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Der "Jubel" von Burkardt nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Foto: IMAGO / HMB-Media

SGE-Stürmer Burkardt über Mainzer Pfiffe: „Das hatte ich schon erwartet“

Für Jonathan Burkardt war der erste Sieg der Eintracht in dieser Saison gegen den FSV Mainz 05 (3:1 aus Eintracht-Sicht) ein ganz besonderer. Nicht nur waren die ersten drei Punkte der Spielzeit extrem wichtig für die SGE und die gesamte Stimmung im Team, auch gewannen die Hessen gegen Burkardts Ex-Verein, bei dem er 144 Pflichtspiele bestritt.

„Ich hatte hier eine tolle Zeit“

Aber nicht nur das, Burkardt machte zudem noch ein richtig gutes Spiel im Eintracht-Trikot. Er legte das erste Tor von Can Uzun auf und erhöhte auf 2:0, während Schiedsrichter Felix Zwayer schon Luft geholt hatte, um zum Pausentee zu pfeifen. Bei beiden Aktionen verzog der Stürmer keine Miene. Weder gestikulierte er entschuldigend in Richtung des Mainzer Anhangs, noch feierte er seine Scorer. Er reagierte im Grunde gar nicht darauf. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte der 26-Jährige sein Verhalten: „Die Entscheidung ist mir nicht schwergefallen. Ich hatte hier eine tolle Zeit. Außerdem habe ich hier viel Wertschätzung erfahren und wurde extrem unterstützt von Mainz 05. Deswegen wusste ich, dass ich nicht gegen Mainz jubeln werde.“ Das werde er im Übrigen auch künftig nicht tun, stellte er klar. Mit weitaus weniger Respekt behandelten Teile der Mainzer Fankurve ihren Ex-Liebling. Der Stürmer wurde konsequent bei jeder Ballberührung ausgepfiffen, nach seinen Toraktionen auch lautstark beschimpft. Für Burkardt allerdings keine Überraschung, wie er klarmachte: „Ja, ich hatte das schon so erwartet“, gab sich Burkardt abgeklärt, der sein zweites Saisontor in der Bundesliga erzielte.

Burkardt lässt sich von Pfiffen nicht aus der Fassung bringen

Bei weitem nicht alle Mainzer bedachten „Johnny“ mit Schimpf und Schande. Bei der Auswechslung des Stürmers in der 74. Spielminute applaudierten sogar einige Mainzer. Diese Reaktion ist auch damit zu erklären, dass Burkardt sich bei seinem Wechsel zur Eintracht durchaus loyal und fair verhielt. Als die SGE im Sommer 2023 schon Interesse an dem Stürmer zeigte und ihn ablösefrei hätte verpflichten können, verlängerte Burkardt stattdessen seinen Vertrag, damit sein Ausbildungsverein nicht ohne Ablöse auskommen musste. Bei seinem Wechsel zur Eintracht im vergangenen Sommer dann zollte die Mainzer Vereinsführung den Respekt zurück an den Spieler und ließ ihn für eine vergleichsweise niedrige Ablösesumme nach Frankfurt ziehen. Dass man sich mit einem Vereinswechsel nicht nur Freunde macht, weiß der abgeklärte und bodenständige Burkardt selbstverständlich: „Es sind immer irgendwie gemischte Gefühle. Die einen sagen so, die anderen so. Und ja, ich nehme es niemandem übel. Da soll jeder machen, was er denkt. Das beeinflusst mich nicht groß. Ich freue mich natürlich, wenn ich Wertschätzung bekomme für das, was ich hier geleistet habe. Wenn das jemand anders sieht, dann ist das so.“ Ändern könne er es ohnehin nicht, fügte er noch hinzu.

„Für mich persönlich sehr, sehr wichtig“

Nach dem Abpfiff hatte sich Burkardt vor den „Sky“-Mikrofonen überaus erleichtert und erfreut gezeigt über die erbeuteten drei Punkte. Er machte klar, dass er eine Mitschuld daran gehabt hätte, dass die SGE zuletzt häufig einbrach in Halbzeit zwei. „Da nimmst du dir als Führungsspieler noch mehr vor, voranzugehen und zu helfen, die Konstanz aufrecht zu erhalten. Deswegen war der Sieg heute auch für mich persönlich sehr, sehr wichtig“, sagte er. Fakt ist: Mit seinem Tor und der Vorlage war er mehr als maßgeblich daran beteiligt, dass ein kompletter Fehlstart in die Saison abgewendet wurde. Auf Burkardt und die anderen Führungsspieler wird es auch in den kommenden Wochen ankommen, wenn die Eintracht an die guten Leistungen in Mainz anknüpfen und endgültig zurück in die Erfolgsspur zurückkehren will.

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