Eine insgesamt ernüchternde Saison ist für die Eintracht aus Frankfurt zu Ende gegangen. Mit nur 44 Punkten beenden die Hessen die Spielzeit auf Platz 8. Das bedeutet, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Teilnahme am internationalen Geschäft möglich sein wird für die SGE. Intern laufen die Aufarbeitungsprozesse längst. Kürzlich trennte man sich von Cheftrainer Albert Riera, um den Verein für die neue Saison neu aufzustellen. SGE4EVER.de nutzt diese Zeit, um einmal auf den Kader zu schauen. Wer performte wie in der letzten Saison? Wer könnte bleiben, wer wird vermutlich Verkaufskandidat? Die Prognosen, die wir zu den Spielern abgeben sind derweil gestützt auf Gerüchte und die gezeigten Leistungen. Daher sind sie im Bereich der Spekulation anzusiedeln. Im fünften Teil der Kaderanalyse schauen wir auf die Stürmer der Eintracht.
Sturm
Jonathan Burkardt: Der Pressing-Stürmer befindet sich nun in einer ähnlichen Situation wie Ritsu Dōan. Im Sommer wechselten beide für verhältnismäßig viel Geld als Königslösungen von direkten Bundesliga-Konkurrenten an den Main. Für Burkardt überwies die SGE rund 21 Millionen Euro an den 1. FSV Mainz 05. Nicht einmal ein Jahr später fragen sich viele: Eintracht Frankfurt und Burkardt, passt das? Zur Faktenlage gehört, dass der 25-Jährige wettbewerbsübergreifend 15 Tore schoss, zudem bereitete er zwei weitere vor. Dafür brauchte der gebürtige Darmstädter 29 Einsätze. Schon in Mainz gehörte er zu den verletzungsanfälligsten Spielern, auch während seiner ersten Spielzeit in Frankfurt musste Burkardt von Ende November bis Mitte Februar pausieren. Dadurch fiel es dem Knipser durchaus schwer, wirklich Fahrt aufzunehmen. Infolgedessen verpasste er sein großes Ziel: Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte ihn nicht für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Ob darin auch der Gefühlsausbruch nach der 2:3-Pleite bei Borussia Dortmund begründet liegt, bleibt offen. Zuvor kursierten Medienberichte, die behaupteten, dass es einen Streit zwischen ihm und Ex-Trainer Riera über das Gewicht des Spielers gegeben haben soll. Außerdem bestrafte der Verein Burkardt, nachdem dieser nach seinem Treffer gegen den BVB wohl provokant in Richtung des Spaniers jubelte. Schlussendlich sind 15 Treffer in der ersten Saison bei einem neuen Klub durchaus eine respektable Ausbeute, zumal sich der Stürmer auch in sportlich schwierigen Phasen stets engagiert zeigte.
Prognose: Burkardt hatte im Sommer den Wunsch, zur Eintracht zu wechseln. Zudem wirkt er nicht wie ein Spieler, der ein sinkendes Schiff verlässt. Daher dürfte er der SGE vermutlich erhalten bleiben.
Arnaud Kalimuendo: Während der halbjährigen Leihe spielte sich der Franzose in die Herzen vieler SGE-Anhänger. Dabei überzeugte der 24-Jährige durch seine Schnelligkeit, aber auch seine Dribbel- sowie Abschlussstärke. Sechs Tore und einen Assist steuerte er während seiner Zeit in Frankfurt bei. Unter Riera spielte der gelernte Stürmer jedoch nicht ausschließlich im Zentrum: Nachdem er seine Stärken vom rechten Flügel nicht vollumfänglich entfalten konnte, setzte ihn der 44-jährige Fußballlehrer auf der anderen Seite des Spielfelds ein. Mit Zug nach innen überzeugte der Rechtsfuß auch als linker Außenstürmer. Dem Wunsch vieler Fans, Kalimuendo und Burkardt häufiger als Doppelspitze auflaufen zu lassen, kam Riera nur vereinzelt nach. Stattdessen setzte der Spanier überwiegend auf sein 4-1-4-1-System.
Prognose: Mit dem Verpassen des europäischen Wettbewerbs könnte es schwer werden, einen festen Transfer zu realisieren. Daher dürfte der Spieler zunächst zu Nottingham Forest zurückkehren.
