Eintracht Frankfurt hat bei Borussia Dortmund zwar erneut keine Punkte eingefahren, dennoch scheinen die Hessen nach den schwierigen vergangenen Wochen langsam wieder zu mehr Stabilität zu finden. Bei der knappen 0:1-Auswärtsniederlage präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter über weite Strecken defensiv diszipliniert, zweikampfstark und deutlich kompakter als noch bei der deutlichen Pleite in Leipzig. Am Ende fehlten allerdings die offensive Durchschlagskraft und das nötige Spielglück, um sich für den engagierten Auftritt zu belohnen. Nach der Partie äußerten sich Außenverteidiger Elias Baum und Sportdirektor Timmo Hardung gegenüber „Eintracht TV“ zur Leistung der Mannschaft. Beide sahen durchaus positive Ansätze, machten aber auch deutlich, woran die Eintracht vor dem anstehenden DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV arbeiten muss.
Baum: „Wir haben uns nicht belohnt“
Die Enttäuschung war Elias Baum nach dem Schlusspfiff anzumerken. Der junge Außenverteidiger hatte mit seiner Mannschaft lange Zeit erfolgreich dagegengehalten und den spielstarken Dortmundern nur wenige klare Möglichkeiten gestattet. Dennoch stand die Eintracht nach 90 Minuten ohne Punkte da. „Man kann sagen, dass es eine gute Leistung war, aber wir uns nicht belohnt haben“, fasste Baum die Begegnung zusammen. Besonders ärgerlich war für den Frankfurter, dass die Mannschaft über nahezu die gesamte Spielzeit konzentriert verteidigt hatte und am Ende dennoch einen Gegentreffer hinnehmen musste: „Am Ende ist es enttäuschend, dass wir 1:0 verlieren, nachdem wir über 80, 90 Minuten eigentlich sehr gut verteidigt haben.“
Den entscheidenden Treffer erzielte Dortmunds Maximilian Beier mit einem sehenswerten Abschluss. Baum musste anerkennen, dass der Dortmunder Angreifer die Situation hervorragend gelöst hatte: „Dann kassieren wir solch einen Sonntagstreffer, das macht er echt gut.“
Trotz der Niederlage wollte der 20-Jährige den Auftritt seiner Mannschaft keineswegs ausschließlich negativ bewerten. Vielmehr sei es wichtig, die Fortschritte in der Defensivarbeit zu erkennen und darauf aufzubauen: „Ich glaube trotzdem, dass wir das Positive herausheben müssen. Wir haben es über weite Strecken als Team sehr gut verteidigt.“ Gerade nach den defensiven Problemen der vergangenen Wochen ist diese Erkenntnis für die Frankfurter von großer Bedeutung. Die Mannschaft hatte zuletzt immer wieder Schwierigkeiten, gegnerische Angriffe konsequent zu verteidigen und über längere Phasen geschlossen aufzutreten. In Dortmund zeigte sich dagegen eine Eintracht, die wesentlich kompakter agierte und auch gegen einen individuell stark besetzten Gegner über weite Strecken die nötige Ordnung bewahrte. Für Baum ist deshalb klar, dass die Mannschaft diesen Weg fortsetzen muss: „Da müssen wir in den nächsten Spielen anknüpfen und dann werden wir uns auch belohnen.“
Hardung erkennt Fortschritte – aber auch Grenzen
Auch Sportdirektor Timmo Hardung konnte dem Auftritt der Eintracht einiges Positives abgewinnen. Von der besten Saisonleistung wollte er allerdings nicht sprechen. „Ich weiß nicht, ob es die beste Saisonleistung war, aber es ist sehr schwer in Dortmund“, erklärte der 36-Jährige. Vor allem mit der ersten Halbzeit zeigte sich Hardung zufrieden. Die Eintracht hielt gegen den BVB gut dagegen und erspielte sich eigene Möglichkeiten. Aus Sicht des Sportdirektors fehlten letztlich nur Kleinigkeiten, um aus den guten Ansätzen auch einen Treffer zu erzielen: „Wir hatten unsere Möglichkeiten und haben gerade in der ersten Halbzeit ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht.“ Gleichzeitig ordnete Hardung das Ergebnis realistisch ein. Dortmund sei die spielerisch überlegene Mannschaft gewesen und habe insbesondere nach der Pause das Geschehen kontrolliert: „Am Ende geht der Sieg in Ordnung, auch wenn sie in der zweiten Hälfte nicht die riesigen Chancen hatten. Aber sie hatten die Kontrolle.“
Damit widersprach Hardung der Vorstellung, dass die Eintracht aufgrund ihrer engagierten Defensivleistung zwingend einen Punkt verdient gehabt hätte. Zwar gelang es den Hessen, den Gegner über weite Strecken von klaren Torchancen fernzuhalten. Doch Dortmund bestimmte vor allem in der zweiten Halbzeit zunehmend das Spiel, während Frankfurt offensiv nur noch selten für Entlastung sorgen konnte. Dass der BVB trotz dieser Schwierigkeiten letztlich die entscheidende Aktion auf seiner Seite hatte, überraschte Hardung angesichts der individuellen Qualität des Gegners nicht.
Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Mannschaften lag letztlich in der Chancenverwertung. Während die Eintracht ihre Möglichkeiten ungenutzt ließ, nutzte Dortmund eine Situation, die zunächst keineswegs nach einer zwingenden Torchance ausgesehen hatte. „Den Schuss setzt Maximilian Beier natürlich stark, auch wenn es keine hundertprozentige Torchance war“, erklärte Hardung.
Der Sportdirektor wollte seiner Mannschaft deshalb auch keinen grundsätzlichen Vorwurf für den Gegentreffer machen. Gegen einen Gegner mit der individuellen Qualität der Dortmunder lasse sich schließlich nicht jede gefährliche Aktion verhindern: „Aber man kann nicht immer alles wegverteidigen.“
Genau darin liegt allerdings auch die Herausforderung für die Frankfurter. Eine stabile Defensive bildet zwar die Grundlage für erfolgreiche Spiele, reicht allein aber nicht aus, um regelmäßig Punkte einzufahren. Wer gegen eine Mannschaft wie Borussia Dortmund bestehen möchte, muss die wenigen eigenen Möglichkeiten konsequent nutzen. Hardung brachte diese Erkenntnis auf den Punkt: „Daher ist es wichtig, dass man aus den eigenen Aktionen nicht nur Mut schöpft, sondern auch ein Tor macht. Das haben wir heute leider nicht geschafft.“ Für die Eintracht bleibt damit eine bekannte Baustelle bestehen. Während die defensive Organisation zuletzt verbessert werden konnte, fehlt es im Angriff weiterhin an der nötigen Konsequenz in den entscheidenden Situationen.
Baum fordert mehr Effizienz in der Offensive
Auch Baum sieht in der Chancenverwertung einen entscheidenden Ansatzpunkt für die kommenden Spiele. Der Außenverteidiger betonte allerdings, dass die Mannschaft trotz der ausbleibenden Tore über ausreichend offensive Qualität verfüge. „Es ist klar, dass wir auch effizienter sein müssen“, räumte er ein. Gleichzeitig wertete er die Tatsache, dass sich die Eintracht gegen einen starken Gegner überhaupt Möglichkeiten erspielen konnte, als positives Zeichen: „Allein dass wir zu den Chancen kommen, zeigt, dass wir Qualität haben.“
Aus seiner Sicht geht es nun vor allem darum, das Selbstvertrauen in der Offensive zurückzugewinnen. Die Mannschaft müsse weiterhin geschlossen verteidigen und aus dieser Stabilität heraus wieder mutiger und zielstrebiger nach vorne spielen: „Wir müssen Selbstbewusstsein tanken und dann schießen wir in der Offensive über eine stabile Defensive die Tore.“
Baum sieht die Entwicklung damit als einen Prozess. Zunächst müsse die Mannschaft ihre defensive Anfälligkeit in den Griff bekommen. Wenn dies gelinge, könne sie auch im Angriff wieder erfolgreicher auftreten. Gegen Dortmund sei es allerdings noch nicht gelungen, die vorhandenen Ansätze konsequent zu Ende zu spielen: „Wir waren auch immer mal wieder kurz davor, uns Chancen herauszuspielen. Da müssen wir klarer sein.“ Besonders im letzten Drittel fehlten der Eintracht die Präzision und die richtigen Entscheidungen, um die Dortmunder Defensive häufiger vor ernsthafte Probleme zu stellen.
