Eintracht Frankfurt hat beim 3:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach nicht nur drei Punkte eingefahren, sondern vor allem eines zurückgewonnen: Stabilität. In einer Phase, in der defensive Unsicherheiten und mentale Fragilität das Bild bestimmten, zeigte die Mannschaft von Trainer Albert Riera eine reife, disziplinierte und zugleich effiziente Leistung.
Auf dem Spielberichtsbogen agierte die SGE in einem 4-1-4-1-System mit Hugo Larsson als alleinigem Sechser und Arnaud Kalimuendo als zentralem Stürmer. Doch wie schon in den Vorwochen zeigte sich die Eintracht im Spiel äußerst variabel.
Bei gegnerischem Ballbesitz formierte sich Frankfurt häufig in einer Fünferkette, phasenweise sogar mit sechs klar defensiv orientierten Spielern. Diese abwartende Grundhaltung sorgte dafür, dass Gladbach offensiv kaum Durchschlagskraft entwickeln konnte. Die SGE hatte meist einen Spieler mehr in letzter Linie, wodurch selbst kleinere individuelle Patzer sofort ausgebügelt werden konnten – eine klare Reaktion auf die vielen kleinen persönlichen Fehler der letzten Wochen.
Diese konservative Herangehensweise steht im Kontrast zu dem offensiven, kontrollierten Ansatz, den Riera bei seiner Vorstellung angekündigt hatte. Doch aktuell scheint genau dieser pragmatische Weg der richtige zu sein: Sicherheit vor Risiko, Stabilität vor Spektakel.
Auffällig war auch die mentale Widerstandsfähigkeit. Die verletzungsbedingten Auswechslungen von Kalimuendo und Rasmus Kristensen brachten die Mannschaft nicht aus dem Konzept. Noch vor wenigen Wochen hätten solche Einschnitte das Spiel kippen lassen können. Gegen Gladbach blieb die Struktur erhalten – ein Zeichen wachsender Stabilität. Ein besonderes Augenmerk galt an diesem Abend auch Kauã Santos. Der Brasilianer war in den vergangenen Wochen – auch auf dieser Seite – immer wieder kritisch betrachtet worden, zeigte gegen Gladbach jedoch eine abgeklärte und insgesamt sehr souveräne Leistung. Seine Strafraumbeherrschung wirkte sicherer, die Abstimmung mit der Abwehr deutlich verbessert. Besonders eine starke Parade in der zweiten Halbzeit, mit der er die Null festhielt, unterstrich seinen positiven Auftritt. Die anschließenden Abklatscher der Mitspieler waren mehr als nur eine Geste – sie wirkten wie ein sichtbares Zeichen des gewachsenen Vertrauens. Dieses Spiel, die weiße Weste und die spürbare Rückendeckung der Mannschaft dürften dem Selbstvertrauen des Keepers enorm guttun.
Tempo über die Außen als Schlüssel – Effizienz statt Chancenwucher
Offensiv profitierte die Eintracht vor allem von Tempo und Flexibilität. Die Flügelspieler Jean-Mattéo Bahoya und Ayoube Amaimouni-Echghouyab brachten permanent Schwung in die Partie. Unterstützt wurden sie situativ von weit aufrückenden Außenverteidigern.
Auch innerhalb der Formation zeigte sich große Variabilität. Ritsu Doan interpretierte seine Rolle zentraler als zuletzt auf dem Flügel, während Nathaniel Brown sich im Spielaufbau phasenweise als Achter einband, wenn er nicht weit vorschob. Diese Beweglichkeit schuf zusätzliche Anspielstationen und half, Überzahlsituationen auf den Außenbahnen zu kreieren.
Genau diese Überladungen führten zu den ersten beiden Treffern. Sowohl beim 1:0 als auch beim 2:0 stellte die SGE personell mindestens Gleichstand, oft sogar Überzahl auf einer Seite her – und spielte dann das, was man in Frankfurt zuletzt so selten sah: sauberes, schnelles Kombinationsspiel. Beim 1:0 funktionierte insbesondere das Zusammenspiel zwischen Bahoya und Brown hervorragend. Brown krönte seine starke Leistung mit einem überlegten Abschluss. Das 2:0 entstand erneut über eine dynamische Überlagerung, bei der Amaimouni-Echghouyab mit viel Selbstvertrauen abschloss – leicht abgefälscht, aber dennoch sehenswert. Bemerkenswert war dabei die Effizienz: Frankfurt brauchte dieses Mal nicht viele Chancen, um Tore zu erzielen.
