalspieler deutlich, dass er der Mannschaft von Trainer Adi Hütter trotz der schwierigen vergangenen Wochen zutraut, sich im Volksparkstadion durchzusetzen.

Kittel erwartet einen heißen Pokalabend

Auch Sonny Kittel blickt mit großer Vorfreude auf die Begegnung. Der 33-Jährige kennt beide Vereine bestens. Er durchlief die Nachwuchsabteilung der Eintracht, schaffte bei den Hessen den Sprung zu den Profis und spielte später vier Jahre für den Hamburger SV. Besonders die Atmosphäre im Volksparkstadion ist ihm aus seiner Zeit in Norddeutschland in Erinnerung geblieben: „Pokalspiel und Flutlicht. Was soll man dazu sagen? Wir kriegen ein geiles Spiel und gute Stimmung“, sagte Kittel. Eine klare Favoritenrolle wollte der ehemalige Offensivspieler im Vorfeld allerdings nicht verteilen: „Von daher ist für beide Teams alles möglich.“

Auch Mia Büchele, die im Sommer vom HSV zur U20 der Eintracht wechselte, rechnet mit einer intensiven Begegnung. Die 23-Jährige hat selbst erlebt, welche besondere Atmosphäre das Hamburger Stadion entwickeln kann. Während ihrer Zeit beim HSV stand sie unter anderem im DFB-Pokal-Halbfinale der Frauen gegen Werder Bremen vor 57.000 Zuschauern auf dem Platz: „Ich glaube, jedes Spiel im Volkspark, bei ausverkauftem Stadion, ist besonders“*, erklärte Büchele und ergänzte mit Blick auf das anstehende Pokalduell: *„Es wird auf jeden Fall ein enges Spiel.“ Damit sind sich die drei Gesprächspartner zumindest in einem Punkt einig: Die Eintracht muss sich auf einen stimmungsvollen und anspruchsvollen Pokalabend einstellen.

Kittel erinnert an Kovacs Pokal-Mentalität

Dass der DFB-Pokal für die Eintracht eine besondere Bedeutung besitzt, weiß Kittel auch aus seiner eigenen Frankfurter Vergangenheit. Im Interview erinnerte er an die Anfangszeit von Niko Kovac als Trainer der Hessen. Der Kroate habe damals trotz der schwierigen sportlichen Situation große Ziele im Pokal formuliert: „Niko Kovac hat mal gesagt, dass der DFB-Pokal die schnellste und einfachste Möglichkeit ist, einen Titel zu holen, weil man nur sieben Spiele braucht.“ Als Kovac diese Aussage tätigte, habe sich die Eintracht in einer schwierigen Tabellenregion befunden. Entsprechend überrascht seien viele von der ambitionierten Zielsetzung des Trainers gewesen: „Da hat sich jeder gedacht, was redet er denn? Dann stand die Eintracht in den darauffolgenden zwei Jahren zweimal im Finale, einmal hat sie den Pokal geholt.“ Für Kittel war diese Überzeugung ein wichtiger Bestandteil des damaligen Erfolgs. „Von Anfang an hat Kovac vermittelt, dass so ein Pokalsieg möglich ist“, erklärte er.  Die Erinnerung an den Pokalsieg 2018 dürfte auch vor dem Duell mit dem HSV für zusätzliche Motivation sorgen. Schließlich bietet der Wettbewerb der Eintracht erneut die Möglichkeit, unabhängig vom bisherigen Saisonverlauf einen besonderen Erfolg zu feiern.

„Eintracht und HSV ähneln sich sehr“

Neben der sportlichen Ausgangslage sprachen die drei auch über die besondere Bedeutung der beiden Traditionsvereine. Vor allem Kittel sieht zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der Eintracht und dem Hamburger SV: „Von der Dimension des Vereins sowie von der Wucht der Fans ähneln sich die Eintracht und der HSV sehr.“ Der frühere Frankfurter Nachwuchsspieler hatte nach seinem Wechsel nach Hamburg schnell eine enge Verbindung zum Klub und dessen Anhängern aufgebaut: „Es hat sich damals auch etwas zwischen mir, den Fans und der Stadt entwickelt.“ Obwohl Kittel mit dem HSV mehrfach knapp am ersehnten Bundesliga-Aufstieg scheiterte, blickt er positiv auf seine Zeit in Norddeutschland zurück: „Ich bin zwar Eintracht-Junge, aber Hamburg ist mir schon ans Herz gewachsen.“

Auch Büchele verbindet mit dem HSV besondere Erinnerungen. Die Mittelfeldspielerin gehörte zur Mannschaft, die den Hamburgerinnen die Rückkehr in die Frauen-Bundesliga ermöglichte. Besonders die gemeinsamen Aufstiegsfeierlichkeiten mit den Männern seien für sie unvergesslich geblieben: „Das war schon der krasseste Tag meines Lebens, es war wie ein Fiebertraum.“ Die Verbundenheit mit dem ehemaligen Verein ist somit bei allen drei Gesprächspartnern spürbar. Für die anstehenden Duelle dürfte die sportliche Sympathie dennoch klar auf Frankfurter Seite liegen.

