Eintracht Frankfurt berief für den heutigen Mittwoch eine Pressekonferenz mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck sowie Vorstandssprecher Axel Hellmann ein, die direkt nach der Aufsichtsratssitzung stattfand. Im Zuge dessen standen drei Themen im Vordergrund: die sportliche und fanpolitische Einordnung der beiden Funktionäre sowie die Vertragsverlängerung von Hellmann bis 2031.
Beck: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Adi Hütter einen neuen Cheftrainer haben“
Zunächst begann Beck mit seiner sportlichen Einordnung: „Markus Krösche hat uns heute sehr detailliert und auch sehr tiefgründig erklärt, was die letzte Saison war und was die Probleme waren. Wir haben das jetzt auch noch einmal in der Tiefe von ihm erhalten. Wir wissen alle, dass die Saison nicht gut war und dass wir letztendlich von ihm gehört haben, dass das auch eben genauso gelaufen ist. Und das haben wir auch so als Aufsichtsrat aufgenommen“, sagte der 55-Jährige und sprach sich daraufhin für den Sportvorstand aus: „Wir haben ihm aber auch noch einmal entsprechend den Rücken gestärkt. Das ist wichtig, weil wir absolut hinter Markus stehen. Und wir sind jetzt eben auch so weit, dass wir sagen können: Auch von unserer Seite aus ist die Saison jetzt abgehakt. Und wir gucken nach vorne. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Adi Hütter einen neuen Cheftrainer haben. Und sehen auch in der Zukunft, dass das für Eintracht Frankfurt ein wichtiger Bestandteil ist.“
Der Österreicher solle nämlich für eine Spielphilosophie sorgen, die zur Eintracht-DNA passe und somit die vielen Fans im Deutsche Bank Park anpeitsche: „Wir wollen die Leidenschaft zurück. Wir wollen wieder Zweikampfstärke sehen. Das erhoffen wir uns natürlich von der neuen Saison. Und letztendlich ist es so, dass wir auf jeden Fall, und davon bin ich überzeugt, eine tolle Mannschaft auf dem Platz haben werden.“ Laut Hellmann habe die SGE diese DNA in der vergangenen Saison ein Stück weit verloren, weshalb der 54-Jährige deutliche Worte fand: „Man kann die Saison als sportlich prekär bezeichnen. Man kann das Verhältnis des Trainers Albert Riera zu Medien, Umfeld, Staff und Spielern im Nachhinein als pikant bezeichnen. Beides zusammen war für uns mit einem gewissen Slapstick-Charakter, den wir im Vorstand und im Aufsichtsrat so nicht mehr erleben wollen.“
Hellmann bedauert die Entwicklung der letzten Monate
Dafür müsse nun Krösche sorgen, der die Kompetenzen eines fähigen Sportvorstands definitiv mitbringe: „Wenn ich aber sage, dass wir heute mit der Sitzung mit Aufsichtsrat und Vorstand Themen abgehakt haben, heißt das nicht, dass jetzt nichts mehr passiert. Auch das ist klar. Wir haben jetzt den Trainer vorgestellt, es gibt schon eins, zwei personelle Veränderungen, es werden sicherlich weitere folgen. Das ist auch nicht meine Aufgabe, sich dazu heute zu äußern, sondern das wird Markus tun. Immer dann, wenn es sich stellt.“ Für Hellmann sei es deshalb auch nicht zielführend, wenn er sich zu sehr ins Sportliche einmischen würde. Eine klare Aufgabenverteilung sei für ihn der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg. Dennoch wünschten sich viele Pressevertreter sowie Eintracht-Anhänger, dass Hellmann im Saisonendspurt ein Machtwort hätte sprechen sollen. Nun entgegnete er und widersprach diesem Wunsch: „Ich glaube nicht, dass das zielführend gewesen wäre. Ich glaube nicht, dass das geholfen hätte. Ich glaube auch nicht, dass das eine verfahrene Situation einfach so aufgelöst hätte. Weil im Unterschied zu den Situationen vorher hätte es nicht eines Rucks bedurft, sondern in der inneren Mechanik der Zusammenarbeit eine andere Form des Miteinanders.“
An dem Miteinander habe es nämlich in den vergangenen Monaten durchaus gefehlt, was laut Hellmann dem Verein nachhaltig geschadet habe: „Wir hatten fünf, sechs Jahre quasi eine professionelle Gesamtpräsentation. Es hat uns schon Ansehen gekostet, besonders wie es in den letzten drei, vier Monate gelaufen sind. Das wird auch ein bisschen die nächsten fünf Jahre prägen. Da habe ich auch eine Lernkurve gemacht von Dingen, bei denen ich gedacht habe, dass ich die hier so nicht erleben werde“, stellte er fest. Trotzdem müsse er klarstellen, dass sich diese Beobachtung rein auf den sportlichen Bereich beziehe. „Es war eine sportliche Krise, die wir hatten, aber es war keine Unternehmenskrise. Wenn ich das Zusammenspiel zwischen Aufsichtsrat und Vorstand und innerhalb des Vorstands anschaue, dann haben wir bei Eintracht Frankfurt schon ganz andere Zeiten erlebt, wo Dinge implodierten oder Schwierigkeiten auftraten, die wir eigentlich in dieser Situation nicht hatten“, erklärte Hellmann.