Baum flexibel einsetzbar
Für Baum selbst war die Begegnung auch aus einem anderen Grund bemerkenswert. Der Außenverteidiger wurde von Hütter auf der linken Abwehrseite eingesetzt, nachdem er zuvor überwiegend auf der rechten Seite zum Einsatz gekommen war. Für den jungen Frankfurter stellt diese Umstellung allerdings kein Problem dar: „Ob links oder rechts ist mir eigentlich egal. Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht.“ Viel wichtiger sei ihm, dass Hütter ihm das Vertrauen schenke und er die Möglichkeit bekomme, der Mannschaft zu helfen: „Er hat mir das Vertrauen gegeben und für mich ist das kein Problem.“ Mit seiner Bereitschaft, auf beiden Außenverteidigerpositionen auszuhelfen, bietet Baum dem Trainer zusätzliche Möglichkeiten bei der Zusammenstellung der Viererkette. Gerade angesichts der defensiven Schwierigkeiten der vergangenen Wochen dürfte diese Flexibilität für Hütter von Bedeutung sein.
Hardung: „Der Trend geht in die richtige Richtung“
Trotz der Niederlage sieht Hardung die Mannschaft auf einem guten Weg. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Leipzig hatte die Eintracht bereits beim Heimsieg gegen Köln eine Reaktion gezeigt. Auch in Dortmund waren nun erneut Fortschritte erkennbar, insbesondere in der gemeinsamen Defensivarbeit. „Der Trend geht in die richtige Richtung“, stellte der Sportdirektor fest. Dennoch machte er deutlich, dass die Verantwortlichen mit der aktuellen Situation keineswegs zufrieden sind: „Aber mit dem Ergebnis ist natürlich keiner zufrieden.“ Die Entwicklung der Mannschaft darf deshalb nicht ausschließlich anhand einzelner positiver Spielphasen bewertet werden. Entscheidend ist, dass aus verbesserten Leistungen künftig auch wieder regelmäßig Punkte und Siege entstehen. Gerade in Dortmund wurde deutlich, dass die Eintracht zwar inzwischen wieder besser verteidigt, offensiv aber noch nicht die notwendige Durchschlagskraft entwickelt hat.
Hardung verwies deshalb darauf, dass die Mannschaft aus der Begegnung lernen und die gewonnenen Erkenntnisse in die kommenden Aufgaben mitnehmen müsse: „Wir können einiges aus dem Spiel gegen Dortmund mitnehmen.“
„Wir wollen die Pokal-Eintracht zeigen“
Viel Zeit zur Aufarbeitung der Niederlage bleibt den Frankfurtern allerdings nicht. Bereits am Dienstag steht mit dem DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV die nächste wichtige Begegnung auf dem Programm. Für die Eintracht bietet sich damit unmittelbar die Gelegenheit, die positive Entwicklung auch in ein Erfolgserlebnis umzumünzen. Hardung machte deutlich, dass der Pokalwettbewerb für die Hessen einen besonderen Stellenwert besitzt: „Wir wollen die Pokal-Eintracht zeigen und haben richtig Lust.“ Dabei ist dem Sportdirektor bewusst, dass die Mannschaft erneut vor einer anspruchsvollen Aufgabe steht: „Es ist ein attraktives, schwieriges Spiel. Aber wir wollen weiterkommen und in die nächste Runde einziehen.“ Auch Baum blickt dem Duell mit Vorfreude entgegen. Der Außenverteidiger erwartet, dass die Mannschaft im K.-o.-Wettbewerb noch einmal zusätzliche Energie freisetzen kann: „Es ist ein K.o.-Spiel, da werden alle noch einmal on fire sein.“ Die Leistung gegen Dortmund habe gezeigt, dass die Eintracht auch gegen starke Gegner mithalten könne. Dieses Selbstvertrauen müsse die Mannschaft nun mitnehmen: „Wir freuen uns drauf und man hat gegen Dortmund gesehen, dass wir jedem Gegner Schaden zufügen können.“ Entscheidend wird dabei sein, dass die Frankfurter nicht nur defensiv an die vergangenen Auftritte anknüpfen, sondern auch vor dem gegnerischen Tor wieder konsequenter werden.






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