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Sebastian Rode hofft auf einen SGE-Sieg gegen Mainz. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Rode vor Mainz-Duell: „Tippe auf 2:1 für die Eintracht“

Der Saisonstart von Eintracht Frankfurt ist missglückt. Nach dem 3:3 bei Union Berlin und der deutlichen 1:4-Heimniederlage gegen den FC Augsburg steht die Mannschaft von Trainer Adi Hütter nach zwei Bundesliga-Spieltagen mit lediglich einem Punkt da. Vor allem die Art und Weise, wie die SGE in beiden Partien nach Rückschlägen die Kontrolle verlor, sorgt für Diskussionen. Ex-Eintracht-Kapitän Sebastian Rode sieht genau darin momentan das größte Problem. Beim Eintracht-Talk von Kult-Comedian Henni Nachtsheim in der Frankfurter „Käs“ sprach der ehemalige Mittelfeldspieler über die fehlende Widerstandsfähigkeit, seinen früheren Trainer Hütter, eine mögliche Rückkehr zur Dreierkette und darüber, was es nun im Rhein-Main-Duell beim 1. FSV Mainz 05 braucht.

Dass bei der Eintracht grundsätzlich genügend Qualität vorhanden ist, um erfolgreichen Fußball zu spielen, steht für Rode außer Frage. Als Beleg dafür dient ihm ausgerechnet die erste Halbzeit der deutlichen Niederlage gegen Augsburg. Vor der Pause hatte Frankfurt das Geschehen weitgehend unter Kontrolle, führte mit 1:0 und ließ defensiv kaum etwas zu. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild jedoch komplett. „Ganz klar, das, was sie in der ersten Halbzeit gegen Augsburg gezeigt haben, gilt es über 90 Minuten so zu spielen“, forderte Rode. Das Problem sieht der 35-Jährige weniger in der grundsätzlichen Spielanlage als im Umgang mit schwierigen Situationen: „Das, was aktuell am meisten fehlt, ist eine gewisse Widerstandsfähigkeit, um mit Rückschlägen umgehen zu können.“

Rode sieht Parallelen zwischen Union und Augsburg

Damit spricht Rode einen Punkt an, der sich durch die ersten beiden Bundesligapartien zieht. Bei Union Berlin verspielte die Eintracht eine zwischenzeitliche 3:1-Führung und musste sich letztlich mit einem 3:3 begnügen. Gegen Augsburg genügte dann der schnelle Ausgleich unmittelbar nach der Pause, um die zuvor so dominante SGE aus dem Konzept zu bringen. Wenig später fiel das 1:2, anschließend fand Frankfurt nicht mehr zurück zu seinem Spiel. Die Reaktion auf Widerstände wird damit früh in der Saison zu einer der wichtigsten Aufgaben für Hütter und seine Mannschaft. Eine neu formierte Elf wird nicht verhindern können, dass während einer Partie Fehler passieren oder ein Gegner eine starke Phase entwickelt. Entscheidend ist vielmehr, wie sie darauf reagiert. Genau dort fehlt der Eintracht nach Ansicht Rodes derzeit noch die notwendige Stabilität.

Grundsätzlich sieht der frühere Kapitän allerdings keinen Anlass, die bisherigen Ansätze komplett infrage zu stellen. Ganz im Gegenteil: „Ansonsten macht mir diese erste Halbzeit viel Mut. Darauf müssen sie aufbauen und dürfen nicht an sich zweifeln.“ Für Rode geht es demnach weniger darum, einen völlig neuen Ansatz zu finden, sondern die bereits sichtbaren positiven Elemente konstant abzurufen.

Hütters Fußball: Intensiv, aber keine „Überdinge“

Wie Hütter eine Mannschaft entwickeln möchte, weiß Rode aus eigener Erfahrung. Beide arbeiteten bereits während der ersten Amtszeit des Österreichers in Frankfurt zusammen. Der ehemalige Mittelfeldspieler kennt daher auch die körperlichen und taktischen Anforderungen, die der 56-Jährige an seine Spieler stellt. Rode bezeichnet Hütter rückblickend als den intensivsten Trainer seiner Karriere. Dabei gehe es allerdings keineswegs um komplizierte oder überzogene Forderungen: „Alles aber auch mit Sinn und Verstand. Adi verlangt keine Überdinge.“ Vielmehr seien es grundlegende Dinge, die für Hütters Fußball entscheidend sind: gegenseitige Unterstützung, Laufbereitschaft und die Bereitschaft, füreinander zu arbeiten.

Gerade deshalb sieht Rode trotz des ernüchternden Ergebnisses gegen Augsburg auch Fortschritte: „Es sind die einfachen Basics, sich zu unterstützen und füreinander da zu sein. Davon habe ich gegen Augsburg schon viel gesehen.“ Die Herausforderung besteht nun darin, diese Tugenden nicht nur in einer dominanten Phase zu zeigen. Besonders nach Gegentoren oder in engen Spielen muss die Mannschaft beweisen, dass sie Hütters Anforderungen auch unter Druck erfüllen kann.