Hellmann ordnet Eintracht-Transferphilosophie ein
Auch finanziell gehe es dem Verein weiterhin gut. Das sportliche Geschäftsmodell, junge Spieler zu entwickeln und weiterzuverkaufen, sei für Hellmann weiterhin undiskutierbar. „Ich glaube, das Modell ist für uns ohne echte Alternative. Weil wenn man sich nochmal anschaut, wo wir herkommen, dann haben wir hier in die Zukunft von Spielern investiert, bei denen wir einen Plan hatten, sie durchaus mehrere Jahre zu halten. Aber eigentlich durch gute Trainerarbeit und gute Gesamtgestaltung und den Erfolgsweg in Europa, den wir auch immer hatten, haben sie einen solchen Entwicklungssprung gemacht, dass wir sie nicht halten konnten“, ordnete er ein. Dementsprechend plane die Frankfurter Eintracht in Zusammenarbeit mit den Spielern im Normalfall einen fünfjährigen Zukunftsplan und verkaufe ihre Talente erst dann, wenn es keine andere Alternative mehr gebe. In Zukunft müsse der Verein dennoch besser bei Zugängen aufpassen, die in Richtung der 20-Millionen-Euro-Marke gingen, so Hellmann.
Später erläuterte er dann noch einmal auf Nachfrage, was er damit meine, wenn er von einer sportlichen Krise spreche: „In diesem Stadion wird es ohne intensiven Fußball nicht gehen. Es ist nicht schwer, die Leute aus dem Sattel oder aus dem Sitz zu heben. Wir müssen einen Fußball spielen, der unserem Naturell in dieser Region, die eine härtere ist, die eine lautere ist, die eine schnellere ist, entspricht. Dem müssen wir auch auf dem Platz entsprechen. Sonst sind die Dinge nicht kompatibel. Und bitte: Das ist jetzt kein Plädoyer für Ballbesitz, gegen Ballbesitz, das ist nicht das, was ich meine. Es geht darum, mit welcher Bereitschaft du verteidigst, mit welcher Bereitschaft du dem Gegner vor dem Spiel in der Mixed Zone, beim Warmmachen, auf dem Platz signalisierst: Für dich gibt es hier nichts zu holen.“ Genau deshalb sei Hütter nun auch die richtige Wahl für den Cheftrainerposten.