Defensive Kontrolle bis zum Schluss
Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Stabilität erhalten. Gladbach fand kaum Lösungen gegen die tief stehende, kompakte Eintracht. Die Abstände zwischen den Ketten stimmten, das Zentrum war geschlossen, und Konterabsicherung war stets vorhanden.
Das 3:0 resultierte schließlich aus einem individuellen Fehler in der Gladbacher Defensive. Ansgar Knauff setzte entschlossen nach, blieb cool und schob sicher ein. In der Folge hätte die SGE das Ergebnis sogar noch höher gestalten können, Knauff scheiterte jedoch am stark reagierenden Gladbacher Keeper.
Fazit
Der 3:0-Erfolg war weniger ein spektakuläres Offensivfeuerwerk als vielmehr ein Ausdruck neu gewonnener Balance. Die Eintracht verteidigte diszipliniert, spielte situativ schnell und zielgerichtet nach vorne und zeigte mentale Stabilität bei kleineren Rückschlägen.
Albert Riera scheint aktuell den pragmatischen Weg gewählt zu haben – und dieser zahlt sich aus. Sicherheit erzeugt Selbstvertrauen, Selbstvertrauen erzeugt Mut. Gegen Gladbach war deutlich zu erkennen: Diese Eintracht wirkt gefestigter. Und genau das war die Grundlage für einen überzeugenden Heimsieg.






20 Kommentare
Unser Kaua Santos steht in der Kicker-Elf des Spieltages ! Herzlichen Glückwunsch Kaua!
Zeit, vielleicht einmal nicht ständig an ihm herum zu nörgeln.
Das Trainer-Team braucht ihm nur noch ein paar Dinge beizubringen:
- Wann laufe ich NICHT heraus aus dem Kasten.
- Ich bin ein mega-langer Typ, die Chance den Ball unter mir durchzuschieben ist also riesengroß, da ich mehr Zeit brauche, auf die Grasnarbe zu kommen.
- Den Ball nicht abwerfen, wenn der Gegner zu nahe ist.
- Mit den Verteidigern schreien beim Herauslaufen, statt über sie zu fallen.
Das wars, alles andere passt. Der Mann wird uns noch sehr gute Dienste tun.
"Ich habe fertig."
„ Zeit, vielleicht einmal nicht ständig an ihm herum zu nörgeln.“
Ich würde die Kirche im Dorf lassen. Er hat eine Leistung gezeigt, die man von einem (guten) Bundesliga-Torwart erwarten muss. Hinzu kamen 2-3 tolle Flugeinlagen und ein Score-Punkt (der hat ihn ggf. In die 11 des Spieltags gebracht).
Genauso wie man einen Spieler allgemein nach einem Spiel nicht abschreiben sollte, sollte man auch nach einem Spiel nicht in Lobesarien verfallen. Die spektakulären Dinge waren bisher nie sein Problem, er muss, wie du auch schon geschrieben hast, eher an seinen Basics arbeiten, denn die sind im Zweifel entscheidend und fallen ihm auf die Füße. Ich glaube, man verzeiht ihm eher einen Ball den er nicht aus dem Winkel gefischt hat, als ein Tor, welches es durch einen Fehlpass eingeleitet hat.
Zur Effizienz mal eine Statistik (ist leider nicht so leicht zu lesen, weil der Editor hier Tabellen nicht kann):
Mit 44 erzielten Toren bei einem kumulierten Expected-Goals-Wert (xG) von nur ca. 29,6 übertrifft die Frankfurter Offensive die statistische Erwartung massiv.
