Eintracht-Coach Adi Hütter muss gegen den Tabellenführer aus Dortmund womöglich auf seinen Kapitän verzichten. (Foto: imago/Osnapix)

Es ist das Topspiel des 20. Spieltags. Die Frankfurter Eintracht – Tabellenfünfter – empfängt den aktuellen Primus Borussia Dortmund im Frankfurter Stadtwald. Die Hessen warteten am Donnerstag noch mit drei Transfers am Deadlineday auf, Thema für Samstag wird allerdings nur einer sein, von dem Hütter auch gleich ausgiebig schwärmte.

Hütter mit Transferperiode zufrieden – Fragezeichen hinter Abraham

Natürlich war auch am Freitagnachmittag auf der spieltäglichen Pressekonferenz das ausgiebige Treiben der Eintracht auf dem Transfermarkt auf den letzten Drücker das große Thema. Da geriet das kommende Heimspiel gegen den BVB fast ein wenig zur Randnotiz. Sehr zufrieden sei Adi Hütter mit den getätigten Transfers. „Wir haben uns unsere Gedanken gemacht und nachgerüstet.“ Gleich dreifach. Mit „Tuta“ einen jungen Brasilianer mit Potenzial für die Innenverteidigung, mit Almamy Touré „einen Spieler, der variabel ist in den Positionen und Martin Hinteregger einen Spieler, wo wir vorgestern noch nicht gewusst haben, dass der Transfer über die Bühne geht.“ Touré wird für das Heimspiel noch kein Thema sein, obgleich er sich just in dieser Woche in Monaco wieder fitgemeldet hat. Ziemlich sicher im Kader stehen wird allerdings letzterer. Martin Hinteregger könnte gar ein Thema für die Startelf sein, sollte Kapitän David Abraham, der unter der Woche mehrere Trainingseinheiten abbrechen musste, ausfallen. „Heute nach dem Abschlusstraining weiß ich mehr.“ Außer der Personalie des Argentiniers könne er aber quasi aus dem Vollen schöpfen. „Ich habe keine großen Sorgen, eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu bringen.“

Hütter schwärmt von Hinteregger

Großes Thema war natürlich der Neuzugang vom FC Augsburg. Zu dessen öffentlicher Kritik an FCA-Trainer Manuel Baum wollte sich Hütter nicht äußern, über den Spieler allerdings schon. „Er ist ein sehr talentierter Spieler mit sehr viel Qualität, der viele Möglichkeiten hatte. Ein absoluter Charaktertyp, der immer ehrlich sagt, was er denkt“, kann der Trainer dem Querdenken seines Ex-Zöglings, mit dem er bereits 2014/15 in Salzburg zusammengearbeitet, gar etwas Positives abgewinnen. „Es gibt Spieler mit Ecken und Kanten. Das ist etwas Besonderes. Das braucht man auf dem Platz. Ich freue mich, dass er sich für die entschieden hat. Er hatte auch andere Möglichkeiten.“ Voll im Saft stehe der 26-Jährige in jedem Fall. „Von der körperlichen Seite ist er topfit. Er ist ein absolutes Thema für den Kader.“ Und im Zweifelsfall auch für mehr. Allerdings ist der ehemalige Gladbacher wie Evan N’Dicka Linksfuß. Einer von beiden müsste sich dann rechts einfügen. Ein Manko.

Bewunderung für Dortmund – Offensivspektakel möglich

Denn eine konzentrierte Defensivleistung wird es gegen die Borussen brauchen, will man gegen die beste Offensive der Liga bestehen. „Zu einem Topspiel gehört eine Topleistung. Die müssen wir abrufen.“ Vom Gegner und dessen Trainer kann Adi Hütter nur schwärmen: „Wenn man alleine die Offensive sieht. Da sind sie unglaublich variabel.“ Gleichzeitig bestechen die Schwarz-Gelben durch eine kompakte Defensive. „Lucien Favre bevorzugt eine absolute Ordnung. Aber das Umschaltspiel mit sehr vielen Laufwegen ist überragend.“ Mario Götze, Marco Reus, Jadon Sancho und Raphael Guerreiro hebte der 48-Jährige auch namentlich hervor. „Man darf über Borussia Dortmund ruhig schwärmen.“ Doch auch sein Team habe Stärken, die es mit in die Waagschale werfen wird. „Wir spielen zuhause und möchten diese in unser Spiel bringen.“ Offensive dürfte in diesem Spiel also garantiert sein. „Beide Mannschaften sind in der Lage, nach Ballverlusten unglaublich gefährlich zu sein. Dortmund ist was das anbetrifft, sicher die gefährlichste Mannschaft.“ Auf die Unterstützung der Fans hoffe er vor ausverkauftem Haus ohnehin: „Wir müssen versuchen, dass der Funke auf uns überspringt. Das kann ein zusätzlicher Motivationspunkt sein.“

Mannschaft muss sich steigern

Klar ist aber auch, dass eine Leistungssteigerung gegenüber den ersten beiden Ligaspielen des Jahres, aus denen man trotzdem vier Punkte holen konnte, hermuss. „Wenn man die Spiele hernimmt, bin ich überzeugt, dass es nicht reichen wird, für einen Sieg morgen“, sprach Hütter Klartext. Das Aber folgte allerdings prompt: „Die Mannschaft hat die Woche sehr, sehr konzentriert und sehr bissig gearbeitet und Ich habe die Überzeugung, dass die Mannschaft morgen an ihre Grenzen wird und versuchen wird, dieses Spiel zu gewinnen.“ Und wenn man ganz oben dabei sein möchte, das sei auch klar, müsse man in der Rückrunde auch anfangen die Topteams zu schlagen. Und das gerne schon am Samstag. Ob mit oder ohne Hinteregger.