Auch die aktuelle Mannschaft der Eintracht war Thema des Interviews. Dabei äußerte sich Bein unter anderem zu Can Uzun und Ritsu Doan. Aus Sicht des früheren Spielmachers verfügen beide Offensivspieler über besondere Qualitäten, die sie allerdings nur dann vollständig entfalten können, wenn sie auf dem Platz die nötigen Freiheiten erhalten: „Can Uzun und Ritsu Doan sind zwei Spieler, die nach vorne alle Freiheiten haben müssen, um entscheidende Aktionen bringen zu können.“ Insbesondere Uzun traut Bein eine wichtige Rolle im Frankfurter Offensivspiel zu. Zwar sieht er beim türkischen Nationalspieler noch Verbesserungspotenzial, etwa hinsichtlich seiner Körpersprache nach Ballverlusten und Auswechslungen. An dessen grundsätzlichen Fähigkeiten hat er jedoch keine Zweifel: „Man sieht, dass er alle Qualitäten hat, die ein guter Mittelfeldspieler braucht. Er ist torgefährlich und stark im Dribbling.“ Bein ist überzeugt, dass der 20-Jährige der Eintracht künftig noch viel Freude bereiten kann: „Er kann einer Mannschaft helfen und den Unterschied machen. Er wird uns das noch oft zeigen, davon bin ich überzeugt.“ Gerade mit Blick auf die zuletzt fehlende Durchschlagskraft im Angriff sind solche Qualitäten für die Hessen von großer Bedeutung. Beim 0:1 in Dortmund zeigte sich erneut, dass die Eintracht zwar defensiv stabiler auftritt, offensiv aber noch zu selten zwingend wird.

Kittel schwärmt von Baum und Doan

Kittel wiederum hob zwei andere Frankfurter besonders hervor: Elias Baum und Ritsu Doan. Den jungen Außenverteidiger kennt er noch aus gemeinsamen Begegnungen auf dem Platz. Seine Entwicklung verfolgt Kittel mit großer Freude: „Ich finde es schade, dass er vergangene Saison kaum zum Zug kam. Er hat eine gute Entwicklung genommen und war im Sommer auch bei anderen Vereinen gefragt.“ Für den ehemaligen Eintracht-Profi steht fest, dass Baum langfristig eine wichtige Rolle bei den Hessen übernehmen kann: „Er ist ein guter Junge, da hat die Eintracht für die Zukunft nicht nur eine Alternative, sondern einen guten Spieler auf der Position.“

Dabei überzeugt Kittel nicht nur die sportliche Entwicklung des Außenverteidigers, sondern auch dessen Einstellung: „Bei Elias passt auch die menschliche Komponente, er ist fokussiert und nicht nur auf TikTok unterwegs. Das spürt man. Ich bin mir sicher, da wird noch viel kommen.“ Auch von Doan zeigte sich Kittel angetan. Der Japaner sei für das Offensivspiel der Eintracht von großer Bedeutung und müsse entsprechend eingesetzt werden: „Offensiv bin ich Fan von Doan.“ Der frühere Frankfurter machte deutlich, dass er den 28-Jährigen zu den wichtigsten Offensivkräften der Hessen zählt.

Bein hofft auf eine erfolgreiche Frankfurter Zukunft

Mit Blick auf die weitere Saison mahnten Bein und Kittel grundsätzlich zu Geduld. Beide hatten bereits nach den ersten vier Bundesligaspielen darauf hingewiesen, dass sich die Mannschaft unter Hütter noch finden müsse. Bein betonte dabei, dass die Eintracht in mehreren Begegnungen mehr Punkte hätte holen können. Kittel wiederum zeigte sich überzeugt, dass der österreichische Trainer der richtige Mann sei, um das vorhandene Potenzial der Mannschaft auszuschöpfen. Auch wenn die sportlichen Leistungen zuletzt nicht immer den Erwartungen entsprachen, bleibt Bein optimistisch: „Ich hoffe, dass jetzt nach dem letzten Jahr, was nicht so schön war, alles wieder in die richtige Bahn kommt, wir die Bälle flach halten und wieder etwas aufbauen.“

Gleichzeitig weiß die Eintracht-Legende, wie groß die Erwartungen rund um den Verein inzwischen geworden sind. Bei seinen zahlreichen Besuchen in hessischen Fanclubs erlebe er regelmäßig eine enorme Begeisterung. Diese Euphorie sei grundsätzlich positiv, müsse aber mit realistischen Erwartungen verbunden bleiben.

Für die anstehenden beiden Begegnungen gegen den Hamburger SV steht nun zunächst das Sportliche im Mittelpunkt. Besonders das Pokalduell am Dienstagabend bietet der Eintracht die Chance, nach dem zuletzt knappen 0:1 in Dortmund wieder ein Erfolgserlebnis zu feiern. Mit einem Sieg im Volksparkstadion könnten die Hessen nicht nur in die nächste Pokalrunde einziehen, sondern auch zusätzliches Selbstvertrauen für das erneute Aufeinandertreffen am Sonntag sammeln.

Und vielleicht erweist sich dann tatsächlich Uwe Beins Reise nach Hamburg als gutes Omen für die Frankfurter.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. pit3157 27. Oktober 26, 16:28 Uhr

hoffen wir das beste
kämpfen und spielen und das tor des hsv belagern
am besten gleich von anfang an
tippe 3.1 für uns .
nur die SGE

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