Spieltag,Gegner,Ergebnis,Tore (SGE),xG-Wert (SGE)
1,Werder Bremen (H),4:1,4,"2,15"
2,TSG Hoffenheim (A),1:3,3,"1,85"
3,Bayer Leverkusen (A),3:1,1,"1,12"
4,Union Berlin (H),3:4,3,"2,04"
5,Bor. M'gladbach (A),4:6,6,"2,85"
6,Bayern München (H),0:3,0,"0,74"
7,SC Freiburg (A),2:2,2,"1,48"
8,FC St. Pauli (H),2:0,2,"1,92"
9,1. FC Heidenheim (A),1:1,1,"1,21"
10,1. FSV Mainz 05 (H),1:0,1,"1,56"
11,1. FC Köln (A),3:4,4,"1,78"
12,VfL Wolfsburg (H),1:1,1,"1,35"
13,RB Leipzig (A),6:0,0,"0,58"
14,FC Augsburg (H),1:0,1,"1,42"
15,Hamburger SV (A),1:1,1,"0,98"
16,Borussia Dortmund (H),3:3,3,"1,65"
17,VfB Stuttgart (A),3:2,2,"1,24"
18,Werder Bremen (A),3:3,3,"1,88"
19,TSG Hoffenheim (H),1:3,1,"1,45"
20,Bayer Leverkusen (H),1:3,1,"1,10"
21,Union Berlin (A),1:1,1,"0,14"
22,Bor. M'gladbach (H),3:0,3,"1,16"
Ich wundere mich etwas über den Satz im Artikel: "Bemerkenswert war dabei die Effizienz: Frankfurt brauchte dieses Mal nicht viele Chancen, um Tore zu erzielen." Das ist nämlich schon die ganze Saison so. Wenn man auf ganze Zahlen rundet, sind es gerade mal drei Spiele, wo wir den xG-Wert unterschritten haben (und zwei davon die Klatschen gegen Bayern und die Bullerei, wo ein Tor auch keinen Unterschied gemacht hätte). Der Eindruck des "Chancenwuchers" scheint mir doch eher subjektiv zu sein. Auch 44 Tore nach 22 Spieltagen (Platz 4 in der Liga, 2 Tore pro Spiel im Schnitt) zeigen mir, dass es offensiv die ganze Saison schon nicht schlecht läuft (was die Ausbeute angeht). Dass man auch offensiv besser spielen kann, bleibt unbenommen.
Im Kicker haben sie wohl Drogen genommen ? Aber es sind letztes WE viele Tore gefallen, da waren andere Torhüter wohl nicht so im Fokus.
Die Paraden die er gebracht hat, sind von einem Bundesligaspieler einfach zu erwarten, der Ball war immer lange genug in der Luft um sich darauf einzustellen. Auf der Linie ist er im allgemeinen auch nicht so schlecht, wobei der Elfer vorletztes WE hätte gehalten werden müssen.
Aber im rauslaufen und vor allem 5er, das muss immer sein Ball sein, das war es auch dieses mal nicht, es ging nur gut für ihn aus, da unsere Abwehr besser funktioniert hat und Gladbach einfach zu schwach war am 2. Ball.
Samstag darf er sich warscheinlich gegen die Bayern bewehren, das wird eine andere Nummer, da darf er nicht am Ball vorbei springen oder einen Ball nach vorne zum Gegner fausten, der ist dann nämlich drinnen.
Vor lauter Freude über den 3:0 Sieg wird hier diesmal gar nichts über die Frauen vermeldet, die haben 4:1 in Jena gewonnen und Geraldine hat alleine 3 Tore erzielt. Zu Santos' Leistung kann ich nur sagen, solide ohne Gegentor-dennoch halte ich mich immer die Luft an, wenn sich ihm ein Ball nähert. Es wirkt einfach tapsig und zu wenig abgeklärt. Darum hoffe ich, dass er mehr und mehr Selbstbewusstsein bekommt und die Sicherheit wächst. Ich habe mir die Wiederholung auf Eintracht TV nochmal angesehen, es sieht so als würde Rasmus getroffen, aber direkten Kontakt vom Gegenspieler sieht man nicht. Die blutende Wunde am Knie war wohl schon vorher, weil es ja das Sprunggelenk was abbekommen hat.
Gruß SCOPE
Ich könnte mir vorstellen, die Mannschaft hat die klare Anweisung bekommen, nicht mehr so oft zum Torwart zurückzuspielen.
Und der Torwart hat die Anweisung bekommen, den Ball lieber weit wegzublasen als mit einem Kurzpass ein Risiko einzugehen.
Daß dadurch sogar ein Assist entsteht, ist dann die Krönung.
Zur Wahrheit bezüglich Glück/Pech beim Abschluss gehört aber auch, dass unsere Gegner über die Saison gesehen deutlich mehr Tore gegen uns geschossen haben, als es der xG vermuten würde.