Beck über Verletzte durch Pyrotechnik: „Die Dimension noch einmal deutlich schlimmer gemacht“
Außerdem gab Beck auf der Pressekonferenz seine fanpolitische Einordnung mit Fokus auf die drei Verletzten vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:2): „Ihr habt das Stuttgart-Spiel noch vor euch und wir auch: Die Ereignisse vor dem Spiel haben uns natürlich alle nicht gefallen und waren schwierig. Und was ganz besonders schwierig dabei ist, dass wir dabei auch Verletzte zu beklagen hatten. Das hat die Dimension noch einmal deutlich schlimmer gemacht“, sagte er und ergänzte: „Nichtsdestotrotz ist ganz klar: So etwas, dass wir Verletzte beklagen, darf es bei uns nicht geben. Ich will an dieser Stelle erstmal noch einmal den Verletzten auch eine gute Besserung und vor allen Dingen auch eine Genesung, die wirklich hoffentlich eintritt, in diesem Moment wünschen.“
Nun arbeite Vorstandsmitglied Philipp Reschke an einer Aufarbeitung sowie einer zukünftigen Lösung des Problems. Dieser werde sich auch in Zukunft an die Öffentlichkeit richten, sobald Maßnahmen beschlossen sind: „Wir haben Philipp unser Vertrauen dahingehend ausgesprochen, dass wir davon überzeugt sind, dass er jetzt mit dem kompletten Engagement und auch wirklich mit den Maßnahmen, die wir da ergreifen müssen, in die richtige Richtung geht. Wir werden zeitnah hierzu von Philipp immer wieder informiert“, erklärte Beck.
Erst kürzlich eröffnete Ehrenaufsichtsrat Wolfgang Steubing eine Diskussion über die Stehplätze im Deutsche Bank Park. Beck distanziere sich von dieser Idee: „Es gibt für mich gar keine Frage. Der Stehplatz gehört zu uns ins Stadion, das ist Tradition. Und wir brauchen auf jeden Fall diese Stehplätze. Und das wollen wir auch. Es kann bei uns nur den Fußball mit Stehplätzen geben. Ich habe auch mit den Verantwortlichen bei uns im Klub nochmal geredet, das sehen wir alle gleich. Der Stehplatz gehört zu uns als Tradition, und da kommt die Wucht und die Power her für unsere Mannschaft.“ Die Stehplätze sollen also während den Fußballspielen erhalten bleiben.






15 Kommentare
Ne spontane Umfrage (an sge4ever: ich hoffe, ihr seid fein damit, dass ich das mal so spontan in die Runde frage)
Wie fandet ihr die PK von Beck und Hellmann?
Like = Gut, informativ. Ich spüre, das von den Beiden die richtigen Themen angegangen werden.
Dislike = Langweilig, mir fehlt die Energie früherer Tage. Ich kann mir das gar nicht komplett ansehen.
https://tv.eintracht.de/video/pressekonferenz-mit-mathias-beck-und-axel-hellmann-177804/
Matthias Beck ist zumindest kein begnadeter Redner...
Ajo, mein Vadder kam hier rein und meinte:
'Mein Sohn, irgendwo läuft hier ein Radio..' (da hörte ich grad die Anfangsrede von Beck) :-D
Was mich sehr erschreckt hat war die Beantwortung der Frage nach den Transferüberschüssen (nicht Transfererlöse). Bei denen es anfangs um € 30 Mio. ging, jetzt werden € 90 Mio. aufgerufen, die nicht dementiert werden! Das bereitet mir selbst bei einem Kaderwert von € 400 Mio. große Sorgen, denn damit steht uns der Ausverkauf unserer Leistungsträger bevor (- € 80 Mio.), was wir zwar ohnehin schon vermutet haben, aber was wir nicht wussten, dass es auch keine finanziellen Mittel für adäquaten Ersatz gibt! Wir müssen dringend unsere Kostenseite drastisch reduzieren! Es kann nicht sein, dass ein Verein wie Eintracht Frankfurt ohne große Investoren im Background in solchen Dimensionen ins finanzielle Risiko geht! Da können wir uns noch bei Krösche bedanken, dass er uns über der erzielten Transfererlöse bislang über Wasser gehalten hat, aber dieses Geschäftsmodell ist leider Russisch-Roulette. Das macht mich wirklich sehr traurig, denn es geht hier gar nicht um das Sportliche, sondern um Kosten, die für das NLZ (€ 20 Mio., was einem Gesamtetat für Spieler von Heidenheim für die Bundesliga entspricht), Digitalisierung des Stadions (ohne der bislang Erzielung von Erlösen zu deren Deckung). Hier fehlt im Vorstand ein Korrektiv auf der Kostenseite!
Bitte versteht mich nicht falsch, ich begrüße die Vertragsverlängerung von Hellmann, aber das Kosten- und Nutzen-Verhältnis seiner Entscheidungen sollte mehr hinterfragt werden. Er ist perfekt als Vorstandssprecher und in der Verhandlung mit Investoren, aber bei seinen Entscheidungen zu Investitionen sehe ich erhebliche Defizite!
