SGE-Trainer Albert Riera polarisiert mit seiner Art bei Medien und Fans der Eintracht. Die ernüchternde 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV hat den Stand des Spaniers nicht erleichtert. Ob die Adler mit ihrem Trainer in die kommende Saison gehen werden, ist derzeit mehr als fraglich. Jedenfalls steht der Spanier nach dem letzten Eintracht-Spiel wahrscheinlich nicht zu Unrecht in der Kritik. Die Spieler stehen aber auch in der Pflicht, auf dem Platz zu liefern.
In der Sport1-Sendung „Doppelpass“ zeigte sich Ex-Fußballprofi und Adlerträger Maik Franz am Sonntag sicher, dass die Amtszeit des Trainers nicht mehr lange anhalten würde: „Er wirkt mittlerweile sehr dünnhäutig, fast schon überfordert“, beschrieb er seine Einschätzung. „Das ist gefühlt eine Nummer zu groß für ihn. Ich denke, das wird noch zwei Wochen gehen, danach wird die Geschichte vorüber sein.“ Dabei habe Franz zu Beginn noch ein gutes Gefühl bei Riera gehabt: „Anfangs habe ich über ihn gedacht: ‚Oh, cool.‘ Weil er einer ist, der kein Blatt vor den Mund nimmt.“
Brinkmann: „Es geht um die Eintracht und nicht um ihn persönlich“
Nach dem Spiel gegen den HSV gab mit Ex-Adlerträger Ansgar-Brinkmann ein weiterer Ex-Eintracht-Profi seine Meinung zur aktuellen Situation bei der SGE ab. Er teilte SGE4EVER.de exklusiv mit: „Der Trainer hat zu wenig Empathie für Menschen. Es geht um die Eintracht und nicht um ihn persönlich. Leiste was für die Eintracht, dann bekommst Du was zurück. Aber er glaubt, wir alle können froh sein, dass der Messias da ist“, fällte der 56-Jährige ein hartes Urteil. Aber auch mit einem Teil des Teams ging er hart ins Gericht: „Trainer und Mannschaft müssen ein Team sein, es geht nur zusammen. Die heutige Generation – nicht alle – schaut nicht mehr auf den Club oder die Stadt. Respekt bekommst Du nicht auf dem Konto. Man muss sich fragen: Was leiste ich für meinen Club, für meine Stadt, meine Mannschaft und natürlich für mich selbst!“
Auf Nachfrage, ob der Kader qualitative Mängel habe, antwortete Brinkmann: „Natürlich hat Frankfurt ein Qualitätsproblem. Trotzdem ist es in erster Linie der Job des Trainers, das Kollektiv besser zu machen und Spieler individuell ans Limit zu bringen. Er spaltet das Team mit seiner Art. Das wird kein Spieler öffentlich sagen, ist aber so. Persönlich will ich ihm aber nichts.“ Wie der Ex-Profi selber gehandelt hätte? „Nach zehn Tagen hätte ich dem Trainer klargemacht, dass er mit mir kämpfen muss, wenn er so mit mir redet. Aber die heutigen Spieler sind selber Schuld, sie lassen alles mit sich machen.“
Kneißl kritisiert Trainer-Trend: „Immer mehr Trainer packen ihre Spieler mit Taktik zu“
Sebastian Kneißl, TV-Experte bei „Dazn“ und ebenfalls Ex-Profi, postete schon am 23. April bei „Facebook“ ein Reel, in dem er im Gespräch mit Riera zu sehen ist. Dazu verfasste er eine längere Beitragsunterschrift, in der er einen Trainer-Trend erklärte, der ihm Sorgen bereite. Bei der inhaltlichen Kritik dürfte der Eintracht-Coach mitgemeint sein: „Immer mehr Trainer packen ihre Spieler mit Taktik zu. Begriffe, Abläufe, Prinzipien… alles auf einmal. Auf dem Papier sieht das stark aus. Auf dem Platz oft nicht“, bemängelte er. Seine Begründung: „Weil viele Spieler es nicht umsetzen können. Nicht, weil sie schlecht sind – sondern weil es zu viel ist.“
Stattdessen sei es einfacher für die Trainer, ihr Team mit einer verständlicheren Kommunikation zu erreichen: „Die besten Trainer, mit denen ich sprechen durfte, haben eines gemeinsam: Sie reduzieren, vereinfachen und bringen es auf den Punkt. Eine klare Kernmessage verständlich formuliert. So vermittelt, dass Spieler sie fühlen und umsetzen können. Genau da liegt der Unterschied. Aus zehn Jahren TV-Experten-Tätigkeit und Gesprächen mit Trainern auf Bundesliga- und Champions-League-Level und meinen eigenen Erfahrungen mit unter anderem Mourinho, Ranieri und Rodgers habe ich eins gelernt: Komplex denken. Einfach kommunizieren.“







9 Kommentare
HR schreibt: Eintracht Frankfurt liegt am Boden. Das trifft die Situation aber ganz exakt. Der Trainer wird Ende Mai seinen Hut nehmen dürfen. Nachfolger werden schon gehandelt. Einen Typ Trapattoni auf der Bank, der sich sich selbst wichtiger als den Verein sieht, das haben wir in dieser ohnehin verkorksten Situation 2025/2026 wirklich nicht gebraucht.