Jetzt sind wir in einer neuen Situation, aber zur Zeit unter Toppmöller lässt sich sicherlich resümieren, dass die Offensive nicht so gut war, wie es die geschossenen Tore vermuten lassen, die Defensive aber auch nicht so schlecht, wie sie immer gemacht wurde.
Sehr gute Analyse! Alles perfekt wiedergegeben.
Warum soll man seine Leistung klein reden?
Kaua hat ein super Spiel gemacht und die Auszeichnung ist wichtig für den Aufbau seines Selbstvertrauen!
In diesem Sinne. Top Kaua, weiter so!
Spielbericht kommt :)
Danke dir für die Auflistung. Mir ging es aber nicht nur um die Effizienz im Abschluss, sondern auch in der Art und Weise, wie Angriffe gespielt werden, welche Art und Weise gewählt wird, um nur in die offensiven Bereiche zu kommen. Hier fand ich die SGE in den letzten Wochen sehr umständig, behäbig, ideenlos. Am Samstag hat man hier die besseren Entscheidungen getroffen. Schreibe ich das nächste Mal genauer dazu.
Unsere Aussenstürmer können noch sehr viel effizienter werden.
Amaimouni ist ein Naturtalent und noch besser freigespielt werden.
Doppelpass und Hinterlaufen kann ihn näher zum Tor bringen.
Sein großes Plus ist jetzt schon, dass der Gegner nie weiß, geht er
aussen oder innen vorbei. Die entsprechenden Täuschungen kann
er aber noch verfeinern.
Bahoya kommt selten am Gegner vorbei, weil er den Ball zu offen
führt. Er sollte seine Geschwindigkeit anders einsetzen und erst
einen Bogen in den freien Raum laufen und dann mit Tempo in die
Lücken starten, wie es zB. Sane mit Erfolg macht.
Ich denke aber Riera wird beide schnell besser machen.
Sagen wir es mal so, wir sind eigentlich nur wegen der individuellen Klasse unserer Offensivabteilung dort gelandet wo wir sind (und damit sind wird ja nicht 100% zufrieden) Das ganze hat dann massiv angefangen zu bröckeln als die Gegner das gecheckt haben und als sich dann auch immer mal der ein oder andere offensive (insbesondere Uzun, JB) verletzt hat. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, aber schön dass sich das zumindest ins positive u wenden scheint.
Zu Santos: Der Kerl wurde nach schwerer Verletzung zu früh reingeschmissen (ohne Not), überhöht (ohne Not) und dann eiskalt (unvernünftiger weise) abgesägt . Was das im Kopf mit jemanden macht, der grade mal 14 Profispiele gespielt hat kann man sich vorstellen. AR macht das genau richtig und baut ihn auf, damit die Nervosität erstmal abnimmt. Dann muss er natürlich mittelfristig liefern. Das traue ich ihm zu. aber jetzt erst hat er -hoffentlich- mal ein Setting, in dem er das auch kann.
@13 Adlermacht
Du hast es schon richtig beschrieben:
Ohne Selbstvertrauen gibt es keine Top Leistung.
Wer selbst schon oben gespielt und Trainiert hat, weiß, dass eine
ganz wichtige Komponente die Anerkennung durch die Kameraden
ist. Ich fand es Toll, wie unsere Jungs Santos wieder in die Arme
genommen haben. Da hat sein Herz bestimmt Sprünge vor Freude
gemacht.
Wir werden ihn noch sehr gut gebrauchen können:
Überall, auch international ist zu beobachten, dass bei Eckbällen der
Torhüter jetzt so dicht zugestellt wird, dass er sich nicht mehr bewegen
kann. Gerade in diesen Situationen hat Santos Vorteile. Er kommt
noch an Bälle, die kleinere Torhüter kaum noch abwehren können.
Größe und lange Arme kann man eben nicht lernen.
Ich würde sagen, im Gegensatz zu dir und einigen anderen ist der Kicker eben immer absolut objektiv, bewertet nüchtern die aktuelle Situation und nicht automatisch jede Ballberührung negativ, weil der Spieler früher mal Scheiße gebaut hat. Im Zweifelsfall ist es ganz sicher besser, auch mal einen Ball wegzufausten, als dass er einem entgleitet und dann der Abstauber aus einem Meter unhaltbar ist. Wann genau was das richtige Mittel ist, das ist auch ein Lernprozess, das kommt mit der Zeit.