@braumer:
Ich habe vor allem Hellmann so erlebt, wie ich ihn kenne und schätze. Kompetent, unaufgeregt, authentisch und seriös.
@fj:
Zu den 90 Mio. Du sagst, er hat sie nicht dementiert. Stimmt, aber er hat sie auch nicht bestätigt. Bisher wurden solchen in den Medien genannten Summen nie offiziell bestätigt oder dementiert und das aus gutem Grund.
1. Dementiert du einmal, dann wird bei nächsten Mal, wo du nicht dementierst davon ausgegangen, dass die Summe stimmt.
2. Wieso sollten wir anderen Vereinen in den Verhandlungen einen Vorteil verschaffen, indem wir ihnen unsere finanziellen Situation offenbaren?
Wir haben (laut Medien) im letzten Sommer kein Geld mehr gehabt, um den Kader weiter zu verstärken. Im Winter konnten wir dann aber plötzlich über zehn Millionen nachschießen, obwohl das Ausscheiden in der CL klar war, wir nicht mehr im Pokal waren und auch in der Liga schlechter dastanden, als gewollt.
Letztlich ist es ja unerheblich, wie viel Geld gerade auf einem Konto liegt.
Bei mehreren Spielern wissen wir ja, dass sie uns mal für viel Geld verlassen werden. Bei anderen wissen wir, dass sie eher noch ein paar Jahre bei uns bleiben werden und entsprechend Gehalt binden. Wenn es sportlich sein muss, ist die Eintracht zum Glück in der Lage, darauf reagieren zu können, weil wir wirtschaftlich gesund sind. Das heißt aber nicht, dass man alles Geld, das man ausgeben könnte, ausgeben sollte.
Und woher kommt die Info, dass wir aus der Digitalisierung keine Erlöse geholt haben bzw. wie kommst du zu diesem Schluss? Erst kürzlich gab es doch schon eine größere Meldung, die darauf hingewiesen hat, dass die Modernisierung des Waldstadions dazu geführt hat, dass mehr und größere Konzerte gespielt werden können und die Eintracht erzielt dadurch als Betreiber Millionen.
Gude,
wo siehst du denn die Defizite? Mir fällt auf Anhieb nichts dazu ein...
Forza SGE
Und wo nimmst du die Zahlen her? Das ist doch nur irgendeine aus der Luft gegriffene Behauptung. Die Eintracht kommentiert generell nicht alles, was von der Boulevardpresse in den Raum geworfen wird, denn sonst könnte man nicht mehr in Ruhe arbeiten. Wenn man wegen jedem Gerücht eine Pressekonferenz gibt, dann lässt man sich von der Klatschpresse vor sich her treiben und ist quasi selbst die Sau, die durchs Dorf getrieben wird.
Julien Zamberk hat doch erst vor ein paar Wochen ein Interview auf Eintracht.de gegeben und ist ganz gründlich auf alle Fragen eingegangen. Da hat er doch bereits klar widerlegt, dass die Eintracht angeblich zahlungsunfähig wäre. Er hat klar dargelegt, dass sämtliche Verträge stark leistungsbezogen sind. Das bedeutet, dass es eben Zusatzprämien für internationale Spiele und Scorer gibt und wenn die wegfallen, dann wird dieses Geld nicht ausgeschüttet und eingespart. So war das auch von Krösche seit Jahren angekündigt. Es läuft also durchaus alles transparent ab und Zamberk hat deutlich gesagt, dass die Eintracht finanziell abgesichert und darauf vorbereitet ist, wenn das internationale Geschäft mal nicht erreicht wird, weil dann auch die Prämien wegfallen. Ich halte mich da lieber an die offiziellen Stellungnahmen als an wilde Gerüchte.
Vielleicht peilt die Eintracht 90 Mio. Transfereinnahmen an, das wäre naheliegend, wenn man ja anpeilt, den Kader auf 20-23 Mann zu reduzieren. Derzeit sind 29 Mann im Kader, da sind jedoch noch nicht die 8 verliehenen Spieler inklusive.
