Die Eintracht setzte in den Corona-Krisentagen wichtige Zeichen. (Foto: imago images / HMB-Media)

Am Freitag durften sie endlich wieder loslegen – nach zwei Wochen Quarantäne starteten die Adler in so etwas wie Fußball-Training. In der Mixed Zone wurde sich in Kleingruppen aufgewärmt, anschließend unter den Augen von Adi Hütter locker auf dem Trainingsplatz geübt. Ein kleines bisschen Normalität in Zeiten von Corona. Fredi Bobic hatte schon zuvor verkündet: den beiden Eintracht-Spielern und den Staff-Mitgliedern, die an dem Coronavirus erkrankt waren, geht es gut.

Es war nicht die einzige frohe Botschaft, die aus dem Frankfurter Stadtwald in dieser Woche zu hören war. In diesen Tagen, in denen der Fußball in den Hintergrund gerückt ist, aber doch irgendwie die schönste Nebensache der Welt bleibt, in denen 13 der 36 Profi-Klubs noch in dieser Saison die Insolvenz droht, hat Eintracht Frankfurt mal eben die Weichen für die Zukunft gestellt. Aber nicht nur das – auch im hier und jetzt haben die Adler Zeichen gesetzt! Aber der Reihe nach…

Broich und Polenz übernehmen U15

Am Montag knallte die Eintracht die Meldung raus, dass Thomas Broich und Jerome Polenz ab Sommer die U15 bei den Adlern übernehmen werden. Wer den Experten Broich und Polenz in der Sportschau oder bei DAZN lauscht, der kann schnell einen Eindruck von ihrem immensen Fachwissen und ihrem Verständnis für das Spiel bekommen. Beiden ist zuzutrauen, dass sie bei ihrer ersten Trainerstation nicht nur eine Spielidee mitbringen. Sie gelten auch als Querdenker, deren Horizont über den Fußball hinausreicht. Eine gute Mischung, wenn es darum geht, gemeinsam mit Andreas Möller und Marco Pezzaiuoli die Nachwuchs-Ausbildung am Riederwald auf ein neues Level zu bringen. Das neue Trainer-Duo kann die Kicker von Morgen nicht nur zu Bundesliga-Profis machen. Man kann davon ausgehen, dass sie ihnen auch abseits des Platzes etwas mitgeben werden. Dass sich Broich und Polenz bei ihrem Trainer-Einstieg für die Eintracht entschieden haben, zeigt den Stellenwert, den sich die SGE in den letzten Jahren erarbeitet hat.

Deutsche Bank-Deal erweitert die Möglichkeiten

Die Fans dürfen also hoffen, dass aus der Riederwald-Schmiede in absehbarer Zeit in erhöhter Frequenz Talente den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen werden. Die könnten dann im „Deutsche Bank Park“ auf Torjagd gehen. Was mancher am Mittwoch für einen Aprilscherz hielt, war ein von langer Hand geplanter Coup der SGE-Verantwortlichen. Die Deutsche Bank wird Namenssponsor nicht nur für die WM-Arena, sondern das ganze Areal des historischen Frankfurter Sportparks. Der Eintracht spült das bis 2027 dem Vernehmen nach jährlich mehr als fünf Millionen Euro in die Kassen. Zum Vergleich: der bisherige Namensrechte-Inhaber Commerzbank zahlte im Jahr 3,5 Millionen Euro. Nur eine Million kam bei der Eintracht an, der Rest floss an die Stadt als Stadionbetreiber. Ab Sommer betreibt die SGE das Stadion selbst und darf sich damit über die Gesamtsumme freuen. Neben dem finanziellen Gewinn dürfte der historische Sportpark eine Aufwertung bekommen. Das Stadion wird demnächst in den Eintracht-Farben Schwarz, Weiß und Rot erstrahlen. Und Fans dürften sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen, dass auch ihr geliebtes Waldstadion wieder in den Stadionnamen Einzug hält. Kurzum: ein Deal, der die SGE in ihren Möglichkeiten enorm nach vorne bringt. Dazu passt, dass die 3266 Logen und Business-Seats im Stadion auch in der kommenden Saison – wann auch immer sie beginnen wird – maximal ausgelastet sein werden.

So könnte der Deutsche Bank Park bald aussehen. (Foto: Deutsche Bank)

90.000 Mitglieder-Marke geknackt

Doch die Eintracht, das ist in diesen Tagen bei allen positiven, langfristigen Richtungsentscheidungen vielleicht die beste Nachricht, ist auch im Hier und Jetzt aktiv. Bereits letzte Woche startete der Einkaufsservice für Vereinsmitglieder, die der Risikogruppe angehören. Inzwischen haben die Adler mit einer Unterstützungsplattform für lokale Unternehmen, Gastronomie sowie kultureller und sozialer Einrichtungen nachgelegt. Die Eintracht leistet damit einen wichtigen Beitrag in diesen Zeiten! Das kommt an. Passend dazu die Meldung am Sonntagmorgen: die 90.000-Mitglieder-Marke ist geknackt. Es war eine gute Woche.

Autor Marcel Storch

Marcel StorchMarcel (27) ist seit 2017 Teil des Teams von SGE4EVER.de. Spätestens nach Jan-Aage Fjörtofts Übersteiger und Alex Schurs 6:3-Siegtor gegen Reutlingen war es um ihn mit der SGE geschehen. Für die Eintracht war er als freier Mitarbeiter im Eintracht Frankfurt Museum tätig. Mittlerweile vertritt er den Adler im Ruhrpott und arbeitet als Journalist in Essen. Für SGE4EVER.de schreibt er vor allem für das SGE kompakt und widmet sich historischen Rückblicken.

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1 Kommentar

  1. Ich fand es gut die Namen der infizierten nicht zu nennen. Jetzt so im nachhinein werde ich aber neugierig 🙂

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