Zu@1, naja an der Leistung zu nörgeln gab es schon viel und das auch zu Recht. Was in meinen Augen überhaupt nicht geht ist es, Spielern die gerade in einer schlechten Phase sind von vornherein sämtliche Befähigung abzusprechen und den Rausschmiss zu fordern. Wir Menschen sind alle keine Maschinen und wenn einfach gerade die Zuversicht fehlt, dann klappt plötzlich nichts mehr, was sonst wie von selbst geklappt hat. Es würde aber niemand einen Lehrling oder auch fertigen Mitarbeiter rausschmeißen, wenn er mal 1,2,3,4, Fliesen oder sonstwelche Werkstücke versaut hat, solange er pünktlich ist und nicht gerade die Kasse plündert, schon gar nicht, wenn einen der Rausschmiss viel Geld kosten würde. Mal davon abgesehen, dass das rational-ökonomisch null Sinn ergeben würde, Spieler aus einer dummen Laune heraus unter Wert zu verkaufen, ist so ein Abgekotze in der Anonymität des Internets einfach unter aller Sau und verachtungswürdig, wenn es dabei um Spieler der Eintracht geht, ist das noch unsäglicher. Leute die sowas machen, beschmutzen nur ihre eigenen Ehre und spucken sich quasi selbst ins Gesicht.
1.) All diese schlauen User, die hier mit überzeugter Gewissheit die Leistung von Santos bewerten, sind und bleiben Zuschauer aus der Ferne ohne Einblick in Training und mentale Verfassung des Spielers, geschweige denn in irgendwelche Absprachen und Standortbestimmungen mit dem Trainerteam.
Und genau so sind solche Meinungen auch zu bewerten.
2.) Seit mittlerweile einem Jahrzehnt arbeitet die Eintracht nach dem Prinzip, talentierte Spieler früh und günstig zu holen, um später sportlich und finanziell zu profitieren. Offenbar haben - meist wohl genau jene User - nach wie vor nicht verstanden, dass der Weg zwischen diesen Anfängen und späteren Top-Leistungen von massiven Schwankungen und Fehler geprägt ist. Es ist noch kein Weltklasse-Spieler nur durch Training, Theorie und Banksitzen zu dem geworden was er ist.
Ein Jeder von uns wird irgendwann nur noch in der Praxis besser. Das gilt nunmal auch auf Bundesliga-Niveau.
Ich wünsche Kaua sehr, dass er irgendwann dort steht, wo er hin möchte. Schon jetzt weiß ich ganz genau, welcher Leute ihm dann besonders doll zujubeln werden :)
Ich muss echt sagen, dass ich sehr positiv überrascht bin, aufgrund des Auftritts am Samstag.
Endlich 3 Punkte, das ist sowieso wichtig, da wäre mir auch egal gewesen wie.
Aber man merkt wirklich, dass Riera da einen ganz anderen Ansatz hat und auch anscheinend einen anderen Bezug zu den Jungs findet.
Dass Jupp von Anfang gespielt hat, hat mich sehr gefreut, da ich genau das ja noch gefordert habe vor dem Spiel. Jedes Spiel einen reinschmeißen und gucken, wer sich bewährt.
Dass Santos auch noch super performt, freut mich ebenfalls für den Jungen. Der musste viel, wenn auch zu Recht, einstecken und kommt jetzt hoffentlich aus seinem Formloch raus.
Dennoch muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass wir noch zu viel zulassen. Gladbach hätte da wirklich einige Tore erzielen können. Andere Teams nutzen das aus.
Götze war für mich in der ersten Halbzeit der Inbegriff eines Fremdkörpers. Habe mal explizit 10 Minuten nur auf ihn geachtet. Er läuft nicht an, läuft keine Schnittstelle zum Pass zu, hat sich kaum für nen Pass angeboten und nen Zweikampf hat er sowieso nicht geführt. Zweite Halbzeit war wesentlich besser, das muss man ihm zu Gute halten. Aber trotzdem hat er für mich so nichts in der Startelf zu suchen! Collins ne absolute Katastrophe wieder. Die beiden sind wirklich im Vergleich zum Rest des Teams ziemlich abgehängt worden.
Ich hatte aber auch das gesamte Spiel keine Angst, dass wir das Spiel verlieren könnten und das spricht absolut für alle Beteiligten. Wir haben das, spätestens nach dem 2:0, sowas von routiniert und "erwachsen" runtergespielt. Gerne so weiter!