Da sind Ladenhüter dabei wie Ngankam(schon wieder verletzt der arme Kerl, dieses mal Oberschenkel, hat bald alles mal durch), Nkounkou(wieso sieht er nicht ein, dass er als LA richtig gut ist und nicht als LV?), Lisztes(auch viele Verletzungen), die weiter verliehen werden, aber auch Spieler bei denen man, falls sie keine Chance mehr bei der Eintracht kriegen, durchaus noch Transfereinnahmen macht. Bei Wahi sind 30 Mio. drin, bei Ebimbe 3, Smolcic 2-3, Simoni 1, Inanoglu locker 2 Mio. Inanoglu ist ein guter Typ, war schon bei der U21 immer einer der besten, den würde ich gerne noch behalten, 13 Scorer in 13 Regionalligaspielen für Homburg und 8 Scorer in 4 Spielen im Saarlandpokal. Wen man aus dem derzeitigen Kader alles abgibt, ist nicht leicht zu entscheiden, aber wenn man Brown zusätzlich für 70 Mio. abgeben würde, dann wäre man schon schnell im Bereich von 90 Mio. Transfereinnahmen.
Also auch wenn die Eintracht mindestens 90 Mio. Transfereinnahmen erwartet, dann ist das keine besondere Meldung, sondern einfach nur eine halbwegs realistische Einschätzung der Marktsituation. Auch dass die Bild hat "möglicherweise bis zu 30 Transfers" in den Raum geworfen hat, ist überhaupt nichts besonderes. In der letzten Saison hatte die Eintracht 18 Zugänge und 14 Abgänge. Zumeist ist das ausgeglichen und das war der Verletzungssituation geschuldet, weil im Winter noch einige dazu kamen, aber ca. 30 Zu- und Abgänge hatte die Eintracht in den letzten 10 Jahren IMMER, so wie JEDER Bundesligist. Das ist also keine große Erkenntnis und rein gar nichts Aufsehenerregendes oder gar Fatales, sondern schlicht die Norm und niemand sollte sich dadurch bestätigt fühlen der Blöd auch nur ein verdammtes Wort zu glauben. Und die Verpflichtung von Hütter wurde übrigens nicht von Plettenberg als erste verkündet, wie bei hr, fr, und hier fälschlicherweise dargestellt wurde, sondern von Christopher Michel auf Absolut Fußball, dem einzigen der in Wirklichkeit direkten Draht zur Eintracht auch hinter den Kulissen hat.
Manche hier wollen " auf Deubbel komm raus" beweisen , das die Vereinsführung Misswirtschaft betreibt.
Zur Erinnerung, als Freddy Bobić hier angefangen hat, hatte er 2,5 oder 3,5 Mio für Neuverpflichtungen.
Heutzutage reden wir davon 90 Mio einzunehmen und dan 50-60 Mio auszugeben. Und der Vorstand, die Sportliche Leitung und der Manager arbeiten schlecht? Wir haben das Stadion erweitert, und es soll nochmal um 10- 15 Tausend Plätze erweitert werden. Haben das Proficamp gebaut, die neue Vereinzentrale und das NLZ. Wir sind Vorreiter in Europa in der Digitalisierung.
Der Kaderwert hat sich im Vergleich zu 2016 vervierfacht. Die Gehälter genauso.
Gute Spieler spielen nicht für lau.
Um die Einnahmen, die Spielerqualität und die Wahrscheinlichkeit auf sportlichen Erfolg zu erhöhen, muss man auch die Ausgaben erhöhen. Das eine geht nicht ohne das andere.
Die Bayern haben ihre 350 - 400 Mio auf dem Festgeldkonto auch nicht über Nacht bekommen. Sondern Hoeneß Ulli und Kalle Rummenige haben sich 40 Jahre lang den Arsch aufgerissen, um das zu erreichen.