Eine solche Wutrede geht bei Eintracht Frankfurt nicht.
Sebastian Kneissl beschreibt das ganz gut. Der Fussball wird total überladen, dabei ist es ein eher einfaches Spiel, das jeder verstehen kann.
Vielleicht wollen manche Trainer besonders schlau wirken, so wie es Vorgesetzte gibt, die viele Anglizismen einstreuen.
Nach meinen fast 40 Berufsjahren habe ich festgestellt, dass das meist die grössten Flaschen waren.
In der Einfachheit liegt oft die Lösung.
Riera ist wirklich schwierig, aber wer denkt, dass ein Trainerwechsel alleine die Probleme löst, hat wohl die letzten beiden Trainer schon vergessen.
Um es nach Peter Fischer zu sagen:
Dann schlagen wir halt den Scheiss BVB.
Wird vermutlich so gut klappen wie in 2011, aber was soll man machen.
OK, jeder darf mal seinen Senf dazu geben, berufsmäßig oder als Freizeitanalyst aus der Ferne mit relativ kurzer Adlerzeit.
Auflösen muss es qua Amt und Verantwortung MK. Er hat nach langer Prüfung den Trainer geholt, lange (trotz zeitlicher Brisanz) auf ihn gewartet und ca. € 800 000 Ablöse zu verantworten.
Also sicherlich eine damals gut überlegte Entscheidung, die jetzt auf dem Prüfstand steht. So oder so, MK wird's begründen, erklären müssen.
Adi Hütter wird ja nun wieder in Frankfurt heiß gehandelt...
Riera hat fertig, jetzt muss einer zum Aufräumen kommen
Riera beenden und jemand holen, der die Bundesliga versteht. Aber bitte nicht auf ein Abziehbild jemand hoffen, der in der BuLi mal was gerissen hat (Alonso => Riera).
Mir wäre jemand lieb, der eine offensiven Fußball spielen lässt mit situativen Pressing und schnellem Umschaltspiel. Dazu mehr Kontrolle in Ballbesitzphasen.
Riera ist vermutlich auch schuld, aber weißgott nicht alleinschuldig!!! der "liebe dino" hat der truppe scheinbar nicht gepasst, vereinslegende AMFG14 in verbindung mit schmitt hat der truppe nicht gepasst und ein typ wie riera passt der truppe auch nicht. stattdessen große klappe (koch, uzun,) welcher (unfassbar viele) lauffaule spiele folgen. sollte unsere truppe zum dritten (!!) mal gegen den trainer spielen, spielt sie in jetziger konsequenz gegen die eintracht ansich! ich mag das wort "ausmisten" nicht, aber es beschreibt ziemlich gut, was nun notwendig ist! maßlos überschätze und total überbezahlte truppe!
Genauso ist es, dieses "haut den Albert" ist mir viel zu einfach.
Man kann populistisches "Aufräumen verlangen, ziemlich sinnfrei.
Trainerentlassungen als Allheilmittel sind mir grundsätzlich zu einfach, damit macht man es der Mannschaft zu leicht und nimmt sie aus der Verantwortung.
Schonungslos, aber auch ergebnisoffen analysieren und dann erst entscheiden, so sollte es schon laufen.
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