Jetzt kommen die Bayern, aber da haben auch andere Mannschaften gezeigt, dass man mit etwas Mut etwas erreichen kann. Ich würde absolut mutig herangehen und wenn man dann nachher zerlegt wird - ja dann hat es doch sowieso jeder "Experte" erwartet. Wenn man aber wie Augsburg oder der HSV irgendwas mitnimmt, dann bekommen die Jungs richtig Selbstvertrauen!
@Kaua:
Ich denke, Riera will, dass Kaua erstmal den Fokus auf das reine Torwartspiel legen soll -> Bälle halten, Strafraumbeherrschung und den Ball sonst im Zweifel nach vorne schlagen und nicht übermäßig ins Aufbauspiel eingebunden werden.
Da es bei ihm ja weniger an den Fähigkeiten/Voraussetzungen, sondern eher dem mentalen Fokus über 90 Minuten hapert, scheint Riera hier die richtige Stellschraube gefunden zu haben.
Zu seiner Leistung:
Zu 99% war das in der Tat nur ein solides Spiel, dass man von einem Buli-Torhüter erwarten kann, aber den Ball, den er an den Pfosten lenkt, den halten selbst in der Bundesliga nur die wenigsten, weil da einfach die körperlichen Voraussetzungen fehlen.
Kaua gehört mit 1,96m zu den größten Torhüter in der Buli und hat zudem noch vergleichsweise lange Arme, also eine enorme Spannbreite.
Zwei, drei cm weniger und er kommt nicht an den Ball. Die anderen Torhüter müssten das durch Reaktionsschnelligkeit ausgleichen und da ist Kaua auch einer der besten.
Also hier so zu tun, als ob den jeder haben müsste, ist schlicht unzutreffend.
Vielen Dank für die Mühe! Finde die Statistik sehr interessant.
Das bedeutet, dass wir pro xG-Wert (1,0) 1,49 Tore schießen.
Zur Einordnung wäre interessant zu wissen, wie der Schnitt in der Bundesliga ist.
Vom Gefühl her glaube ich, dass generell eher überperfomt wird. Zahlen kenne ich aber nicht.
Haben wir auch im Angebot... Dein Gefühl ist korrekt, über alle Vereine werden mehr Tore erzielt als zu erwarten wären. Warum das so ist, kann ich mir nicht erklären. Korreliert vielleicht damit, dass in der Liga auch vergleichsweise viele Tore fallen, also die Ausrichtung generell offensiver ist.
Die Eintracht ist trotzdem auf dem geteilten dritten Platz, also im Ligenvergleich "eher effizient".
Mannschaft,xG-Wert,Erzielte Tore,Differenz
FC Bayern München,"63,7",82,"+18,3"
TSG Hoffenheim,"34,2",47,"+12,8"
Bayer 04 Leverkusen,"32,4",43,"+10,6"
Eintracht Frankfurt,"33,4",44,"+10,6"
Borussia Dortmund,"37,1",47,"+9,9"
VfB Stuttgart,"31,7",41,"+9,3"
VfL Wolfsburg,"27,2",31,"+3,8"
RB Leipzig,"39,5",42,"+2,5"
1. FC Köln,"29,1",31,"+1,9"
1. FC Union Berlin,"26,4",28,"+1,6"
SC Freiburg,"30,5",32,"+1,5"
Hamburger SV,"23,2",24,"+0,8"
FC Augsburg,"24,5",25,"+0,5"
1. FSV Mainz 05,"24,8",25,"+0,2"
FC St. Pauli,"21,4",20,"-1,4"
Borussia M'gladbach,"26,8",25,"-1,8"
Werder Bremen,"24,1",22,"-2,1"
1. FC Heidenheim,"21,2",19,"-2,2"
Ich habe mal noch auf Spielerebene genauer reingeschaut, man muss schon differenzieren: Allein Johnny Burkardt (+5,0) und Can Uzun (+ 5,4) zusammen erklären fast die komplette positive Abweichung. Auch Knauff (+5,3) und Doan (+4,2) sind äußerst effizient. Sie sind im Ligavergleich damit auch auf den Plätzen 2-5 (davor ist Harry Kane die Nummer 1).
Man könnte also sagen, dass Florian schon einen Punkt hat, gerade wenn die beiden erstgenannten aktuell nicht zur Verfügung stehen. Zeigt auch mal wieder, dass man für fast jede These eine passende Statistik findet. ;-)
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