Ok, lasst uns gerne mal zu den Fakten bzw. Den letzten Zahlen zurückkommen. Die Aufwendungen für Personal lagen bei 177,3 Mio. (VJ: 119,6 Mio.) und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (einschl. Stadionbetrieb, Digitalisierung und NLZ) bei 155,4 (VJ: 165,7 Mio.). Dieser Kostenblock von 332,7 Mio. (VJ: 285,3 Mio.) ist erheblich. Trotz der vorgesehenen Reduzierung des Kaders, die sicherlich nicht von heute auf morgen realisiert werden kann und der damit verbundenen Reduzierung der Personalkosten, ist weiterhin ein Wachstumskurs mit hohen Investitionen (Mehrzweckhalle, etc.) vorgesehen. Daher ist zu erwarten, dass sich dieser „Kostenblock“ nicht reduzieren wird. Wenn man sich die Erträge aus Transfererlösen von 118,6 Mio. (VJ: 143,2 Mio.), Erlöse aus medialer Verwertung 107,9 Mio. (VJ: 92,6 Mio.), Sponsoring & Vermarktung 75,8 Mio. (VJ: 40,5 Mio.) und Zuschauer & Hospitality 57,8 Mio. (VJ: 50,0 Mio.) erkennt man die massive Abhängigkeit Transfererlöse zu erzielen, zumal die Kosten für Investitionen derzeit nicht durch die Einnahmen für Sponsoring & Marketing getragen werden. Auch wenn hier zukünftig sicherlich Ertragssteigerungen zu erwarten sind, müssen die Investitionen in den Wachstumskurs finanziert werden. Da wir keinen Großinvestor haben und auch die Einnahmen aus dem europäischen Wettbewerb erstmal wegfallen, steigt die Abhängigkeit von Transfer“überschüssen“. (Überschuss der Erträge über die Aufwendungen für Transfers). Hier wurden zunächst 35 Mio. kolportiert und jetzt wird nicht mal 90 Mio. dementiert. Meine Sorge zum „Ausverkauf“ ist daher nicht unberechtigt und lässt sich auch anhand der obenstehenden Zahlen und den ergänzenden Auskünften in der Pressekonferenz belegen.
@f-jungs
Ich denke, es wird keinen Ausverkauf geben - dann waere Adi wohl nicht gekommen.
Allein schon dein erster Punkt - Aufwendungen für Personal -
177,3 Mio. (VJ: 119,6 Mio.), widerlegt das ganze.
Die 177,3 Mio kommen zustande durch die Prämien für das erreichen der Championsleague.
Und werden auf ca. 120 Mio sinken. Da nichts erreicht wurde, gibt's auch keine Prämien.
Also werden ca 50 Mio eingespart.
Ein "Ausverkauf" wird trotzdem stattfinden.
Den der Kader soll ja auf 17 Topspieler( ohne Torhüter) plus 3 Nachwuchsspieler verkleinert werden.
Heisst mindestens 9 Spieler müssen gehen oder verkauft werden.
Wenn man dann noch die 8 Leihspieler dazu rechnet, können es auch 17 Spieler werden. Nicht alle in diesem Wechselfenster, aber spätestens zum Ende der Saison 26/27.
Danke für die Zahlen.
Wenn ich mir das so durchlese, bekomme ich das Gefühl, dass sportlicher Erfolg nicht an allererster Stelle steht. Wichtiger sind andere Themen wie Digitalisierung, Infrastruktur etc
Ich bewerte das jetzt gar nicht.
Interessant finde ich den Kommentar von @9
'Zur Erinnerung, als Freddy Bobic hier angefangen hat, hatte er 2,5 oder 3,5 Mio für Neuverpflichtungen. Heutzutage reden wir davon 90 Mio einzunehmen und dan 50-60 Mio auszugeben.'
Ich denke, du meinst die Saison 16/17, da gaben wir roundabout 3,5 Mio für Neuzugänge aus, verkauften aber auch für 12 Mio Spieler. Das bedeutet effektiv, dass Bobic damals -8,5 Mio€ für Neuzugänge hatte und Krösche jetzt -30 bis -50 Mio€ für Neuzugänge hat. Es stimmt, das der Wert des Kaders angestiegen ist und das lässt Hellmann gut schlafen.
Wir sind praktisch zu einer Fabrik geworden, die etwas produziert (bessere Spieler) und die dann auf dem Markt verkauft. Wenn wir nicht verkaufen, gehen wir pleite. Das ist das System.