Wiederholt Hütter seinen Kniff von 2018?

Neben der Mentalität könnte in den kommenden Wochen auch das Spielsystem verstärkt in den Mittelpunkt rücken. Hütter startete bislang mit einer Viererkette in die Saison. Angesichts der sieben Gegentreffer in den ersten beiden Ligaspielen stellt sich jedoch die Frage, ob der Österreicher seine Defensive künftig anders aufstellen könnte.

Für Rode wäre eine Umstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette keine Überraschung. Schließlich hat er einen ähnlichen Prozess unter Hütter bereits selbst erlebt. Bei dessen erster Amtszeit in Frankfurt begann die Eintracht 2018 ebenfalls mit einer Viererkette, ehe der Trainer sein System veränderte.

„Ich kann mir schon vorstellen, dass Adi zur Dreierkette wechselt“, erklärte Rode. Die Parallele zur damaligen Situation sei durchaus vorhanden. Allerdings bedeutet die erfolgreiche Vergangenheit nicht automatisch, dass eine solche Veränderung auch mit dem heutigen Kader denselben Effekt hätte: „Es wird spannend zu sehen sein, ob die Mannschaft heute das genauso umsetzen kann wie damals.“

Die Ausgangslage ist ohnehin eine andere. Hütter arbeitet mit einem stark veränderten und deutlich jüngeren Kader. Viele Abläufe müssen sich erst entwickeln, gerade in der Defensive fehlt nach zahlreichen Abgängen noch die Abstimmung. Ob eine zusätzliche Absicherung durch einen dritten Innenverteidiger helfen könnte oder ein erneuter Systemwechsel den Findungsprozess zunächst sogar erschweren würde, dürfte Hütter genau abwägen.

In Mainz darf es auch einmal „dreckig“ werden

Unabhängig von der taktischen Formation erwartet Rode am Samstag eine andere Eigenschaft von seiner ehemaligen Mannschaft: Härte. Das Rhein-Main-Duell in Mainz dürfte kaum der Ort sein, an dem die Eintracht ausschließlich mit spielerischer Leichtigkeit zum Erfolg kommt. Nach dem schwierigen Saisonstart könnte deshalb genau jene Mentalität gefragt sein, für die Rode während seiner aktiven Karriere selbst stand. Dabei gehe es nicht darum, sich zu verstellen. „Du musst immer authentisch bleiben. Klar, du musst auch mal dreckig spielen“, erklärte der ehemalige Kapitän. Gerade in engen Schlussphasen müsse eine Mannschaft zeigen, dass sie einen Erfolg unbedingt über die Zeit bringen will.

Das betrifft insbesondere Situationen, in denen die SGE selbst in Führung liegt. Sowohl bei Union als auch gegen Augsburg gelang es Frankfurt nicht, einen Vorsprung in einen Sieg umzumünzen. Rode fordert deshalb, einen solchen Vorteil künftig mit größerer Konsequenz zu verteidigen: „Besonders wenn du vielleicht führst, dass du dann auch mit aller Härte verteidigen willst.“ Genau diese Haltung könnte in Mainz zum entscheidenden Faktor werden. Nach nur einem Punkt und sieben Gegentoren steht die Eintracht zwar noch ganz am Anfang der Saison, ein weiteres negatives Ergebnis würde die Unruhe rund um den großen Frankfurter Umbruch aber zwangsläufig vergrößern.

Rode glaubt an den Turnaround

Rode sieht darin gleichzeitig eine Chance. Die Erwartungen vor dem Auswärtsspiel seien nach dem bisherigen Saisonstart niedrig. Umso größer könnte die Wirkung eines Erfolges ausfallen. „Dann kann das gerade in Mainz, wo jeder Eintracht-Fan eh schon die Punkte abgeschrieben hat, ein Turnaround sein.“ Der frühere SGE-Kapitän selbst hat die drei Punkte jedenfalls noch längst nicht abgeschrieben. Sein Tipp fällt optimistisch aus: „Ich tippe 2:1 für die Eintracht.“

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2 Kommentare

Avatar 1. DeutzSGE 12. September 26, 13:59 Uhr

Den Tipp würde ich auch gerne machen, allein mir fehlt der Glaube, dass es bein nur einem Gegentor bleibt...machen wir uns nix vor, "dreckig" kann die Mannschaft einfach nicht spielen, und ich glaube leider , dass wir in Mainz total untergehen werden...

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Fallback Avatar 2. mainesge 12. September 26, 14:06 Uhr Zitat - DeutzSGE Den Tipp würde ich auch gerne machen, allein mir fehlt der Glaube, dass es bein nur einem Gegentor bleibt...machen wir uns nix vor, "dreckig" kann die Mannschaft einfach nicht spielen, und ich glaube leider , dass wir in Mainz total untergehen werden... Path

Das glaube ich ehrlich gesagt auch, deshalb gewinnen wir heute 😊

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