Danny da Costa mit seinem Kumpel und ehemaligen Mitspieler Bernd Leno. (Foto: imago/Bucco)

Shkodran Mustafi, Emre Can, Leon Goretzka, Erik Durm, Antonio Rüdiger, Amin Younes, Marvin Plattenhardt, Bernd Leno – alles Namen mit denen Danny da Costa bei seinem U21-Debüt am 13. August 2013 auf dem Platz stand. Alles Spieler, die derzeit entweder im Kreis der A-Nationalmannschaft weilen oder dort schon Weltmeister wurden.

Niederlage gegen Schur & CL-Debüt mit Oczipka gegen Messi & Co

Doch erstmal einen kleinen Sprung zurück. Danny Vieira da Costa wird am 13. Juli 1993 in Neuss, nähe Köln, geboren. Sein Vater ist Angolaner, seine Mutter Kongolesin, weshalb er neben der deutschen auch die angolanische Staatsbürgerschaft besitzt. Bereits mit acht Jahren wechselt der talentierte Fußballer in die Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen und wird dort Stück für Stück an das Profigeschäft herangeführt. Seine Familie – Vater, Mutter und zwei Schwestern – zieht mit nach Leverkusen und der Vater sorgt dafür, dass er neben seiner Fußballerausbildung bei Bayer auch sein Abitur macht.

Zur Zeit seines Abiturs im Jahr 2012 ist der Rechtsverteidiger allerdings schon dick im Geschäft. Eine seiner ersten Erinnerungen an Frankfurt dürfte dennoch keine schöne sein. Das Finale um die Deutsche Meisterschaft der B-Junioren verliert er in Frankfurt in der Verlängerung mit 0:1 gegen die damalige U17 von Alex Schur mit Spielmacher Sonny Kittel. In der U19 trainiert er später unter Sascha Lewandowski, der neben Schnelligkeit und körperlicher Robustheit auch den Charakter da Costas zu seinen Stärken zählte. Während er eigentlich noch für die Jugend spielen könnte, debütiert das Eigengewächs schon für die Profis der Rheinländer am 16. Dezember 2010 im Alter von 17 Jahren in der Europa League – gegen Atletico Madrid und Stars wie Diego Forlan und Sergio Kun Aguero. Den Rest der Saison erfolgt ein Wechselspiel zwischen A-Junioren-Bundesliga und Profikader. In der Folgesaison geht es ähnlich weiter. Sechs Bundesligaspiele kann sich der inzwischen 23-Jährige, der privat gerne mal zum Controller greift, in seine Vita schreiben und darüber hinaus auch sein Champions-League-Debüt. Bei der

Da Costa hat im Finale um die Deutsche Meisterschaft der U17-Junioren 2010 das Nachsehen.

1:3-Niederlage gegen den FC Barcelona darf er zwar nur eine ganze Minute auf dem Platz stehen, kann sich im Anschluss an das Duell mit Messi, Iniesta, Fabregas & Co, die er sonst nur von der Konsole kannte, aber immerhin das Trikot von Barca-Star Pedro sichern, das er heute noch immer in Ehren hält. Damals im Kader übrigens auch: der heutige SGE-Profi Bastian Oczipka.

Wechsel zum FCI mit zwei schlimmen Ereignissen

Da er sich bei Bayer nicht wirklich durchsetzen konnte und er in seinem jungen Alter Praxiserfahrung benötigte, folgte zur Saison 2012/13 dann der Schritt zum FC Ingolstadt, wo er später auch Freundschaft zu Hübner-Sohn Benjamin schließen soll. Zum ersten Mal verlässt da Costa seine gewohnte Umgebung und zieht in das über 500 Kilometer entfernte Ingolstadt. Dort kann er sich auf Anhieb in der 2. Bundesliga durchsetzen, wird fest von den Schanzern verpflichtet und trägt seinen Beitrag bei zum Aufstieg in die Bundesliga 2015.