Alles okay, finde ich. Das Einzige, was mir sauer aufstößt, ist der Kommentar von Hellmann, dass die Eintracht trotz laufender Verträge und obwohl die Spieler keine Ausstiegsklauseln haben keine Entscheidungskraft darüber hat, wann ein Spieler den Verein verlässt. Rein theoretisch kann einer jetzt kommen und in nem halben Jahr gehen und der Verein 'kann nix machen'. Und das verwundert mich dann doch bei der ganzen Strategie.
Denn es bedeutet ja, dass die Güter, die wir produzieren, weder unser Eigentum, noch unser Besitz sind, sondern grundsätzlich dem 'Markt Fußball' gehören.
Es gibt in diesem System, was wir spielen, einige grundlegende Fehler und diese Saison zahlten wir die Rechnung dafür. Ob es in der nächsten Saison besser aussieht, steht in den Sternen. Eins ist sicher: Identifikation ist in diesem System nicht möglich und sollte dementsprechend von den Fans auch nicht mehr erwartet werden. Weder von den Spielern, noch von den Angestellten. Alle gehören dem Fußballmarkt, nicht der SGE. Das hat Hellmann sehr deutlich gemacht.
Problematisch finde ich Hellmanns Aussage:
'Das Modell ist für uns ohne Alternative.' (alternativlos, wir kennen es aus der Politik)
Und ein weiterer Kommentar:
'Es wird immer so getan, als ob wir nach einem Jahr die Spieler ganz bewusst auf den Markt werfen, um sie zu kapitalisieren.
Die Wahrheit ist andersrum:
Mit den Spielern ist stets ein Karriereplan über mehrere Jahre verabredet. Aber was machst du, wenn der Spieler unfassbar erfolgreich ist und auf einmal kommt ein englischer Topclub und bietet das 7,5-fache des Nettogehalts? Sollen wir dem Spieler dann sagen: 'Das ist die Chance deines Lebens, aber wir habens anders verabredet. Du bleibst drei Jahre.' Ihr habt eine falsche Vorstellung davon, wie das Thema funktioniert. Das ist nicht, wie gelegentlich geschrieben wird, ein Aktienportfolio, wo wir dann sagen: Also das Ding, das phasen wir nach einem Jahr aus dem Portfolio raus...oder der Spieler. So ist es nicht. Sondern es ist so, dass es in der Regel einen über fünf Jahre verabredeten Plan, der den Zenit bei uns nach drei oder möglicherweise vier Jahren sieht...je nachdem welches Leistungspotenzial du hast. Und dann aber, wenn wir merken, dass der Markt aufgeht, müssen wir es klug machen. Wenn wir merken, der Spieler hat ganz schnell einen Markt mit Gehaltszahlungen, die wir nicht mitgehen können, dann wären wir total blöd, wenn wir den Markt nicht aufmachen würden, um das optimale Transferergebnis zu erzielen.
Aber die Seite beginnt andersrum: sie beginnt nicht mit der Tatsache, dass wir von vornerein sagen, dass wir einen Spieler nach einem Jahr wieder abgeben wollen..das habe ich bei keinem einzigen Spieler in der Debatte bei uns erlebt..obwohl wir Einige nach einem Jahr wieder erfolgreich abgegeben haben. Aber da war das Umfeld so. Und du siehst natürlich auch bei Willian Pacho bspw den hätte ich gern hier fünf Jahre gehabt, aber der spielt jetzt beim zweimaligen CL-Sieger, und das übrigens ziemlich erfolgreich..der verliert ja gar keinen Zweikampf. Hätten wir dem sagen sollen: die Chance geben wir ihm nicht nach nur einem Jahr? Das ist unmöglich. Und das ist etwas, was verstanden werden muss. Dass wir den Weg in junge Spieler, von denen wir glauben, dass sie den Schritt zu einem größeren Club aufgrund ihres Potenzials schaffen können. Aber wir können den Zeitrahmen nicht beeinflussen. Wir haben ja auch durchaus Spieler, bei denen der Weg länger gedauert hat...den wir nicht nach einem Jahr auf den Markt gebracht haben..obwohl es Offerten gab..ihr wisst von wem ich spreche. Das ist nicht unser Ansatz, um in eine von vornerein angedachte Wertschöpfung zu gehen. Richtig ist, das wir ab und zu Wertschöpfung betreiben. müssen, damit das gesamte Modell auch tragfähig ist..aber da gibt es in der BL außer 2-3 Clubs keinen, der nicht so vorgeht wie wir. Wir tun es halt mit höheren Summen, aber auch mit annähernd 400 Mio€ Spielerwerten, die wir nicht in der Bilanz haben..die wir aber im Kader haben. Und deswegen schlaf ich auch so ruhig..weil ich weiß: das wird nicht unser Problem sein. Unser Problem liegt in der Frage: mit welcher Griffigkeit betreiben wir unser Geschäftsmodell auf dem Platz, im Sport, im Doing, im Alltag? Diese Thematik müssen wir abstellen, weil sie am Ende dazu führen wird, wenn wir die Seite nicht zu machen, dass das andere Modell dauerhaft nicht tragfähig funktionieren kann.'