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10 Kommentare

  1. http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/741482/artikel_wechsel-hinbekommen—schroeders-kritik-an-hinteregger.html
    Die Verärgerung ist nachzuvollziehen…. Sportlich ist hinteregger eine Verstärkung, aber das wie ist durchaus fragwürdig! Kritik in dieser Form öffentlich vorzutragen, auch wenn es in der ersten Enttäuschung und Emotion nach einem Spiel geschehen ist, ist nicht zu akzeptieren! Solche maetzchen sollte er sich hier nicht leisten!

  2. Sicher unüberlegt, aber auch nicht sooo schlimm, war ja nicht beleidigend. Was hier in den Kommentaren manchmal rausgehauen wird, das find ich schlimmer. Die dürfen auch alle weiter mitmischen. Extrem guter Neuzugang.

  3. Es brachte Unruhe in eine Mannschaft, die im Abstiegskampf ist . Und schwächte den Trainer . Daher nicht okay

  4. Wie (fast) immer, stimme ich mit dir überein, Joe… P. S. Eine Sache is mir noch aufgefallen… VOR der Saison hieß es: wir schaffen eine tg2, da zu viele Spieler, daher der Trainingsplatz zu voll etc… Und JETZT? Jetzt hat man als einziger bl 4 Spieler in der winter Pause verpflichtet… Nicht falsch verstehen, ich bin super zufrieden mit dem Trainer und dem Management-Team… Die machen einen riesen Job… Aber inkonsequent isses schon…

  5. Sind ja auch fünf !?weg von daher hält es sich die Waage. Schade, dass es halt anscheinend keine jungen deutschen Talente mehr gibt. Dann würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und bräuchte nicht zig Jugendspieler zu Profis machen, von denen leider kein Einziger in der Rückrunde bei einem Pflichtspiel eingesetzt werden dürfte.
    Aber solange die Strategie aufgeht ist alles gut, klar bin ich auch dafür den Kader etwas zu verschlanken. Hrgota und Fabian kann ich zB nicht verstehen.

  6. @ 5

    Der große Kader ist halt auch deswegen so groß, da unsere langfristigen Verträge von Stendera, Fabian, Falette und Hrgota mit Sicherheit so gut sind, dass ein legitimes „aussitzen“ der Verträge mehr Geld einbringt, als bei einem anderen Verein die kickschuhe zu schnüren 😉

    Im Sommer werden die Karten neu gemischt und ab dann sollte auch der Kader Richtung 30 Mann gehen …!

    Forza SGE

  7. Es sind sechs Spieler weg !!!!
    Und vier wurden geholt. Bobic würde gerne noch mehr abgeben, aber manche Spieler wollen es nicht oder besser gesagt die kriegen nichts was gleichwertiges ihren Vertrag ist. Was natürlich legitim ist.
    Ansonsten finde ich macht bobic absolut perfekten Job.
    Alles ergibt Sinn.
    Und Hinteregger hat absolut nichts Negativessen zum Trainer gesagt. Hat nur angedeutet was jeder schon längst weiß. Er kriegt doch nichts auf die Reihe, leider. Finde ich aber gut ,das Verein an ihm glaubt und dabei unterstützt. Klasse!!!!!!!
    Ich freue mich trotzdem riesig das wir ihn bekommen haben,so wird n,dicka entlastet oder halt Abraham im Moment.
    Für die weitere Jungs hoffe ich das die einschlagen und uns in nahe Zukunft helfen werden. Im Moment ergibt wirklich alles ein Sinn .

  8. also bei Ndicka oder Hinteregger als RIV hab ich kein gutes Gefühl. Ob das gut geht als Linksfuß? Aber ich bin nur Fan und kein Trainer, ich hab keine Ahnung

  9. @ haburger ob LIV oder RIV, ist ja beides eine relativ zentrale Position, in der man selten einen Flankenlauf macht, daher ist der Fuß auf der Position nicht sooo wichtig. Viele Vereine stellen nur Rechtsfuß Innenverteidiger auf, alleine weil es nicht so viele Linksfüße gibt wie Rechtsfüße. Man kann auch als Linksfuss locker rechts spielen, ist dann halt ein anderes Spiel, ein Spieler der zum Beispiel immer als Linksfuss auf der rechten Seite spielt ist Robben…

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