Allerdings wird seine Zeit beim FCI auch von zwei schlimmen Vorfällen geprägt, die zu ihrer Zeit nationale Medienpräsenz erlangt haben. Zum einen hat er in der zweiten Saisonhälfte der Meistersaison keinen Einsatz mehr, da ein Horror-Zweikampf im Spiel bei Fortuna Düsseldorf für einen Schienbeinbruch sorgt. Betrachter der damaligen Szene werden sich mit Schrecken daran zurück erinnern, als das Schienbein bei einem Zweikampf mit Lukas Schmitz durchbrach. Zum anderen gab es dieses eine Spiel im August 2013 beim TSV 1860 München, als sich der damals 20-Jährige rassistischen Beschimpfungen der Sechzig-Fans aussetzen musste. Für da Costa selbst ein Erlebnis, das nachdenklich machte: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Vor kurzem habe ich noch für die U21 auf dem Platz gestanden und die Nationalhymne gesungen. Das sind Schwachmaten, die sollen zu Hause bleiben und ihre Wand beschimpfen,“ äußerte er sich im Anschluss an die Vorfälle gegenüber der „tz“. Auch sein damaliger Teamkollege Ralph Gunesch sprang ihm zur Seite und erlangte durch seine Aussage, dass die Beschimpfer einen „IQ knapp über dem eines Toastbrotes“ hätten, weitreichende Medienpräsenz.

Mit Leno zum Comeback – Verzicht auf Olympia

Da Costa ist aber ein Kämpfer und kommt eindrucksvoll zurück. In der Reha treibt es ihn immer wieder in die Heimat zu seinem Kumpel Bernd Leno, mit dem er gemeinsam in einem Mehrfamilienhaus gewohnt hat. Die Wohnung besitzt und nutzt da Costa übrigens immer noch, wenn er zu Besuch in der Heimat ist. Im September 2015 meldet er sich mit einem Kurzeinsatz zurück und feiert sein Bundesligadebüt für die Bayern. Im Laufe der Rückrunde mausert er sich wieder zum Stammspieler und bestreitet ausgerechnet gegen Bayer am letzten Spieltag sein letztes Spiel für die Ingolstädter. Denn die Leverkusener hatten sich eine Rückkaufoption beim Wechsel einbauen lassen und holen den Defensivspieler für eine Mini-Ablöse von unter einer Millionen Euro zurück ins Rheinland, der sich dort dem Konkurrenzkampf mit Roberto Hilbert und Tin Vedjaj stellen sollte.

Um sich beim Champions-League-Teilnehmer durchzusetzen verzichtet da Costa, der ebenso wie Marco Fabian von „Arena11 sports group“ mit Dirk Durfner und Thomas Strunz vertreten wird, auf die Olympischen Spiele 2016 und die damit verbundene Silbermedaille und muss eine Fernbeziehung führen, denn Freundin Kerstin, die er zu FCI-Zeiten kennenlernt, bleibt bei seiner zweiten Bayer-Zeit in Ingolstadt. Am Ende der Saison steht aber die ernüchternde Bilanz von 13 Kadereinsätzen und nur drei Einsätzen insgesamt in der Bundesliga. Auch ein starkes Spiel in der Champions-League über 90 Minuten beim 3:0-Sieg über den AS Monaco ist nur ein kleiner Trost, auch wenn er scheinbar ein Mann für die großen Gegner ist und mit insgesamt 176 Spielen seit der U17 (84 Siege – 44 Unentschieden – 48 Niederlagen) durchaus Winner-Mentalität mitbringt. Dennoch waren vier Einsätze im Profiteam schlichtweg zu wenig für einen Spieler seines Alters. Deshalb folgt der logische Tapetenwechsel in Richtung Rhein-Main-Metropole, wo er sich mit Timothy Chandler erneut einem Konkurrenten stellen muss, der in der vergangenen Saison –eigentlich schon abgeschrieben – auftrumpfte. Und auch wenn der Karneval – oder im Fall Fasching – in Frankfurt nicht so groß geschrieben wird wie in Köln, wird sich Karnevalsfan da Costa sicher auf dem ein oder anderen Umzug blicken lassen.

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1 Kommentar

  1. Hoffe er wird bei uns ein kleiner Alaba auf rechts! Darauf ein dreifaches Alaaf Da Costa! Alaaf Eintracht! Alaaf Da Costa!

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