So, verstanden? Bzgl des Zeitpunktes wann die SGE Spieler auf den Markt wirft, widerspricht er sich selbst. Es wirkt auf mich ehrlichgesagt, als hätten wir mit Fußball nicht wirklich was zu tun. Es geht hier nur um Zahlen.
Vieles versteh ich ja und ist auch nachvollziehbar. Und trotzdem muss man nicht jeden Spieler abgeben, weil Spieler eben auch einen sportlichen Wert für den Verein haben. Das mit den sportlichen Werten hat das Management des VfB schlichtweg besser verstanden als das Management der SGE. Dementsprechend ist der eine Verein außerordentlich erfolgreich..während wir mit 'Spielerentwickler-Trainern' zwar Geld machen, aber weniger Erfolg haben.
Ein erfolgreicher Trainer (Glasner) geht diesen Weg nicht lange mit, weil er eben sportlichen Erfolg haben will. Und Erfolg geht nicht mal eben über eine Saison, sondern baut sich innerhalb einer Mannschaft über Jahre auf. Natürlich kann man bestimmte Topstars nicht ewig halten, aber man muss sie eben auch nicht nach einem Jahr wieder abgeben. Pacho ist doch das beste Beispiel. Auch der wurde abgegeben, weil es für die anderen Spieler keinen Markt gab. Und Leute, wo würden wir denn jetzt stehen, wenn wir Pacho gehalten hätten. Und den hätten wir natürlich auch halten können. Doch der wurde von der SGE freiwillig auf den Markt geworfen..weil es innerhalb des Vereins an sportlicher Kompetenz mangelte..der Kompetenz zu erkennen, dass das ein Spieler ist, der den Verein über Jahre besser macht. Uns gelingt es ja nicht mal, Defensivspieler (die wesentlich weniger verdienen..Pacho verdient bei PSG weniger, als Koch bei uns!!) zu halten.
Quelle zum Pacho-Gehalt hier: https://tribuna.com/de/blogs/das-ist-eine-katastrophe-psgfans-schockiert-uber-die-gehalte/
Pacho ist echt das beste Beispiel dafür, warum unser System eben nicht langfristig funktioniert. Stuttgart hätte den NIE abgegeben. Aber wir geben ihn ab, weil wir das schnelle Geld wittern. Das zeigen doch schon die ganzen Preisschilder..das Ganze ist nicht seriös.
Sei mir bitte nicht böse, aber das ist dann doch zu eindimensional gerechnet. Durch die wegfallenden Prämien wird sicherlich nicht 50 Mio. eingespart. Daneben fallen auch die Erträge aus Prämien und TV-Gelder sowie Stadioneinnahmen aus der Champions League weg. Die „Ausverkauf“ der nicht gesetzten Spieler wird nicht einfach, da sie langfristige Verträge haben und keine Gehaltseinbußen hinnehmen möchten. Daneben werden wir keine Transfererlöse in der benötigten Größenordnung generieren. Das geht nur über die Veräußerung von Leistungsträger wie Brown, Uzun und Bahoya, was uns dann die Qualität der Mannschaft erheblich verringern wird.
Wenn wir nicht anderweitig finanzielle Mittel generieren wie über den Verkauf von Anteilen an einen Investor oder eine erhebliche Kapitalerhöhung, dann ist der „Ausverkauf“ der zuvor genannten „Leistungsträger“ unausweichlich.
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