Younes Ebnoutalib: Die Rückkehr in die Heimat verlief für Ebnoutalib vorerst wie im Bilderbuch: Nach seinem Wechsel zur Eintracht folgte nur wenige Tage später das Debüt im Deutsche Bank Park – gekrönt von einem Treffer gegen den BVB. Doch was wie ein Märchen begann, kam ebenso schnell ins Stocken. Im letzten Spiel der Hinrunde gegen den VfB Stuttgart musste der gebürtige Frankfurter nach rund 20 Minuten ausgewechselt werden, später wurde ein Innenbandriss im Knie diagnostiziert. Während der sportlichen Abwesenheit des 22-Jährigen kam es zudem zum Trainerwechsel. Riera fand für den jungen Stürmer keine Verwendung, weshalb nach Ebnoutalibs Genesung lediglich drei weitere Kurzeinsätze ohne eigenes Tor folgten.
Prognose: Der Frankfurter Bub wird sich die Chance, für seinen Heimatverein zu spielen, so schnell nicht nehmen lassen. Dass ab der kommenden Saison ein neuer Cheftrainer an der Seitenlinie steht, mischt die Karten für Ebnoutalib neu.
Michy Batshuayi: Sein bislang letztes Spiel absolvierte der Belgier Anfang Dezember beim 0:6-Debakel in Leipzig. Seit seiner Fußverletzung arbeitete der 32-Jährige im Training der SGE vergeblich daran, zu alter Stärke zurückzufinden. In zehn Einsätzen, nie über die volle Länge, schoss er ein Tor.
Prognose: Sportvorstand Markus Krösche dürfte versuchen, ihn von der Gehaltsliste zu bekommen. Voraussetzung dafür wäre jedoch ein Abnehmer, der Batshuayi finanziell stemmen kann.






6 Kommentare
OT:
Hellmann bleibt bis 2031 Eintrachtvorstand.
In der Offensive besteht kein Handlungsbedarf.
Kalimuendo weiter zu sehen wäre schön, aber das wird wohl zu teuer.
Stattdessen bekommen wir ja den Torschüzenkönig der zweiten Liga fast für lau.
Zusammen mit den Flügelspielern ist das eine Top-Offensive.
Allerdings bedarf es auch eines Trainers, der sie richtig einsetzt.
Mit dem seit Jahren präferierten Ballbesitz wird das nichts.
Der Kader schreit nach schnellem Umschaltspiel.
@Tim
Danke! Wie beurteilst du/ihr Wahi und Futkeu, die ja auch beide auf der Kaderliste ab 1.7. stehen? Aus meiner Sicht haben sie ja zumindest eine Erwähnung als potentielle Ablöse-Bringer verdient.
Und seht ihr für Staff Chancen im Profikader?
Ich würde mit Staff, Johnny, Futkeu und Ebnoutalib in die Vorbereitung gehen.
Nur Ebnoutalib und Johnny wäre für den Sturm wieder zu wenig wenn man mal mit 2 Stürmern spielen will. Kommt auch hier auf den Trainer an.
Wenn er ein System mit 2 Stürmern forciert, ist die günstigste Lösung mit Futkeu sonst muss noch einer kommen. Ich hoffe ja auf Kalimuendo für Wahi. Das es finanziell irgendwie aufgeht.
Ich würde auch mir Jonny, Ebnou, Futkeu und Staff in die Saison starten.
Sollte sich in der Vorbereitung zeigen, dass es bei Staff (noch) und Futkeu nicht reicht und sie verliehen oder verkauft (nur Futkeu, nicht Staff) werden, könnte man überlegen, noch günstig einen schnellen Spieler zu holen oder zu leihen. Das Profil fehlt noch.
Aber das steht ganz weit hinten auf der Prioritätenliste.
Danke für den Hinweis. Ich glaube Wahi hat es sehr schwer den Anhang zu überzeugen. Entscheiden wird aber der Verein. Und wenn es hier gute Gespräche gibt, kann es durchaus sein, dass er vermutlich statt Kali nächstes Jahr wieder schwarz/rot trägt. Dann sollten wir ihm eine Chance geben. Die Leihe hat ihm ja gut getan. Selbige Chance sollte auch Futkeu erhalten. Dann wäre der Sturm komplett, zumal da ja auch noch ein gewisser Can Uzun auftrabt.
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