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Nicole Anyomi will mit der SGE Dritter werden. Foto: IMAGO / HMB-Media

Anyomi zu Abgangsgerüchten: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen!“

Für Nicole Anyomi waren die vergangenen Wochen intensiv – sportlich wie persönlich. Zwischen Englischen Wochen bei Eintracht Frankfurt, Nationalmannschaft und Zukunftsfragen blickt die Angreiferin im Interview der „Frankfurter Rundschau“ auf eine bewegte Phase zurück. „In den letzten Wochen war es schon sehr, sehr viel“, beschreibt Anyomi die Belastung im Vereinsalltag und führt weiter aus: „Immer nur Abschlusstraining, Spiel, Regeneration.“ Ein Rhythmus, der kaum Zeit für den Alltag ließ, wie die deutsche Natioanlstürmerin sagte: „Wenn man zwei Auswärtsspiele hintereinander hat, ist man wirklich gar nicht mehr daheim. Dann vermisse ich schon mein Bett.“ Dennoch habe sie die Situation angenommen – auch, weil die SGE durch die vielen Spiele lange in diversen Wettbewerben, zum Beispiel dem neu gegründeten Europacup, dabei war.

Derzeit bereitet sie sich mit der Nationalmannschaft auf die Länderspielpause vor – die Vorfreude hier sei ungebrochen: „Ich komme immer mit einem Riesenlächeln.“ Jede Einladung bedeute ihr viel: „Ich freue mich einfach über jede Einladung.“ Dabei gehe es nicht nur um den sportlichen Aspekt, sondern auch um das Umfeld: „Ich bin hier mit Spielerinnen zusammen, die ich lange kenne.“ Ihre Ziele für die Spiele gegen Österreich am Dienstag und am kommenden Samstag sind dabei klar formuliert: „Zu Null zu spielen und zu gewinnen, damit wir uns frühzeitig für die WM qualifizieren.“ Gleichzeitig mahnt sie zur Vorsicht: „Österreich ist ein Gegner, den man nicht unterschätzen darf.“

Während Anyomi bei der Eintracht regelmäßig trifft – 17 Pflichtspieltore sprechen für sich – wartet sie im Nationalteam noch auf den großen Durchbruch. Für sie ist das jedoch kein Grund zur Sorge. „Ich mache mir da keinen Druck“, betont sie. Die Gründe sieht sie vielmehr in ihrer Rolle: „Ich habe nicht alle Spiele vorne gemacht, sondern bin auf verschiedenen Positionen getestet worden.“ Dennoch erkennt sie eine positive Entwicklung: „Man hat gegen Frankreich, Spanien und Norwegen eine Steigerung gesehen.“ Für sie ist klar: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten auch hier platzt.“ Auch taktisch musste sich Anyomi immer wieder anpassen. „Ich kann aufgrund meiner Physis die Bälle festmachen“, erklärt sie, „versuche sie abzulegen und wieder in die Tiefe zu starten.“ Dabei sieht sie sich selbst als vielseitige Spielerin: „Ich bin eine flexible Spielerin, man kann mich auch in den Lauf schicken.“ Überrascht war sie daher auch nicht von personellen Entscheidungen im Nationalteam – etwa beim Startelfeinsatz ihrer Freundin Shekiera Martinez. „Shekiera ist meine beste Freundin“, sagt Anyomi. „Ich habe mich für sie gefreut.“

Haltung über den Fußball hinaus

Neben dem Sport beschäftigt sich Anyomi auch mit gesellschaftlichen Themen. „Natürlich kann man nicht komplett weghören“, sagt sie über globale Krisen. Gleichzeitig versucht sie, eine Balance zu finden: „Ich versuche, das nicht zu nahe an mich ranzulassen.“ Dennoch sieht sie im Fußball auch eine Verantwortung. Sie verweist auf Didier Drogba als Vorbild: „Er hat nach einem Tor dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen.“ Für Anyomi steht fest: „Der Fußball kann für ein friedliches Miteinander stehen.“ Auch beim Thema Rassismus bleibt sie klar. „Wenn ich das mitbekomme, höre ich nicht weg“, betont sie. „Dagegen werde ich immer meine Stimme erheben.“

Zukunft offen – Fokus auf Eintracht

Besonders spannend bleibt die Frage nach ihrer sportlichen Zukunft. Ein möglicher Wechsel – unter anderem nach Paris – steht im Raum, doch Anyomi bleibt trotz diverser Gerüchte gelassen. „Mein Vertrag endet im Sommer. Es ist noch keine Entscheidung gefallen“, erklärt sie. Ein Abschied aus Frankfurt ist keineswegs beschlossen. „Ich spiele aktuell für die Eintracht und gebe alles“, sagt sie – und betont die besondere Verbindung: „Ich habe hier einen besonderen Weg gemacht.“ Gespräche mit dem Klub würden auch weiterhin laufen: „Warum nicht? Die Gespräche laufen immer noch.“ Entscheidend sei für sie vor allem eines: „Wenn man Leistung bringen will, muss man sich wohlfühlen.“ Das gelte unabhängig vom Verein: „Da würde jede Spielerin zustimmen.“

Sportlich überwiegt aktuell noch die Enttäuschung über verpasste Titelchancen. „Das tut auch immer noch weh“, sagt Anyomi mit Blick auf das Aus im Pokal und im Europapokal. Gerade international habe man sich mehr erhofft: „Wir wollten natürlich ins Finale einziehen.“ Dennoch richtet sich der Blick nach vorne. In der Bundesliga ist das Ziel klar: „Wir können und wollen noch den dritten Platz erreichen.“

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3 Kommentare

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Noch keine Entscheidung gefallen = Ich warte auf das verbesserte Angebot.

Schade, aber so ist das Geschäft

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Fallback Avatar 2. yoda 13. April 26, 10:16 Uhr

Ist ihr gutes Recht abzuwarten und zu überlegen. Auch sie hat nur eine Karriere!
Wäre trotzdem schön wenn sie bliebe!

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Fallback Avatar 3. Werner 13. April 26, 10:20 Uhr

@1+2 ich geb euch beiden recht.
So ein charly werden wir nicht mehr bekommen, leider.

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