Die Entscheidung ist gefallen: Robin Koch wird Eintracht Frankfurt auch in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld führen. Cheftrainer Adi Hütter schenkt dem Innenverteidiger trotz einer schwierigen vergangenen Spielzeit weiterhin das Vertrauen. Eintracht-Legende Dragoslav „Stepi“ Stepanovic blickt in der „Bild“ durchaus positiv auf die Entscheidung – auch wenn der frühere SGE-Coach bei der Wahl seiner Spielführer selbst einen anderen Weg bevorzugte.
Während Hütter die Entscheidung für Koch selbst getroffen hat, ließ Stepanovic während seiner Trainerkarriere lieber seine Spieler entscheiden. „Immer wenn ich einen Verein übernommen habe, habe ich den Kapitän nicht selbst gewählt, sondern habe das der Mannschaft überlassen“, erklärte der Kult-Trainer. Der Grund dafür sei simpel gewesen: „Die Jungs kennen sich besser aus, die verbringen mehr Zeit miteinander. Die spüren, wer das am besten kann.“
Stepi: Koch war „vielleicht ein bisschen überfordert“
Dass Koch die Eintracht nun weiterhin als Kapitän anführen darf, wurde zuletzt diskutiert. Schließlich konnte der Innenverteidiger in der vergangenen Saison nicht durchgehend an seine zuvor starken Leistungen anknüpfen. Auch Stepanovic hat den Eindruck, dass die neue Verantwortung ihren Teil dazu beigetragen haben könnte: „Vielleicht war Koch ein bisschen überfordert in der vergangenen Saison. Er war zum ersten Mal Eintracht-Kapitän.“ Für den mittlerweile 77-Jährigen dürfte allerdings noch ein anderer Faktor eine wichtige Rolle gespielt haben: Koch verlor seinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft und verpasste schließlich auch die Weltmeisterschaft. „Ich denke, vor allem der Verlust seines Platzes in der Nationalmannschaft hat ihn beschäftigt“, vermutet Stepanovic. Wie schwierig eine solche Situation für einen Fußballer sein kann, weiß der ehemalige Eintracht-Trainer aus eigener Erfahrung: „Du guckst, du guckst, du guckst und auf einmal findest du dich nicht mehr auf der Kader-Liste. Das ist nicht leicht.“ Gerade bei einem Spieler, der zuvor zum Kreis der Nationalmannschaft gehört hatte, könne ein solcher Rückschlag Spuren hinterlassen.
Stepanovic glaubt an Kochs DFB-Comeback
Abgeschrieben hat Stepanovic den Frankfurter Abwehrchef deshalb noch lange nicht. Vielmehr traut er Koch zu, sich mit starken Leistungen bei der Eintracht wieder für die DFB-Auswahl zu empfehlen: „Er ist ja nicht 35, wo man sagt: Das war es jetzt. Er ist noch jung genug und kann seine Form wieder steigern und noch was geben für die deutsche Nationalmannschaft.“ Die Voraussetzungen dafür könnten unter Hütter durchaus gegeben sein. Koch selbst hatte zuletzt bereits betont, dass ihm das vom Österreicher geforderte aggressive Verteidigen und Pressing entgegenkommt. Gleichzeitig soll der Innenverteidiger als einer der erfahrensten Akteure einer jungen Frankfurter Mannschaft Verantwortung übernehmen – mit der Binde am Arm und als Führungsspieler in der Defensive.
Mit Uli Stein, der während Stepanovics Zeit bei der Eintracht die Mannschaft als Kapitän anführte, sei Koch allerdings kaum zu vergleichen. „Der Koch ist was anderes. Der ist ein Ruhiger“, stellte Stepanovic fest. Für den Kult-Trainer muss ein Kapitän aber keineswegs der Lautsprecher einer Mannschaft sein. Auch auf eine ruhigere Art könne Koch seine Mitspieler führen. Dass Hütter seinem Abwehrchef nach der schwierigen Vorsaison erneut das Vertrauen schenkt, könnte nach Ansicht Stepanovics sogar einen positiven Effekt haben. Die Hoffnung des ehemaligen SGE-Trainers geht dabei weit über eine Leistungssteigerung im Eintracht-Trikot hinaus: „Ich denke mir, dass er wieder Nationalspieler wird.“ Und für Stepanovic könnte genau das der Schlüssel sein, damit Koch auch bei der Eintracht wieder an seine stärksten Zeiten anknüpft: „Und wenn er Nationalspieler wird, dann wird alles besser.“
Nach einer Saison, in der Koch sowohl mit der Eintracht als auch persönlich einige Rückschläge verkraften musste, erhält er unter Hütter damit die Chance, erneut voranzugehen. Zumindest Stepanovic ist überzeugt, dass die Geschichte des Innenverteidigers in der Nationalmannschaft noch nicht beendet ist.






Ein Kommentar
Mhmm nu erstmal gute Leistungen zeigen, dann kann das auch wieder was werden mit der Nationalmannschaft. Stepis Argumentation ist nicht ganz in sich schlüssig, schließlich wurde er nicht mehr in der Nationalmannschaft eingesetzt, weil er schon vorher nicht gut genug war.
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